Benzin und Diesel über zwei Euro - ADAC rechnet mit weiter steigenden Spritpreisen

Mi 09.03.22 | 10:31 Uhr
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Preissäule einer AGIP Tankstelle in Berlin mit hohen Spritpreise am 08.03.2022. (Quelle: imago images/Achille Abboud)
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Hierzulande liegt der Benzin- und Dieselpreis mittlerweile über zwei Euro pro Liter. Der hohe Preis erklärt sich auch über Hamsterkäufe. Der ADAC warnt, dass er noch weiter in die Höhe gehen könnte.

Die Spritpreise dürften nach Einschätzung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs weiter steigen. Auf dem Weltmarkt gebe es große Sorgen davor, dass wegen der Kampfhandlungen in der Ukraine Öl knapp werde, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel dem rbb.

"Es ist ganz schwer, hier eine Prognose zu wagen", erläuterte Hölzel. "Man sollte aber von einem weiteren Anstieg der Spritpreise ausgehen, da ja auch der Ölpreis angesichts der Unwägbarkeiten des Ukrainekriegs weiter klettern dürfte."

Tankstellen beklagen schlechte Geschäfte

Der Tankstellen-Interessenverband forderte eine Senkung der Steuern auf die Kraftstoffe. Gute Geschäfte machten die Betreiber bei diesen Preisen nicht, sagte Verbandssprecher Herbert Rabl dem rbb. Viele Kunden tankten nur noch für 10, 20 oder 30 Euro und kauften auch nichts mehr in den Tankstellen-Shops.

Der Krieg hat außerdem dazu geführt, dass Diesel mittlerweile teurer ist als Benzin. Das liege daran, dass viele Familien schon jetzt die Heizölvorräte für den nächsten Winter auffüllten, so ADAC-Sprecher Hölzel: "Offensichtlich gibt es bei den Verbrauchern die Sorge, dass Heizöl im nächsten Herbst und Winter knapp oder noch teurer werden könnte und deshalb werden derzeit viele Tanks gefüllt. Und da Heizöl das gleiche Produkt ist wie Diesel, nur anders besteuert wird, steigt auch der Preis für Dieselkraftstoff."

Von der Leyen: Benzinpreise müssten im Blick behalten werden

In der Debatte in Deutschland um einen Einfuhrstopp für russische Energie hat die EU nach den Worten von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) die Entwicklung der Rohölpreise "immer im Blick".

Auch angesichts der steigenden Benzinpreise müsse die EU "immer im Blick behalten", dass die "Rohölpreise nicht zu sehr eskalieren, zu sehr ansteigen, denn das wiederum würde uns schwächen", betonte die Kommissionschefin. Es gehe um das "feine Austarieren mit unseren Freunden", um bei dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine "maximale Wirkung zu erreichen, aber bei uns keinen Schaden anzurichten".

USA hatte Stopp von Energieimporten aus Russland angeordnet

US-Präsident Joe Biden hatte am Dienstag wegen des Ukraine-Kriegs einen Stopp von Energieimporten aus Russland angeordnet. Das US-Einfuhrverbot gilt für Erdöl, Flüssigerdgas und Kohle aus Russland. Biden zeigte zugleich Verständnis dafür, dass die Europäer angesichts ihrer Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas aus Russland bei der neuen Strafmaßnahme nicht mitziehen.

EU-Staaten wie Deutschland sind von Importen von russischem Erdgas und Erdöl abhängig und wollen deswegen bislang in diesem Bereich keine Sanktionen verhängen. Deutschland bezieht 55 Prozent seines importierten Erdgases und rund ein Drittel des importierten Erdöls aus Russland. In der gesamten EU liegt der Anteil bei rund 40 Prozent bei Erdgas und knapp 30 Prozent bei Erdöl.

Sendung: Inforadio, 08.03.2022, 19:30 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    In Polen und in Österreich sind die Preise auf Benzin und Diesel an den Tankstellen nicht so start gestiegen. Meines Wissens kommt das Öl aus der der selben Pipeline und wird in der selben Rafinerie verarbeitet. Kann es sein das die Autofahrer in Deutschland im besonderen zur Kasse gebeten werden ? Ich frage mich wer hier eigentlich die Sanktionen zu spüren bekommt ? Der deutsche Michel weil er murrt und zahlt ? Der blanke Hohn für Berufspendler welche auf das Auto angewiesen sind. 12 Euro Mindestlohn ab Oktober soll das ein Ausgleich sein ? Werden wir von der Politik und den Mächtigen einmal wieder vorgeführt ? Was man nicht Alles unter dem Namen der Demokratie in diesem Lande für Schaden an der Allgemeinheit anrichten kann ohne dafür belangt zu werden dank gewählte Volksverteter und Immunität.

