Interview | Katja Kipping zu Russland - "Wir haben uns geirrt"

Do 03.03.22 | 06:10 Uhr
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Katja Kipping (Die Linke), Sozialsenatorin, besucht am 26.02.2022 das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin (LAF) in Reinickendorf. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: Audio: Inforadio | 03.03.2022 | Interview mit Katja Kipping (Linke)

Mit Russland hat die Berliner Sozialsenatorin Katja Kipping eine sehr enge, persönliche Beziehung. Nach dem Angriff auf die Ukraine sieht die Linken-Politikerin ihre Partei vor einem politischen Kurswechsel – und warnt vor antirussischen Ressentiments.

rbb|24: Frau Kipping, wann waren Sie das letzte Mal in Russland?

Katja Kipping: Ich war das letzte Mal für wenige Tage in den Herbstferien dort, kurz bevor ich gefragt wurde, ob ich Senatorin hier in Berlin werden möchte. Ich war in Sankt Petersburg und habe dort Theaterstücke gesehen, habe nochmal die Eremitage besucht und bin durch die Stadt gebummelt.

Sie haben in Sankt Petersburg ihr Freiwilliges Soziales Jahr verbracht. Was genau haben Sie damals gemacht?

Direkt nach dem Abitur habe ich gesagt: "Bevor du dich beruflich entscheidest, musst du dich erstmal selbst austesten, die Welt kennenlernen". Ich hatte gedacht, ich mache eine Weltreise. Aus der Weltreise wurde dann ein praktischer Einsatz im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres mit der Initiative Christen für Europa. Die haben mich genommen, obwohl ich konfessionslos bin.

Ich habe in Gattschina, einem Vorort eine Stunde Fahrt mit der Elektritschka (ein Regionalzug, Anm. d. Red) entfernt von Sankt Petersburg gearbeitet, in einem Wohnheim. Das gehörte zu so einer Art Berufsschule für 14- bis 18-Jährige. Meine Chefs waren italienische Mönche des Don Bosco Salesianer Orden und ich glaube, die wollten, dass ich vor allem für Ordnung, Sauberkeit, Moral und Disziplin zuständig bin. Ich hatte allerdings eine andere Vorstellung von meiner Arbeitsplatzbeschreibung, habe mich dafür engagiert, dass es eine möglichst reiche und vielfältige Freizeitgestaltung gibt, dass wir Sachen einstudieren und sie in Heimen für Kinder mit Behinderung aufführen. Das war manchmal ein bisschen konfliktreich, aber es war ein unglaublich schönes und aufregendes Jahr.

Die Konflikte haben Sie dann auf Russisch, Italienisch, Deutsch oder Englisch gelöst?

Am besten in allen Sprachen auf einmal. [lacht] Nein, das war eine ganz zauberhafte Gemeinde. Als ich hingefahren bin, habe ich erstmal angefangen, feministische Kritik an einer katholischen Bibelinterpretation zu lesen, um mich "aufzumunitionieren" für die Auseinandersetzung. Ich glaube, das war auch so aus der Situation heraus geboren: Wenn man in den 1990er-Jahren junge Menschen nach Russland bringen wollte, gab es nur ein paar Andockstellen, da waren die kirchlichen Träger besonders einflussreich.

Russisch sprechen Sie wahrscheinlich noch fließend, oder?

Jetzt muss ich aufpassen. Ich finde mich, wenn ich mich ausdrücken will, immer total unbeholfen. Als ich jetzt in Sankt Petersburg war, habe ich gemerkt, dass ich mir ein Theaterstück angucken und etwas verstehen kann. Ich kann auch auf Russisch fluchen. Aber ich merke immer wieder, wenn ich zum Beispiel mal für einen Podcast politische Fragen auf Russisch beantworten soll, fehlt mir wirklich das Vokabular. Ich würde nicht anmaßend sein: Es reicht für einen Smalltalk, ich kann viel verstehen. Aber wenn sie einen Übersetzer brauchen, weil sie einen Asylantrag stellen wollen, würde ich Ihnen nicht empfehlen, mich als Übersetzerin zu holen.

Wir müssen verdammt aufpassen, dass es nicht zu antirussischen Ressentiments kommt.

