Brandenburger Tor - Tausende Menschen singen in Berlin gegen den Krieg in der Ukraine

Fr 25.02.22 | 21:51 Uhr | Von G. Lieder und G.-S. Russew
  40
Menschen singen vor dem Brandenburger Tor (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 25.02.2022 | Material: Abendschau, rbb|24 | Bild: rbb

Auch einen Tag nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine haben in Berlin wieder Tausende Menschen gegen den Krieg protestiert. Am Freitagabend kam es zu einem Gänsehaut-Moment vor dem Brandenburger Tor. Von G.Lieder und G.-S. Russew

Tausende Menschen haben sich am Freitag erneut an mehreren Orten in Berlin versammelt, um gegen den Krieg in der Ukraine zu protestieren.

Emotionaler Höhepunkt war am Abend das gemeinsame Singen des Landesmusikrates Berlin vor dem Brandenburger Tor. Die Veranstalter rechneten nur mit einer Hand voll Leute. Gekommen waren aber 3.500 Berlinerinnen und Berliner, um unter dem Motto "Kultur gegen Krieg" mit Chören und Ensembles, Musikerinnen und Musikern zu singen. rbb-Reporter berichteten davon, dass man in den Pausen zwischen den Liedern hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören können.

"Sag mir, wo die Blumen sind" von Marlene Dietrich

Eines der Lieder, welches von den 3.500 angestimmt wurde, war "Sag mir, wo die Blumen sind", ein Song von Marlene Dietrich aus dem Jahr 1962. Es ist ein Lied, dass nach 60 Jahren noch immer die Dramatik beschreibt, die sich aktuell in der Ukraine abspielt. "Sag, wo die Soldaten sind, über Gräbern weht der Wind" - und weiter wird die Sinnlosigkeit des Krieges beschrieben: "Wann wird man je verstehen? Wann wird man je verstehen?" Das Konzert schloss mit "Freude, schöner Götterfunken" ab.

Demos in Schöneberg und vor dem Kanzleramt

Bereits am Freitagvormittag hatten sich nach Anmeldung des Bezirks Tempelhof-Schöneberg 200 Menschen vor dem Rathaus Schöneberg zu einer Solidaritäts-Veranstaltung mit der Ukraine versammelt. Dafür wurde auch die Freiheitsglocke geläutet.

Am frühen Freitagnachmittag verlagerte sich das Protestgeschehen vor das Kanzleramt. Die Polizei sprach von rund 600 Teilnehmern. Eingehüllt in ein Meer aus Blau und Gelb, den ukrainischen Nationalfarben, skandierten die Demonstranten, dass mit scharfen Sanktionen Putins Vorgehen ein Ende gesetzt werden solle. Demonstranten trugen Transparente mit Aufschriften wie "Ukraine - not for Putin", "Lieber frieren als Gas von Putin" oder "Stoppt den Krieg".

450 Menschen hielten am Rosa-Luxemburg-Platz direkt an der Berliner Volksbühne eine Mahnwache ab, die von der Partei Die Linke organisiert wurde.

1.000 Menschen vor russischer Botschaft

Zu einer Kundgebung gegen die Auflösung der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial" versammelten sich am späten Freitagnachmittag vor der russischen Botschaft in Deutschland laut Polizei knapp 1.000 Menschen.

Die Demo wurde bereits vor zwei Wochen angemeldet. Eigentlich sollte gegen das Verbot der Menschenrechtsorganisation durch ein russisches Gericht Ende Dezember protestiert werden. Nun wandte sich der Protest gegen den Krieg. Die Demonstranten verlangten von Wladimir Putin, dass er das "Morden sofort einstellt".

20.000 Demonstranten am Sonntag erwartet

Am Sonntag soll es in Berlin dann zu einer Großdemonstration mit 20.000 Menschen kommen. Zahlreiche Organisationen wollen gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine protestieren. Der Titel lautet: "Stoppt den Krieg. Frieden für die Ukraine und ganz Europa". Zu dem Bündnis gehören unter anderen der Deutsche Gewerkschaftsbund und Verdi und die Umweltschutzorganisationen Greenpeace.

