Dilek Kalayci (SPD), Berliner Gesundheitssenatorin (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Debatte um Gesundheitsversorgung in der Pandemiezeit - Gesundheitssenatorin Kalayci fordert Impfvorrang für Ältere

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) will im Falle der Zulassung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus ältere Menschen zuerst impfen.

Die Politikerin begründete am Freitag in der ARD ihre Forderung damit, dass ältere Menschen besonders gefährdet seien, an Covid-19 zu erkranken. Sie müssten daher besonders geschützt werden: "Wenn der Impfstoff dann kommt, wird er erst einmal nicht für alle sofort verfügbar sein."  Als besonders Schutzbedürftige sollten darum ältere Menschen vorrangig geimpft werden, so Kalayci. Schon jetzt sollten sich Ältere gegen Erkrankungen wie Grippe oder Erreger wie Pneumokokken impfen lassen, um schwere Verläufe von Covid-19 aufgrund von Vorbelastungen durch diese Krankheiten zu vermeiden.

"Alle sind gefragt, Abstand zu halten"

Ihre frühere Forderung, dass ältere Menschen zugunsten von jüngeren zuhause bleiben sollten, um damit schnellere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen zu ermöglichen, wollte Kalayci nicht wiederholen. Die Situation habe sich verändert, erklärte sie dazu. "Das habe ich zu einer Zeit gesagt, als wir jeden Tag dreißig Prozent mehr Fälle in Berlin hatten“, sagte Kalayci. Ältere Bürger seien mündig und könnten selbst entscheiden, wie sie sich verhalten wollten. Sie setze nun auf die Eigenverantwortung der älteren Menschen, die schon jetzt in hohem Maße vorhanden sei. „Aber auch wir alle sind gefragt, Abstand zu halten und die Älteren nicht zu gefährden."

Sendung: Inforadio, 08.05.2020, 17 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

22 Kommentare

  1. 22.

    Sollen jetzt die Älteren als Versuchskaninchen benutzt werden?
    Eine Impfung, die auf Hau-ruck-Aktion zusammengebraut wird, deren Nebenwirkungen nicht bekannt sind, sollte niemanden verabreicht werden! So kann man Langzeitschäden auch verstecken, indem man ältere zuerst impft, da die Restlebenserwartung nicht mehr so hoch ist!

  2. 21.

    Auch ältere Menschen sollten sich nicht sofort Impfen lassen.Hier wird jetzt auf biegen und brechen nach einen Impfstoff gesucht,ohne das man hier die Risiken kennt.

  3. 20.

    Was sich politisch in den letzten 8 Wochen abgespielt hat dass passt auf keine Kuhhaut mehr. Noch keine 2 Tage das Virus im Land, von dem selbst Virologen sehr wenig wissen, da wusste man schon was über Risiko-Gruppen. Wenn selbst die Kanzlerin, der man nach sagt sie würde sich zu allem ewig ausschweigen, schon der Kragen platzt, dann kann man sich vorstellen wie da die Post abging bei den Konferenzen. Keine 24 Stunden später erklärt der eine, dass der andere Lockerungen vornimmt die gar nicht auf dem Plan standen. Der andere weiß sich keinen anderen Rat mehr, und entschuldigt seine Fehlentscheidungen damit, dass Virologen immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommen bei den Forschungsarbeiten. Hat aber selbst nicht die Mindeststandards geschaffen um Infektionen einzudämmen. Dann erzählt unser wieder ein anderer wir haben das Virus WIEDER im Griff. In Bayern hat man ganz eigene Vorstellungen. Eine Zeit an der man nur an sich selbst glauben kann, um nicht an der Heinsberg-Studie zu verzwe

  4. 19.

    Dieser Schwachsinn mit den Risikogruppen wird immer schizophrener. Man IST NICHT AUTOMATISCH RISIKOGRUPPE WENN MAN ÜBER 60 IST!!!!! Es gibt 40 Jährige, die sind so kaputt in ihren jungen Jahren und alte, die kern gesund sind. Hört endlich mit dieser elenden Pauschalisierung auf.

  5. 18.

    Sehe ich genauso. Zuerst alle Risikogruppen, unabhängig vom Alter.
    Laut RKI gehöre ich auch mit 60 Jahren zur Risikogruppe. Dennoch werde ich mich vor einer Impfung mit meinem Arzt besprechen müssen. Nach meiner letzten Impfung 2014 wurde ich sehr krank, bekam eine Hämolyse. Mein Körper „frass“ meine roten Blutkörperchen auf. HB unter 6. Das brachte mir eine Woche KH ein und eine lange Behandlung mit Kortison und schließlich eine Antikörpertherapie, die mich auch wieder krank machte, weil sie mein Immunsystem massiv angriff. Dennoch hoffe ich, dass ich die Impfung machen lassen kann. Allerdings wird es wohl eher ein Medikament zur Behandlung geben als die Impfung. RKI meldet übrigens wieder R0>1.

  6. 17.

    Muss das jetzt wirklich sein, in der Krise noch eine weitere Krise beschwören. Ich wollte gar nicht so verschärft drüber nachdenken, ein Leben ohne Mutti? Dann habe ich auch noch am selben Tag mit Ihr Geburtstag. Impfungen im Seniorenheim gehen eigentlich immer recht unkompliziert. So auf jeden Fall bei Grippeschutz.

  7. 16.

