6.000 Menschen aus der Ukraine angekommen - Berlin plant ein Zelt für Geflüchtete am Hauptbahnhof

Fr 04.03.22 | 10:02 Uhr
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Katja Kipping (Die Linke,l), Berliner Sozialsenatorin, spricht am 03.03.2022 mit DRK-Mitarbeitern, die ukrainischen Flüchtlingen am Hauptbahnhof helfen. (Quelle: dpa/Michael Hanschke)
Video: Abendschau | 03.03.2022 | Boris Hermel | Bild: dpa/Michael Hanschke

Auf der Suche nach Schutz vor dem Krieg sind bereits Tausende Menschen aus der Ukraine nach Berlin gekommen. Am Donnerstag waren es insgesamt 6.000 Menschen. Sozialsenatorin Katja Kipping plant derweil ein Zelt auf dem Washingtonplatz.

Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) plant, ein Zelt für 1.000 Personen auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof zu errichten. Das sagte sie dem rbb am Donnerstag. In dem Zelt soll es Sitzplätze und Sanitäranlagen geben. Ankommende aus der Ukraine sollen sich dort ausruhen können, bevor sie weiterreisen oder per Shuttle-Bus in Unterkünfte in Berlin vermittelt werden.

Giffey hatte am Donnerstagabend gemeinsam mit Kipping den Hauptbahnhof besucht. Dort informierten sich die beiden Politikerinnen bei Organisationen, Helferinnen und Helfern sowie Betroffenen über die Situation an diesem zentralen Ankunftsort für Geflüchtete.

6.000 Geflüchtete am Donnerstag

Wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine fliehen immer mehr Menschen aus dem Land, allein in Berlin sind im Laufe des Donnerstags rund 6.000 Geflüchtete am Hauptbahnhof angekommen. Das sagte die Berliner Regierende Bürgereisterin Franziska Giffey (SPD) am Abend dem rbb.

Etwa zwei Drittel von ihnen würden bei Familie oder Bekannten unterkommen, 1.000 Plätze stünden in Brandenburg bereit. Giffey sagte weiter, der Senat bereite den Aufbau einer zweiten zentralen Ankunftsstelle vor. Die bisherige in Reinickendorf reiche für den Ansturm nicht mehr aus. Die SPD-Politikerin betonte, es brauche jetzt bundesweite Strukturen.

Hunderte Freiwillige bieten Unterkünfte an

Währenddessen sprachen Giffey und Kipping mit anwesenden Helfern, die sich am Hauptbahnhof in Berlin versammelt hatten. Mehr als hundert Freiwillige bieten mittels Plakaten auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine an. In den vergangenen Tagen seien etwa zwei Drittel von ihnen zu Verwandten und Freunden gefahren, ein Drittel sei vom Land Berlin versorgt und untergebracht worden.

Am Abend baute die Hilfsorganisation Malterser drei Zelte am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) auf, in denen Ankommende für ein paar Stunden betreut und bei Bedarf auch sanitätsdienstlich versorgt werden können.

Giffey dankt Freiwilligen

Giffey sagte, es werde gerade unglaublich viel geleistet - durch das Land und auch durch viele Ehrenamtliche. "Wir können bisher sagen: Jeder, der hier angekommen ist und ein Bett brauchte, hat auch eins bekommen. Das war auch dank der enormen Hilfsbereitschaft der Berlinerinnen und Berliner möglich, die Menschen bei sich zuhause aufgenommen haben." Giffey ergänzte, der Senat arbeite weiter daran, zusätzliche Unterkünfte des Landes bereitzustellen, auch in Zusammenarbeit mit Jugendherbergen und Hostels.

Im Anschluss besuchten die Politikerinnen eine neue Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge in Berlin-Friedrichshain. Dort sind in der Gubener Straße bereits 200 Geflüchtete untergebracht.

Sendung: rbb24, 03.03.2022, 21:45 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    Hallo Frau Giffey,
    meine Freundin und ich können in unseren Familien Ukrainische Frauen mit Kindern helfen und unterbringen. Wir wohnen bei Hamburg aber würden auch diese direkt in Berlin abholen. Ist das möglich/sinnvoll/hilfreich?
    Lg Angelika

  2. 31.

