Symbolbild: Kinderrucksäcke hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Video: Brandenburg Aktuell | 13.03.2020 | J. Wochnik | Bild: dpa-Symbolbild/Monika Skolimowska

Ab Mittwoch - Brandenburg setzt regulären Betrieb an Kitas und Schulen aus

Auch in Brandenburg wird wegen der Corona-Krise die Schließung von Schulen und Kitas vorbereitet. Ab Mittwoch wird kein regulärer Betrieb mehr stattfinden. Für Kinder beispielsweise von Ärzten oder Pflegekräften soll eine Notbetreuung organisiert werden.

Was Sie jetzt wissen müssen

Der Schulunterricht in Brandenburg soll angesichts der Gefahr durch die Ausbreitung des Coronavirus ab Mittwoch in den ächsten Wochen ausgesetzt werden. Es werde in den Bildungseinrichtungen vorerst keinen regulären Unterricht und keine Betreuung mehr geben, teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Potsdam mit.   

Die Zeit am Montag und Dienstag können die Lehrkräfte laut Landesregierung nutzen, um Tages- und Wochenpläne für die Schüler zu erstellen. Die Kinder und Jugendlichen könnten dann direkt oder digital mit Aufgaben versorgt und Lehrstoffe so durchgearbeitet werden. Auch das Abitur sei nicht gefährdet, hieß es weiter. "Die Abiturprüfungen werden auch 2020 abgelegt werden können", betonte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Demnach sollen die Schüler allerdings die Möglichkeit haben, statt der regulären Prüfungstermine im April direkt die Nachschreibetermine im Mai zu nutzen.

Notbetreuung für Kinder soll organisiert werden

Ziel der Maßnahme sei die Eindämmung der Verbreitung des Virus. "Wir wissen, dass wir das Virus nicht stoppen können, aber wir müssen die Verbreitung verlangsamen, damit sich unser Gesundheitssystem darauf einstellen kann. Das ist der Hintergrund dieser Maßnahme", sagte Woidke.

Bildungsministerin Ernst fügte hinzu, dass es durch die Aussetzung des Unterrichts in erster Linie um die Reduzierung sozialer Kontakte gehe: "Dazu können Schulen und Kitas einen wichtigen Beitrag leisten." Die Regelung gelte zunächst bis zum Ende der Osterferien am 19. April.

Woidke betonte, es sei eine "schwierige Entscheidung" gewesen, den regulären Unterricht und die Kita-Betreuung in Brandenburg auszusetzen. "Ich weiß, dass wir damit auch in den Alltag vieler Menschen eingreifen. Aber wenn wir damit dazu beitragen können, dass sich das Virus langsamer verbreitet, dann ist die Entscheidung genau richtig", so der Ministerpräsident.

In den Kommunen soll den Angaben zufolge eine Notbetreuung für Kinder organisiert werden, deren Eltern in wichtigen Bereichen tätig sind. Das betreffe beispielsweise Ärzte, Pflegepersonal oder Personal in anderen kritischen Infrastrukturbereichen, so Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Konkrete Lösungen will die Landesregierung am Samstag zusammen mit den Oberbürgermeistern und Landräten besprechen.

Start des Sommersemester an Unis und Hochschulen erst am 20. April

Das Kabinett beriet am Freitag auch über die Frage nach einer Schließung von Unis und Hochschulen. Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) teilte im Anschluss mit, man habe sich darauf geeinigt, den Beginn der Präsenzveranstaltungen im Sommersemester vorerst auf den 20. April zu verschieben. Alternativ könnten aktuell laufende oder bis dahin geplante Veranstaltungen auch im Online-Format fortgesetzt werden. Alle Konferenzen, Tagungen und öffentlichen Veranstaltungen werden abgesagt.

Reiserückkehrer aus internationalen Risikogebieten sowie besonders betroffenen Gebieten in Deutschland dürfen die Hochschulen ab sofort nicht mehr betreten, hieß es weiter. Der Forschungsbetrieb, die Verwaltung sowie die Bibliotheken an den Hochschulen sollen zunächst weiterhin aufrechterhalten werden.

