Der Kurfürstendamm ist am 1. April 2020 menschenleer. Quelle: imago images
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Kontaktsperre bis nach Ostern - Berlin und Brandenburg verlängern Corona-Verbote

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise über Ostern hinaus gelten sollen. Kurz nach den Feiertagen soll die Lage auf Basis der Daten des Robert Koch-Instituts neu bewertet werden.

Was Sie jetzt wissen müssen

Die Menschen in Deutschland sollen die Kontaktsperren wegen der Corona-Pandemie bis mindestens zum 19. April einhalten. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten mitgeteilt.

Bund und Länder hätten beschlossen, dass die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln weiter auf ein absolutes Minimum reduziert werden sollen. Die Menschen sollten generell auf private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten. "Eine Pandemie kennt keine Feiertage", sagte Merkel.

Merkel sagte jetzt, die Länder gingen mit ihren Maßnahmen weitgehend bundeseinheitlich vor. Am Dienstag nach Ostern würden Bund und Länder die Lage unter anderem auf Basis der Daten des Robert Koch-Instituts neu bewerten.

Bund und Länder hatten vor eineinhalb Wochen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein umfassendes Kontaktverbot beschlossen. Danach sind unter anderem Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu unterlassen. Ausgenommen wurden Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Woidke spricht von "dringend notwendigen" Maßnahmen

In Berlin und Brandenburg sollten die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise zunächst bis zum 5. April gelten, doch seit Mittwoch ist klar: Auch hier bleiben sie mindestens noch bis zum 19. April in Kraft.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nannte die derzeitigen Maßnahmen gegen eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus "dringend notwendig". "Die Kontaktbeschränkungen werden von der übergroßen Mehrheit der Brandenburger ernst genommen und befolgt, so schwer es auch fällt", erklärte Woidke am Mittwoch in einer Pressemitteilung. "Aber wir sind noch lange nicht über den Berg. Wir müssen uns weiter wappnen, damit wir Zustände wie in Italien und Spanien, aber auch seit Neuestem in New York verhindern können."

Die Brandenburger Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) appellierte erneut an die Einhaltung der seit dem 23. März geltenden Beschränkungen. "Es gibt leider einige, die denken, dass ihnen nichts zustoßen kann. Mit diesem unverantwortlichen und rücksichtslosen Verhalten gefährden sie andere Menschen jeder Altersgruppe, vor allem aber Ältere sowie pflegebedürftige und chronisch Kranke."

Verstöße können in Brandenburg 25.000 Euro kosten

Am 2. April tritt in Brandenburg auch ein neuer Bußgeldkatalog für die Corona-Krise in Kraft: Bürgerinnen und Bürger, die gegen die Kontaktbeschränkung verstoßen, müssen dann mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro rechnen. 

Wer zum Beispiel trotz Verbots öffentliche oder nichtöffentliche Veranstaltungen oder Versammlungen durchführt, dem droht ein Bußgeld zwischen 500 bis 2.500 Euro. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen kann mit 50 bis 500 Euro geahndet werden. Wer eine Verkaufsstelle des Einzelhandels, für die keine Ausnahmeregelung vorgesehen ist, für den Publikumsverkehr öffnet, muss laut einer Mitteilung der Potsdamer Staatskanzlei mit einem Bußgeld zwischen 1.000 bis 10.000 Euro rechnen. In besonderen Wiederholungsfällen könne eine Geldbuße bis zu 25.000 Euro betragen, hieß es. Die Höhe des jeweiligen Bußgeldes wird in Brandenburg von den Landkreisen und kreisfreien Städte festgelegt.

In Berlin könnte der Senat einen ähnlich strengen Bußgeldkatalog beschließen, ein Entwurf für neue Regeln liegt dem rbb vor. 

Weiterhin erlaubt sind in in beiden Ländern Wege zum Einkauf für den täglichen Bedarf, der Weg zur Arbeit und Arztbesuche. Auch der Besuch bei Lebenspartnern, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen außerhalb von Einrichtungen sind noch gestattet. Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie zur Versorgung von Tieren sind ebenfalls nicht verboten.

Sendung: Inforadio, 01.04.2020, 18 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Christian Zampich] vom 01.04.2020 um 23:30
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42 Kommentare

  1. 42.

    Na, Hauptsache, man kann in allem immer der Politik die schuld geben. Sicher ist ein ladenbesitzer nicht glücklich darüber. Aber würden die Politiker nicht mit solchen Maßnahmen reagieren, würde man sie für jeden coronatoten an den Pranger stellen. Aber wer noch nicht mal mit anderen Leuten im Haus zurechtkommt und Vermieter auffordert,jemanden vor die Türe zu setzen, der etwas lauter ist, der hat wohl auch für alle derzeitigen Maßnahmen kein verständnis

  2. 41.

