Russischer Angriff auf die Ukraine - Bisher eher geringe Zahl von Kriegsflüchtlingen in Brandenburg

Sa 26.02.22 | 13:55 Uhr
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Ein Mädchen der ukrainischen Familie Czuzman aus Lwiw (deutsch Lemberg) trägt bei ihrer Ankunft ein Kuscheltier im Arm. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: rbb|24 | 26.02.2022 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Patrick Pleul

Die ersten Menschen, die vor den Kämpfen in der Ukraine geflohen sind, sind in Brandenburg angekommen. Land und Landkreise sind vorbereitet. Bisher wurden an den Grenzen aber kaum Geflüchtete aus der Ukraine festgestellt.

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die in Brandenburg angekomme sind, ist bisher eher gering. An der deutschen Grenze zu Polen wurde in dem Bundesland laut Innenministerium am Samstag bisher wenig Verkehr aus der Ukraine festgestellt.

Brandenburg hat die längste Grenze aller Bundesländer zu Polen. Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Eisenhüttenstadt nahm bis zum Samstagmittag nach eigenen Angaben acht Geflüchtete auf: eine Familie, die per Auto kam, eine Frau mit Kind und eine Frau, die privat in Deutschland war, aber nicht mehr zurückkehren kann. Eine erste ukrainische Familie war zuvor in Brandenburg/Havel eingetroffen. Weitere 30 bis 40 Geflüchtete seien noch unterwegs.

 

Ukrainische Community in Deutschland vergleichsweise klein

"Wir sind auf jeden Fall vorbereitet - sollte sich das häufen, können wir alle unterbringen", sagte der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde, Olaf Jansen, der Nachrichtenagentur DPA. Mit einem biometrischen Reisepass könnten die Flüchtlinge visumfrei 90 Tage bleiben. Wenn nicht, könne ein Visum unproblematisch erteilt werden.

Mit den Geflüchteten würden Gespräche geführt, ob sie vorübergehend bleiben wollten und etwa zu Verwandten oder Freunden weiterreisen oder Asyl beantragen möchten. Die ukrainische Gemeinschaft sei allerdings in Deutschland nicht so groß wie in anderen europäischen Ländern.

Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte am Freitag gesagt, sein Bundesland bereite sich auf die Ankunft von mindestens 10.000 Flüchtlingen aus der Ukraine vor. Die Erstaufnahme hält dafür an diesem Wochenende nach Angaben des Innenministeriums zunächst 800 Plätze frei. In Berlin haben am Samstag die ersten ukrainischen Kriegsflüchtlinge Anträge auf Asyl gestellt.

Russland war am Donnerstag in die Ukraine einmarschiert, seitdem sind viele Menschen aus der Ukraine zum Beispiel auf dem Weg nach Polen. Es wird erwartet, dass viele Ukrainer auf Brandenburger Seite in Frankfurt (Oder) ankommen - ob per Auto oder Zug. In der polnischen Nachbarstadt Slubice wurden am Samstag private Spenden für eine Hilfslieferung für die Ukraine in einen Kleintransporter geladen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 26.02.2022, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Die meisten Menschen ukrainischer Herkunft in Deutschland leben in den sechs östlichen bundesländern, scheint ihn ja dort nicht so schlecht zu gefallen in Städten wie Leipzig oder Erfurt sind die Anteile mit die höchsten. 19 % AFD bedeuten umkehrschluss dass 81% sie nicht wählen, wollte ich nur mal so erwähnen.

  2. 6.

    Eins kann ich dir sagen, vergleiche einmal 19 % AFD in den sechs östlichen bundesländern mit den nationalen Ergebnissen rechter Parteien in Frankreich, großbritannien, Polen, und der USA oder weiterer Länder. Leben dort für dich auch nur Rechte Menschen. Wenn du schon solchen schwachsinn redest dann sei wenigstens konsequent denn nach dieser Logik und nach denen Ergebnissen rechte Parteien in den Ländern die ich aufgeführt habe müssten diese Länder für dich auch alle ausschließlich recht sein.

  3. 5.

    Ich kann dir dabei nur zustimmen, es soll meines Wissens nach mehr als 330.000 Menschen ukrainische Herkunft in Deutschland geben und ca 140 000 ukrainische Staatsbürger in Deutschland.
    Ich denke nach Polen ist das sehr wahrscheinlich die größte Anzahl von Ukraine stämmigen Menschen in ganz Europa.

  4. 4.

    Oh oh, da müssen Sie dem einen oder anderen Influencer in Mitte erstmal auf Google Maps zeigen, wo Berlin (West) anfängt!

  5. 3.

    In Deutschland leben 300 000 Ukrainer. Mehr als in fast allen anderen Staaten in Europa. Ich weiß nicht, ob man das als "vergleichsweise klein" nennen kann.

  6. 2.

    Was sollten sie auch im AfD-Paradies Brandenburg (oder noch schlimmer, in Sachsen oder Thüringen)? Wenn sie klug sind, gehen die nach Berlin (West) oder in die alten Bundesländer.

  7. 1.

    naja kommt darauf an ob sie überhaupt die grenzen erreichen...
    "Seit der Invasion Russlands sind bereits Tausende Ukrainer in die westlichen Nachbarländer geflohen. Am Bahnhof von Przemsyl in Polen kamen am Freitag vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen an, wie Reporter der Nachrichtenagentur AP sehen konnte. Viele Männer seien kurz vor der Grenze aus den Zügen gezerrt worden, berichtete Daria aus Kiew, die ihren vollen Namen nicht nennen wollte, unter Tränen. Selbst Väter, die mit ihren Kinder unterwegs gewesen seien, hätten das Land nicht verlassen dürfen. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte am Donnerstag Männern im kampffähigen Alter untersagt, das Land zu verlassen. "
    https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-samstag-101.html

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