Interview | Berliner Journalistin in Kiew - "Die Menschen warten auf die angekündigten harten Sanktionen"

Di 22.02.22 | 20:33 Uhr
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Ukrainische Fahnen wehen bei einer Protestkundgebung am 22.02.2022 vor der russischen Botschaft in Kiew (Quelle: imago images/Ukrinform)
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Video: rbb|24 | 22.02.2022 | Interview mit Rebecca Barth | Bild: imago images/Ukrinform

Die Lage in der Ukraine spitzt sich zu, seit der russische Präsident zwei Gebiete als unabhängige Staaten anerkannt hat. Die Berliner Journalistin Rebecca Barth ist in Kiew. Im Interview erzählt sie, wie es den Menschen geht und was sie vom Westen erwarten.

rbb|24: Rebecca, am Montag hat der russische Präsident Wladimir Putin die selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten anerkannt und noch am selben Abend Truppen in die Region entsand. Du verfolgst die Situation vor Ort seit Wochen. Was hat sich in der Ukraine und in Kiew danach verändert?

Rebecca Barth: Besonders Putins TV-Ansprache - also die einstündige Geschichtsvorlesung des russischen Präsidenten - hat bei den Menschen hier große Verunsicherung, Wut, teilweise auch Angst ausgelöst.

Generell muss man das auch ein wenig auseinanderdröseln. Also mit der Anerkennung als unabhängige Staaten haben viele Menschen in der Ukraine schon gerechnet. Das ist nichts Gutes. Aber die Menschen erwarten nach acht Jahren Krieg von Russland sowieso nichts Positives mehr.

Zur Person

Die freie Journalistin Rebecca Barth, momentan in Kiew, beim Interview mit rbb|24. (Bild: rbb)
rbb

Rebecca Barth hat in Berlin Slawistik und Osteuropa-Studien studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin für den rbb sowie andere Medien, darunter Deutschlandradio und der "Tagesspiegel".

Dass das aber mit dieser Rede kommt, in der der Ukraine ihre Eigenständigkeit und Geschichte abgesprochen, sie als künstliches Konstrukt hingestellt wird, welches Lenin erfunden habe, von der eine Gefahr ausgehe und die von westlichen Geheimdiensten kontrolliert werde, hat bei einigen Leuten Wut ausgelöst.

Viele haben auch die Angst, dass es um weit mehr als die offizielle Kontrolle dieser Gebiete in der Ostukraine geht. Viele fürchten um eine Eskalation der Kämpfe, dass es Putin um die russische Kontrolle der gesamten Ukraine oder großer Teile geht. Vorher war das hier nicht so. Es gab immer nur die Warnungen amerikanischer Geheimdienste diesbezüglich. Man hat das hier lange nicht ernst genommen, weil man sich das einfach nicht vorstellen konnte.

Würdest du so weit gehen zu sagen, dass Putins Rede als Kriegserklärung wahrgenommen wird, in der er die ostukrainischen Gebiete anerkannt und Truppen dorthin entsandt hat?

Nicht unbedingt - es gibt derzeit mehrere Szenarien, die auf dem Tisch liegen. Zum einen bedeutet die Anerkennung der Gebiete durch Putin im Endeffekt, dass der Minsker Friedensprozess tot ist. Das kann man so schon als Kriegserklärung verstehen.

Aber auf ukrainischer Seite war man mit Minsk auch nicht glücklich, weil es von einigen als Druckmittel Moskaus angesehen wurde. Dementsprechend gab es Stimmen hinter verschlossenen Türen, die gesagt haben, dass das jetzt vielleicht gar nicht so schlecht sei, weil man es nun offiziell hat, dass Minsk tot ist.

Zum anderen wissen wir aber noch gar nicht, um welche Gebiete es in der Anerkennung tatsächlich geht. Denn die "Donezker und Luhanska Volksrepubliken" beanspruchen ein viel größeres Territorium, als welches sie aktuell kontrollieren. Die Bezirke/Oblasten sind eigentlich sehr viel größer. Die "Volksrepubliken" machen aktuell nur ein Drittel der wirklichen Oblasten Luhansk und Donezk aus.

