Proteste im Regierungsviertel - 4.000 Menschen protestieren in Berlin gegen Krieg in der Ukraine

Do 24.02.22 | 22:22 Uhr
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Während einer Demonstration in Berlin gegen den Krieg in der Ukraine wird das Brandenburger Tor in den ukrainischen Nationalfarben angeleuchtet. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 24.02.2022 | Tom Garus | Bild: dpa

Der russische Überfall auf die Ukraine besorgt auch die Menschen in Berlin. Tausende protestieren gegen den Krieg - unter anderem vor dem Brandenburger Tor. Die Polizei verstärkt den Schutz "einschlägiger Objekte" im Stadtgebiet.

Russlands Krieg gegen die Ukraine bewegt in Berlin viele Menschen. Am Donnerstagabend versammelten sich laut Polizei rund 2.500 Menschen vor dem Brandenburger Tor, um gegen den russischen Überfall zu demonstrieren, angemeldet waren 300 Personen.

In dem Aufruf zu der Protestaktion schrieben die Organisatoren: "Wir, russische Bürger, gehen auf die Strasse, um gegen den verbrecherischen Krieg zu protestieren, der eine Schande für Russland und Russen ist."

Vor dem Bundeskanzleramt protestierten am Nachmittag rund 1.500 Demonstranten gegen den russischen Einmarsch. Viele trugen ukrainische Flaggen. Auf Schildern forderten sie unter anderem Europa zum Handeln auf.

Auch an der russischen Botschaft auf der Straße Unter den Linden kam es am Nachmittag zum Protest, dort versammelten sich über 100 Demonstranten. In Berlin wurden für Donnerstag mehrere Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine angemeldet.

Brandenburger Tor leuchtet blau-gelb

Zu einer ersten Kundgebung kamen bereits am Vormittag am Brandenburger Tor etwa 150 Menschen zusammen. Für den Abend wurde zudem zu einem Protest mit dem Titel "Kein Krieg in der Ukraine" auf dem Leopoldplatz im Stadtteil Wedding aufgerufen.

Das Brandenburger Tor wurde am Donnerstagabend als Zeichen der Solidarität wie schon am Abend zuvor in den Nationalfarben der Ukraine angestrahlt. Das Wahrzeichen sollte bis Mitternacht in Blau und Gelb leuchten.

Auch in Potsdam wurde am Donnerstagabend gegen den Krieg protestiert. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich am Alten Markt an einer Friedenskundgebung mehrerer Parteien und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). In der Nikolaokirche wurden die Glocken geläutet. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sprach von einem "erschütternden Tag" für die Ukraine und ganz Europa.

Proteste in Berlin gegen Krieg Russlands gegen die Ukraine

Bischof spricht Friedensgebet im Berliner Dom

Die Kirchen haben zu Friedensgebeten aufgerufen. Der evangelische Bischof Christian Stäblein erklärte: "Der Angriff Russlands auf die Ukraine erschüttert uns in unseren Grundfesten." Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) wollte am Donnerstagabend an einem Friedensgebet im Berliner Dom teilnehmen.

Auch in Brandenburg waren mehrere Friedensgebete geplant, beispielsweise um 18 Uhr in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack und um 19:30 Uhr in Kyritz.

Berliner Polizei verstärkt Schutzmaßnahmen

Angesichts des ausgebrochenen Krieges zwischen Russland und der Ukraine verstärkt die Berliner Polizei den Schutz "einschlägiger Objekte" in der Hauptstadt.

Wie eine Sprecherin dem rbb am Donnerstagmorgen mitteilte, würden "anlassbezogene Schutzmaßnahmen" getroffen. Um welche Maßnahmen und Objekte es sich dabei konkret handelt, wollte die Sprecherin nicht sagen.

Austausch mit dem BKA

Die Berliner Polizei stehe in ständigem Austausch mit dem Landeskriminalamt und dem Bundeskriminalamt. Es gehe darum, fortlaufend eine Gefährdungsanalyse vorzunehmen.

Nach rbb-Informationen war die Lage vor den Botschaften Russlands und der Ukraine in Berlin am Donnerstagmorgen ruhig. Die russische Botschaft Unter den Linden war mit Absperrgittern umzäunt. Ein Mannschaftswagen mit ungefähr zehn Polizisten stand davor. Ähnlich sah es nach dpa-Informationen vor der ukrainischen Botschaft in der Albrechtstraße in Mitte aus.

