Jugendherberge, Kluckstrasse, Berlin-Tiergarten (Quelle: dpa/Schoening)
Audio: Inforadio | 01.04.2020 | Nina Amin | Bild: dpa/Schoening

Schutzräume gegen Corona - Berlin öffnet erstes Hostel für Obdachlose

Was Sie jetzt wissen müssen

Angesichts der Corona-Pandemie wird in Berlin am Mittwochabend erstmals ein Hostel für Obdachlose geöffnet. Die 200 Plätze in der Jugendherberge in der Kluckstraße in Berlin Tiergarten stünden allen auf der Straße lebenden Menschen zur Verfügung - unabhängig von der Nationalität, sagte der Sprecher der Berliner Sozialverwaltung, Stefan Strauß, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). 

Jedes Zimmer werde mit maximal zwei Menschen belegt. Eine Etage mit 20 Plätzen sei nur für Frauen reserviert. In der vergangenen Woche hatte Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) in einer Pressekonferenz erläutert, dass diese Unterkunft täglich 24 Stunden, sieben Tage die Woche geöffnet sein werde. Zudem betonte Breitenbach, dass es sich bei dem Angebot nicht bloß um Schlafplätze handele, sondern um Rückzugsorte. 

Kältehilfe in der Storkower Straße soll umgebaut werden

Die Bedürftigen sollten noch am Dienstag über die Kältehilfe und andere soziale Träger über das neue Angebot informiert werden, ergänzte Strauß: "Dann werden wir sehen, wie es angenommen wird." Es werde in der Jugendherberge keine Zugangskontrollen geben, aber auf freiwilliger Basis eine Erfassung der persönlichen Daten, um die Menschen gegebenenfalls in das Regelsystem vermitteln zu können.

Sollten die Plätze nicht ausreichen, werden in der Storkower Straße in Berlin-Pankow weitere 150 Plätze geschaffen. In dem siebenstöckigen früheren Bürogebäude, in dem es bereits eine Kältehilfeeinrichtung gibt, soll zudem bei Bedarf eine ganze Etage zur Quarantänestation werden. Bislang gebe es – laut Sozialverwaltung – unter den Obdachlosen aber noch keine Coronavirus-Fälle.

1.972 Menschen leben in Berlin auf der Straße

Akteure der Obdachlosenarbeit wie die Berliner Stadtmission und die Sozialgenossenschaft Karuna hatten wiederholt gefordert, Obdachlose während der Coronavirus-Pandemie in Hotels und Hostels unterzubringen, weil sie durch das Virus besonders gefährdet seien.

In der "Nacht der Solidarität" wurden 1.972 Obdachlose in der Hauptstadt gezählt. 

Sendung: Abendschau, 31.03.2020, 19:30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Wolfgang] vom 01.04.2020 um 08:11
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3 Kommentare

  1. 3.

    Was ist mit Obdachlosen Hundebesitzern?Wo finden sie eine Bleibe ?

  2. 2.

    Gute Aktion! Ein guter Anfang!
    Wie wäre es noch mit der Legalisierung von Hausbesetzungen.
    So könnten Eigeninitiative und Kieze gestärkt werden.
    Laut Leerstandsmelder stehen allein in Berlin fast 2000 Objekte leer
    Viele wegen Spekulation oder unklare Erbschaften.
    Das wäre ein positives Signal mit Vorbildcharakter!

  3. 1.

    Das ist eine gute Entscheidung.
    Wir müssen jetzt zusammenstehen, auch mit den Schwächsten der Gesellschaft.

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