Den privaten Hochschulen empfiehlt das Wissenschaftsministerium, ihren Semesterstart analog zu verschieben. Die öffentlich-rechtliche Stiftungsuniversität Viadrina in Frankfurt (Oder) teilte am Freitag mit, entsprechend der Empfehlung des Ministeriums erst am 20. April mit der Präsenzlehre zu beginnen.

42 offizielle Corona-Fälle in Brandenburg

Die Zahl der Menschen, die in Brandenburg nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, ist bis Freitagnachmittag laut auf 42 gestiegen, zwölf mehr als noch am Donnerstag.  Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Nur zwei Erkrankte befinden sich laut Ministerin Nonnemacher derzeit in stationärer Behandlung, alle anderen seien häuslich isoliert. Die meisten offiziell registrierten Fälle gibt es derzeit es mit acht in Cottbus, fünf mehr als noch am Vortag.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

Kommentar

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Antwort auf [Bendte] vom 14.03.2020 um 11:01
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48 Kommentare

  1. 48.

    Was mir überaupt nicht klar ist, warum öffentliche Arbeitgeber nach der Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen so vehement auf die Präsenzpflicht ALLER ErzieherInnen und LeherInnen bestehen. LehrerInnen können doch sicher den (Fern)unterricht von zu Hause erarbeiten und ErzieherInnen sich ebenfalls gut allein zu Hause weiterbilden.
    Wie deutlich muss man es noch sagen, jeder Kontakt der vermieden wird, zählt! Machen wir weiter so und lassen es zu, dass sich das Personal in KITAs und Schulen gegenseitig ansteckt, weil es putzt, aufräumt und andere mehr oder weniger wichtige Dinge tut. Gratulation für diese Weitsicht, liebe Vorgesetzte.
    Ich frage mich ehrlich, wie auf diese Art und Weise eine dauerhafte vor-Ort-Betreuung der "systemrelevanten" Kinder gewährleistet werden kann? Es kommt JETZT auf verantwortungsvolles Handeln aller an!

  2. 47.

    Warum erst ab Mittwoch? Noch 2 Tage dem Risiko ausgesetzt, Kind bleibt ab Montag zu Hause und fertig!

  3. 46.

    Genauso ist es und mich wundert dass es viele nicht verstehen und denken es würde reichen zwei drei Kinder in notbetreuung zu haben
    Es gibt so viele notwendige und wichtige Bereiche, z.b. Telefon, Internet, Müllabfuhr, ÖPNV, die ganze Lebensmittelversorgungskette, dazu gehören auch Fahrer, Lieferanten und so weiter und so fort.
    Ich glaube wir machen dadurch viel mehr kaputt, als wir durch diese Maßnahmen erreichen.
    Aber natürlich werden hier nur die Sorgen der Panikmacher gesehen.

  4. 45.

    Ich gehe davon aus, das der rbb ab Mittwoch Bildungsfernsehen für Schüler anbietet?
    Gern auch in der Mediathek.

    DAS wäre eine Maßnahme, wenn schon klammheimlich die GEZ Gebühren erhöht werden. ...

  5. 44.

    Ich bin gespannt, wie man das jetzt in die Tat umsetzen soll. Denn so viele richtig unwichtige Berufe gibts ja nicht. Ärzte, Krankenschwestern, Altenpfleger, Polizei, Wasserwerker, Energieversorgung, Lebensmittelhandel, Apotheker, Installateure, Tankstellenmitarbeiter, Medienmitarbeiter, Behörden, Landwirtschaft.... All das ist nötig, und wenn diese Menschen Kinder haben, ist das ein Problem. Es muss irgendwie gelöst werden! Und dann zu sagen: "Keine sozialen Kontakte", dann sitzt Du in Einzelhaft mit dem Kind für vier Wochen und bekommst keinen Lohn. Das muss jetzt irgendwie geklärt werden, welche Möglichkeiten haben Arbeitgeber? Schließlich sind Großeltern auch berufstätig und ab einem gewissen Alter auch gesundheitlich nicht mehr in der Lage zur Betreuung, wenn sie denn überhaupt in der Nähe wohnen. Gibt es denn keine/n Beauftragte/n für Katastrophenfälle, eine bundesweite Seuchenkommission? Jemanden, der koordiniert wie es in Krankenhäusern zugeht?

  6. 43.

