Weitere Unterkünfte geplant - Berlin öffnet Flughafengebäude und Messehalle für Kriegsflüchtlinge

Do 10.03.22 | 20:40 Uhr
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Der Eingang zum Messegelände Messe Berlin. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat in der Senatspressekonferenz die Standorte der geplanten Corona-Impfzentren bekannt gegeben. Einer der Standorte ist die Messehalle 11 der Messe Berlin. (Quelle: Kira Hofmann/dpa)
Video: Abendschau | 10.03.2022 | Bild: Kira Hofmann/dpa

Berlin baut die Kapazitäten zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine weiter aus. Neben den Einrichtungen des Landes haben inzwischen auch die Berliner Bezirke Gebäude zur Übernachtung bereitgestellt. Ein Überblick.

Der Berliner Senat bereitet für mehrere Tausend Flüchtlinge aus der Ukraine Ankunftszentren im Stadtgebiet vor, auch die Bezirke sollen weitere Möglichkeiten zur Unterbringung prüfen. Ein Überblick, wo Menschen aus der Ukraine demnächst unterkommen sollen.

Stillgelegter Flughafen Tegel

Am ehemaligen Flughafen in Tegel soll ein Ankunfts- und Verteilzentrum entstehen. Nach Angaben der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey soll es nicht nur Unterbringungsort mit bis zu 3.000 oder vielleicht mehr Plätzen, sondern auch Ankunfts- und Verteilzentrum für über 10.000 Menschen am Tag sein. Vor Ort werde den Ankommenden neben der medizinischen Versorgung auch eine Beratung für arbeitsrechtliche und asylrechtliche Fragen angeboten.

Ehemaliger Flughafen Tempelhof

Im früheren Flughafengebäude in Berlin-Tempelhof sollen nach Vorstellungen des Senats ebenfalls Kriegsflüchtlinge unterkommen. In einem Hangar sei bereits ein großes Sachspendenlager eingerichtet worden, um die vielen Spenden, die kämen, zu kanalisieren, sagte die Regierende Bürgermeisterin Giffey am Donnerstag.

Am Wochenende soll das neue Ankunftszentrum seinen Betrieb aufnehmen. Das DRK übernimmt die Trägerschaft. In den ehemaligen Terminals A und B werden demnach Unterkunftsmöglichkeiten geschaffen. Die am Berliner Hauptbahnhof oder am Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) ankommenden Kriegsflüchtlinge sollen dann per Bus direkt dorthin gebracht werden.

Messegelände

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen auch auf dem Berliner Messegelände untergebracht werden. "Messe Berlin und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) werden dafür die untere Ebene der Halle 11.1 und die Halle 17 unter dem Funkturm für die Erstversorgung der ankommenden Geflüchteten vorbereiten", sagte der Sprecher der Messe Berlin, Emanuel Höger. "Diese beiden Hallen liegen logistisch günstig und sind einfach zu erreichen." Insgesamt sollen in den nächsten Tagen bis zu 1.000 Menschen in den Messehallen unterkommen können.

Hauptbahnhof und ZOB

Am Berliner Hauptbahnhof und am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) kommen die Kriegsflüchtlinge in der Regel an. Seit Sonntag werden unter Federführung des Bundesinnenministeriums Busse eingesetzt, die die Ukrainerinnen und Ukrainer auch weiter in andere Bundesländer bringen.

Um die bislang provisorische Situation im Hauptbahnhof zu verbessern, ist auf dem Bahnhofsvorplatz zum Spreebogen inzwischen ein beheiztes Zelt als "Welcome Hall Berlin" errichtet worden, das 1.000 Menschen als erste Anlaufstelle dienen soll.

Ankunftszentrum Reinickendorf

Das Ankunftszentrum für Geflüchtete in Reinickendorf ist auch für Menschen, die aus anderen Ländern geflohen sind, eine erste Anlaufstelle. Die Einrichtung hat 600 Plätze und ist bereits voll ausgelastet. Wie viele Menschen aus der Ukraine hier in Zukunft unterkommen könnten, ist offen.