Sendung: Abendschau, 24.02.2022, 19:30 Uhr

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29 Kommentare

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  1. 29.

    Das Kartellamt prüft nach Gesetzeslage, Sie denken an eine politische Entscheidung. Leider ist noch kein Geld für die Anteile an der Raffinerie geflossen, die nur russisches Erdöl vor allem zu Kraft- und Brennstoffen verarbeitet.

  2. 27.

    Selenskiy hat das Abkommen in seiner Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz letztens erwähnt. Allerdings wäre 1994 noch keiner aus die Idee gekommen, dass die Ukraine NATO-Mitglied werden könnte.

  3. 26.

    "Sofort entschuldigen und die Osterweiterung rückabwickeln."

    Sämtliche osterweiterten Staaten rückabwickeln ? Erklären Sie mal, was Sie unter "rückabwickeln" verstehen und wie genau das funktionieren soll? Allen neueren NATO-Staaten sagen; nee, doch nicht, wir sind raus? Und was meinen Sie, was dann Putin macht? Danke sagen und zur Tagesordnung übergehen ?
    Mann Mann....

  4. 25.

    "Meine Erinnerung sagt mir, und das kann man auch als Videobeweis nachprüfen, dass Genscher und Baker als Außenminister und Verhandlungsführer eine Nato Osterweiterung ausschlossen."

    Dann schauen sie sich den angeblichen Beweis nochmal genau an.

  5. 24.

    Putin ist ein irrer Diktator
    Mir tut die Bevölkerung der Ukraine leid,die Putins irre Ideen ausbaden müssen und leiden müssen
    Mir tun die Ukrainischen Mitbürger in Deutschland und anderswo leben leid die jetzt Angst um ihre Verwandten in der Ukraine haben müssen und Ungewissheit haben wie es ihnen geht
    In deren gefühlslage muss mann sich mal reinversetzen
    Alles nur wegen einem IRREN !!

  6. 23.

    Ich weiß nicht wie alt Sie sind, vor 23 Jahren hatten wir auch schon mal einen Krieg mitten in Europa. Vielleicht waren damals auch alle irre.
    Ich denke so ein Krieg wird nicht geführt wenn jemand irre ist.

  7. 22.

    Die Dinge nehmen jetzt so oder so ihren Lauf und dass hat für alle Player nachhaltige Konsequenzen. Der Wahnsinnige schafft jetzt sehr, sehr komplizierte Tatsachen und nachhaltige europäische Verwerfungen. Wir können nur hoffen, dass wir mit Hilfe der Amerikaner wenigstens noch einen dritten Weltkrieg verhindern. Denn was da gerade läuft ist um ein Vielfaches gefährlicher als die Kuba-Krise und der Irre ist zu allem bereit. Der Wahnsinnige hat nicht umsonst den atomaren Erstschlag gerade im Manöver getestet.

  8. 21.

    Wenn man keine Argumente hat, muss man nicht persönlich werden. Es ist offensichtlich, dass Putin bei vollstem Verstand ist. Dass uns seine Entscheidungen nicht gefallen, ist legitim.
    Das russische Volk wird sich nicht gegen ihn stellen, dazu ist Putin beim Volk zu beliebt. Bis auf wenige Ausnahmen.
    Ihm ist jetzt nach soviel Missachtung egal, was "international" gemacht wird. Er wurde schon vorher ignoriert und gedemütigt. Ihn werden auch Sanktionen nicht jucken, Russland hat nichts zu verlieren.
    Wir sollten eher Angst vor einem russisch/chinesischen Bündnis haben.
    Ich glaube in den meisten Teilen Russlands wissen die Menschen gar nichts von einem Krieg oder irgendwelchen Sanktionen. Das ist ihnen auch schlicht egal und hat Null Auswirkungen auf sie. Vom Ölexport haben sie eh nichts, das teilt sich Schröder und co.
    Uns selbst wird es schlecht gehen.

  9. 20.

    „Was auch immer geschieht: Nie dürft Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken!“ — Erich Kästner

  10. 19.

    Trotz der vielen Fehleinschätzungen zu der Lage vor Ort: Wir dürfen uns nicht in einen Krieg hineinziehen lassen. Sind die Forderungen auch noch so laut. Die Tendenzen sind eindeutig...

  11. 18.

    Geht mir genauso. Meine verstorbene Mutter war auch eine Vertriebene. Leider war Putins irre Absicht vorhersehbar.

  12. 17.

