Entscheidung des Bundesinnenministeriums - Geflüchtete werden aus Berlin auf andere Bundesländer verteilt

So 06.03.22 | 21:47 Uhr
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Symbolbild: Helfer versorgen ukrainische Flüchtlinge am Hauptbahnhof mit Kleidung. (Quelle: dpa/M. Hanschke)
Audio: Inforadio | 07.03.2022 | Jan Menzel | Bild: dpa/M. Hanschke

Da Zahl der Geflüchteten, die zuerst in Berlin ankommen, wird jeden Tag größer. Das Bundesinnenministerium kommt nun einer Forderung der Regierenden Bürgermeisterin Giffey nach und bringt die Menschen in andere Bundesländer.

Geflüchtete aus der Ukraine werden seit Sonntagvormittag auch in andere Bundesländer gebracht. Das teilte die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales bei Twitter mit. Danach fahren vom Berliner Hauptbahnhof aus Busse in alle Bundesländer, außer nach Bayern und Hamburg. Dort seien eigenständig viele Flüchtlinge angekommen, hieß es zur Begründung. Vorher habe es dazu eine Entscheidung des Bundesinnenministeriums gegeben.

Nach Informationen des rbb waren insgesamt elf Busse auf dem Europaplatz vor dem Hauptbahnhof. Sie sollen in verschiedene deutsche Städte abgefahren sein. Allerdings berichteten Busfahrer vor Ort einer rbb-Reporterin, dass Busse leer geblieben seien. Das Bundesinnenministerium äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.

Berlin stößt an Grenzen

Das Bus-Angebot ist nach Auskunft der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales ausdrücklich ein freiwilliges Angebot. Flüchtlinge mit einem festen Weiterreise-Ziel erhalten auch kostenfreie Bahn-Tickets. Wer den Bus-Transfer nutze, werde nicht in Berlin registriert, stellte ein Sprecher der Verwaltung klar. Diese geschehe dann in den Ankunftszentren der anderen Bundesländer.

Nach Angaben der Senatsverwaltung waren am Samstag wieder mehr als 11.000 Menschen in Berlin angekommen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hatte noch am Sonntagmorgen im ZDF ihre Forderung wiederholt, dass der Bund bei der Verteilung von Flüchtlingen unterstützen müsse. Sie bekräftigte ihre Forderung nach einer bundesweiten Organisation und Verteilung der Geflüchteten, "weil wir das in diesen Größenordnungen mit den vorhandenen Strukturen hier in Berlin nicht alleine schaffen". Außerdem dürften nicht alle Sonderzüge in Berlin ankommen.

Aufbau eines Ankunftszeltes am Hauptbahnhof begonnen

Sie führte weiter aus, einerseits würden Ankunftszentren, Geflüchteten-Unterkünfte, Hostels und Jugendherbergen genutzt, anderseits gebe es ein großes privates Engagement. "Es geht nur gemeinsam im Moment", so Giffey.

Die Situation am Hauptbahnhof war am Sonntag wie auch an den Tagen zuvor sehr dynamisch. Für die ankommenden Kriegsflüchtlinge wurden auf dem Vorplatz mehrere Container als Anlaufstelle errichtet. Zudem begann der Aufbau eines großen Ankunftszeltes, in dem die Menschen bald begrüßt und versorgt werden sollen.

Sendung: Inforadio, 6.3.22, 13:00 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Also, bei dem, was die Türkei oder der Libanon zahlenmäßig an syrischen Flüchtlingen im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung aufgenommen haben, sollte ganz Europa sogar eine Zahl von 9 Millionen Menschen noch locker „verkraften“ können.

  2. 36.

