Vorstandsvorsitzender des "Deutsch-Russischen Forums" - Platzeck sieht nach Angriff auf Ukraine "neue Eiszeit" kommen

Fr 25.02.22 | 12:21 Uhr
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Matthias Platzeck
Video: Brandenburg Aktuell | 25.02.2022 | Hanno Christ | Bild: picture alliance/dpa/Christophe Gateau

Der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), hat den russischen Angriff auf die Ukraine scharf kritisiert.

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums zeigte sich am Freitag fassungslos. Man werde aller Voraussicht nach eine Eiszeit erleben, die an dunkelste Kapitel des letzten Jahrhunderts erinnern, nämlich den Kalten Krieg, sagte Platzeck dem rbb.

"Ich hätte nie gedacht, dass er (Putin) zu den Mitteln der Gewalt greift und ein souveränes Nachbarland - noch dazu ein Land, dass er selber als sein Brudervolk bezeichnet - überfällt", sagte Platzeck auf RadioEins. "Das ist eine Tragöde, bei der ich im Moment noch fassungslos bin. Das hätte ich nicht für möglich gehalten", hieß es weiter.

Platzeck: Mehrheit des russischen Volkes ist gegen den Krieg

Man müsse aber zwischen dem russischen Volk und der Putin-Regierung unterscheiden, so Platzeck. Nach seiner Wahrnehmung sei die Mehrheit der russischen Bevölkerung gegen diesen Krieg. Das solle man nicht vergessen.

Wie man nach dem "Kulturbruch" wieder in den Austausch kommen könne, wisse er derzeit noch nicht, sagte Platzeck. Aber klar sei auch, dass man Russland als größtes Land der Erde bei der Bewältigung anderer Probleme, wie zum Beispiel des Klimawandels, nicht ignorieren könne.

"Sie stehen vor einer Wand und haben das Gefühl: Das war alles völlig sinnlos"

Das Deutsch-Russische Forum setzt sich nach eigenen Angaben für den Dialog mit Russland ein und organisiert Dikussionsforen, Konferenzen und Sprachaustauschprogramme.

Man habe nicht für oder gegen Putin gearbeitet, sondern mit der russischen Gesellschaft. Dies alles habe Putin durch diesen Einmarsch in sein Nachbarland völlig entwertet. "Sie stehen vor einer Wand und haben das Gefühl: Das war alles völlig sinnlos", sagte Platzeck. Man werde in irgendeiner Form weitermachen. Wie man aber nach dieser Gewaltanwendung wieder in ein Fahrwasser komme, dass "irgendwie in Richtung Zukunft weist", sei ihm aktuell rätselhaft, so Platzeck.

Sendung: RadioEins, 25.02.22, 9:10 Uhr

41 Kommentare

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  1. 41.

    Aber das stellt doch niemand in Abrede. Es geht um die anschließende Ostpolitik und da hat Platzeck in Anlehnung vieler westlicher Diplomaten, die im Gegensatz zu den heutigen Theoretikern, im kalten Krieg sich ihre Sporen verdient haben und genau wussten, wie man den Weltfrieden bewahrt, Einfluss zu nehmen.
    Oder glauben sie ernsthaft wir hätte bei den heutigen „diplomatischen Ansätzen“ 77 Jahre Weltfrieden hinbekommen??
    Die Welt ist kein Pony-Hof sondern wimmelt nur so von Testosteron gesteuerten Autokraten.

  2. 40.

    WIe alle. Zuerst nichts tuen ausser schwätzen und dann "scharf kritisieren" (wieder schwätzen). Mir ist es peinlich Deutscher zu sein. Wir (unsere inkompetenten Politiker) haben das ukrainische Volk auf die Schlachtbank geführt.

  3. 39.

    Falsch, die Zeit vor 1989 ist erfreulicherweise Geschichte und das russische Imperium , dass "dank" des Weltkrieges die UDSSR auszuweiten wusste auch. Nun sind die meisten dieser Länder in der NATO, und somit haben sie sich dem Zugriff des Despoten im Moskau entzogen für Europa eine Gefahr weniger.
    Jegliche Großmacht - Gelüste zu belächeln, das ist das Mindeste was man darauf erwiedert!

  4. 38.

    Nur will das heute keiner mehr hören. 28 Jahre unsägliche Russlandpolitik des Westens werfen uns nun zurück in die Zeit vor 1989. Putins Krieg ist fürchterlich und stellt eine Zäsur dar, mit der keiner gerechnet hat, obwohl sie sich langsam anbahnte. Ich verurteile diesen Krieg, ich verurteile Putin, aber auch alle Politiker des Westens, die an der überheblichen und grundfalschen Politik gegenüber Russland in den letzten 28 Jahren mitgewirkt haben. Platzeck hat für bessere Beziehungen und gute Zusammenarbeit mit Russland gearbeitet. Die westlichen Politiker haben ihn belächelt und kritisiert. Menschen wie Platzeck hätten mit ihrer Herangehensweise eine andere, bessere Situation als die jetzige erzeugt. Da bin ich mir sehr sicher.

