Im gesamten VBB-Netz - Geflüchtete aus der Ukraine können kostenlos die Öffis nutzen

Di 01.03.22 | 18:09 Uhr
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Personen steigen aus einer U-Bahn am Berliner Hauptbahnhof aus (Bild: dpa/Annette Riedl)
Bild: dpa/Annette Riedl

Berlin und Brandenburg erwarten aufgrund des Krieges in der Ukraine tausende Geflüchtete. Nachdem die Deutsche Bahn bereits Hilfsangebote gemacht hat, zieht nun auch der Verkehrsverbund in der Region nach: Ab sofort ist der ÖPNV für sie kostenlos.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat sich dazu entschieden, geflüchtete Menschen mit ukrainischen Ausweisdokumenten vorerst kostenfrei in den Bussen und Bahnen des Öffentlichen Nahverkehrs in der Region fahren zu lassen. Das gab der VBB am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt.

Zuvor hatte bereits der Deutschlandtarifverbund - ein überregionaler Zusammenschluss von Verkehrsbetrieben, zu der auch die Berliner S-Bahn und ihre Muttergesellschaft, die Deutsche Bahn gehören - bekannt gegeben, in seinen Nahverkehrszügen kostenfreie Fahrten zu gewähren. Die Deutsche Bahn lässt Geflüchtete aus der Ukraine bereits seit Sonntag kostenlos ihre Fernverkehrszüge nutzen.

Vorerst bis Ende März, vielleicht auch länger

Im Betriebsbereich des VBB reicht anstelle eines Fahrscheins für die Ukrainerinnen und Ukrainer ab sofort ihr Pass oder Personalausweis. Der Verbund beschloss die Regel zunächst bis Ende März, kündigte aber bereits an, sie "entsprechend der aktuellen Lage" anpassen zu wollen und stellte damit eine mögliche Verlängerung in Aussicht.

Seit dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine in der vergangenen Woche sind nach Angaben des Flüchtlingshochkommissariats der UN (United Nations) vom Dienstag bereits über 650.000 Menschen aus der Ukraine geflohen. Die Berliner Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) gab am Dienstag bekannt, dass sich die Hauptstadt auf die Aufnahme von etwa 20.000 Geflüchteten einstelle, der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte bereits am Freitag erklärt, er stelle sich auf mindestens 10.000 Kriegsflüchtlinge ein, die Brandenburg aufnewhmen würde.

Inforadio, 01.03.2022, 16 Uhr

 

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18 Kommentare

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  1. 18.

    Vielleicht ist ihnen das System der Umverteilung der Gelder nicht bekannt. Die Gelder werden nach einem Schlüssel verteilt, der sich zum Teil aus den Fahrgastzahlen ergibt. Unternehmen werden zu Leistungen durch den VBB gezwungen die Sie aber nicht von diesem Vergütet bekommen. Das Geld für diese Leistung fehlt im System, wenn der Bund diese nicht ausgleicht. Der VBB kann das nicht so einfach über die Köpfe der Verkehrsunternehmen entscheiden, das sind Leistungen die nicht Vertraglich vereinbart wurden. Es traut sich nur keiner dem zu Widersprechen, also werden die kosten heimlich auf zahlende Kunden umgeschlagen. Bei aller Hilfebereitschaft, die Lasten der Hilfen müssen auch gerecht in der Gesellschaft verteilt werden und nicht wieder mal einseitig. Wie wir das 2015 schon einmal erlebt haben.

  2. 17.

    Solange der Bund Ausgleichszahlungen leistet ist das völlig in Ordnung. Wenn das zu einer nicht autorisierten Spendenaktion mit zukünftigen Preiserhöhungen für die zahlenden Kunden führt ist die Sache was kritischer zu sehen.

  3. 16.

    Nun macht euch mal nicht ins Hemd, ob da 3 Leute mehr mitfahren ist dem Lokomotivführer, Busfahrer usw. völlig schnuppe.

  4. 15.

    „Ohne Neid empfinden das restliche Kunden als nicht angemessen, ohne das der Bund die Unternehmen dafür entschädigt.“

    Mich – und offensichtlich auch so einige andere – können Sie getrost von diesen „restlichen Kunden“ abziehen. Wahrscheinlich ist es ohnehin bloß eine Frage der Zeit, bis den Menschen Fahrausweise ausgestellt werden, so dass einzelne auch schon vorher hier lebende Ukrainer dieses freundliche Angebot nicht ausnutzen können. Also dürfte es reine Zeitverschwendung sein, sich überhaupt darüber Gedanken zu machen.

