Markus Beckedahl (l), Gründer re:publica, und die Forscherin Nanjira Sambuli begrüßen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Internetkonferenz "re:publica" (Quelle: dpa/Pedersen)
Bild: dpa/Pedersen

Steinmeier eröffnet re:publica - Nicht bloß vernetzt, sondern auch verbunden sein

Netzpolitik, Fake-News, Transparenz im Netz: Das sind einige der Themen, mit denen sich in den kommenden drei Tagen die re:publica in Berlin beschäftigen wird. Bundespräsident Steinmeier mahnte bei der Eröffnung zur Verantwortung in den sozialen Netzwerken.  

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei politischen Debatten im Netz mehr Vernunft und Zivilität angemahnt. Beides gelte es zu schützen, sagte der Bundespräsident bei der Eröffnung der Digitalmesse re:publica in Berlin. Nutzer müssten dazu bereit sein, mit Argumenten zu überzeugen und sich von besseren Argumenten überzeugen zu lassen. Gleichzeitig müssten sie Wertschätzung und Empathie für das Gegenüber zeigen.

Politischer Diskurs im Internet sei zu einem festen Bestandteil unserer Demokratie geworden, sagte der Bundespräsident. Demokratie könne nur gelingen, wenn sie auch digital gelinge: "Wenn uns die Zukunft unserer Demokratie am Herzen liegt, müssen wir uns um die Debattenkultur im Netz kümmern." Die drängendste Aufgabe sei nicht etwa die "Digitalisierung der Demokratie, sondern die Demokratisierung des Digitalen".

Bei der Digitalisierung gehe es um Vernetzung, bei der Demokratie um Verbundenheit, sagte Steinmeier. Er wünsche sich mehr Verbundenheit statt bloßer Vernetzung.   

Steinmeier appellierte in seiner Rede an die Betreiber von Sozialen Netzwerken, mehr Verantwortung zu übernehmen: "Wer mit einer Plattform einen politischen Diskursraum
schafft, der trägt Verantwortung für die Demokratie - ob er das will oder nicht." Das gelte vor allem beim Thema Transparenz, sagte Steinmeier: "Solange die schnelle Lüge und die seriöse Nachricht, der überprüfte Fakt und die bloße Meinung, solange Vernunft und Hetze unterschiedslos nacheinander in Newsfeeds auftauchen, solange haben es Demagogen viel zu einfach."

Debatten auf 27 Bühnen

Bei der dreitägigen re:publica am Gleisdreck-Park geht es in diesem Jahr vor allem um die radikalen Umbrüche im Zuge der Digitalisierung. Insgesamt werden 1.000 Redner auf 27 Bühnen und bei mehr als 600 Veranstaltungen auftreten. Die Beiträge widmen sich zum Beispiel Populismus und Manipulation im Netz, Datensicherheit oder der Bedeutung von Online-Debatten. Im vergangenen Jahr nahmen an der Veranstaltung fast 20.000 Menschen aus 82 Ländern teil.

Auch EU-Kommissarin Vestager wird sprechen

Als Sprecher standen am Montag unter anderem die afrikanische Forscherin Nanjira Sambuli und Künstler Wolfgang Tillmans auf dem Programm. Als weitere Redner sind Persönlichkeiten wie EU-Kommissarin Margrethe Vestager und Taiwans Digitalministerin Audrey Tang bei der re:publica vorgesehen.

Insgesamt umfassen die re:publica und die begleitende Media Convention Berlin (MCB) Hunderte Programmpunkte. Die MCB weise mit dem diesjährigen Motto "Playing for Keeps: Jetzt wirds ernst!" auf die "enormen wirtschaftlichen, regulatorischen und gesellschaftlichen Veränderungen" im Zuge der Digitalisierung hin, hieß es.

Ein Novum in diesem Jahr ist die Jugendkonferenz Tincon, die erstmals im Rahmen der re:publica stattfindet. Dort werden unter anderem "Fridays for Future"-Aktivistin Luisa Neubauer und Autorin Sophie Passmann erwartet. Außerdem stellt sich Familienministerin Franziska Giffey (SPD) den Fragen der Jugendlichen.

"Ein Weiterbildungsprogramm für gesellschaftliche Debatten" nennt Mitgründer Markus Beckedahl die re:publica vor deren 13. Ausgabe. Das Themenspektrum ist weit: Debattiert wird auf Europas größter Digitalmesse über Netzpolitik und -aktivismus, digitale Nachhaltigkeit, Fake News und Datenjournalismus, Virtuelle Realitäten und Cyberwar.

Bei der Konferenz stellen männliche und weibliche Gründer, Netzaktivisten, Wissenschaftler, Journalisten, Blogger, YouTuber und Tüfftler ihre Projekte und Ideen zur Diskussion. Neben diesen sogenannten "Speakern" gibt es unterschiedliche Podiumsdiskussionen, Workshops und Aktionen. Eine Übersicht des kompletten Programms findet sich hier [externer Link zur re:publica-Seite].

#rbbTalkLab: das Programm

  • Montag, 6. Mai

  • Dienstag, 7. Mai

  • Mittwoch, 8. Mai

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