Eine Altenpflegerin trägt bei einem Hausbesuch am 27.03.2020 eine Atemmaske (Bild: dpa/Christian Charisius)
Bild: dpa/Christian Charisius

Lieferung aus China - Berliner Altenpflege erhält 500.000 Atemschutzmasken

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Von den zwei Millionen Schutzmasken, die am Wochenende in Berlin angekommen sind, soll etwa ein Viertel der Altenpflege zu Gute kommen. 500.000 Stück gingen schnell in diesen Bereich, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Abgeordnetenhaus. Das Material wird ab Montag verteilt - neben Pflegeheimen auch an Kliniken und Polizei. Eine Weitergabe an Privatpersonen ist nicht vorgesehen.

Trotz der eingetroffenen Großlieferung sei der Gesamtbedarf an Ausrüstung noch nicht gedeckt. Bund und Länder seien bei der Beschaffung in der gleichen Situation. Für die nun eingetroffenen zwei Millionen Atemmasken und 300.000 Schutzkittel aus China war ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gestellt worden. Soldaten haben insgesamt 32 Tonnen medizinische Schutzausrüstung am Wochenende verladen und aus Leipzig nach Berlin transportiert.

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Tim-Christopher Zeelen, warf der Senatorin mangelnde Transparenz vor. So gebe es etwa keine Übersicht, wann was wo bestellt worden sei, sagte er.

Kalayci: eine Million Mundschutze noch in Peking

Kalayci betonte, Berlin prüfe bei den Angeboten sehr genau die Seriosität und greife nicht immer sofort zu. Auch der Transport sei ein großes Problem. So lägen noch eine Million Mundschutze in Peking. Kalayci zufolge wird zunehmend auch Schutzausrüstung gespendet. Die Qualität entspreche zwar nicht der dringend benötigten, aber man nehme angesichts der Notsituation alles, was reinkomme.

Ihre Gesundheitsverwaltung sei bezüglich der Bevorratung mit Schutzausrüstung nicht kalt erwischt worden, sagte Kalayci. Man habe Schutzkleidung gehabt und diese dem öffentlichen Gesundheitsdienst gegeben. Andere Bereiche hingegen hätten offenbar gedacht, eine Pandemie werde nie kommen. Darüber sei nach der Krise zu sprechen.

Sendung: Inforadio, 06.04.2020, 14 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Eine Weitergabe an Privatpersonen ist nicht vorgesehen. - Also geht alles wieder in die professionelle Pflege. Pflegende Angehörige, die ja so wichtig und unverzichtbar sind, können sehen, wie sie selbst zurechtkommen. Dass die kommerzielle Pflege an ihre Grenzen kommt, hat FAST jeder begriffen. Eine Unterstützung der häuslichen Pflege wird nicht mal ansatzweise in Betracht gezogen. Außer warmem Worten zeigt der Senat uns die kalte Schulter. DANKE.

  2. 1.

    Früher gab es in D eine funktionierende Textilfabrik. So ist das nun mal, wenn globalisiert wird und weil es so schön billig ist, alles nach China auszulagern. So what. Es wollen doch fast alle so.

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