    Ich bin gespannt, wie man das jetzt in die Tat umsetzen soll. Denn so viele richtig unwichtige Berufe gibts ja nicht. Ärzte, Krankenschwestern, Altenpfleger, Polizei, Wasserwerker, Energieversorgung, Lebensmittelhandel, Apotheker, Installateure, Tankstellenmitarbeiter, Medienmitarbeiter, Behörden, Landwirtschaft.... All das ist nötig, und wenn diese Menschen Kinder haben, ist das ein Problem. Es muss irgendwie gelöst werden! Und dann zu sagen: "Keine sozialen Kontakte", dann sitzt Du in Einzelhaft mit dem Kind für vier Wochen und bekommst keinen Lohn. Das muss jetzt irgendwie geklärt werden, welche Möglichkeiten haben Arbeitgeber? Schließlich sind Großeltern auch berufstätig und ab einem gewissen Alter auch gesundheitlich nicht mehr in der Lage zur Betreuung, wenn sie denn überhaupt in der Nähe wohnen. Gibt es denn keine/n Beauftragte/n für Katastrophenfälle, eine bundesweite Seuchenkommission? Jemanden, der koordiniert wie es in Krankenhäusern zugeht?

  7. 42.

    Unsere Schule macht lt. Webseite Montag und Dienstag normalen Unterricht. Bei Vertretungslehrern. Denn die echten Lehrer fehlen seit ca. einer Woche. Die Grippe grassiert nämlich auch noch. Es wird eng beim Personal. Also eher Ringelpietz ohne Anfassen, Handarbeiten oder Handyrecherche.

    Da hätte man auch gut die ganze Woche schließen können, würde allen helfen. Aber die Regierung hat ja nur Aussetzung der Schulpflicht (!) ab Mittwoch erlaubt. Keine Schulschließung.

    Ich schicke mein Kind einfach Donnerstag mal zur Schule. Ich will ungestört Home-Office machen. Mal sehen, was die dann machen. Geschlossen ist ja nicht..(einmal mit Profis arbeiten...)

  8. 41.

    Kinderbetreuung während der Arbeit ist kein quersitzender Furz! Weil schlicht nicht möglich. Entweder man arbeitet oder man betreut (Klein-)Kinder (... stimmt ging früher auch, das waren aber auch andere Zeiten und Kinder arbeiteten oft mit). Auch mag Kinderbetreuung zu Hause in den südlichen Bundesländern „normal“ sein, wo Kinder größtenteils zu Hause aufgezogen werden und Mütter Hausfrauen sind oder nur 2, 3 Stunden arbeiten.
    Klar, die Krankheitsbeurteilung bei Kindern ist eine schwierige Situation, da diese ja sehr oft irgendwelche Krankheiten aus der Kita mitbringen. Dennoch sollte man auch hier versuchen ähnliche Lösungen wie in Produktionsbetrieben an der französischen Grenze (z.B. regelmäßige Selbstauskunft durch die Eltern) anzuwenden, um wenigstens Kinderbetreuung und damit Arbeitsfähigkeit der Eltern sicherzustellen.
    Wie lange ich meinen 2jährigen Sohn betreuen und gleichzeitig Arbeiten kann weiß ich noch nicht. Die bisherigen Versuche waren sowohl stressig als auch unproduktiv. Vermutlich wird man so oder so Krank, das Risiko an Corona zu erkranken schätze ich für mich vergleichsweise gering Ein, gegenüber der psychisch/physisch Überlastung. Aus meiner Sicht hat man hier nicht bis zu Ende gedacht und muss nachschärfen... Des Weiteren hat das mit Frau Merkel gar nichts zutun, die macht Bundes- und keine Landespolitik.
    Bin für konstruktive Vorschläge für meine Situation als Antwort offen.

  9. 40.

    Absurd und unverantwortlich. Eltern müssen unbezahlt Urlaub nehmen und den Bankrott fürchten. Oder Kinder gehen zu den Großeltern, die extrem anfällig sind und stecken sie an.

    Wir erleben gerade ein absurdes, globales Herdenverhalten. Zur Erinnerung: die Grippe fordert alleine in D. in manchen Jahren 20.000 Tote und mehr.

  10. 39.