    Liebe Frau Claudia, keifen Sie nicht weiter herum, sondern tun Sie etwas Konkretes, um den Frauen zu helfen. Das wird doch nun hoffentlich unser kleinster gemeinsamer Nenner sein?

  3. 30.

    Ich BIN auf dem Teppich, aber sowas von! Das Thema ist ein Zelt vor dem HBF, das finde ich gut und sinnvoll. Die Bauarbeiten der Bahn sind mir wurscht, aber um so wichtiger ist es, die Geflüchteten schnell in eine weniger chaotische Situation zu bringen.
    Das "....sehr viele Frauen mit nicht nur einem Kleinkind tagelang warten mussten, bis der Grenzübertritt möglich wurde...." können Sie nun wirklich nicht dem Senat anlasten. Wieder am Thema vorbei....

  4. 29.

    Bitte bleiben Sie mal auf dem Teppich. Ich erkläre es Ihnen gern, was ich schrieb. Berlin ist nach dem üblichen Gerede "Wir sind gut vorbe-reitet" eben gar nicht gut vorbereitet. Dass sehr viele Frauen mit nicht nur einem Kleinkind tagelang warten mussten, bis der Grenzübertritt möglich wurde, zeichnete sich schon am ersten Tag nach dem Beginn dieses Angriffskrieges ab. Es ist richtig, was hier im Forum schon festgestellt wurde, dass der Ostbahnhof aufgrund schon seit einiger Zeit andauernden Bauarbeiten, die sich nach meinem Informationsstand noch 1- 2 Jahre erstrecken werden,allein dadurch ausfällt. Die Rolltreppenanlagen am Hbf. sind Baustellen, die bis angebl. Mitte März been-det sein sollen. Auf Sanierungs-/Reparaturprojekte der DB hat nun eine Senat wirklich keinen Einfluss, das sollten Sie wissen. Wenn Sie empathisch denken, werden Sie mir sicher zustimmen, dass auch ein enger sicherer Raum nur für eine sehr begrenzte Zeiteinheit eine Lösung ist. Etc....

  5. 28.

    Göttlich ihr kommentar.
    Unterschreibe ich zu 100%
    Ich habe gestern bis nachts versucut ein hotel oder unterkunft zu organisieren. Keiner wusste was. Hotels nur mit kreditkarte und test.
    Alles zu bürokrstisch, langsam, unübersichtlich.
    Die menschen brauchen sofort hilfe. Die sind seit mehrer tagen nonstop unterwegs.

  6. 27.

    Hm, das muss dann ja auch noch mitgeschleppt werden ... Getränke, vielleicht, und was man so aus der Hand verzehren kann.
    Guck doch mal im Web unter berlin.hilft, die Unterkünfte veröffentlichen Listen, was dringend benötigt wird.

  7. 26.

    „endlich mal duschen und in Ruhe schlafen und auch etwas schönes essen“

    … muss man sicherlich nicht in diesem Zelt tun – wofür es wohl auch nicht gedacht ist; wobei es dort bestimmt auch etwas zu essen geben wird. Alles weitere dann in der tatsächlichen Unterkunft.

  8. 25.

    Eine Frage: ich habe leider keine Unterkünfte für Flüchtlinge oder Mitfahrgelegenheiten. Dennoch möchte ich helfen. Ist es hilfreich zum Hauptbahnhof Essen zu bringen oder ähnliches ?

  9. 24.

    In der Tat! Das Schlimme ist, dass die nächsten darauf anspringen und schnell ist der Inhalt komplett verdreht. So entstehen Gerüchte...

  10. 23.

    In der Tat! Das Schlimme ist, dass die nächsten darauf anspringen und schnell ist der Inhalt komplett verdreht. So entstehen Gerüchte...

  11. 22.

    Nein, nur die Wartezeit bis zur Fahrt in die Unterkünfte bequemer verbringen, als auf dem Bahnsteig oder im Freien! Nicht duschen und nicht schlafen, nur warten bis der Shuttle kommt.
    Sie sollten wirklich die Artikel komplett lesen, nicht nur die Überschrift!