"Inmitten Europas herrscht Krieg - direkt in unserer Nachbarschaft", heißt es im gemeinsamen Aufruf. Russlands Präsident Wladimir Putin verletze "in dramatischer Weise" das Völkerrecht. "Wir fordern die russische Regierung auf, sofort alle Angriffe einzustellen, sich aus der Ukraine zurückzuziehen und deren territoriale Integrität wieder herzustellen." Putins Krieg gelte auch Europa, der deutschen Demokratie und dem freiheitlichen Wertesystem.

Sendung: Abendschau, 25.02.2022, 19:30 Uhr

Beitrag von G. Lieder und G.-S. Russew

40 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 40.

    Natürlich nicht, ebensowenig helfen “thoughts and prayers”, aber es geht hier Solidaritätsbekundungen. In dieser Stadt, an diesem Ort, ist das tatsächlich ein Zeichen.

  2. 39.

    Umgekehrt trifft es zu. Putin muss sofort Gebiete an die Ukraine abtreten. Schließlich war der Kiewer Rus der Ursprung des Zarentums. Auch das Frankenreich Karls des Großen muss nach Ihrem Geschichtsverständnis wieder geeint werden.

  3. 38.

    hre Geschichtskenntnisse enden anscheinend bei "der Wiege der Zaren“. Früher siedelten dort Wickinger. Vielleicht kommen ja bald die Schweden um die Ecke und hätten die Ukraine gerne für sich. (Die, - da bin ich mir sicher -, die Ukraine umgehend den einzigen zurück geben würden, denen sie gehört: Den Ukrainern.)

  4. 37.

    war eine fromme Utopie. Der Wunschtraum war lange vor dem laufenden Angriffskrieg Russlands gescheitet. Putin tat sich schon oft als imperialistischer Aggressor hervor und testete rote Linien aus, die der Westen gezogen hatte. Jeder Angriff blieb für ihn folgenlos. Wir erleben gerade live die Folgen einer erneut gescheiterten Appeasementpolitik.
    "Like it or don’t like it, it's your duty, my beauty" sprach der Tyrann.

  5. 36.

    Bitte unterlassen Sie diese menschenverachtenden Kommentare. Wenn Sie etwas nicht verstehen können, dann erfragen Sie bitte den Sinn, man wird es Ihnen dann erklären. Anstand und Takt und Verständnis sind in dieser Situation Voraussetzung, es sei denn, Sie mögen Angriffskriege?

  6. 35.

    Stellen Sie sich einfach vor, der Bundeskanzler würde Schlesien als deutsches Gebiet anerkennen und einmarschieren, denn das war doch Ihre Aussage? Wissen Sie überhaupt, dass dann alle einen Anspruch auf Afrika hätten, weil wir dort alle unseren Ursprung haben? Nichts für ungut, aber man kann Völkerrechtsbruch nicht relativieren.

  7. 34.

    Sie verbreiten sowjetische Lügen. Die Ukraine war bereits von 1918 bis 1920 ein eigenständiger Staat und wurde schon damals von der Roten Armee angegriffen. Teil der Ukraine gehörten vorher zu Österreich-Ungarn. Putin lebt in der Tradition der Sowjet-Diktatur, nicht der Zaren.
    https://www.dw.com/de/faktencheck-putins-blick-auf-die-geschichte-der-ukraine/a-60895811

  8. 33.

    Was faseln Sie hier denn für geschichtsrevisionistisches Zeug? Die Ukraine ist ein souveräner Staat, Punkt. Niemand, und da dürfen ausnahmsweise Sie einmal auch Google bemühen, hat das Recht, das zu tun, was Putin hier tut. War dann auch in Ordnung, was Hitler 1938 mit Österreich getan hat? War doch dieselbe Begründung :"Heim ins Reich". Angriffskriege aus angeblicher Selbstverteidigung, meinen Sie das wirklich ernst?

  9. 32.

    Mitgefühl und Solidarität mit diesem leidgeprüften Menschen ist das Mindeste was man erwarten kann. Denn auch diese Bilder gehen um die Welt und nicht diese einseitige Probaganda von Putin.
    Ich weiß nicht ob dieser Mann am Caesarenwahn leidet.