    Ich kann Sie nur zu gut verstehen!

    Bei uns brüllen und trampeln die Blagen (Wortwahl weil NULL Erziehung seitens der Eltern)von unseren Asi-Nachbarn auch von früh morgens bis spät in die Nacht rum, dass die Teller im Schrank klappern.

    Und kommt ihr anderen mir nicht mit diesen hirnlosen Antworten, dass ich mir eine andere Wohnung suchen soll. Es gibt nämlich auch Menschen, genau DAS gesundheitlich u. fianziell NICHT können.

    Die Störer haben zu verschwinden. Ich sage an dieser Stelle ein grosses DANKESCHÖN an alle Vermieter, die grundsätzlich nicht an Leute mit Schreihälsen vermieten!

  3. 40.

    Stimmt, in kleinen Läden herrscht ja von morgens bis abends auch totaler Massenandrang, dass man sich kaum umdrehen kann und die Leute prügeln sich permanent um alles in den Regalen steht.;-)

    Habe am Tag der Ladenschließungen noch mit einigen Händlern sprechen können - die finden die Schliessung auch überzogen - eben WEIL dort genug Platz und zeitlich gut verteiltes Kundenaufkommen ist.

    Aber um das zu erkennen, braucht man gesunden Menschenverstand und keine allgemeine Beurteilung von Menschen, die keine Ahnung von der Realität vor Ort haben.

    Schaut unsere Politiker mal in kleine Läden? Nein, denn die sind in deren Augen ja unwichtig...

  4. 39.

    Mensch , nun höre doch mal auf mit Deinen eigenden Befindlichkeiten. Es geht hier um verlängerte Ausgangsperren und nicht um Deine Wohnung.

  5. 38.

    Bei mir geht doch die Welt gar nicht unter. Bei ihnen würde sie es vielleicht, weil sie nichts unternehmen und alles abstreiten. Ich weiß ja nicht, was es bringen soll, wenn man es ignoriert. Aber ein gutes Beispiel ist die USA, dort hat Herr Trump es ja auch ignoriert und die haben jetzt fast 1000 Tote an einem Tag. Vorausschauendes Denken kann halt nicht jeder.

  6. 37.

    @Blase
    Nein wirklich??
    Jetzt fällt es mir ja wie Schuppen von den Augen!!
    Herzlichen Dank für den Hinweis! Das wusste ich ja gar nicht.
    Und wenn ich dann zur EINZELbesichtigung fahre, werde ich dann verhaftet?
    Warum müssen eigentlich nicht die rücksichtslosen Lärmer ausziehen?
    Einer davon wohnt da noch nicht einmal.
    Gehört aber zur "Familie" und hockt tagelang zu zweit über Nacht in der Wohnung der Mutter rum und lärmt.
    Danke Senatsverwaltung für eure Familienfreundlichkeit! ("ausgenommen sind Familienangehörige...")
    So, gehe jetzt zur Notbetreuung/Spätdienst, damit unsere Polizisten ihr Kinder bei uns abgeben können.

  7. 36.

    Mal zum Überblick. Und damit klar wird, dass Berlin schärfere Reglungen als mit dem Bund abgesprochen hat:
    https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-kontaktverbote-wegen-des-coronavirus-was-ist-wo.1939.de.html?drn:news_id=1115517

  8. 35.

    Ach der ewige Tobias mit seinen immer gleichen plattitüden vom untergang der Welt, wenn wir nicht alle zu Hause eingesperrt bleiben.
    Leider hat er immer noch nicht verstanden dass es jetzt nur funktioniert weil alles noch vorhanden ist, sollte es aber so weitergehen wird alles und jegliches Leben zusammenbrechen und dann nützt uns auch der beste Schutz vor dem Virus nichts mehr.

  9. 34.

    Bitte bedenken Sie aber auch das Schweden ein Flächenland ist mit wenigen im Süden befindlichen Städten. Die Einwohnerzahl liegt bei ca 10 bis 11 Millionen.

    Ich bin für das Kontaktverbot nur sollte das auch besser kontrolliert werden am Stuttgarter Platz gestern währen Läden geöffnet u.a ein Handyladen und in der "Grünanlage" mehrere Gruppen, mit Bierflaschen gewappnet, um die Parkbänke versammelt.

    Das wird die nächsten Tage noch interessant, auch versammeln sich die Leute in der U7 und bei mir in der Nachbarschaft scheinen auch so einige nichts von den Kontaktverbot zu halten, vor allem am Wochenende sind dort Besucher in den Wohnungen.