    Jeder Beruf und Arbeitnehmer hat seinen Mehrwert, aber es geht doch in diesem Moment darum, welche Jobs weiter laufen MÜSSEN, jetzt akut, und welche eine „kurze Pause“ machen können.

    Jeder Job hat seine daseinsberechtigung, sonst gäbe es ihn ja nicht. Und natürlich ist das Handwerk essenziell für die Gesellschaft, das streitet doch niemand ab...
    Und Handwerker die im Service tätig sind, werden sicher auch berücksichtigt. Aber Handwerker die (wie zB mein Mann auch) in der Produktion und Fertigung sind, sind in diesem Moment nicht essenziell.

    Ich denke das kann doch jedem verständlich sein, dass da differenziert werden muss...

  11. 37.

    Gilt die Schließung auch für private Kitas in Berlin bzw. Brandenburg?

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

  12. 36.

    Man kann auf die da oben natürlich schimpfen, man kann aber auch einmal darüber nachdenken, dass nicht jeder quersitzende Furz bedacht werden kann. Eine Pandemie ist von niemandem gewünscht und nur sehr schwierig zu handeln. Und statt konstruktive Vorschläge zu machen, kann man natürlich rummaulen, aber das hilft am wenigsten!

    Am besten noch rufen: Merkel muss weg, Das verscheucht das Virus garantiert! ;)

  13. 35.

    Mehrwert?
    Wir sind Handwerker ohne uns läuft der ganze andere Rest nicht !!!

    Wer repariert den Krankenwagen, Feuerwehr Polizei oder behebt die Stromstörung/Rohrverstopfung im Krankenhaus.

    Man kommt endlich aus eurem beklemmten Schuhkarton denken raus.

  14. 34.

    Hört hört. Absolut wahr gesprochen. Diejenigen die kein Beruf tätigen der für die Gesellschaft wichtig erscheint, sind in den A.... gekniffen wenn es um die Betreuung der Kinder geht. Na klar kann laut der Politiker jeder Homeoffice betreiben, oder einfach mal 4 Wochen unbezahlten Urlaub nehmen. In Deutschland arbeitet anscheinlich jeder im Büro. Ich kann es nicht, denn ich bin Handwerker und habe weiterhin meine monatlichen Kosten zu leisten. Ich werde meinen Sohn weiterhin von meinen Großeltern betreuen lassen müssen und werde so gut wie möglich alles für eine sichere häusliche Lage anstreben. Hauptsache die Groskonzerne und die Banken werden mit einem Milliarden Paket gestützt. Vielen Dank ihr da Oben für euer "Krisenmanagement".

  15. 32.

    Haben Sie die Berichterstattung(-en) überhaupt ansatzweise gelesen....? Nichts, aber auch nichts daran hat etwas mit Klassenteilung zu tun.

    Es geht ausschließlich darum, dass die Menschen, die einen unabdingbar wichtigen Beruf für den Erhalt der Gesellschaft ausüben, dies weiterhin können - nennt sich Mehrwert.
    Und das ist für diese Personen auch sehr schwierig, ihr Kind einer ggf wildfremden, neuen Erzieherin zu überlassen und sich gleichzeitig mit ausüben ihrer Tätigkeit einem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen...!

    Ruhig auch mal an andere denken, anstatt immer gleich sinnlos zu pöbeln!

    Wir sitzen alle im selben Boot.

  16. 31.

    Absolute Frechheit des Landes hier keine Schulschliessungen anzuordnen. Ein aussetzen der Schulpflicht, ist ein geschickter Trick um den Entschädigungszahlungen nach IfSG zu umgehen.
    Aber vom Volk Solidarität fordern.

  17. 30.

    Kann mir mal jemand erklären warum jetzt wieder der Arbeiter der letzte Arsch ist und zusehen muss wie er das alles unter den Hut bekommt?
    Fängt jetzt wieder die zwei Klassenpolitik ala Ärzte und Akademiker an?
    Wer zahlt hier wieder die Zeche für die völlige Inkompentenz der Politik?
    Der Friedefreudesteuerzahler aus der unteren Mittelschicht... wie immer ... danke

  18. 29.

    Kann mir mal jemand sagen wer den arbeitsausfall bezahlt wenn ich mit meinen Kindern zuhause bleiben soll?

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