  2. 31.

    Weil auch die hohe Nachfrage die Kraftstoff-Preise nach oben treibt könnte eine Limitierung für private Verbraucher preisdämpfend wirken. Zum Beispile 1 Liter pro Kennzeichen und Tag.

  3. 30.

    Und, Hallo OPEC … Na, hat Euch Putin mit OPEC+ auch hinter‘s Licht geführt und will Euch nun in Haftung nehmen ? … Komplett neue weltpolitische Situation, neues Handeln … Nun also bitte die Förderquoten erstmal wieder massiv hoch, damit die Spekulation auf dem (Termin-)Markt sofort abreißt … Oder wollt ihr in naher Zukunft auch nur noch ein oder zwei Groß-Kunden bedienen, die Euch die Preise dann richtig hart diktieren ?!

  4. 29.

    Ich bin das es die Oeffis gibt, auch wenn mal nicht alles so klappt wie gewohnt. Mit dem Auto habe ich mehr Zeit im Stau verbracht und das hat meine Freizeit radikal verkürzt. War nicht selten mehr als 2 Stunden auf einer Strecke unterwegs und auch nicht so entspannt wie bei der Zugfahrt.

  5. 28.

    Wenn jeder, der nicht aufs Auto angewiesen ist, das Auto mal stehen ließe, wäre der Sprit deutlich billiger. Wenn vom Rest dann noch die eine oder andere eine Fahrgemeinschaft bildet, man man man, was man da alles sparen könnte.

  6. 27.

    Und der Finanzminister sieht keinen Grund dagegen etwas zu unternehmen.
    Warum auch,bei einem Gehalt von über 10000 Euro,ist es egal wenn det liter Kraftstoff über 2.00 Euro kostet.
    Ausserdem wird dieser ja auf Steuerzahlerkosten durch die Gegend kutschiert.
    Gleichzeitig kommt das Geld für die Kriegskasse von 100Mrd.schnell zusammen.
    Selbst wenn der Krieg vorbei ist,werden die Preise nicht mehr runtergehen.

  7. 26.

    Echt mal.....und sowas wird vom "Volk" gewählt!!
    Und die Herrschaften.....schwören....." zum Wohle des Volkes" na danke.....

  8. 25.

    Hab' ich schon gesagt, das ich meinen LPG-Brenner echt mag?

  9. 24.

    Wie sind Sie denn drauf??
    Mal an die Leute denken die ans Auto angewiesen sind
    Es lebt nicht jeder in Berlin und es kann nicht jeder mit der Bahn oder Bus fahren
    Sie haben wohl echt den Schuss nicht gehört
    SORRY

  10. 23.

    Gerade kam die Meldung, dass die Ölpreise stark gesunken sind.
    Mal sehen ob die Mineralölindustrie/Tankstellen genauso schnell reagieren und die Preise senken, wie andersrum steigen.

  11. 21.

    Wenn der Gesetzgeber die Abgaben auf Benzin und Diesel halbieren würden wären wir bei etwa 1,60 Euro je Liter. Im Nordkurier stand gestern eine Beispielrechnung für Super E10 bei einem Preis von 1,97 Euro je Liter beträgt die Abgabe die der Staat einstreicht 1,05 Euro pro Liter. Ohne diese staatliche Belastung würden wir dann 92 Cent je Liter bezahlen. Die hohen Herrschaften fahren auf Steuerkosten und der kleine dumme Wähler zahlt wieder die Zeche.

  12. 20.

    Es gehe um das "feine Austarieren mit unseren Freunden", um bei dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine "maximale Wirkung zu erreichen, aber bei uns keinen Schaden anzurichten".

    HAAHAA, wir haben keine Freunde, wir sind eine Lachnummer...
    ImInterview gehört: "Das ist der Preis der Freiheit. Wenn es nicht anders geht muss ich den eben Bezahlen...."

    Jooh der brave Michel zahlt - so ich geh Diesel klauen....

  13. 19.

    Da sprechen Sie genau den Punkt an!
    Der einzige Grund ist, dass die Mineralölfirmen den Krieg benutzen um ihre Gewinne ins Unermessliche zu steigern.
    Und alle gemeinsam (ein Dummkopf wer da an Preisabsprache denkt!)
    Was machen unsere Politiker? NIX!
    Es ist ein Trauerspiel.

