Symbolbild - Tablets liegen am 31.08.2020 in einer Grundschule vor einer Klasse in Baden-Württemberg (Bild: dpa/Sebastian Gollnow)
Audio: Inforadio | 21.09.2020 | Silke Mehring | Bild: dpa/Sebastian Gollnow

Heise: Lage zu März unverändert - Elternvertreter kritisieren mangelnde Digitalisierung an Schulen

Fehlende Technik, schlechte Internetverbindungen: Sollte der Unterricht in Berlin wegen Corona erneut digital stattfinden müssen, stehen die Schulen wie zu Beginn der Pandemie da. Das beklagen zumindest Elternvertreter.

Berlins Elternvertreter sehen der Corona-Pandemie in Herbst und Winter mit großen Sorgen entgegen. "Die Schulen sind nicht besser vorbereitet als im März", sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Beim digitalen Lernen und dem Arbeiten mit Lernplattformen habe es zu wenig Fortschritte gegeben.

"Schulen, die das während des Lockdowns sehr gut gemacht haben, werden das auch weiter sehr gut machen", sagte Heise. "Aber das sind Schulen, die sich da schon in den letzten Jahren gut aufgestellt haben und entsprechende Technik und schnelle Internetanschlüsse haben", so der Elternausschussvorsitzende.

Hybrider Unterricht scheitert an Technik

"Die Schulen, die das im März noch nicht hatten, die haben das jetzt auch nicht", zeigte sich Heise überzeugt. "Da sind wenige Schulen dabei, die ihre IT-Technik so aufstocken konnten, dass man sagt, wir können ruhigen Gewissens schauen, was auch immer da kommt." Die wenigsten Schulen hätten breitbandigen Internetanschluss, um Videokonferenzen aus der Schule anzubieten, so dass man hybriden Unterricht machen könnte, sagte Heise. "Sprich, eine Gruppe ist zu Hause, die andere ist vor Ort, und beide können dem Unterricht folgen." Dafür fehlten die technischen Voraussetzungen. "Da hat Berlin einfach die letzten Jahre nicht genug getan", kritisierte Heise. Was die Anbindung der Schulen an das Breitbandinternet betrifft, sei wenig passiert.

Hauptaugenmerk sollte auf Präsenzunterricht liegen

Insgesamt sollte aus Sicht der Elternvertreter Unterricht möglichst nicht wieder nach Hause verlagert werden. "Wir müssen darauf schauen, den Schulalltag auch im Herbst und Winter so gut wie möglich geregelt zu bekommen und mit so viel Präsenzunterricht wie möglich", sagte Heise.

"Was die Schulschließungen mit sich gebracht haben, haben wir alle erlebt und das wollen wir alle weitestgehend vermeiden." Wie und nach welchen Kriterien Schulen eventuell geschlossen werden, sei auch ein Thema im von der Bildungsverwaltung eingesetzten Hygienebeirat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken sowie die Kultusminister der Bundesländer beraten am Montagabend über die Lage an den Schulen in Corona-Zeiten und über weitere Schritte bei der Schuldigitalisierung.

Sendung: Inforadio, 21.09.2020, 13 Uhr

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6 Kommentare

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  1. 6.

    In Stuttgart fordern Helfer und Aktivisten aktuell kostenlosen und leistungsfähigen Internetanschluss in allen Zimmern von Flüchtlingsunterkünften. Das sei dringend nötig um die Sprache zu lernen und Anwälte kontaktieren zu können.....

    Und dann kommen Eltern und beklagen fehlende Technik und schlechte Internetverbindungen an Schulen.Als sei das in D gerade das Wichtigste!

  2. 5.

    Sehr geehrter Hr. Stelzer,
    ick finde det juuut! Bärliner brauchen sich für nix schämen!
    Bleiben se gesund wa!

  3. 4.

    Unsere chinesische Tee-Stuben-Chefin erklärte uns kurz vorm Lockdown, in China würden alle Lehrer digital sein und - da Schüler nicht immer gleichzeitig an einen vorhandenen Rechner könnten - einfach den Unterricht via YouTube oder andere Videoplatform machen. Also sich in die leere Klasse stellen, Handy positionieren, und das, was zu erklären ist nebst Tafelbild filmen. Dann dazu Aufgaben, per Mail, einsammeln, korrigieren, neuer Film. Lief super.

    HIER geht das ja aus Datenschutzgründen natürlich nicht - es könnten ja andere - ja was überhaupt? den Lehrer?? - jemanden sehen, oder den Klassenraum? Die marode Schule? Hm.

  4. 3.

    Rotrotgrüne Bildungspolitik mit einer unfähigen Senatorin an der Spitze. Außer Popup-Radwege usw. kann dieser Senat nicht viel. Und doch werden sie es schaffen auch im nächsten Jahr zusammen wieder eine Mehrheit hinzubasteln.

  5. 2.

    Dit is Bärlin, wa! Die Grundschule bekommt tolle Tablets, dürfen aber nicht eingesetzt werden, wegen Schmierinfektionen, die auf der Oberfläche lauern könnten. Abwischbare Tastaturen: bestellt, kommen sobald der neue Flughafen fertig ist. Ausstattung aus dem Digitalpakt: genehmigt! kann die Schule leider, leider NICHT beim ITDZ bestellen - ham wa nich! Dit steht nich uffe Karte! Glasfaser/Breitband hättense jern? Jehnse nach Nairobi..usw usf (tschuldigung fürs schlechte Berlinern!)

  6. 1.

    Ich glaube nicht daran daß die Probleme gelöst werden. Es gibt eben keine Wunder.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

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