Sonderzüge in Planung - Bahn erleichtert Geflüchteten aus der Ukraine Weiterreise nach Deutschland

So 27.02.22 | 13:06 Uhr
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Frauen aus der Ukraine warten am Bahnhof von Przemysl auf ihren Weitertransport. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)
Bild: dpa/Michael Kappeler

Die Deutsche Bahn erleichtert Menschen aus der Ukraine die Flucht nach Deutschland. Sie ermögliche "Geflüchteten mit ukrainischem Pass oder Personalausweis, kostenlos
alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland bis Berlin zu nutzen", teilte der Konzern am Sonntag mit. Die Regelung gelte ab sofort. "Damit soll Flüchtenden die Weiterreise ab der Grenze erleichtert werden."

Die Bahn stehe dazu in engem Austausch mit der Bundesregierung, dem BMDV und Behörden von Bund und Ländern sowie ihren Partnerbahnen in den Nachbarländern Polen, Tschechien und Österreich.

Eventuell zusätzliche Wagen und Sonderzügen

Gemeinsam mit der polnischen Eisenbahn bereitet sich die DB vor, gegebenenfalls zusätzliche benötigte Beförderungskapazitäten kurzfristig auf die Schiene zu bringen. Hierfür können in Kooperation mit der polnischen Staatsbahn zusätzliche Wagen und Sonderzüge eingesetzt werden.

Den Angaben zufolge verkehren täglich bis zu sechs Fernzüge aus Polen nach Deutschland im Regelverkehr, alle über den Grenzübergang Frankfurt/Oder.

Die Fernzüge kommen aus Warschau, Danzig, Przemysl an der Grenze zur Ukraine, Krakau, Wien und Breslau.

Berlin und Brandenburg stellt Unterkünfte für Geflüchtete bereit

Wegen des Kriegs in der Ukraine sind viele Menschen in Richtung Berlin und Brandenburg geflüchtet. In Berlin haben sich seit Freitag insgesamt 235 Geflüchtete gemeldet. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten rechnet mit weiteren Menschen, die vor allem über Polen in die deutsche Hauptstadt fliehen. Derzeit hat das Landesamt in seinen rund 80 Unterkünften noch etwa 1.300 Plätze frei, weitere sollen in den nächsten Wochen geschaffen werden.

Auch in Brandenburg sind bereits Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Sie wurden am Freitag in Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel registriert. Nach Angaben des Potsdamer Innenministeriums hält das Land für das Wochenende 800 freie Plätze bereit. Sie befinden sich in der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt und in der Außenstelle in Frankfurt (Oder).

Polen hat seit dem russischen Angriff auf die Ukraine rund 100.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland gezählt. Allein seit Samstagmorgen seien 9.000 Menschen aus der Ukraine über die Grenze gekommen, teilte der stellvertretende polnische Innenminister Pawel Szefernaker mit.

Sendung: Inforadio, 27.02.2022, 12:00 Uhr

20 Kommentare

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  1. 20.

    Gut so! Besser Menschenleben retten, als um jeden Preis Boden und Beton vor einem Atommacht-Agressator zu verteidigen... Will Europa ein 3. WK oder lieber ukrainische Menschen sicher im restlichen Europa unterbringen und ukrainischen Boden abgeben. Lieber Menschen retten, als Boden und Beton...
    Jetzt ernsthaft schon Gewalt mit Gewalt beantworten??
    Es ist ein Identitätskonflikt in der Ukraine, ehemaliges Russland (?), welcher bis in die tiefsten Familienstrukturen der Anwohner dort geht! Kein Krieg ist gerechtfertigt und die Ukraine eigentlich ein eigener Staat, aber kippen wir Öl in ein Identitätsfeuer?
    Wollen wir am Ende alle ein verstrahltes Europa?

  2. 19.

    Ja mit dem Lesen ist das bei ihnen so eine Sache... Wo liegt Belarus? An der Grenze zu Polen. Also könnte man die Flüchtenden wie die Ukrainer durch die Grenze lassen, wo sie dann Züge besteigen könnten. Zu einfach? Oder jenseits ihres Vorstellungsvermögens?

    Oder liegt das daran, dass sie Flüchtende in "gut" und "böse" einteilen?

  3. 18.

    Ja mit dem Lesen ist das bei ihnen so eine Sache... Wo liegt Belarus? An der Grenze zu Polen. Also könnte man die Flüchtenden wie die Ukrainer durch die Grenze lassen, wo sie dann Züge besteigen könnten. Zu einfach? Oder jenseits ihres Vorstellungsvermögens?

    Oder liegt das daran, dass sie Flüchtende in "gut" und "böse" einteilen?

  4. 17.

    Wer lesen kann ... Die Regelung gilt für die Züge, die aus Polen kommen. Wie kommen Sie dabei auf die Idee, dass dabei Ukrainer ausgeschlossen sind, die gdf. über Weißrussland nach Polen einreisen?