Wenn feststehen sollte, dass die russische Führung die "Volksrepubliken" in dem von ihnen beanspruchten Gebiet als unabhängige Staaten anerkennt, dann kann man das als Kriegserklärung sehen. Denn dann muss man damit rechnen, dass weitere Gebiete erobert werden sollen. Bisher hört man dazu nur Widersprüchliches und das ist eine große Gefahr.

Wie gehen die Menschen allgemein in Kiew und der Ukraine mit der neuen Situation um?

Das ist sehr schwierig abzuschätzen. Die Leute sind verunsichert, sie sind angespannt, vor allem im Osten. Dort wird an einigen Stellen geschossen. Die Menschen haben Angst.

Hier in Kiew bin ich mir noch nicht ganz sicher. Es gibt in der Stadt zunehmend Gespräche, Kiew zu verlassen. Aber ich kann aktuell noch keine große Panik oder einen Ausnahmezustand erkennen. Aber das wird sich im Laufe der Zeit entwickeln. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die Menschen dazu auf, ruhig zu bleiben. Er hat sich am Montag noch in der Nacht mit einer Ansprache an die Ukrainerinnen und Ukrainer gewandt. Er sagte, es gebe keinen Grund dazu, schlaflose Nächte zu haben, und er gehe nach wie vor nicht von einer großen Invasion aus.

Wie haben junge Ukrainer auf Putins Ansprache reagiert?

Ich bin seit 2014 in diesem Land unterwegs und ich habe noch nie eine derartige Wut erlebt wie am Montagabend während Putins Rede. Es macht den Menschen Angst. Sie können nicht nachvollziehen, wie es noch einmal passieren kann, dass ein fremder Staat einfach daher geht, Teile des eigenen Staates als unabhängig erklärt und es ihnen damit wegnimmt. So haben sie es verstanden. Sie haben aber auch die Befürchtung, dass es sich um die Vorbereitung einer kompletten Annexion handeln könnte.

Eigentlich hatten viele Menschen hier die Hoffnung im Gegensatz zur Krim, die von Russland 2014 annektiert wurde, dass der Donbass irgendwann wieder in die Ukranie zurückkommt. Und diese Hoffnung schwindet jetzt.

Was erwarten Ukrainerinnen und Ukrainer vom Westen jetzt militärisch?

Präsident Selenskyj hat es letzte Nacht schon gesagt: Jetzt wird sich zeigen, wer wirklich ein echter Freund der Ukraine ist. Der Westen hat in den letzten Wochen ganz harte Sanktionen angekündigt, von denen man nicht immer wusste, was damit genau gemeint ist. Und aus ukrainischer Sicht haben wir jetzt die Invasion in der Ostukraine, vor der so lange gewarnt wurde. Russische Truppen haben offiziell die Grenze überschritten und jetzt wird sich zeigen, inwieweit der Westen seine Worte halten wird.

Ich glaube, militärisch erwartet dieses Land nichts mehr. Es gab ganz viele Waffenlieferungen von einigen Staaten. Aber es gab auch schon vor Wochen eben die ganz klare Ansage, niemand wird für euch kämpfen. Das ist den Menschen hier bewusst. Die vergangenen Wochen haben da auch zu einer Desillusionierung geführt. Aber die Menschen warten auf die angekündigten harten Sanktionen. Diese sollten aus ukrainischer Sicht auch bald kommen.

Was erwartet die Ukraine gerade von Deutschland?

Die Absage von "Nord Stream 2" hat man hier schon vor Ewigkeiten erwartet. "Nord Stream 2" war nie ein Projekt, über das die Menschen und auch die Regierung hier sonderlich glücklich waren. Viele haben dies nicht verstanden. Einige sagen auch, wenn Deutschland es wirklich ernst mit der Härte gegenüber Russland oder der Solidarität mit der Ukraine meint, dann verstehen wir überhaupt nicht, warum Deutschland so ein Projekt anfangen. Dass Bundeskanzler Olaf Scholz "Nord Stream 2" jetzt auf Eis legt, erfüllt, so glaube ich, hier die Mindesterwartungen.

