Grenzsoldaten der DDR auf der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Video: zibb | 07.10.2019 | Katrin Hampel | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

rbb-Instagram-Storys "wende_rewind" - Was #andiesemTag89 geschah

Am 7. Oktober 1989 feiert die DDR den 40. Jahrestag. Gleichzeitig demonstrieren vor dem Palast der Republik Menschen für mehr Freiheit. So beginnt "wende_rewind" auf Instagram. In Echtzeit erzählt der rbb die Chronik der Wende, sagt Projektleiterin Anna-Mareike Krause.   

Das rbb-Archiv aus der Zeit vom 7. Oktober 1989 bis zum 18. März 1990 ist ein dokumentarischer Schatz. "wende_rewind" erzählt aus diesem Schatz auf Instagram 164 Tage lang, wie spannend diese Zeit war. Benutzt wurde ausschließlich Originalmaterial, um die Chronik der Wende in Insta-Storys neu zu zeigen. Das Projekt wird geleitet von Anna-Mareike Krause, verantwortlich für den Bereich Social Media beim Rundfunk Berlin Brandenburg.  

Anna-Mareike Krause (Bild: Anne Koch)
Anna-Mareike Krause | Bild: Anne Koch

Frau Krause, der Mauerfall ist 30 Jahre her - für die heute 14-Jährigen ein historisches Ereignis und weit weg. Ausgerechnet denen wollen Sie mit dem Projekt "wende rewind" vermitteln, was 1989 Besonderes passiert ist. Warum?

Anna-Mareike Krause: Was 1989 passiert ist, ist auch heute noch bewegend. Das geht auch uns allen, die wir an dem Projekt arbeiten, so. Dass gemeinsamer, friedlicher Protest dazu geführt hat, ein diktatorisches System ohne Blutvergießen zu beenden, ist in der Geschichte eine große Ausnahme. Wir zeigen die Menschen, die vor 30 Jahren persönlich etwas riskiert haben und durch ihr Engagement einen politischen Wandel geschafft haben.

Menschenmassen auf der Karl Liebknecht Straße in Berlin Ost während der Demonstration am 4. November für Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie eine reformierte DDR. (Quelle: imago images/Stana)
| Bild: imago images/Stana

Wie kam die Idee auf, die Ereignisse von der friedlichen Revolution bis zur Wende gerade auf Instagram neu zu erzählen?

Das Originalmaterial von vor 30 Jahren ist ein dokumentarischer Schatz. Für klassische Medien wie Fernsehen oder Radio wurde dieser schon oft aufbereitet - aber noch nie vorher so umfassend für die sozialen Netzwerke. Dort erreichen wir junge Nutzerinnen und Nutzer, die wir mit unserem Fernsehprogramm nicht erreichen. Gleichzeitig hat sich in der jüngeren Vergangenheit gezeigt: Historische Formate können auf Instagram funktionieren - wenn sie gut erzählt werden. Und wir sind jetzt die ersten, die das so umfangreich mit der Wendezeit machen.

Wie schaffen Sie es, das spannend zu erzählen?

Natürlich ist es heute eine reichlich abstrakte Vorstellung, dass diese Stadt Berlin mal geteilt war und man nicht einfach von Mitte nach Kreuzberg fahren konnte. Um die Wendezeit auch für diejenigen erlebbar zu machen, die keine eigenen Erinnerungen daran haben, schildern wir zum Beispiel die alltäglichen Einschränkungen und Einschüchterungen in der DDR. Wir achten aber ganz besonders darauf, dass man wenig Vorwissen braucht, um den Videos folgen zu können.

Mit welchem Material arbeiten Sie?

Wir arbeiten mit dem Originalmaterial: Wir zeigen die echten Menschen der friedlichen Revolution und der Wendezeit, weil wir finden, dass sie die spannendsten Akteure sind. Diese bewegenden Ereignisse mit Schauspielerinnen und Schauspielern nachzustellen, konnten wir uns nicht vorstellen.

Ein Paar spaziert an der Berliner Mauer in Kreuzberg entlang (Quelle: imago images/Günter Schneider)

Das Thema ist komplex - ist bei Instagram auch genug Platz für den Kontext?

Ja - und das muss auch unbedingt sein. Mit einer reinen Dokumentation der Ereignisse würden wir vor allem diejenigen erreichen, die sich selbst erinnern. Wir wollen aber nicht nur erzählen, was passiert ist - sondern auch, warum das wichtig war.

Das Gute ist: Wir müssen das nicht in einem einzelnen Video schaffen, sondern wir haben 164 Tage, an denen wir jeden Tag einen Ausschnitt der Geschichte beleuchten. So bilden wir über die Zeit ein umfassendes Bild.

Warum der Titel "wende_rewind"?

Wir spulen die Zeit zurück auf 1989. So können die Menschen die Wendezeit nochmal miterleben.

Das Interview mit Anna-Mareike Krause führte Ute Zauft.

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6 Kommentare

  1. 6.

    Mensch, Erich! Bleibense mal schön bräsig unter Ihrem chilenischen Grabstein und so visionär wie Ihr Blick bis zum Horizont der eigenen Espresso-Untertasse reicht und... chill mal schön in Chile!

  2. 5.

    Ick frag mich bloß, weshalb bei dem Logo 'Klammeraffe wende-rewind' der Bindestrich zwischen den wörtern runtergefallen ist. Wer weiß die Lösung bzw. was soll das oder is dit Geheimsprache für junge Leute???

  3. 4.

    Sie haben die gute (Aus)Bildung vergessen. Ansonsten bin ich froh, dass ich jetzt frei denken und sprechen darf, mich frei bewegen darf, meinem Traumberuf nachgehen darf, meine Kinder ein freies und unabhängiges Leben haben können. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

  4. 3.

    Danke für die schönen Jahre vor der Wende.
    Ohne Konsumterror und Drogensumpf.

  5. 2.

    "wende_rewind". " Projektleiterin Anna-Mareike Krause", reicht danke...
    Mauerfall wär mir lieber.

  6. 1.

    Die interessante Arte-Doku dazu ist (leider nur) noch bis morgen verfügbar.
    Palast der Gespenster - Der letzte Jahrestag der DDR

    https://www.arte.tv/de/videos/078711-000-A/palast-der-gespenster/

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