Offener Brief - Auch ukrainische Verbände üben Kritik an Flaggenverbot

Sa 07.05.22 | 18:14 Uhr
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Das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten Berlin (Bild: imago images/Sascha Steinach)
Bild: imago images/Sascha Steinach

Im Streit um die von der Berliner Polizei verordneten Auflagen für verschiedene Gedenkstätten an diesem Sonntag und Montag gibt es weitere Kritik von ukrainischen Verbänden. In einem offenen Brief an die Polizeipräsidentin Barbara Slowik forderte am Samstagnachmittag die Allianz Ukrainischer Organisationen eine "Rücknahme des Verbots ukrainischer Flaggen am 8. und 9. Mai". An diesen beiden Tagen wird des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa vor 77 Jahren gedacht. In Berlin sind zahlreiche Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen geplant.

Angesichts des Kriegs in der Ukraine hatte die Polizei am Freitag für 15 Gedenkstätten unter anderem ein Verbot sowohl von ukrainischen als auch russischen Fahnen erlassen. Ausgenommen sind davon Diplomatinnen und Diplomaten sowie Veteranen des Weltkriegs.

"Wir, die Allianz Ukrainischer Organisationen, sind zutiefst entsetzt, dass mit dem Verbot die ukrainische Flagge mit der russischen Flagge, den Georgsbändern sowie den Kriegssymbolen V und Z gleichgestellt wird", schreiben die Organisationen, die sich im Rahmen des Netzwerks "Freiwillige Helfen" für ukrainische Geflüchtete einsetzen. "Wir fordern die Berliner Polizei auf, die ukrainische Staatsfahne von der Liste der verbotenen Symboliken am 8. und 9. Mai zu streichen!"

Sendung: Abendschau, 07.05.2022, 19:30 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Hätte ja zufällig sein können, wenn Sie sich mit den Verboten befaßt haben. Dann halt gleiche Frage in die Runde.

  2. 15.

    Warum verwendet die russische Armee überhaupt lateinische Buchstaben, wenn doch russisch und ukrainisch auf kyrillisch geschrieben werden?

  3. 13.

    Verbotene Symbole wie V un Z, und dann die ukrainische Fahne in der selben Reihe auzuzählen......
    Na ja, und dann regt man sich auf, dass es dem Herr Melnik nicht passt.

  4. 11.

    Zu diesem Tag gehört weder eine ukrainische Flagge noch eine russische Flagge. 1945 gab es die Sowjetunion und da gehörten alle dazu. Da es die Sowjetunion nicht mehr gibt, gibt es also auch keine Flagge.

  5. 7.

    Es wird "gefordert" und "verlangt", man ist "entsetzt", es "kotzt einen an", Poltiker werden als "beleidigte Leberwurst" bezeichnet usw.

    Mein ehrliches Gefühl der Solidarität mit denjenigen ukrainischen Menschen, die unter dem Kriegsgeschehen zu leiden haben und gezwungen sind ihr Land zu verlassen und Teile ihrer Familie zurückzulassen, wird durch die Tonlage offizieller bzw. halboffizieller Institutionen der Ukraine arg strapaziert.
    Ich möchte es ausdrücklich als dumm bezeichnen, auf die von Freunden entgegengestreckte Hand draufzuhauen.
    Niemand soll um Hilfe betteln müssen, da sind wir uns sicher alle einig.
    Aber man muss auch ein wenig wahrhaben wollen, dass es für viele Menschen zumindest befremdlich ist, wenn hilfsbedürftige Menschen von unhöflichen und nur "Forderungen" stellenden Organisationen/Institutionen vertreten werden.

    Für Auseinandersetzungen und Provokationen zwischen Russen und Ukrainern ist hier nicht der richtige Ort.

  6. 6.

    Also ich finde, die ukrainische Fahne zu den anderen verbotenen Symbolen aufzunehmen befremdlich, und unpassend.
    Für die Ukrainer ist es verletzend, und das müsste man auch als nicht Ukrainerin verstehen können, wenn Empathie vorhanden wäre.

  7. 5.

    Wenn es den Ukrainern nicht paßt, was unsere Politik in Berlin vorgibt, können sie ja wieder gehen!
    Besonders die ständige Kritik an D von Melnyk ist mir inzwischen unverständlich und das müssen wir uns nicht gefallen lassen.

  8. 4.

    Ich würde diese Herrschaften einschließlich der Botschafter und der Präsidenten gern mal hören oder lesen, wenn sich anderes Land bei deren Veranstaltungen derart einmischen würde. Da bekäme der Ausdruck "beleidigte Leberwurst" eine ganz neue Dimension! Die Gedenkveranstaltungen verlieren ihren Charakter nicht durch solche Symbole. Hoffentlich hat man alle Befindlichkeiten bei der Auswahl der Blumenfarben berücksichtigt.

  9. 2.

    Das jede Flagge, Fahne, Symbolik, die auch nur irgendwie mit den Kriegshandlungen in Verbindung gebracht werden kann, auf der jeweiligen Gegenseite zu Aggressionen führen kann, geht den "Kritikern" scheinbar nicht in die Rübe und eine muntere Klopperei bei einer Gedenkveranstaltung / Demo braucht wirklich niemand.

  10. 1.

    rbb24: "Wir, die Allianz Ukrainischer Organisationen" - was meinen die damit? Was für Ukrainische Organisationen gibt es denn hier und wen vertreten die bzw. gibt es dazu "Mutterorganisationen" in der Ukraine und wo sind die dort angebunden?

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