  14. 18.

    Sehr schön, weiter so kommt der Natur zugute

  15. 17.

    Rechnen ist nicht so ihr Ding, oder?
    64% von 1,80€ vs 64% von 2,20 ist bei ihnen das gleiche oder?

  16. 16.

    Was ich nicht so ganz verstehe ist warum der Preis für Benzin so hoch ist. Schließlich lag der Rohölpreis vor der Finanzkrise 2008/2009 schon bei über 140 Dollar pro Barrel, aber die Benzinpreise waren damals im trotzdem nicht höher als etwa um die 1,65 € wenn ich mich recht erinnere. Jetzt liegt der Rohölpreis bei etwa 120 Dollar und trotzdem sind die Benzinpreise ca. 40-50 Cent teurer! Woran liegt das? Sind die Steuer- und Abgabenanteile so extrem viel höher?

  17. 15.

    Sicher verdient der Staat daran mit. Irgendwie muss dieser die 100 Milliarden für die Bundeswehr-Aufrüstung stemmen. Die Bundeswehr sagt es selbst, derzeit kann sie Deutschland nicht verteidigen. Genauso muss irgendwo das Geld herkommen, um die zig hundert, tausende Brücken in Deutschland zu sanieren. Die Bahn soll auch zur Verkehrswende beitragen. Die ukrainischen Flüchtlinge kosten auch Geld.

  18. 13.

    An der Mehrwertsteuer. Bei 2 €/Liter sind es nur 32 Cent; bei 4€/Liter sind es schon 64 Cent pro Liter.

  19. 12.

    Der Dieselpreis kann nicht nur durch die Bunkerauffüllungen für die Heizungen erklärt werden. Da muss noch was anderes hinterstecken. Bei meiner "Stammtanke" ist der Dieselpreis von heute früh 2,17 auf aktuell 2,30 gestiegen. Super E10 ist bei 2,15. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Plörre, die hier in der Region Berlin getankt wird, aus Schwedt kommt - und wer die betreibt, sollte bekannt sein.

  20. 11.

    Hallo zu sehen an den Zapfsäulen!
    Wär ja auch mal eine Maßnahme ein halbes Jahr auf die Kraftstoffsteuer zu verzichten.
    Der Staat hat ja genug Rücklagen.

  21. 10.

    Genau das ist es was noch in meinen Ohren ist wir machen bei 2,20€ eine Obergrenze.
    Wo ist die Obergrenze JETZT.?
    Alles nur noch Lügner und Betrüger.

  22. 9.

    Der Anteil der Steuern/Abgaben wird aber mit steigenden Preisen immer kleiner, da nur die Mwst. prozentual erhoben wird.

  23. 8.

    Noch nie was von Mehrwertsteuer, Energiesteuer, CO2-Bepreisung gehört?

  24. 7.

    Heizöl heute bei 2,70 € je Liter. Aber alles kein Problem. Blöd wird es nur dann, wenn auch die Lebensmittelpreise steigen. Irgendwann muss man sich eben entscheiden: Essen oder Heizen.
    Aber wir frieren doch gern, um unsere Freunde aus der Ukraine endlich in EU und Nato aufnehmen zu dürfen.

  25. 6.

    Darum jetzt Steuern senken, damit hinterher 100% der Kraftstoffpreises Unternehmergewinn sind. Denn wie wir alle wissen erhalten Mineralölunternehmen mit ihren Gewinnen Infrastruktur und Sozialstaat im Land.

  26. 4.

    Dann schlage ich einfach mal eine Kostenbremse vor.
    Also nur die notwendigsten Fahrten mit dem Töfftöff machen. Den Rest zu Fu0, in Fahrgemeinschaften, oder, ich wage es gar nicht zu schreiben, mit dem ÖPNV.
    Dann wird er aber schauen, der Staat.

  27. 3.

    Immer die selben Dummen Sätze! Wodurch verdient denn in dieser Situation der Staat mehr?

  28. 2.

    Trotz Krieg, Sanktionen und Börsenspekulationen nicht vergessen: 64 Prozent des Kraftstoffpreises sind Steuern.

  29. 1.

    Bereits Anfang Oktober wurde von verschieden Politikern eine Preisbremse gefordert, wenn der Sprit bei 2,00 Euro angelangt ist. Seit heute ist der Durchschnittspreis in Brandenburg bei 2,26 Euro, bei Aral sogar schon 2,29. Von einer Preisbremse ist weit und breit nichts zusehen, warum auch, der Staat verdient ja wunderbar an den hohen Preisen.

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