Wie lange wirst du in Kiew bleiben? Wann ist der Punkt erreicht, dass du die Ukraine verlässt?

Ich kann sie derzeit nicht beantworten. Ich möchte so lange wie möglich hierbleiben und berichten. Ich würde auch gerne eigentlich in die Ostukraine, aber wir müssen es natürlich von der aktuellen Sicherheitslage abhängig machen. Und die verändert sich stündlich. Und deswegen treffe ich auch stündliche Entscheidungen.

Ich würde fluchtartig die Ukraine verlassen, wenn es einen großen Angriff auf Kiew geben würde, wo ich mich aktuell befindet. Von diesem Szenario gehe ich aktuell aber nicht aus.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Grit Lieder.

33 Kommentare

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  1. 33.

    Was soll man erwarten? Der Westen ist dekadent. Naja, die Abschaltung von NordStream2 wird erwartet, aber die Gaslieferungen sollen oder gehen weiter über die alte Gaspipeline..... Sehr durchschaubar das Spiel des Westens. Auch wenn ich mittlerweile mit dem Vorgehen von Putin nicht einverstanden bin, aber man muss die Ukraine eigentich bedauern, dass sie vom Westen so verraten wird. Welche Hilfe kommt denn, die so groß angekündigt war? Hoffentlich vereinen sich Ukraine und Russland nicht noch freundschaftlich als Reaktion auf das Verhalten des Westens.....

  2. 32.

    Das ist so nicht korrekt die R12 und R14 waren bereits auf Kuba. Die SS4 wurden aufgrund der Blockade Kennedys nicht mehr stationiert.
    Der Krieg wurde nur verhindert, weil Kennedys Gegenmaßnahmen den spieletheoretischen Erstschlagsvorteil der Russen zunichte machte UND Krutschow rechnen konnte.
    Mit dem Rest liegen sie richtig und darin liegt auch das Versäumnis Europas. Es wäre ihr Part gewesen, die Schwäche Russlands nicht mit der Osterweiterung der NATO zu beantworten. So hat man überhaupt erst den Nährboden für Putins Herrschaft geschaffen.
    Vor nichts anderem hat Egon Bahr den Westen gewarnt.

  3. 31.

    Nur mal so auf Kuba waren noch keine russischen Raketen stationiert. Russland hatte die Absicht und die waren wohl auch schon unterwegs aber Russland hatte sich dann doch entschieden davon abzusehen. Die Welt stand damals kurz vor einem neuen Krieg und es war nur einem russischem Offizier zu verdanken das es nicht dazu gekommen ist. Und wenn man es so will macht die Nato heute nichts anderes mit ihrer Osterweiterung, denn das bedeutet das sie jetzt bei Russland vor der Haustür steht und darum geht es Putin er hat immer davor gewarnt und der Westen hat es ignoriert. Wir können nicht immer nur mit dem Finger auf Russland zeigen denn es wäre vermessen zu glauben Russland lässt sich das gefallen. Das es keine Osterweiterung der NATO geben wird hat man Russland 1990 sogar zugesichert nur so kam die Wiedervereinigung,denn das war mit ein Grund das Gorbatschow damals zugestimmt hat.

  4. 30.