Katja Kipping (Linke), Sozialsenatorin

All diese Fragen über Russland und Ihre persönliche Verbindung zu Russland haben natürlich jetzt einen traurigen, aktuellen Anlass. Wie verfolgen Sie das persönlich, mit ihrer persönlichen Beziehung zu Russland?

Es gibt ein russisches Sprichwort: "Mit dem Verstand kann man Russland nicht verstehen, man kann es nur lieben". Wir haben uns damals als Freiwillige in Russland immer wieder unglaublich geärgert über die Politik der Regierung. Es gab eine Organisation, die auch dort gestartet wurde, als ich da war, die sich um die Situation von behinderten Kindern in den Heimen gekümmert hat - wo es eine ganz schreckliche Politik gab, dass die nur weggeschlossen wurden. Da ist ganz viel erkämpft worden von der Zivilgesellschaft.

Mein erster Redebeitrag im Abgeordnetenhaus nach dem schrecklichen Angriffskrieg von Putin auf die Ukraine hatte zwei zentrale Botschaften: Wir müssen als Berlin alles tun, um die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine jetzt gut aufnehmen zu können. Und zweitens müssen wir verdammt aufpassen, dass es nicht zu antirussischen Ressentiments kommt. Leider häufen sich die Hinweise, dass jetzt die Empörung und Abscheu gegenüber Putin auch an Menschen ausgetragen wird, die einfach Russisch sprechen oder einen russischen Hintergrund haben. Dem gilt es, sich entgegenzustellen.

In Ihrer Partei wurde viel über Russland gestritten. Sie selbst wurden 2014, bei der damaligen Ukraine-Krise, aus den eigenen Reihen scharf kritisiert, weil sie gesagt haben, Russland sei "kein Musterland der Demokratie" und Putin sei "kein Linker". Das wurde Ihnen zum Vorwurf gemacht.

Ich war ganz froh, dass die Partei dann doch in ihrer Mehrheit ganz klar gesagt hat: Wenn es um Menschenrechte geht, gibt es nicht zweierlei Maß. Und wir sind immer dagegen, dass Bomben geworfen werden. Da unterscheiden wir nicht, von welcher Seite die geworfen werden. Und dass wir kritisch auf Putins Politik schauen. Ich komme ja aus Dresden, da wusste man immer, es gibt noch ganz andere, wirtschaftliche Beziehungen. Aber für die Partei geht es in der Außenpolitik um unsere Glaubwürdigkeit als Friedenspartei. Dass wir da kritisch gegenüber Putins Regierung stehen. Das hat mir nicht nur einen Candystorm beschert, es gab auch den Shitstorm. Russia Today hat mich irgendwann mal als "Nato-freundlichste Abgeordnete" bezeichnet. "Agentin der Atlantik-Brücke" durfte ich mir auch schon anhören im Netz. Aber das nehme ich gerne in Kauf.

Dass Putin das gesamte Land von allen Seiten angreift, hatten ganz wenige auf dem Schirm.

Katja Kipping (Linke), Sozialsenatorin

Nun, in der aktuellen Krise jetzt setzt ein Umdenken Ihrer Partei ein. Hat die Linke unterschätzt, wie weit Putin gehen würde?

Unterschätzt, wie weit die Aggressionsbereitschaft von Putin geht, haben ganz viele. Wenn man am Dienstagabend die Leute gefragt hätte, wer darauf wettet, dass am Donnerstag ein Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine beginnt, dann hätte sich kaum jemand gemeldet. Ich habe sehr früh Szenarien eingefordert, mit wie vielen Geflüchteten wir rechnen müssen, als sich andeutete, dass sich da etwas zuspitzt. Da war das Worst-Case-Szenario, dass Putin die gesamte Ostukraine angreift. Dass er dann aber das gesamte Land von allen Seiten angreift, hatten ganz wenige auf dem Schirm.

In der Tat, die Situation zwingt der Linken auch eine Entscheidung auf. Ich finde, die ist auch überfällig. Das ist auch ein wichtiger Prozess. Und ich freue mich, dass es viele gibt, die ganz klar sagen: Wir haben uns geirrt. Wir müssen uns hier neu aufstellen, und das ist auch notwendig.

Was heißt das für die Haltung der Linken gegenüber zum Beispiel der Nato? Sie selbst haben 2014 noch die Nato scharf kritisiert, haben dem Bündnis und der EU vorgeworfen, den Konflikt damals verschärft zu haben. Muss da jetzt ein Umdenken einsetzen?