  5. 16.

    Wer geht denn freiwillig zu Pegida-Anhängern, Verquerdenkern ind Neonazis?

  6. 15.

    Ein wirklich guter, anständiger Schritt der Deutschen Bahn. Kompliment.

  7. 14.

    Warum bleiben denn die Flüchtlinge nicht in Polen?
    Polen hat bisher keine Flüchtlinge aus Syrien,Irak,Afghanistan usw.
    aufgenommen.
    Vielleicht braucht Deutschland noch mehr sogenannte billige Fachkräfte.

  8. 13.

    Unmöglich, was Sie hier von sich geben, egoistisch und ohne jedes Mitgefühl! In der Not rückt man zusammen und hilft!
    Außerdem ist Ihnen wohl entgangen, dass die MPK bereits über die bestmögliche Verteilung der Geflüchteten berät, sie werden nicht alle in Berlin bleiben! Ihnen empfehle ich, sich einen anderen Lebensmittelpunkt zu suchen, da ja in Deutschland und vor allem in Berlin alles so besch.... ist

  9. 12.

    Mich wundert dass hier so viele die kostenlosen Tickets nicht verstehen. Es geht darum, dass die Flüchtlinge, die im Zweifel gar nichts bei sich haben (auch keinen 12,50€ für einmal Frankfurt - Berlin im VBB Tarif Klasse 2) bis zu einem Ort kommen, an dem Sie registriert werden können. Und der ist nunmal Berlin. Von dort werden Sie dann auf Deutschland verteilt. Und dazu werden Sie sicher auch wieder ein DB Ticket bekommen. Nicht mehr und nicht weniger.

  10. 11.

    Unmöglicher Kommentar, diese Menschen leiden unter dem Krieg und brauchen unsere Hilfe. Wenn ich nicht schon längst Rentner wäre, ich wäre mit meiner Lokomotive da dabei (Symbolisch gesprochen).

  11. 10.

    Hier ist dann aber Endstation. Warum das so ist, Bedarf keiner Worte mehr...
    An die Wohnungssituation denkt von den Politikern keiner, so weit reicht der Horizont nicht. Erstmal alle aufnehmen, wo sie dann untergebracht werden, ist egal. Sie werden vielleicht noch lange 'Wohnunssuchender Berliner' bleiben, denn irgendwann werden diese Leute auch Wohnungen bekommen, denn sie werden ja nicht ewig in diesen Unterkünften bleiben. Die Wohnungsverteilung wird noch ein großes Streitthema werden, denn teilweise bekommen diese Leute schneller eine Wohnung als solche, die schon immer hier leben, arbeiten gehen und eine Wohnung suchen.

  12. 8.

    Warum bemühen sie sich denn nicht, " auf dem ostdeutschen Land " eine Wohnung zu bekommen??? Übrigens gibt's da keinen Leerstand, so wie sie sich das vorstellen. Man oh man!

  13. 7.

    "Die Deutsche Bahn erleichtert Menschen aus der Ukraine die Flucht nach Deutschland."

    Allen Flüchtlingen? Nein, nicht allen:

    "Sie ermögliche 'Geflüchteten mit ukrainischem Pass oder Personalausweis, kostenlos alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland bis Berlin zu nutzen', teilte der Konzern am Sonntag mit."

    Diejenigen, die keinen ukrainischen Papiere haben, z. B. afrikanische Student*innen, sind hier nicht gemeint. Das Drama, das nicht-ukrainische Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, erleiden, ist auf dem Twitterkanal africansinukraine zu verfolgen. Und die Deutsche Bahn macht fröhlich mit bei der Einteilung in Flüchtlinge 1. und 2. Klasse, denn auch heute muss die Festung Europa gegen nichtweiße Menschen verteidigt werden.

  14. 5.

    Ach wenn wir sie nicht hätten... *augenroll* Wie immer hapert es bei ihnen mit dem Lesen.

    "Sie ermögliche "Geflüchteten mit ukrainischem Pass oder Personalausweis, kostenlos
    alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland bis Berlin zu nutzen",

    An wessen Grenze liegt Belarus? Wo hängen die Flüchtenden fest?

  15. 4.

    Sie seien herzlich Willkommen in Deutschland, aber ich hoffe, dass Berlin nicht die Endstation für sie ist, denn dann würden sie die Wohnungssituation im unteren Preissegment nochmals weiter verschärfen. Man soll sie bitte in die leeren Platten-Bauten auf dem ostdeutschen Land mit viel Leerstand einquartieren!

  16. 3.

    In Weißrussland kann die DB keine Züge fahren lassen, da die eine andere Spurweite haben und vor allem der dortige Diktator anders als die Polen von Putin abhängig ist.

  17. 1.

    Danke denen, die das entschieden haben. Sinnvolle und notwendige Fluchthilfe. An alle, die es hierher schaffen: herzlich Willkommen in Berlin!

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