    Wenn Schröder jetzt SPD Bundeskanzler wäre statt Scholz, dann hätte es diesen Krieg wohl nicht gegeben.

  13. 16.

    Es fällt mir auf, daß ein Punkt noch nie erwähnt wurde :Das Budapest-Memorandum von 1994. Damals wurden die Ukraine, Belarus und Kasachstan gezwungen, ihre Atomwaffen an Russland abzugeben. Besonders drängten die USA, UK und Frankreich. Die Ukraine war die drittgrößte Atommacht. Was wäre wohl heute ohne das Memorandum?
    Was mag wohl mancher Politiker denken, daß das nie erwähnt wird? Vielleicht empfindet doch mancher nachträglich wenigstens etwas Scham über diesen Fehler.

  14. 15.

    Alle in den Kommentaren geforderte Maßnahmen gegen Rußland sind sicherlich richtig. Aber man muß auch deststellen, dass die deutsche Politik in den letzten Jahren ind er Verteidigungs- und Außenpolitik total versagt hat. Das Afgahnistandesaster scheint schon vergessen. Viele der jetzigen Politiker (auch einzelne handlnde Personen) tragen Verantwortung dafür, dass jede vorgesehene Modernisierung und Ausrüstung der Bundeswehr als Aufrüstung gebrandmarkt wurde und zeeredet und verschleppt wurde. Die Quittung kommt jetzt und diese Pharisäer dürfen weiter machen und keiner fragt nach der vergeigten Verantwortung. Einen Kurswechsel haben ich in den Statments bisher nicht vernommen. Was für die Verteidigunspolitik gilt, gilt auch für die Außenpolitik. Die Schlechtleistung von Herrn Maas wurde zwar angesproche, aber Konsequnezen keine. Frau Merkel hat auch nicht eingegriffen und hat die SPD machen lasssen und wi8rd dafür weiter in den siebten Himmel gehoben.

  15. 14.

    Meine Erinnerung sagt mir, und das kann man auch als Videobeweis nachprüfen, dass Genscher und Baker als Außenminister und Verhandlungsführer eine Nato Osterweiterung ausschlossen. Entgegen dieses Versprechens hat sich die Nato Osterweitert. Mehfach. Bis an die Grenzen Russlands. Schon blöd das Internet mit seinem langen Gedächtnis und das vieler Bürger.
    Sofort entschuldigen und die Osterweiterung rückabwickeln.

  16. 13.

    Man sollte die russische Botschaft auch unter den jetzigen Bedingungen offen halten und auch schützen. Aber: Keine Überflugrechte russischer Fluggesellschaften, Sperrung alle Flughäfen für russische Airlines. Kein Export von Waren aller Art von Hochtechnologie bis Klopapier. Kein Import von Gütern gleich welcher Art aus Russland.Keine Sportveranstaltungen in Russland und keine Sportveranstaltung mit russischen Sportlern.Russland, so weit wie möglich, vom internationalen Fnazmarkt ausschließen etc. und verstärkte Präsenz von Natotruppen bei den Natomitgliedsstaaten die am ersten von russischen Übergriffen betroffen wären. Wir müssen leider mit allem rechnen, da Russland im Prinzep nicht mehr von einer normalen Regierung, sondern von einer Clanartigen Verprecherstruktur beherrscht wird.

  17. 12.

    Deutschland sollte jetzt begreifen, dass es auch um seine Freiheit und Art zu leben geht. Zu lange wurde von Dialogbereitschaft geschwafelt, während der Verbrecher im Kreml den Krieg vorbereitet hat. Diktatoren respektieren nur jemanden, der wehrbereit ist. Dementsprechend sollte die Bundeswehr in Zukunft ausgerüstet werden!

  18. 11.

    Der Westen sollte sich andere Strategien als Sanktionen einfallen lassen. Das wird Putin nur noch mehr eskalieren lassen. Deutschland, EU und die NATO sollten sich da raushalten und Putin endlich ernst nehmen bevor es zu spät ist!

  19. 10.

    Schöne heile Welt von der Sie da träumen, solange das Gemeinschaftsmodell nicht praktiziert wird und wir weiter das Individuum heroisieren wird es zwangsläufig kriegerische Auseinandersetzungen geben. Und wir werden am Ende wieder erstaunt festellen das diese ganze Sanktioniererei gar nichts brachte, irgendwie kann ich mich nicht wirklich darüber freuen bei den "Guten" zu sein, geschweige denn Stolz.

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