    Logischerweise müssen zuerst die geimpft werden, die dem Virus vorrangig und unvermeidbar ausgesetzt sind. Ärzte, Pfleger und Pflegeeinrichtungen. Schulen, Kitas, Verkäufer, Transport, Handwerker.. alle eben, denn jeder kann das Virus übertragen.
    Ach ja, ganz zum Schluss Politiker. Die sind entbehrlich und ersetzbar Zumindest die jetzigen. Außer Mutti ! Und das obwohl ich noch nie CDU gewählt habe. Gnade uns Gott wenn sie geht !!!!

  8. 15.

    Genau das sehe ich auch so, das scheinbar nur noch Corona zählt und alle anderen Krankheiten irgendwie hinten runterfallen und nicht mehr wichtig sind.
    Die Leute sollten endlich mal anfangen mehr auf sich selbst zu achten, siehe Kommentar weiter unten mit Adipositas.
    Eine Bevorzugung beim impfen sollte dringend vermieden werden, das führt dann wirklich zu einer entzweiten Gesellschaft mit noch schlimmeren Folgen.

  9. 14.

    Genau! Über die Risikogruppe spricht gar niemand mehr, wird nur weiter isoliert und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Kritische Fragen werden überhört und ignoriert.
    Frau K. sollte sich mal Gedanken darüber machen, wie man diesen Menschen JETZT helfen kann.
    Vielleicht bekommen wir erst in zehn Jahren einen Impfstoff, vielleicht auch nie. Sh. HIV VIRUS.
    Da fängt man mal wieder das Haus von oben an zu bauen, um von anderen Problemen abzulenken.
    Dieses Jahr sterben übrigen auch 250000 Menschen in Folge einer Krebserkrankung. Darüber spricht keiner.
    Weil's nicht ansteckend ist?

  10. 13.

    Ich Frage mich was mit den anderen Risikogruppen ist...jüngere gehören auch dazu....aber die werden eh schon seit Wochen vergessen

  11. 12.

    Im heutigen Newsletter von Medsape ist ein Artikel zu Untersuchungen, dass Übergewichtige ein erhöhtes Risiko haben:
    "Personen mit schwerer Adipositas haben ein eingeschränktes Lungenvolumen, sie leiden häufig unter chronischen Lungenerkrankungen. Außerdem stellt das Fettgewebe eine chronische Inflammation dar, stark adipöse Personen haben also schon subklinisch eine Inflammation. Kommt noch ein Virus dazu, explodiert das gesamte Immunsystem. Auch dazu gibt es ganz interessante Arbeiten. Für unsere Patienten gilt, dass Diabetes vielleicht gar nicht so die große Rolle als Risikofaktor spielt. Ganz entscheidend ist die Adipositas. Deshalb müssen wir Patienten mit einem BMI über 30 kg/m² vor einer Ansteckung warnen." Zitat Ende

  12. 11.

    Ich bin nun absolut kein SPD-Fan, aber Frau Kalayci hat auch hier erneut recht und konzentriert sich auf wirksame medizinische Möglichkeiten.
    Die "Nachimpfung" gegen Influenza und Pneumokokken ist genau der richtige Weg und führt zu erheblichen KH-Entlastungen und weniger Todesfällen.
    Ebenso müssen sich Ältere immer wieder klarwerden, dass auch sie erhebliche Möglichkeiten haben, eine Infektion zu verhindern.
    Fray Kalayci ist ein Lichtblick in der Corona-Krise, weil sie die richtigen Fragen benennt, und ich glaube auch, dass sie diese gezielt abarbeitet.
    Ich bin mit Ihrer Arbeit bislang zufrieden.

  13. 10.

    Ja Mimi, ohne Langzeitstudie und freiwillig! Dafür setzen wir uns alle ein, dass die Impfentscheidung auch freiwillig bleibt!

  14. 8.

    Ab welchem Alter ist man denn "älter"?

  15. 7.

    Ohne Langzeitstudie?
    Ist die Impfung freiwillig?

  16. 6.

    Hat die Senatorin nichts besseres zu tun, als jetzt darüber zu spekulieren bzw. Ihre Meinung kund zu tun, was dann geschehen soll, wenn erste Impfstoffe verfügbar sind?

    "Jeden Tag 30 Prozent mehr Neuinfektionen" gab es in Berlin übrigens in den letzten knapp neun Wochen nur an 6 Tagen Mitte März.

    "Schon jetzt sollten sich Ältere gegen Erkrankungen wie Grippe oder Erreger wie Pneumokokken impfen lassen, um schwere Verläufe von Covid-19 aufgrund von Vorbelastungen durch diese Krankheiten zu vermeiden." – Wie klug, diese Impfungen sind für Senioren ohnehin empfohlen, ganz unabhängig von Covid-19.

    Und was hat die Senatorin wirklich Neues und Berichtenswertes "in der ARD" gesagt?

  17. 5.

    Erst mal bei den alten Menschen ausprobieren wie verträglich das Serum ist?
    Ohne Langzeitstudie möchte ich mich nicht impfen lassen.
    Hoffentlich ist das eine freiwillige Sache.

  18. 3.

    Wenn, das sollen die sich impfen lassen die es wollen, egal welcher Altersgruppe, jeder Mensch ist wichtig.
    Und erst muss ja mal ein Impfstoff da sein.

Das könnte Sie auch interessieren