Ich glaube, man muss aufpassen, von welchen Erkenntnissen man spricht. Heute können wir ganz klar sagen: Es gibt einen Aggressor, das ist Putins Regierung. Da gibt es auch nichts, was das irgendwie entschuldigen oder relativieren könnte. Ich meine: Im Gegenzug heißt es jetzt für mich aber nicht, dass man mit wehenden Fahnen so tun muss, als ob die Nato in der Vergangenheit alles richtig gemacht hat. Es gab und gibt gute Gründe, die Nato zu kritisieren. Ich will aber auch klar sagen: Jetzt, in dieser Situation, gibt es nur zwei Botschaften: die ungeminderte Verurteilung von Putins Politik und die ungeteilte Solidarität für alle Menschen, die aus der Ukraine flüchten müssen.

Aber würden Sie heute auch noch die Westbindung der Ukraine anders bewerten? Damals, 2014, waren Sie da durchaus kritisch, auch weil Sie befürchtet haben, dass das die soziale Spaltung im Land vorantreibt und eben nicht im Kampf gegen Korruption und die Oligarchen hilft. Ist auch das heute anders zu bewerten, nachdem die Ukraine jetzt angegriffen wurde?

Was ich damals ausgeführt habe, war durchaus richtig. Die Ukraine ist ein Land, wo es unterschiedliche Orientierungen gibt. Das hat auch was mit wirtschaftlichen Strukturen zu tun: Ein Teil des Landes hatte Handel mit Russland, der andere Teil mit dem Westen. Meine große Sorge war, dass die Fliehkräfte im Land in der Bevölkerung befeuert werden, wenn man dem Land eine Entscheidung aufzwingt. Aber ich will noch mal sagen: Wir reden jetzt in einer anderen Situation. Es gibt heutzutage nur zwei Botschaften, ohne irgendwelche Relativierung: Putins Politik verurteilen und ungeteilte Solidarität für die Geflüchteten aus der Ukraine.

Sie haben die antirussischen Ressentiments angesprochen, die man jetzt spürt. Haben Sie Angst, dass wir jetzt durch diese Aggression der russischen Regierung wieder in Zeiten zurückfallen, von denen wir eigentlich dachten, sie wären vorbei?

Angst ist gar nicht mein Hauptgefühl, sondern mein Gedanke ist: Was können wir jetzt machen? Was können wir in die Wege leiten, um dem entgegenzuwirken? Ich finde, es gibt auch Geschichten, die man einfach weitererzählen muss. Wir hatten diese Woche eine Videokonferenz mit Initiativen, die sich gerade engagieren in der Flüchtlingshilfe, für Menschen aus der Ukraine. Darunter sind auch russischsprachige Organisationen, aus Russland, die sagen: Uns ist es wichtig, den Menschen aus der Ukraine zu helfen. Diese Geschichten sollten jetzt unser Handeln und unser Denken bestimmen. Ich bin demnächst auch bewusst mal in einer orthodoxen Gemeinde, wo Ukrainer und Russen zusammen beten. Genau diese Beispiele gilt es, jetzt zu verstärken.

Ich war auf meiner ersten queeren Party mit transsexuellen Aktivistinnen nicht hier im hippen Berlin, sondern die habe ich in Sankt Petersburg erlebt.

Katja Kipping, Sozialsenatorin

In Russland demonstrieren Menschen gegen diesen Krieg. Was sollten wir über dieses Land wissen, um Hoffnung zu schöpfen?

Klischees sind immer zu hinterfragen. Ich war auf meiner ersten queeren Party mit transsexuellen Aktivistinnen nicht hier im hippen Berlin, sondern die habe ich in Sankt Petersburg erlebt. Das erste Flugblatt, auf dem der Unterschied zwischen den Begriffen Sex und Gender aus einer feministischen Sicht erklärt wurde, habe ich in Sankt Petersburg damals Ende der 1990er-Jahre gelesen. Zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass diese Personen und Strukturen natürlich alle danach massiv bekämpft wurden. Aber in diesem Land ist ganz viel los. Die Bevölkerung ist sehr vielfältig.