  12. 21.

    Erst lesen, dann denken: Das Zelt ist doch nur eine ÜBERGANGSLÖSUNG für die Wartezeit zwischen Ankunft und Weiterfahrt in die Unterkünfte, da ist ein Zelt besser, als auf dem Bahnsteig oder im Freien zu stehen! "Schämen" muss man sich keinesfalls, auch die Politiker nicht, die sind eben nicht so frei in ihren Entscheidungen, wie Privatleute, die spontan helfen können.
    Wer hier immer und ständig gegen alles und Jeden motzt, der soll sich schämen!

  13. 20.

    Es ist doch nur eine ÜBERGANGSLÖSUNG für die Wartezeit zwischen Ankunft und Weiterfahrt in die Unterkunfte, da kann man doch nicht erst nach Tempelhof fahren und dann viell. nach Reinickendorf ins Ankunftszentrum!

  14. 19.

    1000 Menschen in einem Zelt ? Ausruhen und endlich mal duschen und in Ruhe schlafen und auch etwas schönes essen könnte man besser und intimer auch im Hostel, dass man dafür auch leer machen könnte aber niemals dort auf dem W-Platz.

  15. 18.

    Warum dauert das jetzt mehrere Tage? Kann jmd. wie Herr Brömme das nicht evtl. schneller ;)?

  16. 17.

    Dass viele, die hier negativ kommentiert haben, offenbar nicht gelesen haben, dass das Zelt natürlich NICHT als dauerhafte Unterbringung gedacht ist, ist irgendwie … nun ja … schon ganz schön peinlich.

  17. 16.

    Im Artikel steht; "Ankommende aus der Ukraine sollen sich dort ausruhen können, bevor sie weiterreisen oder per Shuttle-Bus in Unterkünfte in Berlin vermittelt werden. ..."
    Da ist doch ein Zelt sinnvoller als der untere Bahnsteig und hat nichts mit dem Tempelhofer Feld zu tun.

  18. 15.

    Was doch alles im 21. Jahrhundert, Dank der Demokratie, möglich ist...sogar ein Zelt für 1000 flüchtende Frauen und Kinder, ich schäme mich wirklich so sehr ......

  19. 14.

    Und wieder zeigt sich der Berliner Senat in seiner menschenverachtenden Unfähigkeit als megapeinliches Aushängeschild unserer Hauptstadt. Armes reiches Berlin und ein Hoch auf die vielen ehrenamtlichen Helfer. WIR sind der Staat. Schämen sie sich, Frau Giffay.

  20. 13.

    Im Prinzip hast du ja recht , nur ist der Ostbahnhof momentan eine große Baustelle . Nicht die Empfangshalle aber an den Bahnsteigen ist kein Platz für ein kontrolliertes Aussteigen großer Menschmassen , da habe ich als Behinderter schon meine Probleme mit dem Seniorenmobil .

  21. 12.

    So denke ich auch und ganz dringend Sanitäreinrichtungen. Unter "gut vorbereitet" habe ich mir etwas anderes vorgestellt. Zelt vor dem Hbf. ist eher Zumutung. Warum stehen nicht schon längst benötigte Dinge auf dem Tempelhofer Feld ?

  22. 11.

    Lieber Senat, vielleicht holt Ihr Euch mal Hilfe von den vielen vielen freiwilligen Helfern, die, im Gegensatz zu Ihnen nicht überrascht sind und seit Tagen planen - sondern die mit gesundem Menschenverstand, iT -Kenntnissen, und vor allem sofortigem Anpacken bereits seit Tagen Unterkünfte vermitteln und alles alles Mögliche organisieren !!! Fahrdienste wurden organisiert, die den Menschen nach einer 2-3 Tage dauernden Reise helfen, in die Quartiere zu kommen oder zum Hauptbahnhof etc. - die manchmal einfach zu schwach sind ihr eigenes Kind auf den Arm zu nehmen
    Also lieber Senat:Plant Ihr noch - oder helft ihr schon ???

  23. 10.

    Das Zelt ist lediglich zur Ankunft gedacht, um die Menschen dann von dort aus weiterzuverteilen – und nicht als Einrichtung zur Erstaufnahme. Da noch eine Zwischenstation einzufügen, um die Leute erst noch wieder dahinkarren zu müssen, wäre wirklich völliger Mumpitz.

