Protest gegen Ölimporte aus Russland - Demonstranten ketten sich an Pipeline in Schwedt

Mi 27.04.22 | 15:40 Uhr
  13
Eine Aktivistin der "Letzten Generation" wird unweit von Breydin (Brandenburg) von Sicherheitskräften am Betreten einer Betriebsanlage der PCK Raffinerie GmbH gehindert. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Zwei Demonstranten haben sich an der PCK-Raffinierie in Schwedt (Uckermark) aus Protest gegen Ölimporte aus Russland an eine Rohöl-Pipeline gekettet. Das bestätigte die Polizeidirektion Ost dem rbb am Mittwoch. Beteiligt gewesen seien ein Mann und eine Frau, sagte Sprecher Roland Kamenz.

Aktivisten: Regierung soll Ölimporte aus Russland stoppen

Zu der Aktion hat sich die Gruppe "Bürger:innen der letzten Generation" bekannt, die in den letzten Monaten auch für Autobahn-Blockaden in Berlin verantwortlich waren. Diese haben nach eigenen Angaben an mehreren Orten Deutschlands Rohöl-Pipelines abgedreht - auch an der Pipeline Druschba in der Nähe von Schwedt. Ob der Ölfluss in Schwedt tatsächlich beeinträchtigt ist, war zunächst unklar.

Die Aktivisten kündigten in einer Mitteilung an, weiter alle Mittel des friedlichen zivilen Widerstands zu nutzen, sollte die Regierung nicht glaubwürdig erklären, "den fossilen Wahnsinn" zu stoppen.

Habeck sucht nach Alternativen für Schwedt

Vor der Erdölraffinerie hatten bereits im März Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace demonstriert. Etwa 40 Aktivistinnen und Aktivisten blockierten dabei den Haupteingang des Werks. Von einem Dach wurde ein Banner mit der Aufschrift "Peace not Oil" entrollt. Vier Umweltschützer sollen sich an Schienenanlagen festgemacht haben, auf denen Diesel und Benzin nach Berlin und Brandenburg gefahren wird.

Wegen des Kriegs in der Ukraine sucht Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach Alternativen zu Gas- und Ölimporten aus Russland. Unter anderem sind neue Anlandestellen für Flüssiggas geplant. International war die Lage am Mittwoch gespannt, da Russland einen Stopp der Gaslieferungen an Polen und Bulgarien angekündigt hat.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.04.2022, 15:00 Uhr

13 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 13.

    Was haben Ihre Ausssgen jetzt mit denen von Ausländerfreund zu tun?

    Ich bin 100% einer Meinung mit Ausländerfreund, dass ich es gut finde in einer Demokratie zu leben in der freie Meinungsäußerung und ziviler Ungehorsam möglich sind.

    Im Westen lernt man das im übrigen, hier im Osten hat man teilweise eher absurde Vorstellungen.

    Am besten finde ich immer Leute auf Demos die rumkräckeln, dass man ja nichtmal mehr seine Meinung sagen dürfte *kopfschüttel*

    Denen wünscht man mal ne Demo Teilnahme in Moskau.....

  2. 12.

    Da stehe ich ganz dicht bei Ihnen! Schon Einstein wusste, dass allein die Dummheit der Menschen unendlich ist!
    Bisher hat noch jeder Zerfall von Demokratie am Unterbinden von Leistung und Verstand zu deren Ende beigetragen!
    Und wenn eine Frau Lang plötzlich für Bewaffnung und "Verteidigung" plädiert, dann ist mir klar, wer liefern muss und wer daheim in weichen Kissen sitzen wird.

  3. 11.

    Oh doch Fr.Herrmann , das ist ja das schlimme , das ist komplett der Ernst von diesen Leuten . Die denken allen Ernstes , das sie da irgendetwas gutes tun . Auch für mich ist das nur schwer bis überhaupt nicht zu verstehen .In was für einer "verstrahlten Zeit "leben wir nur .

  4. 9.

    Warum berichtet man über so einfache Menschen und gibt denen überhaupt eine Plattform? Was ist los mit Euch rbb?

  5. 8.

    Ich habe aber trotzdem keine Lust mehr die Folgen dieser "tollen Aktionen" mit zu finanzieren.

    "...eigenen Angaben an mehreren Orten Deutschlands Rohöl-Pipelines abgedreht ..."
    Kommt man so einfach an den "Hahn"?
    Solche Aktionen können auch ins Auge gehen.

  6. 7.

    Zum Glück kann man (noch) in unserem Land die eigene Meinung frei sagen, schreiben und (noch) zivilen Ungehorsam praktizieren, anstatt wie in Russland und weiteren Diktaturen nur von Staatsmedien belogen und betrogen zu werden.

  7. 6.

    2 Demonstranten haben sich beim PCK angekettet? Wen interessiert das? Haben wir keine wichtigen Nachrichten verfügbar?

  8. 5.

    Na ich hoffe mal dass die Demonstranten wenigstens konsequent waren und nicht mit einem Auto gekommen sind dessen Benzin aus russischen Erdöl hergestellt wurde.

  9. 4.

    Menschen, die vorsätzlich Ordnungswidrigkeiten begehen nennt man eigentlich Rowdys, Hooligans, Rabauken, die Sprache hat so viele Bezeichnungen für Subjekte, die öffentliche Ordnung gefährden.
    Wie um Gottes Willen daraus Aktivisten geworden sind - bleibt für mich ein Geheimnis.

  10. 3.

    „Den Verkehr oder beliebige Betriebsabläufe zu stören, hat für mich wenig mit "friedlichem zivilen Widerstand" zu tun.“

    Sie vermischen Demokratie als Partizipationskonzept und zivilen Ungehorsam doch zu sehr. Und was an den Aktionen nicht als „friedlicher ziviler Widerstand“ gelten kann ist auch nicht plausibel. Augenscheinlich ist für Sie jener Widerstand friedlich, der keinen Widerstand leistet und so nicht Gefahr läuft, Ihnen und Ihrem Alltag zu widerstehen. Nur dann sind es in erster Linie Sie, der Demokratie nicht versteht, weil Demokratie als Grundkonzept auch zulässt, dass man Ihren Interessen entgegensteht.

  11. 2.

    Die Gruppe "Bürger:innen der letzten Generation" wollen wieder mal aufhetzen,
    Erzwingung „IHRER“ Werte und Vorstellungen.
    Sie bleiben sicher eine Minderheit die akzeptiert wird,
    aber keinerlei Vorbild für die Allgemeinheit darstellen.
    Ist aber Alles unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit legitim.
    Aber wie lange noch?

  12. 1.

    Den Verkehr oder beliebige Betriebsabläufe zu stören, hat für mich wenig mit "friedlichem zivilen Widerstand" zu tun.
    Die teilnehmenden "Aktivisten" treten die Demokratie mit Füßen, indem sie mit ihren Aktionen alle anderen Bürger und Wähler ZWINGEN wollen, ihre Weltsicht anzuerkennen und zu übernehmen.
    Das widerspricht einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und grenzt an Diktatur durch Minderheiten!

    Das "Problem" einer Demokratie ist, dass die Mehrheit der Wählenden auch das Recht hat, eine für andere falsche, nicht nachvollziehbare oder manchem nicht zusagende Meinung zu haben.

Nächster Artikel