  5. 14.

    Ich find es gut und richtig - wer flüchten muss, sollte keine zusätzlichen Steine in den Weg gelegt bekommen. Auch nicht verbal in Kommentarspalten.
    Und wer wo klebenbleibt oder geblieben ist, ist auch immer Ansichtssache.

  6. 12.

    Na klar: Geimpft, genesen, getestet mit FFP2 - Maske ...Leute das wird morgens bald noch enger für den Arbeitgebertest!

  7. 11.

    Der Nick sagt alles. Natürlich ist das völlig in Ordnung. Wer jetzt jammert, offenbart, wessen Geistes Kind derjenige ist.

  8. 10.

    Das Problem ist das diese Entscheidung gepaart mit Aktionismus gespickt ist. Es leben viele Ukrainer in Polen und diese pendeln nach Berlin. Der Pass reicht um ihnen einen Umweltkarte Gesamtnetz mit kosten von 213,60€ zu kommen zu lassen. Als Brandenburg Ausgangsbeschränkungen von 15km beschlossen hat gab es keine Entschädigung, als man das Angebot einschränkte gab es keine Entschädigung. Ohne Neid empfinden das restliche Kunden als nicht angemessen, ohne das der Bund die Unternehmen dafür entschädigt. Das Angebot geht über das hinaus um Menschen in Sicherheit zu bringen. Bei den Kunden des VBB war nicht nicht zu spendier freudig und bedankte sich nach 2 Jahren Pandmie mit Preiserhöhungen. Die Diskussion war das alles bezahlt kommt sowie so noch... Nochmals das Angebot wenn es dazu dient Menschen in Sicherheit zu bringen ist in Ordnung, die kosten dürfen aber nicht an den Kunden kleben bleiben!

  9. 9.

    Ohne Worte....

  10. 8.

    "Die Kosten dafür bleiben mal wieder an den zahlenden Kunden kleben." Ich finde das auch merkwürdig zumal das schwer zu unterscheiden ist wer Schutzsuchender und wer hier lebender Ukrainer ist. Aber was solls, das wird die BVG nicht umbringen. Die Schutzsuchenden können vermutlich eh das Ticket nicht bezahlen, also was solls. Ich glaube das tut niemanden weh. Also mir zumindest nicht. Da gibt es andere Sachen.

  11. 6.

    Ich darf alle daran erinnern, das 1989 nach dem Fall der Mauer eine Zeitlang für uns Ossis der Personalausweis gereicht hat, um kostenlos in den Genuss der öffentlichen Verkehrsmittel zu kommen. Das galt übrigens auch für (zumindest die staatlichen) Museen. Wie vergesslich diese Kleingeister sein können erstaunt doch immer wieder.

  12. 5.

    „Die Kosten dafür bleiben mal wieder an den zahlenden Kunden kleben.“

    Was für ein Unsinn … Ob nun mit ein paar Fahrgästen mehr oder weniger an Bord: Die Busse und Bahnen fahren doch sowieso. Dadurch wird wirklich niemandem etwas weggenommen.

    Diese Menschen verlieren gerade alles; nicht wenige wahrscheinlich sogar Familienangehörige, die in diesem sinnlosen Krieg Putins zu Tode kommen. Und Sie ereifern sich allen Ernstes darüber, dass man diese Leute umsonst mit den Öffentlichen fahren lässt? Ansonsten geht‘s Ihnen aber gut, ja?

  13. 4.

    Absolut richtige Entscheidung. Selbstverständlich sollen diese Menschen kostenlos fahren dürfen.

  14. 3.

    Sehr gut. Möge es den Flüchtenden erleichtern schnell zu ihren Familien, Freunden und solidarisch unterstützenden Menschen zu finden.

  15. 2.

    Bei allen Verständnis aber es kann nicht sein das der Bund die Verkehrsunternehmen dafür nicht entschädigt. Die Kosten dafür bleiben mal wieder an den zahlenden Kunden kleben. @RBB interessant wäre ob die VBB mit dem Bund über einen Kostenersatz verhandelt. Im ÖPNV gibt es nichts zu verschenken...

  16. 1.

    Na ist das nicht schön!!!! Das geht vielleicht etwas zu weit,oder?

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