    Die ukrainischen Flüchtlinge, die in Deutschland familiäre "Anlaufstellen" haben, werden diese nutzen. Denjenigen, wo das nicht zutrifft, sollten Unterkünfte/Unterstützung zugewiesen werden - und zwar dort, wo der aufnehmende Staat die entsprechenden Mittel hat! Frau Faeser irrt, wenn Sie entsprechend der Visabedingungen für Ukrainer davon redet, dass diese sich in Deutschland frei bewegen können! Ja, als Touristen, die keine Unterstützung benötigen schon - hier kommen aber Flüchtlinge!!
    Der Bund und der Berliner Senat scheinen aus den Erfahrungen von 2015f. nichts gelernt zu haben: Ersterer muss erst wieder verbal gebeten werden, um seine Verantwortung in konkrete Hilfe für die Länder zu verwandeln, Letzterer war noch Tage nach der Zuflucht nicht in der Lage, die aufopferungsvoll Helfenden in den Bahnhöfen (Hauptbahnhof, ZOB) sinnvoll zu unterstützen! Am Hbf. wird also jetzt, über über Woche nach Beginn der Fluchtbewegung ein großes Begrüßungszelt errichtet... Man glaubt es nicht...
    Welche Kontingente nehmen denn die anderen, sich hilfsbereit gebenden EU-Staaten auf, die keine gemeinsame Grenze mit der Ukraine haben? Man hört medial nichts!

  3. 35.

    Es geht nicht um den Artikel, sondern um das jetzige Mimimi das hier so mancher vorher großspurige Kommentator los lässt, obwohl die Anderen sehr wohl einen großen Teil zur Hilfe beitragen, nur diese nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen.

    Das es viele helfende Berliner z. B. am Bahnhof gibt verdient vollsten Respekt. Es wird Hilfe in Form von Essen, Unterkunft und dem ebenso wichtigen Bedürfnis in dieser schrecklichen Situation nach Nähe durch eine Umarmung geboten. Diese Menschen werden aber wohl kaum hier schreiben und betonen wie viel sie doch leisten und die anderen gefälligst ihre Aufgabe abnehmen sollen.

    Auch die Menschen die in Deutschland einer Arbeit nachgehen und hierdurch die Sozialkosten und Asylleistungen erst möglich machen, tragen ihren Teil zur Hilfe bei, genauso wie die vielen ehrenamtlichen Helfer die ohne Gegenleistung seit Jahren vieles Möglich machen, was schon längst nicht mehr finanzierbar ist. Beschweren sich diese Menschen Nein, sie machen einfach.

  4. 33.

    Ihr Kommentar ist nur zum lachen wenn die Sache nicht so ernst wäre.
    Das glauben Sie doch selber nicht.

  5. 32.

    Wir nehmen hier in Berlin sehr gern unsere Siemens AG wieder zurück, dann hätten wir weniger Arbeitslose und die Stadt könnte agieren finanziell anders. Mit böser Polemik kommt man nicht weiter. Wenn Bayern denn heute so reich ist, dann ist es doch eine Ehre, die meisten Geflüchteten aufzunehmen. Übrigens war Bayern früher Armenhaus, ein reines Agrarland und wurde durch uns anderen erstmal hochgepäppelt, bitte nicht vergessen. ;-) Also die Nase nicht zu hoch tragen.

  6. 31.

    Sorry, irgendwann ist die Grenze der Aufnahme erreicht. Egal aus welchen Gründen die Menschen flüchten müssen. Logisch oder?

  7. 30.

    Ist Dein Beitrag Satire? Mal im Ernst - auch wenn ich bzgl. COVID-19 selbst vorsichtig und radikal pro Impfen bin, - Angst habe ich vor COVID-19 derzeit nicht. Vor einem dritten Weltkrieg schon.

  8. 29.

    "Fliehen 20 Prozent sind das ca. 9 Millionen Menschen, wer soll das verkraften? "
    Was gibt es da zu "verkraften"? Diese Menschen müssen nicht "verkraftet" werden. Erstens träumen die meisten von nichts anderem als wieder nach Hause zurück kommen zu dürfen und dort friedlich zu leben. Zweitens, sie haben Angehörige zu hause gelassen. Es sind Flüchtlinge und keine Migranten die aus Gründen der politischen Korrektheit als Flüchtlinge bezeichnet werden.
    Soll nicht heißen dass es keine Kriegsflüchtlinge aus anderen Teilen der Welt gibt. Die bibt es. Aber bei Flüchtlingen aus der UA gibt es keine, die 2000 Dollar an die Schleuser bezahlt haben.

