Medizinische Leistungen für Menschen aus der Ukraine - Kassenärztevertretung und Senat einig über ärztliche Versorgung Geflüchteter

Mo 04.04.22 | 20:55 Uhr
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Symbolbild: Gut besucht ist das Zelt der Berliner Stadtmission vor dem Hauptbahnhof. (Quelle: dpa/J. Carstensen)
Audio: Inforadio | 05.04.2022 | S. Wendling | Bild: dpa/J. Carstensen

Die ärztliche Behandlung noch nicht registrierter Geflüchteter aus der Ukraine in Berlin ist nun vertraglich geregelt. Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin und die Integrationsverwaltung des Senats haben am Montag eine Vereinbarung dazu unterzeichnet.

Berlin übernimmt alle Kosten vor der Registrierung

Der Senat erklärt sich demzufolge bereit, einen erheblichen Teil der Kosten zu übernehmen, solange die Geflüchteten noch nicht registriert sind und noch keine elektronische Gesundheitskarte haben. Damit haben die Menschen aus der Ukraine Anspruch auf eine Notfallversorgung, Schutzimpfungen und verordnungspflichtige Medikamente. Sie benötigen lediglich einen Ausweis, der ihre Identität bestätigt.

Sobald Geflüchtete sich bei ihrem zuständigen Sozialamt angemeldet haben, erhalten sie eine elektronische Gesundheitskarte und können dann ganz regulär medizinisch versorgt werden, finanziert durch den Bund und die Kassen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 04.04.2022, 20:20 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    " Da viele Geflüchtete arbeiten werden... "

    das bleibt abzuwarten, viele Geflüchtete haben ja angeblich den Wunsch sobald wie möglich in die Ukraine zurückzukehren,
    ist ja auch verständlich . Hängt natürlich vom weiteren Kriegsverlauf ab

  2. 11.

    " Vlt auch darüber nachgedacht werden, dass Leistungsbezieher erst zum Hausarzt müssen und nicht direkt zum Facharzt können. Auch sollte es unterbunden werden sich verschiedene Arztmeinungen einholen zu können. "

    wenn Leistungsbezieher erst zum Hausarzt müssen um erst dann eine Überweisung zum Facharzt bekommen, fallen ja noch mehr Kosten an , die vom Hausarzt und vom FA. Und verschiedene Arztmeinungen einholen ist gut und sinnvoll, der 1. Arzt liegt nicht immer richtig mit seiner Ansicht.

  3. 10.

    Es wäre aber sehr blauäugig nicht über die Finanzierung zu sprechen. Die Krankenkassen haben schließlich keinen Goldesel. Also werden dann die Beiträge steigen müssen. Was nicht für jeden einfach ist, weil ja alles massiv teurer wird.

  4. 9.

    Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung finanziert sich die private Krankenversicherung ganz anders.
    Wieso sollten sich die privaten Krankenkassen an der Finanzierung der Versorgung von Flüchtlingen beteiligen? Zahlen denn die Flüchtlinge oder der Senat die Beiträge zur privaten Krankenkasse?

    Ebenso finanziert der Steuerzahler keine einzige private Krankenversicherung.

    Da kommt wieder der Neid durch

  5. 8.

    Was haben denn die privaten Krankenkassen mit der Finanzierung der Kosten für Flüchtlinge zutun? Nichts.

    Was hat die Versicherung von Beamten ect mit den Flüchtlingen zutun,? Nichts

    Wäre ja noch schöner, wenn sich die PKV an den Kosten für die Versorgung der Flüchtlinge beteiligt.

  6. 7.

    Nichts gegen die ärztliche Versorgung. Dennoch interessiert mich im Detail: Wie verteilen sich die Kosten dafür?
    Dem Text nach bezahlt der Senat (also letzten Endes der Berliner Steuerzahler (bzw. der bundesdeutsche Steuerzahler)) einen Basissatz. Die Flüchtlinge erhalten eine elektronische Gesundheitskarte (der AOK?). Es steht zu befürchten, dass die Zahlungen des Senats (die ja durch alle Steuerzahler finanziert werden), nicht ausreichen, sodass letzten Endes die GKV (und damit die gesetzlich Versicherten) den Rest übernehmen werden. Die privat Versicherten sind - wenn ich richtig vermute - am Rest der Zahlungen nicht beteiligt. Wenn man sich vor Augen führt, dass vermutlich ein Großteil der Regierung, der Abgeordneten und der Beamten privat versichert ist, handelt es sich wieder mal um eine gigantische Bigotterie - bitte überzeuge mich jemand, dass ich falsch liege!

  7. 6.

    Eben nicht. Da die max Aufenthaltsdauer nur 3 Jahre beträgt, erfolgt keine Entlastung der Sozialsysteme.

    Ebenso werden viele Flüchtlinge nur im Niedriglohnsektor arbeiten, da viele Berufe reglementiert sind

  8. 5.

    Es ist nicht armselig, an der Versorgung der Flüchtlinge Kritik zu üben.

    Und natürlich muss die Frage der Finanzierung beantwortet werden. Oder wächst nach ihrer Meinung das Geld auf dem Baum?

    Wir können uns eine Einwanderung in die Sozialsysteme nicht leisten. Da die Flüchtlinge nur 3 Jahre bleiben dürfen, wird es keine Entlastung der Sozialsysteme geben.

    Gutmenschen müssen auch mal über den Tellerrand denken.

  9. 4.

    Mein Gott, wie arm ist es, an der ärztlichen Versorgung der Kriegsflüchtlingen herumzumäkeln? Stellen Sie sich doch mal für ein paar Sekunden vor, wie es wäre, wenn Sie vor Tod und Zerstörung flüchten müssten und dann kommt im reichen Zufluchtsland jemand wie sie daher und denkt statt an Hilfe nur ans Geld. Das ist ja zum Schämen.

  10. 3.

    Sie wissen aber schon, dass die Flüchtlinge nur max 3 Jahre hier bleiben dürfen. Das viele Arbeiten, ist unwahrscheinlich. Denn viele Berufe sind reglementiert. Die Flüchtlinge mit reglementierten Berufen dürfen erst arbeiten, wenn sie Zusatzprüfungen ablegen.

    Ausnahmen darf auch ein BM nicht machen

  11. 2.

    Da viele Geflüchtete arbeiten werden, wird nicht nur die Zahl der Leistungsberechtigten steigen, sondern auch die Zahl der Beitragszahler:innen. Diese Entwicklung wird sich nur durch weitere Zuwanderung aufrecht erhalten können, da sie der Überalterung unserer Gesellschaft entgegen wirkt.

  12. 1.

    On diese Vollkasko Versorgung durch die GKV auf Dauer gut geht word sich zeigen, schon jetzt fehlen 17 Mrd Euro. So wie es aussieht steigt die Leistungsempfänger schneller als die Zahl der Beitragszahler. Vlt auch darüber nachgedacht werden, dass Leistungsbezieher erst zum Hausarzt müssen und nicht direkt zum Facharzt können. Auch sollte es unterbunden werden sich verschiedene Arztmeinungen einholen zu können.

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