Giffey-Ankündigung - Ehemaliger Flughafen Tegel soll Ankunftszentrum für Flüchtlinge werden

Di 08.03.22 | 19:35 Uhr
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Auf einer Luftaufnahme ist a, 07.08.2021 der ehemalige Flughafen Tegel zu sehen. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Bild: dpa/Christophe Gateau

Der stillgelegte Berliner Flughafen Tegel soll Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge aus der Ukraine werden. Das hat die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag angekündigt.

Das andere Ankunftszentrum, das in Reinickendorf steht, reiche nicht aus, weil immer mehr Menschen aus der Ukraine flüchteten. Das Zentrum sei auf etwa 1.000 Neuankömmlinge pro Monat ausgelegt. In den letzten Tagen lag die Zahl der aus der Ukraine eintreffenden Kriegsflüchtlinge jeweils über 10.000.

Medizinische Versorgung und Impfung

Auf dem Gelände des Flughafens Tegel sei es möglich, alle nötigen Strukturen zu schaffen, um deutlich mehr Menschen zu empfangen. Dort könnten die Menschen schlafen, medizinisch versorgt, geimpft und beraten werden, so die Bürgermeisterin.

Giffey betonte, es sei klar, dass es sich um eine nationale Aufgabe handele, die föderale Solidarität erfordere - Berlin könne diese Aufgabe nicht allein bewältigen.

Flughafenhotel erste Station

Laut Giffey soll das ehemalige Flughafenhotel, das leer steht, als erstes genutzt werden. Möglich sei aber auch, dass in größeren Räumen Betten aufgestellt werden müssten.

Wann Tegel als Ankunftszentrum genutzt werden kann, war zunächst noch unklar. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran", sagte die SPD-Politikerin. Derzeit liefen noch Gespräche mit Hilfsorganisationen zur Organisation.

Sendung: rbb24, 08.03.2022, 21:45 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    "Mittelfristig werden die Geflüchteten bei den deutschen Jobcentern landen."
    Und dort hoffentlich die Möglichkeit bekommen, all die offenen Stellen im sozialen, medizinischen, pädagogischen und Verwaltungsbereich wenigstens temporär zu besetzen. Die eine oder andere Handwerkerin oder Arbeiterin dürfte auch dabei sein. Es ist moralisch nicht verwerflich Flüchtlinge auch zeitweise zu integrieren und Arbeit zur Erwirtschaftung des Lebensunterhalts anzubieten. Hier werden verrentnerte Lehrer und Ärzte wieder aktiviert so groß ist die Personalnot in D.
    Ukrainische Pflegerinnen als "leibeigne" gibt es schon lange in Deutschland. Die würden sicher gern zu Tariflohn und gestzlich voll versichert arbeiten gehen.
    Genauso nicht verwerflich ist es aber auch zu wünschen, dass sie bald wieder nach Hause können sofern das noch lebenswert existiert.

  2. 2.

    Ich weiß nicht ob es Ihnen entgangen ist, aber der alte Flughafen Tempelhof wird in Teilen noch genutzt. Aus diesem Grund sind die Flüchtlinge auch außerhalb in Containern untergebracht. Und das wird auch vorerst so bleiben.
    Der TXL steht dagegen tatsächlich leer und kann mit einfachen Mitteln umfunktioniert werden. Die geplante "Urban Tech Republic" wird wohl noch sehr lange auf sich warten lassen.

    Prinzipiell führt aber kein Weg an einer EU-weiten Lösung vorbei. Deutschland kann nicht erneut einen so riesigen Flüchtlingsstrom verkraften.
    Zumal alle ukrainischen Flüchtlinge mit sofortiger Wirkung Hilfen gem. AsylbLG ausgezahlt bekommen. Die Kollegen in den Bezirksämtern bereiten sich bereits vor. Dies ist auch nur die Soforthilfe. Mittelfristig werden die Geflüchteten bei den deutschen Jobcentern landen.

  3. 1.

    Die temporäre Nutzung der ausgedienten Flughäfen erst Tempelhof und nun Tegel für Geflüchtete finde ich prima. Eine gute Idee des Senats.

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