  5. 37.

    Seit Jahren predigen die Putin-Lakeien Platzeck und Schröder man müsse doch verstehen, auf Russland sei ja so verlass etc etc. Jetzt geben sie sich "überrascht"! Die Enttäuschung von ihrem Busenfreund Putin hinters Licht geführt worden zu sein gönne ich ihnen, glaube aber dass diese viel mehr von der Erkenntnis herrührt, dass damit die Karriere als fürstlich entlohnte PR-Kasper zu einem jähen Ende kommt. Eine Farce!

  6. 36.

    Die ganzen russischen Pazifisten, die gerade die Ukraine platt machen - was für eine Idiotie!
    Bert Brecht: „Caesar hat Gallien erobert, er wird auch einen Koch dabei gehabt haben“.
    Putin betritt die „heim ins Reich“ geholte Ukraine erst zur Siegesparade der glorreichen Sowjetarmee, dort kämpfen gerade nur die Platzeck‘schen Kriegsdienstverweigerer.

  7. 35.

    Der Putin würde sich über ein Deutsch-Russisches Forum in diesem Format sicher freuen, also nichts wie hin.

  8. 34.

    Politisch ausgegrenzt hat sich Putin selber, und bei einer Rekapitulation stellt man fest, es war so gewollt, da weder die EU noch die NATO bereit waren nach seiner "Pfeife zu tanzen".

  9. 32.

    Platzeck ist einer der wenigen Politiker, der die richtigen Lehren aus dem kalten Krieg gezogen hat und meines Wissens nach sich unermüdlich für eine andere Ostpolitik eingesetzt hat, ganz im Sinne bereits gestorbener oder noch lebender Diplomaten des kalten Kriegs, wie beispielsweise Horst Teltschik.
    Solche besonnen Politiker, die noch wissen auf was es ankommt, sind mir tausend mal lieber wie die ganzen Amateure von heute.
    Und entscheidend wird sein, dass russische Volk zukünftig nicht mit einem Despot Putin gleich zu setzen.

  10. 31.

    Prerow ist wohl heute ahnungsloser als früher Dresden ? Herr Platzeck war früher MP und wird jetzt zuhause sein. Twittern Sie doch mal.

  11. 30.

    Er ist "erst" 69, die 70 hat er noch vor sich. Deswegen auch das aktuelle Bemühen um ein passendes Geschenk.

  12. 29.

    "... ich weiß ja nicht, was dieda so machen,..." und das ist genau das Problem in diesem Forum. Hier äußern sich zuviele, die "nichts wissen".

  13. 28.

    Man darf es mir nicht übel nehmen, dass ich nicht glauben kann, dass russische Soldaten am umhüllten Reaktor von Tschernobyl " rumfummelten" - den Schutz beschädigen wollten. Das wäre ein Schuss ins eigene Knie. Was war oder ist da nun wirklich geschehen ?

  14. 27.

    Vielleicht ist Putin in Wahrheit ein Feuerdrache und sein Riesenappetit auf von ihm zuvernichtende Völker ist a) unendlich und er ist b) mit nichts mehr zu stoppen.

  15. 26.

    Das Licht ist hier "toll" 3W-LED flimmert. Ich meine den Text der Nationalhymne der UDSSR.

  16. 25.

    Dem muss man leider zustimmen, nach Putins Rede im Bundestag 2001, hat man ihm die ausgestreckte Hand ausgeschlagen. Es gab keine ernsthaften Gespräche um mit ihm zusammenzuarbeiten. Lediglich das Gas wolkten alle haben. Politisch wurde er ausgegrenzt. Die Quittung bekommen jetzt die Ukrainer und der Rest Europas.

  17. 24.

    Was aber hat Putin von einer zerstörten Ukraine ? Ich denke, dass Putin dort eine andere Regierung installieren will.

  18. 23.

    Na ja, wie war das noch mit der hellsten Kerze ?
    dieser Mann ist Vorsitzender eines deutsch russischen Forums, ich weiß ja nicht, was dieda so machen,
    aber dass Putin ein Diktator und Verbrecher ist,der sich eine Menge willfähriger Oligarchen hält……..
    Herr Platzeck, mit Verlaub, wo waren Sie die letzten Jahre?

  19. 22.

    Der Krieg ist unterste Schublade und man muss ihn verurteilen. Alle finden den Schuldigen in Moskau. Was hat die NATO und die EU und Amerika falsch gemacht???? Offensichtlich gar nichts, außer das alle ein bisschen gelogen haben und an Gedächtnisschwund leiden. Aus meiner Sicht trifft diese Leute auch eine erhebliche Mitverantwortung für das was jetzt in der Ukraine passiert.

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