Ob es jetzt Hoffnung gibt, dass Putin abgewählt oder abgesetzt wird, und ob die Person, die dann kommt, mehr für Menschenrechte und Demokratie übrig hat, dazu erlaube ich mir kein Urteil. Das kann ich nicht einschätzen.

Aber weil die Zeiten ja auch beunruhigend sind - vor allem, wenn man hört, dass auch Atomwaffen in Bereitschaft gesetzt werden: Es hilft, zu lesen. Ich habe mich in meinem Studium eher mit Tschechow und Tschernyschewski beschäftigt. Aber ich würde für diese Zeiten die Lektüre eines sehr bekannten Berliner Russen empfehlen: Wladimir Kaminer. In seinen Büchern bekommt man nicht nur etwas aus der Sicht eines Russen, sondern man trainiert auch die Lachmuskeln. Ich glaube, auch das muss in diesen Zeiten sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Sebastian Schöbel, rbb-Landespolitik Berlin.

Sendung: Inforadio, 03.03.2022, 6 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    Sicher ist es klug, der Putin will den Westen spalten, und er soll das Gegenteil erleben!!

  2. 41.

    Mal ganz platt gefragt:

    Ist es für Schweden und Finnland momentan klug über einen NATO-Beitritt zu debattieren?
    Stoltenberg will die beiden Länder auch enger in Beratungen einbeziehen.

    Was passiert, wenn Putins Flugzeuge etwas "fallen lassen"?

  3. 40.

    Schweden und Finnland sind eindeutig gefährdet. Verstärkte Flugtätigkeit von (Aufklärungs-)Jets mit versehentlichen (?) Hoheitsverletzungen sind ein Zeichen. Von Finnland aus lassen sich die Baltischen Staaten besser verteidigen. Nur, da hat die NATO nichts zu suchen. Das Baltikum hat also eine ungünstige Lage, um es zu verteidigen.
    Wie vermeidet man es, in einen (Welt-)Krieg hineingezogen zu werden, ohne das Baltikum aufzugeben. Präsenz dort kann eine Abschreckung sein. Aber wie kommt man da hin?

  4. 39.

    Die Feier mit Teans-Menscjen muss lange her sein. Die werden von Putin schon seit Jahren unterdrückt. Kipping störte dass nur wenig. An der Unterdrückung ist bestimmt auch die NATO schuld.

  5. 38.

    Nochmal. Es ging in den 2+4 Verhandlungen ausschließlich um die Rolle und Integration des vereinigten Deutschlands. Zu der Zeit waren nirgends so viele Menschen unter Waffen, wie auf dem Gebiet der DDR(600.000 Sowjetsoldaten, NVA, KGB, Stasi, Kampfgruppen). Der Luftraum war komplett unter sowjetischer Kontrolle. Es ist ein Wunder, dass hier kein General die Nerven verloren hat. In diesem Zusammenhang ist das Versprechen Genschers zu sehen.
    Die Sicherheitsbedürfnisse Russlands wurden 1997 in der NATO-Russland Akte ausgehandelt, an welche sich die NATO gehalten hat.

  6. 37.

    Der Warschauer Pakt löste sich erst 1994 auf, also konnte es nur um die Wiedervereinigung und den Austritt der DDR aus diesem Pakt gehen, und die Oder bildet die Grenze..

  7. 36.

    Deswegen war auch Baker dabei. Und Gorbatschow hat das auch jahrelang behauptet, dann plötzlich aber widerrufen. Der Spiegel berichtet von einem Aktenfund, der Russlands Vorwurf stützt. Und ehrlich, alles, was ich bisher darüber gesehen habe, stützt das auch. Die Ausreden, die ich lese, sind wirklich Ausreden. Ein Versprechen ist kein gültiger Vertrag. Tolle verlässliche Ehrenmänner kann man da nur sagen. Das Wort Osterweiterung bedeutet nur DDR, obwohl Genscher in der PK ausdrücklich und ich zitiere und schreibe das jetzt aus dem gesagten im Video wortwörtlich ab ! ".. das Nato Verteidigungsgebiet auszudehnen nach Osten. Das gilt übrigens nicht nur in Bezug auf die DDR, die wir da nicht einverleiben wollen, sondern das gilt ganz generell." wortwörtliches Zitat Ende. Und Baker steht daneben. Und die Journalisten des Weltspiegels kommentiert es auch genau so und der Sender strahlt es genau so aus.