    Ok, sie wollen wieder zur Strategie Kennedy. Aber selbst wenn Europa diesen Schritt geht, wäre der in diesem Fall zu scharf, warum. Amerika wurde damals von russischen Raketen auf Kuba auf kurze Distzanz direkt bedroht, sodass Russland den Erstschlag hätte führen können. Das musste Kennedy um jeden Preis verhindern und er griff zum äußersten Mittel, hatte dabei aber immer im Hinterkopf, die kleine Chance zu nutzen, den Russen doch noch zum friedlichen einlenken zu bewegen. Denn Russland war durch die Antwort Kennedys wieder in der Pattsituation. Zum Glück haben alle ihre Chancen und Risiken neu berechnet und der Rest war dipolmatische Formsache.
    Das war ein Ritt auf der Rasierklinge, der Spitz auf Kopf stand, aber in dieser frühen Phase des kalten Kriegs unvermeidbar war. Der Fall Amerikas hätte einen Dominoeffekt ausgelöst, dass kann man mit dem heutigen Ukrainekonflikt nicht mal ansatzweise vergleichen. Das wäre auch für Kennedy heutzutage keine Option.

  5. 29.

    Dann benennen Sie wenigstens Putin als den klaren und einzigen Aggressor in diesem Krieg. Ein Diktator, der sich umliegende schwächere Länder gewaltsam "einverleibt".

    An wen erinnert Sie das noch? so als Lehren aus der deutschen Geschichte?

    Vergessen Sie auch nicht, dass dies Signalwirkung auf China hat. Das Geschrei könnte groß werden, wenn Sie nicht mehr alle paar Jahre die neuste Elektronik kaufen können, weil Taiwan annektiert wurde.

  6. 28.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/brzezinski-buch-von-1997-erklaert-putins-vorgehen-ohne-die-ukraine-ist-russland-keine-grossmacht/28075052.html

    Gut wenn Anzahl der Atomsprengköpfe und Soldaten die Großmacht ausmachen OK. Welches Problem hat dann Putin?

  7. 27.

    Vollkommen richtig. Die einzige Frage die zu stellen ist, "sind die westlichen Staaten bereit, für die Ukraine in einen bewaffneten Konflikt zu ziehen, der die Option eines atomaren Schlagabtausches beinhaltet." Wenn der militärischen Option eine Absage erteilt wird, bleibt nur noch eine Klärung a'la Kennedy zum Mauerbau 61. Wir stehen für den Schutz und die Unantastbarkeit von EU und Natostaaten, was weiter östlich passiert, liegt nicht in unserem Interesse.

  8. 26.

    Geostrategische Fragen werden gerne auf geostrategischer Ebene diskutiert. Das ist verständlich, birgt jedoch die Gefahr, die eigentlichen Folgen für uns alle auszublenden. Die Russen wollen keinen Krieg, die Ukrainer auch nicht und die Deutschen schon gar nicht. Wahrscheinlich wollen noch nicht einmal die Amerikaner Krieg. Die Rede ist hier natürlich nicht von den Regierungen, sondern vom normalen Bürger auf der Straße. Wer Krieg und Sanktionen als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln propagiert, sind hüben wie drüben Politiker und Strategen, für die das Wohl der normalen Menschen keine Rechengröße ist. So wird nun dank der politischen Kurzsichtigkeit der deutschen Regierung allen voran der normale Deutsche den Preis für die Vorkommnisse in der Ost-Ukraine bezahlen – in Form explodierender Energiekosten. Danke an die lieben, von der USA "gesteuerten", Politiker ...

  9. 25.

    Wie lange soll ich mir Dir Augenreiben - obwohl ich aus "Russland hat es jetzt halt gereicht und wir verdrücken Krokodilstränen." nicht schlau werde. Mehrfacher Bruch des Völkerrechts ist und bleibt keine Lapalie, Sie können sich also Ihre Krokodilstränen sparen. Dass Deutschland bisher keine Waffen liefert bleibt hoffentlich so, schon aus historirschen Gründen mit Blick auf ah-hah und seine "wehrmacht". Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen - wie wahr! RUS ist hochgerüstet, also aufpassen, welche Maßnahmen was provozieren könnten. Der wirtschaftliche Verlust Nordstream 2 vsl. nicht betreiben zu können, tut RUS und weh-peh vermutlich nicht weh, ist aber konsequent richtig.

  10. 24.

