Internationaler Tag der Pressefreiheit - Journalisten protestieren vor russischer Botschaft gegen Ukraine-Krieg

Di 03.05.22 | 18:46 Uhr
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Mitglieder des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) demonstrieren zum Tag des Internationalen Tages der Pressefreiheit vor der russischen Botschaft Unter den Linden unter dem Motto "Für Frieden und Pressefreiheit". (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Audio: rbb24 Abendschau | 03.05.2022 | Steffen Grimberg | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit ist am Dienstag in mehreren deutschen Städten, darunter Berlin, für eine ungehinderte Berichterstattung und Frieden in der Ukraine demonstriert worden.

Zu Kundgebungen aufgerufen hatte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV). Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall sagte bei einer Mahnwache vor der russischen Botschaft in Berlin: "Stoppt diesen Krieg. Lasst Pressefreiheit wieder zu."

Angesichts von zunehmenden Angriffen auf Journalistinnen und Journalisten sei dringend eine internationale Debatte über den Wert der Pressefreiheit nötig, sagte Überall. Die Teilnehmer der Mahnwache vor der russischen Botschaft erinnerten mit einer Schweigeminute an die im Ukraine-Krieg getöteten Journalisten.

Grimberg verurteilt Hass auf Journalisten

Der Vorsitzende des DJV (Deutscher Journalistenverband) Berlin-Brandenburg, Steffen Grimberg, verurteilte anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit die zunehmenden Angriffe auf Journalisten. Im vergangenen Jahr habe es in Deutschland 80 tätliche Übergriffe auf Medienvertreter gegeben, sagte Grimberg der rbb24 Abendschau. Mehr als die Hälfte dieser Taten seien auf Corona-Demonstrationen begangen worden. Es gebe einen großen Hass und Unverständnis gegenüber Journalisten und ihrer Arbeit. Sie würden als Feinde wahrgenommen und persönlich angegriffen, kritisierte Grimberg.

Er könne ein gewisses Misstrauen nachvollziehen, denn die Welt sei komplex und auch den Medien gelänge es nicht immer, für jeden verständliche Antworten zu liefern. Das habe einige Menschen enttäuscht, sagte Grimberg selbstkritisch. Die Medien hätten in den vergangenen Jahren womöglich auch zu wenig erklärt, wie Journalismus funktioniert. Man habe vermutlich zu lange auf einem "hohen Ross" gesessen und das Vertrauen in die Medien als selbstverständlich angesehen. Andererseits hätten seriöse Medien gerade in Krisenzeiten - etwa während der Corona-Pandemie oder dem Krieg in der Ukraine - Zuwachs und Zuspruch bekommen.

Grundsätzlich werde den Medien vertraut, meint Grimberg. Trotzdem lautet sein Appell: "Kommt auf uns zu, fragt uns! Wir sind keine Feinde, keine Lügenpresse, sondern ein Bestandteil der Demokratie."

Sendung: rbb24 Abendschau, 3. Mai 2022, 19.30 Uhr

3 Kommentare

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  1. 2.

    Vor der Botschaft von Mexiko wäre es auch angebracht eine Mahnwache aufzustellen.

  2. 1.

    Demonstrieren nur 4 Journalisten?

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