  8. 35.

    Russland hat allerdings ein Veto-Recht im Sicherheitsrat und die Vollversammlung ist nur ein zahnloser Papiertiger.

  9. 34.

    Jezt halten Sie den Ball flach, seit Putin an der Macht ist, kam es zu, von ihm gewollte, Wende.
    Übrigens, bei Breschnew denkt man an den Einmarsch in die Tschechoslowakei!

  10. 33.

    Ja, aber es betraf nur Ostdeutschland, übrigens, mehr konnte Genscher gar nicht versprechen.

  11. 32.

    Zitat: "Auch eine Statistik wird dort gezeigt, 71% des Souveräns der Bundesrepublik sind gegen Waffenlieferungen, trotzdem wird es gemacht. Was soll das?"

    Der Erhebungszeitraum für diese Umfrage war Anfang Februar. Sie zitieren doch das genaue Datum der Anne Will Sendung: 06.02.22. Seitdem, genauer seit dem 24.02., hat sich ja nun einiges geändert und die Verhältnisse haben sich ins Gegenteil verkehrt, Marco.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article237226647/Ukraine-Krieg-Grosse-Mehrheit-befuerwortet-Waffenlieferungen.html

  12. 31.

    Es besteht ein Unterschied zwischen Verhandlungsoption und Zusicherung.
    Außerdem: "Seit 1991 arbeiten die NATO und Russland in Fragen der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik zusammen. 1994 wurde die Russische Föderation Mitglied im Programm „Partnerschaft für den Frieden“. Mit Unterzeichnung der „Grundakte über gegenseitige Beziehungen, Zusammenarbeit und Sicherheit zwischen der NATO und der Russischen Föderation“ vom Mai 1997[2] wurde die Kooperation darüber hinaus gefestigt.

    Mit der Grundakte sollten Russlands Vorbehalte gegen die NATO-Osterweiterung im Vorfeld des Beitritts osteuropäischer Staaten abgeschwächt werden. Grundakte und NATO-Russland-Rat wurden 1997 vereinbart, 1999 traten Polen, Ungarn und Tschechien der NATO bei."
    https://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Russland-Rat#Geschichte
    Angesichts dessen, dass Putin sich an der Ukraine vergeht, kommen jetzt auch Schweden und Finnland ins Spiel. Russland ist an der Ostsee schon länger so aktiv wie im Kalten Krieg.

  13. 30.

    Wenn ich hier immer lese Putin ist nicht Russland, was ist er dann ? Natürlich sind nicht alle Russen Putin. Jedoch machen sich die Institutionen genauso Schuldig die für Desinformation und für Unterdrückung der Oppositionellen in Russland zuständig sind. Dieses System hat pure Angst ihre Macht zu verlieren weil genau dann deren Fehler und Lügen offengelegt werden und zwangsläufig zu Verurteilungen führen würden. Deshalb aufwachen und gemeinsam für die Demokratie einsetzen.

  14. 29.

    "Das angebliche Versprechen, die NATO nicht über die Oder auszudehnen von Genscher ist nie schriftlich fixiert worden."
    Das war dann wohl der Fehler. Das Versprechen gab es aber,auch wenn es negiert wird.

  15. 28.

    Wir brauchen eine diplomatische Initiative für eine große, bewaffnete UN-Mission in der gesamten Ukraine, die dort fremde Truppen heraushält - die der Russen, aber auch die der Amerikaner. Nur so können die Sicherheitsbedenken beider Seiten ausgeräumt und der Konflikt befriedet werden. Die NATO kann keinen Frieden schaffen, sondern nur weitere Eskalation bewirken. Nur die UNO kann Frieden in der Ukraine schaffen, aber dazu braucht es internationalen diplomatischen Druck.

  16. 27.

    Welche Versprechen hat der Westen gebrochen?
    In den 2+4 Verhandlungen 1990 ging es einzig um die deutsche Wiedervereinigung. Zu dieser Zeit existierten der Warschauer Vertrag und die UdSSR noch. Nicht zu vergessen 600.000 Sowjetsoldaten auf dem Gebiet der DDR. Das angebliche Versprechen, die NATO nicht über die Oder auszudehnen von Genscher ist nie schriftlich fixiert worden.
    Die Sicherheitsinteressen Russlands sind 1997 in der NATO-Russland Akte mit Boris Jelzin ausgehandelt worden. Jeder ehemalige Ostblockstaat bekam dort die Garantie auf freie Bündniswahl. Auf der andern Seite durften dort keine ausländischen Kampftruppen und strategische Waffen stationiert werden. Daran hat sich der Westen gehalten, während Berlin und Warschau von Kaliningrad aus mit Raketen beschossen werden können.