  24. 9.

    Ganz meiner Meinung. Unser politische "Damenriege" kümmert sich lieber um Hochglanzbilder. Andere Städte bekommen es doch auch Hin. Am ZOB ist es auch nicht anders. Warum nutzt man nicht erstmal TXL, Tempelhof oder die Messehallen.

  25. 8.

    Karin hat Recht, es gibt noch Gebäude/Stätten/Orte, die geeigneter erscheinen, als ein Zelt. Ich denke "wir sind gut vorbereitet!"? -Dann war das im Vorfeld der zu erwartenden Menschen auf der Flucht nur - sorry, dummes Gerede! Wenn Slovaken an der Grenze Zelte aufstellen, sollte man wissen, dass die Menschen besonders im Osten der Slovakei nicht gerade im Überfluss leben, um das mal so zu beschreiben. Ich finde diese Reaktion in/aus Berlin einfach unpassend. Da hätte ich mehr erwartet. Die Bürgerschaft richtet es im ersten Moment. Und den vielen freiwilligen Inititaven hat sie zu danken. Aber als Senatorin für dieses Fachgebiet muss sie sehr weit in die Zukunft gucken. Nur scheint mir, dass angesichts der momentanen Lage in Bezug auf erschwinglichen Wohnraum, Kindergartenplätze etc. die Aufgaben sich Türmen stapeln. Selbst, wenn viele zurückkehren möchten, aber Putin greift gezielt Wohnhäuser und Orte ziviler Nutzung an. Man schämt sich nur noch, Politik.

  26. 7.

    nicht nur planen, endlich machen

  27. 6.

    Warum holt man die Leute nicht schon am Ostbahnhof aus dem Zug, wo er aus Warschau kommend ohnehin zuerst hält? Dort gibt es ein wenig frequentiertes lichtdurchflutetes Empfangsgebäude und eine großzügige Vorfahrt mit viel Platz für Busse direkt vor der Tür. Stattdessen betreut man die Leute im dunklen Kellergeschoss (-1 Ebene) im Hbf und die Busse fahren auf der gegenüberliegenden Straßenseite vom Europaplatz. Jetzt noch ein Zelt auf dem Washingtonplatz (wiederum die andere Seite). Versteh' ich nicht....

  28. 5.

    Nach dem faktisch die Lieblingsthemen der Grünen abgeräumt wurden, muss die Ampel jetzt viel verdauen."
    Ich sehe eher das Problem auf Seiten derjenigen, die bisher ungehemmt gegen Flüchtlinge gehetzt haben.
    Ist in der gegenwärtigen Lage nicht ganz so einfach.

  29. 4.

    Dieses Engagement von Teilen unserer Bevölkerung ist bewunderswert. Auch deshalb, weil mehr Menschen geflüchtet sind als erwartet.
    Es gibt in Berlin Flächen/Räume, die nur temporär, wie das das Tempelhofer Feld, oder aufgrund von Corona kaum genutzt und nun mit unwichtigen Veranstaltungen genutzt werden sollen. Echt jetzt! Ich denke dabei an und das Messezentrum. In Zeiten wie diesen sollte jeder einmal zugunsten der Flüchtlinge ein Stück seine Komfortzone verlassen. Im Messezentrum finden demnächst eine Weinmesse, Messe der CallCenter, Messe für Familienplanung, Comic-/ Bikemesse etc. statt, die niemand wirklich in solchen Zeiten braucht. Die Räume könnten aktuell sinnvoller genutzt werden!
    Messe für Familienplanung? What? (Da würde ich gern einmal Mäuschen spielen als Mutter von 2 erwachsenen Kindern)

  30. 3.

    Die WELT titelt:

    "Jetzt zeichnet sich auch in der EU-Asylpolitik eine Zeitenwende ab". Nach dem faktisch die Lieblingsthemen der Grünen abgeräumt wurden, muss die Ampel jetzt viel verdauen.

  31. 1.

    Ja ja der Senat macht und tut und kümmert sich!!!!

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