  9. 28.

    So ganz nebenbei wird offiziell davon geredet, dass die Ukrainer ganz schnell in Arbeit zu bringen sind. Da hauptsächlich Frauen kommen, wird bestimmt auch an die Pflege gedacht, wegen dem Fachkräftemangel. Und man merkt auch das ein anderer Kulturkreis kommt als aus Syrien etc. Die Aufnahme klappt sogar besonders gut in Polen.
    Wo verbleiben denn jetzt z.B. die Flüchlinge aus Afganistan(Ortskräfte), kommen keine mehr? Man hört darüber nichts, schon nicht mehr als Schlagzeile medial interessant?

  10. 27.

    "wurde hier laut getönt das man selbstverständlich 20.000 aufnehmen könnte,...." Falsch: anfangs, als die Ausmaße nicht nicht abzusehen waren, rechneten man mit 20.000, der Artikel ist noch online.
    In einer Komfortzone sind in Berlin momentan die wenigsten!!

  11. 26.

    Sie können zuversichtlich sein, dass man freie Kapazitäten geprüft hat, bevor man die Menschen durchs Land fährt!

  12. 25.

    Von mir aus können alle kommen, denn es beginnt die brutalste Phase, die jetzt die Zivilbevölkerung in der Ukraine trifft. Da kann man nicht wegschauen, man muss helfen. Wir können helfen, indem wir Menschen aufnehmen und wir helfen auch, wenn wir keine hässlichen Kommentare schreiben. Es hilft allen, wenn Neid und Hass der Solidarität und der Einheit weichen.

  13. 24.

    Ich bin für Solidarität mit den Ankommenden. Die Ukraine hat eine sehr schlechte Impfquote von 30 Prozent. Wir müssen den Menschen eine Chance zur Impfung geben. Rechnen wir ab Ende März 6 Wochen. Dann können wir Mitte Mai vorsichtig öffnen. Dann haben sie immer noch Juni bis September für einen schönen Sommer.

  14. 23.

    Lesen Sie eigentlich die Antworten auf Ihre Nachrichten nicht? Schon gestern haben unzählige Nutzer Ihren gleichen unpassenden Text beantwortet, gibt Ihnen das nicht zu denken?
    Die Ankommenden tragen sehr wohl Masken und werden in den Ankunftszentren getestet, Ihren Ruf nach "Abstand" beantworten die Fotos der Geflüchteten, nach stundenlangem Warten an Grenzen und langen Reisen .....

  15. 22.

    Weltweite Solidarität unterstützt die Menschen in der Ukraine bei der Verteidigung ihrer Heimat. Über 1,5 Millionen Geflüchtete werden in den EU Staaten aufgenommen und versorgt. Ich habe aber auch den Eindruck, dass die Forderungen seitens Hr. Selenski an die EU und die Nato immer mehr Erpressungen gleichen. Insbesondere die Ablehnung der Nato den Luftraum zu sperren verärgert ihn sichtlich. Medienvertreter aus Dt. wurden deswegen von verärgerten Ukainern aggressiv bedrängt (ARD heute).

  16. 21.

    Ihre Haltung kann doch echt nicht erst gemeint sein. Bitte "Menschenrechte in einfacher Sprache" googeln...hilft Ihnen eventuell bei Ihren kommenden Ausführungen weiter!

  17. 20.

    Die Kommentare sind, wie fast bei jeder Meldung, ein Armutszeugnis. Ich glaube die Menschheit hat gar nichts besseres verdient. Wie die Ärzte es schon sagen „Los, komm wir sterben endlich aus“. Mir kommen die Tränen. Gute Nacht.

  18. 19.

    Sie meinen die Coronaverordnungen, die bis auf die Maske-im-Supermarkt-Basics keinen mehr interessieren? Ernsthaft, wer zählt denn noch nach, wieviele Leute man mit welchem Impfstatus privat einladen darf?

    In so einer Notsituation eh egal - die Feuerwehr kommt ja auch zu Ungeimpften ohne tagesaktuellen Test.

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