    Sie müssen zwischen dem offiziellen politischen Getöse und der tatsächlichen "Schmerzgrenze" Russlands unterscheiden. Wenn es nach dem offiziellen Getöse ginge, hätten wir schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg den Dritten gehabt. Das sind alles nur Machtdemonstrationen und gehören mit zum Spiel, sowas kann noch richtig schmutzig werden. Aber davor lassen sich besonnene im Hintergrund agierende Dipolmaten nicht beeindrucken.
    Mir vielen noch viele Optionen ein, die man auf diplomatischem Wege mit Russland ausloten könnte, ohne Europa und die Ukraine gleich ins Verderben zu stürzen.
    Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir überhaupt noch über die dafür notwendigen Kanäle und Diplomaten verfügen und überhaupt willens sind.

  11. 23.

    Bei einer Million Mann unter Waffen, und 6000 Atomsprengköpfen, weiß ich zwar nicht, auf welchen Leim ich da gegangen bin, aber gut, wenn sie meinen.

  12. 22.

    Supermacht bedeutet im Zweifel über die Fähigkeit zu verfügen, auf dem Planeten das Licht auszuknippsen, also das Spiel zu beenden; Russland ist natürlich Supermacht. Sie versuchen die Interessen der USA mit ihren Fähigkeiten zu europäisieren. Wir Europäer haben aber auch starke eigene Interessen und sind zudem Nachbarn Russlands. Egon Bahr und viele andere bereits verstorbene Politiker auch Frankreichs haben das immer verstanden. Man hätte daher die guten Kommunikationskanäle bis zu Kohl nach Russland, wegen einer vermeindlich stärkeren Position, nie leichtfertig aufgeben dürfen, sondern hätte kontinuierlich unter Einbeziehung Russland IMMER den Ausgleich suchen müssen. Selbst Schröder hat noch begriffen, dass Europa nur mit Russland aber nicht gegen Russland funktioniert, obwohl ich sein Wording nicht teile.
    Wenn es nicht mehr gelingt an den Verhandlungstisch zurückzukehren, setzen wir alles aufs Spiel, was vorangegangene Generationen in so mühseligen Verhandlungen erreicht haben.

  13. 21.

    Das Verhandelt werden sollte ist doch klar, nur scheint es mir, dass Putin kaum noch rationalen Argumenten/Verhandlungen offen gegenübersteht.

    Was er gestern wieder von der Ukraine gefordert hat ist absolut unerfüllbar. Gleichzeitig erkennt er diese Möchtegernstaaten auch noch in einem größeren Umfang an, als diese über kontrollieren. Vollkommen verrückt.

    Wenn Putin Abrüstungsverträge, Schutzabstände von Militärverbänden, Raketenstationierungen etc, und gerne auch Limitierung bei Raketensystemen etc. will, sollte man darüber verhandeln. Dagegen hat wohl niemand etwas, genau das wurde von der Nato angeboten. Nur weil Trump sich auf internationaler Bühne wie der Elefant im Porzellanladen verhalten hat, kann man doch gerne zu Verhandlungen/Verträgen etc zurückkehren. Was hindert Putin? wohl sein Eroberungsdrang und seine tiefe Abneigung gegen eine westlich orientierte Ukraine. Schauen Sie in sein Gesicht, während er in seine Ansprache von der Ukraine sprach.

  14. 20.

    Das Sanktionen nichts bringen sieht man an Nordkorea. Naiv zu glauben das es bei Russland anders sein wird.

  15. 19.

    Mich stört das immer alle Minderwertigkeitskomplexe haben.
    Die Regierungen vertreten doch nur die Interessen des Staates. Und da Geld die Welt regiert sind es meist nur die der oberen Zehntausend. Vielleicht können Sie sich an ein Bild von John Heartfield erinnern, Millionen stehen hinter mir.
    Das trifft die Sache am ehesten. Russland hat es jetzt halt gereicht und wir verdrücken Krokodilstränen.

  16. 18.

    Aktuell sind schlicht die USA die einzige Weltmacht. Ist nunmal so. Die nächste Weltmacht und richtige Herausforderung für die USA ist China.