Neue Unterkünfte in mehreren Bezirken

Nach Angaben der Berliner Sozialsenatorin Kipping (Linke) wurden in den vergangenen zehn Tagen neben zahlreichen privaten Unterkünften von Kriegsflüchtlingen 1.100 Hostelplätze genutzt, zudem 650 Übernachtungsplätze von Kirchengemeinden. Weitere fünf vom Land Berlin organisierte Unterkünfte sollen bald entstehen, so Kipping weiter. Sie sollen in der Salvador-Allende-Straße (Köpenick), am Kurt-Schumacher-Damm (Tegel), in der Zossener Straße (Hellersdorf), in der Rheinpfalzallee (Karlshorst) und in der Rennbahnstraße (Weißensee) liegen.

Daneben werden Flüchtlinge aus der Ukraine nun auch im Säälchen auf dem Holtzmarkt 25 in Friedrichshain und im Festsaal Kreuzberg untergebracht. Das bestätigte Kommunikationsmanager und Flüchtlingsaktivist Holger Michel auf rbb-Nachfrage. Er werde die Hilfe vor Ort organisieren, so Michel. Die Räumlichkeiten seien zuvor vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten aufgetan worden. Laut rbb-Informationen sollen an beiden Orten bis zu 200 Plätze für Geflüchtete aus der Ukraine bereitgestellt werden.

Zunächst hatte es geheißen, dass das FEZ in Treptow-Köpenick Flüchtlingsunterkunft werden soll. Michel korrigierte diese Information später im Gespräch mit dem rbb.

Sendung: Inforadio, 10.03.2022, 22:00 Uhr

Karte Unterkünfte für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine (Quelle: rbb|24)

9 Kommentare

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  1. 9.

    Es sind doch wenige in Deutschland. Hauptsache: Deutschland unterstuetzt Putin, das ist Schande. Deutschland und Russland sind Problem fur Europa

  2. 8.

    Ja, Karin ich empfinde diese Scheinheiligkeit genau ! Wem kann man hier noch Vertrauen. Hilfe für alle Menschen ,denen die Flucht gelungen ist und und allen Menschen , die dort ums Überleben kämpfen.

  3. 7.

    Berlin sucht sich das doch nicht aus. Genauso wenig werden diese Menschen Berlin zugeschoben. Es liegt geografisch halt einfach sehr nach an Polen, durch das viele Geflüchtete reisen und die Zugverbindungen führen nunmal nach Berlin.

  4. 6.

    Als ob es nichts wichtiges gibt als die deutsche Sprache zu verbiegen und anderen Vorhaltungen zu machen.

  5. 5.

    Komisch, bekannt war wohl auch, dass in Tschetschenien und Syrien von Putin der gleiche unmenschliche Krieg geführt wurde, ohne es an die große Glocke zu hängen. Wo war und ist die Arbeit der Diplomatie? Und die Arbeit der Medien damals?Ich befürchte es wird mit oder ohne Grund in den WW3 aufgeputscht.

  6. 4.

    Krieg ist immer und überall eine Katastrophe und ich kann mir nicht ansatzweise vorstellen, wie man sich unter diesen Bedingungen fühlt. Solidarität und Unterstützung ist wichtig.
    Ich kann mich jedoch nicht daran erinner, dass Berlin, der Bund u. die EU sich so dermaßen für andere Kriegsflüchtlinge engagiert und ins Zeug gelegt haben! Weder für Flüchtlinge aus Afghanistan, nachdem alle sang- und klanglos abgezogen sind u. das Land nach 20 Jahren im Chaos zurückgelassen haben, noch an die Vielen Menschen aus Syrien etc. Wo blieb und bleibt da die Solidarität? Diese Scheinheiligkeit ko...mich so an. Auch jetzt noch "campieren" noch viele Flüchtlinge, die von Belarus angelockt wurden an deren Grenze zu Polen. Von denen redet jetzt niemand mehr...

  7. 3.

    Achtung liebe RBB Redaktion. Man spricht nicht von Flüchtlingen, sondern von Geflüchteten oder Flüchtenden. Diese Debatte wurde vor Jahren schon abgeschlossen. Bitte die korrekte Bezeichnung verwenden. Danke

  8. 2.

    Was für ein Glück, dass sich eben nicht alles in Berlin abspielt.
    Bestätigen kann ich jedoch, daß es tatsächlich mehr Orte in Deutschland gibt. Darunter sogar Städte.

  9. 1.

    Es kann doch nicht sein, dass sich alles wieder in dem total überfülltem Berlin abspielt.
    Es gibt doch auch noch mehr Orte und Städte in Deutschland.

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