Brandenburgs Finanzministerin Lange bei einer Pressekonferenz in Potsdam. Quelle: dpa/Soeren Stache
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Steuerschätzung nach Corona - Brandenburg stellt Regierungsvorhaben in Frage

Angesicht des drohenden Lochs im Brandenburger Haushalt wegen verminderter Steuereinnahmen wird die rot-schwarz-grüne Landesregierung alle Vorhaben auf den Prüfstand stellen. Das kündigte Finanzministerin Katrin Lange (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung an. Laut aktueller Steuerschätzung werden dem Land aufgrund der Corona-Krise bis 2024 mehr als 3 Milliarden Euro Einnahmen fehlen.

Allein in diesem Jahr kämen fast 1,15 Milliarden Euro weniger in die Landeskasse, sagte Lange. Die finanziellen Folgen würden die Auswirkungen der Finanzkrise von 2008/09 übersteigen. Im Juni werde sich die Landesregierung auf einer Haushaltsklausur damit beschäftigen, welche Vorhaben auf den Prüfstand gestellt werden können, kündigte die Ministerin an.

Finanzministerin Lange: "Es gibt keine Tabuthemen"

Ministerin Lange kündigte eine Doppelstrategie an. "Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt müssen stabilisiert werden", sagte sie. Nach der Krise sollten gezielt konjunkturpolitische Impulse gesetzt werden, damit der Motor der Wirtschaft schnellstmöglich wieder rund laufe. "Das Prinzip Hoffnung kann nicht Basis für eine gesunde Finanzpolitik sein", sagte Lange. Die Koalition müsse nun für alle Vorhaben gemeinsam besprechen, wie mit der aktuellen Lage umzugehen sei. "Es gibt keine Tabuthemen", stellte sie klar. Im rbb-Fernsehen sprach Lange am Abend davon, dass auch ein erneuter Nachtragshaushalt, eine Haushaltssperre und weitere Kredite - etwa zur Unterstützung der Kommunen - nicht ausgeschlossen seien.

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Sebastian Walter, warnte vor einer Haushaltssperre im Land. Er befürchte, dass der Schutzschirm zur Linderung der Folgen der Corona-Krise dazu genutzt werde, um Haushaltslöcher der Kenia-Koalition zu stopfen und ihre Prestigeprojekte zu finanzieren, sagte er. 

Grünen-Chefin Budke warnt vor zu hartem Sparkurs

"Die Situation ist ernst, aber berechenbar", sagte dagegen der finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Steeven Bretz. Schwerpunkt bleibe der Investitionsbereich, um künftig Steuereinnahmen zu erzielen. Aus Sicht der SPD-Fraktion müssen jetzt Einsparmöglichkeiten in Ruhe diskutiert werden. Einen möglichen Einstellungsstopp in der Landesverwaltung sehe er kritisch angesichts der Überalterung, sagte Fraktionschef Erik Stohn. "Das Land darf nicht kaputt gespart werden", betonte auch Petra Budke, Grünen-Chefin im Landtag.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach Einschätzung der Bundesregierung im Durchschnitt des Jahres 2020 um real 6,3 Prozent zurückgehen. Für das kommende Jahr wird eine Erholung der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent erwartet.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 19.05.2020, 19.30 Uhr

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Antwort auf [L.E] vom 20.05.2020 um 08:48
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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich wüsste schon ,an welcher Stelle man mit dem Sparen anfangen könnte..... Da gab's seitens der Regierung noch nicht einmal eine Andeutung!!?

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