  10. 33.

    Lieber rbb, es sind weit mehr als Kontaktsperren. Es sind Ausgangsbeschränkungen. Das solltet Ihr auch so schreiben. Kontaktsperre würde nicht bedingen, dass man grundsätzlich zuhause sein muss.

  11. 32.

    Wenn die Regelung verlängert wird, sollte allerdings auch endlich mal ihre Einhaltung kontrolliert werden. In Cottbus habe ich seit Beginn der Maßnahme noch keine einzige gesehen. Die Folge: gestern auf dem Wochenmarkt vor der Stadthalle Gedränge dicht an dicht, keinerlei Abstand. Jugendliche stehen in Gruppen mit Getränken in der Hand vor Supermärkten, Grillpartys ganzer Hausgemeinschaften letztes Wochenende, ... Offenbar legen es manche Unbelehrbare auf eine Verschärfung der Regeln an, unter der dann die Allgemeinheit zu leiden hat und die Behörden schauen tatenlos zu.

  12. 30.

    Es geht darum, die Möglichkeiten zur Übertragung zu verringern. Wenn man sich aussuchen kann, ob man den Kontakt auf der Arbeit oder auf Straße einschränken sollte. Dann ist ja wohl klar, dass man den Kontakt zur erst auf der Straße einschränken würde.

  13. 29.

    Corona-Verbote?
    Sind nicht Maßnahmen gemäß IfSG gemeint?
    wWas ist ein Corona-Verbot? Bild Niveau?

  14. 28.

    So lange es nicht ausreichend Masken gibt, wird noch nichts verpflichten sein. Aber ich denke mal wenn es möglich ist, wird es verpflichten sein im Supermarkt eine tragen zu müssen. Letztlich reicht auch ein selbst gebastelter Schutz, also auf keinen Fall irgendwas überteuertes kaufen.

  15. 27.

    Haben sie die Nachrichten nicht richtig mitbekommen. Man darf zu zweit unterwegs sein. Auf RBB wurde es auch berichtet. Also brauchen sie keine Angst haben, auch als Single. Wenn sie das Problem einer Pandemie richtig verstehen, dann werden sie sehen, dass die Maßnahmen wichtig sind.

  16. 26.

    "man hätte sich auf einen anderen Kompromiss einigen sollen" Und der Kompromiss wäre? Sie wollen also wieder teilweise normal arbeiten gehen und dann sterben halt einige ihrer Mitarbeiter?

  17. 25.

    In Schweden werden nur Risikogruppen isoliert um die Krankenhäuser nicht zu überlasten und jeder der sich krank fühlt soll freiwillig zum Arzt gehen. Keine albernen Ausgangssperren für jeden. Das Virus ist so oder so da und wird auch nach der Ausgangssperre weiter existieren, wie viele andere Viren auch. Risikogruppen isolieren und eine Gewisse Distanz zu Mitmenschen reicht meiner Meinung nach auch völlig aus. Nicht so wie hier, wo man Bürger und Bürgerinnen die Grundrechte entzieht und Panik verbreitet!

  18. 24.

    Bei ihrem Vorschlag würde das Gesundheitssystem zusammen brechen, egal wie gut es ist. Sie verstehen leider nicht wie sich ein Virus ausbreitet.
    Übrigens wie stellen sie sich das vor, alle gegen normal zu Arbeit und dann sterben einiger ihrer Mitarbeiter einfach weg? Das wird dann normal sein? Ich denke da wird ehr Panik ausbrechen.
    Was nervt ist, dass sie die Pandemie als Problem beschreiben, für das die Politik schuld ist. Ich würde ehr sagen, die Touristen und die Überbevölkerung sind schuld.

  19. 23.

    @Krea
    Nee, das habe ich nur bedingt gewusst. Ich wollte in der Nähe der Schule sein, an der ich arbeite. Ich muss nämlich um 5:30 Uhr aufstehen. Man sagte mir, Genossenschaften seinen ja sooo viel besser, auch von der Mieterstruktur her. Kann ich leider so nicht unterstreichen.
    Ich würde auch gerne in Pankow, Weissensee oder Friedrichshain wohnen. Keine Frage! Aber es gibt nur sauteuer oder mit WBS. Wenn man dazwischen liegt, hat man leider Pech!
    Ach übringens kann ich bei der Notbetreuung auch nicht die Eltern und schon gar nicht die Kinder zwei Meter von mir wegschubsen und lebe auch noch. Schönen Abend noch beim Homeoffice!

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