    Putin hat mit seiner Aggression jegliches internationales Recht gebrochen!

  17. 26.

    Putin hat sich schon vor knapp 10 Jahren abgewendet. Es ist bei vielen wohl nicht angekommen. Davor gab es noch eine Offenheit Richtung Westen, aber dann hat sich Putin komplett abgewendet.
    Wenn man genau aufpasst lässt es sich sehr schön ablesen, dass vorher immer die Linke von der russischen Regierung unterstützt wurde und ab dem Zeitpunkt dann ein Schwenk zur AfD vorgenommen wurde. Die Linke wurde nicht voll fallen gelassen, war aber nur noch zweite Wahl. Die neue (aktuelle) Taktik war nämlich nur noch in Europa Uneinigkeit zu sähen und das aus vielen Richtungen (unter anderem auch über die USA). Deswegen auch das Neuentflammen von Links gegen Rechts in Deutschland. Durch diese Taktik hat sich Deutschland in den letzten Jahren eher selten klar positioniert was auch Auswirkungen auf die EU hat.
    Das ist meine persönliche Einschätzung.
    "Wir haben uns geirrt." kann ich jetzt schon nicht mehr lesen. "Wir haben uns täuschen lassen." ist richtiger.

  18. 25.

    "...Haben Sie Angst, dass wir jetzt durch diese Aggression der russischen Regierung wieder in Zeiten zurückfallen, von denen wir eigentlich dachten, sie wären vorbei?..."
    Auch auf die Gefahr, dass mein Kommentar nicht veröffentlicht wird - wir sind bereits in "Zeiten zurückgefallen, von denen wir eigentlich sachten, sie wären vorbei" - und zwar lange vor der Aggression in der Ukraine.
    Ich habe die Zeit aktiv miterlebt, wo der Kalte Krieg beendet wurde. Wir haben am tv gesessen und haben geheult, als Carter und Breschnew in Wien schließlich den SALT-II-Vertrag unterschrieben. Alle haben gesagt, jetzt haben wir alles überstanden. Warum hat es aber trotzdem nicht geklappt?
    Breschnew und danach Jelzin haben dem Westen (uns) die Hand hingehalten. Wir haben sie nicht ergriffen, zumindest nicht fest genug. Wenn wir Russland in unsere wirtschaftlichen, politischen und militärischen (!) Bündnisse aufgenommen hätten, wäre heute alles anders. Wir haben Putin zu dem gemacht, was er heute ist.

  19. 24.

    " Auch eine Statistik wird dort gezeigt, 71% des Souveräns der Bundesrepublik sind gegen Waffenlieferungen, trotzdem wird es gemacht. Was soll das? "

    Weil diese Statistik offensichtlich nicht ganz richtig bzw. nicht ganz aktuell ist !!

    Statt 70 % gegen sind jetzt 70 % für Deutsche Waffenlieferungen .

    https://www.handelsblatt.com/dpa/konjunktur/wirtschaft-handel-und-finanzen-umfrage-78-prozent-fuer-waffenlieferungen-in-ukraine-und-aufruestung/28116034.html?ticket=ST-7648993-tQKCqMQ2ZVCRIVFgr2H0-ap2

    https://www.focus.de/politik/deutschland/exklusive-umfrage-zum-ukraine-krieg-deutsche-befuerchten-weltkrieg-dennoch-grosse-zustimmung-fuer-ampel-und-waffenlieferungen_id_61734342.html

  20. 23.

    Ja Katja, ihr habt euch schon immer geirrt, viele haben das nicht wahrhaben wollen, doch bei der nächsten Bundestagswahl ist endgültig Pop-Shop! Ihr sitzt seit 30 Jahren nur dabei, aber so wirklich hat das nichts gebracht. Außer dass in euren Hochburgen jetzt die AfD zum abkassieren platz genommen hat.

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