  10. 31.

    Putin nahm nach Ihrer Lesart wahrscheinlich schon die Wende als persönliche Beleidung auf, da er zu der Zeit in der DDR stationiert gewesen ist. Sie selben sehen Putin als Nachfolger der Zaren. Nur scherrt er sich einen Teufel um das demokratische Selbstbestimmungsrecht der Ukrainer noch erst Recht das Völkerrecht, auch wenn RT etwas anderes erzählt.

  11. 29.

    Na dann mal los Zoni, wie ist ihre Meinung? Was gedenken sie gegen den Wahnsinn zu tun? Etwa schweigen- nein!! Ich fand diese Aktion, wo so viele mitgesungen haben, sehr berührend!

  12. 28.

    Da bin ich ganz bei ihnen! Es ist Zeit, das wir Menschen zeigen, wo wir stehen. Auch wir gehen heute auf die Straße, für unsere Kinder und unser neugeborenes Enkelkind! Nie wieder Krieg!!!!!!!!!!!!

  13. 27.

    Als Kontrast exemplarisch eine Stimme aus der neutralen Schweiz. Neue Zürcher Zeitung: »Vermutlich sehen mehr Deutsche ein, dass der Wehretat steigen muss und nicht wie geplant mittelfristig sinken kann. Eine funktionierende Abschreckung ist heute wichtiger denn je. Die Landesverteidigung wird von einer Angelegenheit, die der Staat auch noch erledigen muss, wieder zu einer zentralen Aufgabe. (...) Manche Staaten sind besonders gefordert – in erster Linie die europäische Zentralmacht Deutschland. Sie hat nicht nur die Bundeswehr sträflich vernachlässigt. Berlin reflektierte auch nie, was der Wiederaufstieg Russlands und seine Aufrüstung für Europa bedeuten.«
    Die Friedensdividende von 1989 war spätestens 2014 aufgebraucht, auch wenn Putin uns etwas anders weiß machen will.

  14. 26.

    Das ist wohl war. Immer gleich dieses scheinheilige getue von einigen Leuten!!! Herr Putin ist bestimmt beeindruckt!!!

  15. 25.

    Doch !!
    Die Ukraine ist die Wiege der russischen Zaren und war immer russisch.
    Putin nahm das, was 2014 auf den Maidan passierte als persönliche Beleidigung auf und dafür zahlen jetzt die Ukrainer einen blutigen Preis.
    Bitte mal in Geschichtbücher nachschauen und nicht immer google bemühen.

  16. 24.

    Es ist traurig zu lesen, das so viele Kommentare die Demo ins lächerliche ziehen.
    Natürlich hält das keinen russischen Soldaten auf. Aber es zeigt Mitgefühl, Solidarität und stellt eine Meinung da. Was mit Leuten in Russland geschieht die eine(andere) Meinung haben, sollte ja bekannt sein.
    Zudem gibt die Gemeinschaft ein gutes Gefühl, da man sich als Einzelperson hilflos fühlt in dieser Situation.
    Außerdem wird so auch unser Politik gezeigt, das der Wählende eine Meinung hat und sich dadurch hoffentlich der Druck erhöht zu handeln.
    Und nicht "politisches Geschwafel" am Ende des Tages übrig bleibt.
    Also Mal raus aus der komfortzone und seinen Standpunkt öffentlichen vertreten!

  17. 23.

    Herr Putin,wir müssen reden.....gesungen haben wir schon...

  18. 22.

    Ihre Glaskugel muss zur Reparatur: erstens ist heute erst der 26.2., woher wissen Sie, das die Ukraine ab MORGEN Hochrikisogebiet ist? Unter dem Link in Ihrem Kommentar lese ich die Ukraine unter "3. Gebiete, die nicht mehr als Hochrisikogebiete gelten", also mit den Augen stimmt auch was nicht.....

  19. 21.

    Na Gratulation, dann wird ja spätestens heute Abend alles wieder gut sein wenn die Berliner singen.

Nächster Artikel