    Konventionell sind die USA Russland militärisch haushoch überlegen, nur das bringt einem unter Atommächten nichts. Das Kräfteverhältnis war zu Zeiten der UDSSR schon noch anders.

    Kennen Sie überhaupt die volle Liste der "Interventionen" von Russland?

    Die Militärausgaben sind natürlich ins Verhältnis mit dem BIP zu setzen. Warum hat Russland eigentlich nichts anderes zum Exportieren außer Öl und Gas? Luftfahrt liegt darnieder. Raketentechnik genauso. Darin war man mal gut, aber es zählen für Putin nur Kampfjets und Hyperschallraketen.....

  17. 17.

    Ich weiß nicht, um "klare Kante" bei einem alten, verwirrten Mann, verfangen im krankhaften Nationalismus, der beste Weg ist. Schwierige Entscheidung. Die geplanten Sanktionen finde ich grundsätzlich gut, weil sie die korrupte Oligarchenkaste rund um Putin treffen. Ob sie aber etwas bewirken...

  18. 16.

    Kennedy hat über verdeckte Kanäle mit den Russen verhandelt und der Deal war im Gegenzug die Abrüstung der in der Türkei stationierten, „veralteten“ Mittelstreckenwaffen.
    Beide haben ihr Gesicht gewahrt, keinem hat’s weh getan und der Frieden blieb gewahrt.
    Obwohl ich Kennedy für einen herausragenden Politiker des kalten Kriegs halte, leben wir in Europa und haben andere Interessen.
    Aber sie haben vollkommen Recht, Kennedy hat das Spiel sehr gut gespielt und wir haben ihm unter anderem den Frieden zu verdanken.

  19. 15.

    Ich breche vor Lachen gleich zusammen, wenn es nicht so traurig wäre - bitte einfach mal die Militärausgaben von Russland und den USA vergleichen. Wer hier Weltmachtfantasien hat, sieht man dann gleich, auch wenn man mal die "Interventionen" beider Länder in anderen Ländern gegenüberstellt.

    Was hat eigentlich das Militär mit den Exporten zu tun? Waren es nicht die EU und die USA die Unmengen günstiges Gas und Öl aus Russland kaufen?

  20. 14.

    Großmächte? da sind Sie Putin wohl auf den Leim gegangen. Russland ist keine Großmacht und deswegen hat Putin Minderwertigkeitskomplexe und investiert deswegen seit 20 Jahren Unsummen in sein Militär, während Wirtschaft und Gesellschaft immer weiter stagnieren. Sieht man an den Exporten von Russland.

    So macht sich Putin zum Lakaien von China, statt mit Europa auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Alter übertriebener Stolz. Gut seine Entscheidung....

  21. 13.

    Die Ukraine gehört zu Europa !

  22. 12.

    Was Putin macht, wenn er seinen Gegner für schwach hält wissen wir doch mittlerweile.

    "klare Kante" ist nicht Konfrontation, nur man muss Putin klar machen wo seine Grenzen sind, die er besser nicht überschreitet.

    Kennedy hatte natürlich auch kein "klare Kante" oder? deswegen kam es damals ja auch zum Krieg....äh oder doch nicht....

  23. 9.

    Ich erlaube mir ihren Kommentar noch mit folgenden Worten zu ergänzen:

    Ein sehr schlauer deutscher Politiker des kalten Krieges sagte mal:
    "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."
    Immerhin war dieser Mann Architekt der Ostverträge und es war sein "kleiner bescheidener" Beitrag dazu, dass wir bis heute Frieden haben.
    Einige wenige Diplomaten und Politiker dieser Zeit leben noch und man sollte ihnen sehr genau zuhören und gründlich über das Gesagte nachdenken.

  24. 8.

    Ich warte auch auf Sanktionen, damit die Gaspreise noch weiter steigen. Das ist der Politik jedoch egal, werden sie doch vom Deutschen Michel alimentiert.

    Stoppt die USA wegen der von allen geforderten Sanktionen auch die Abnahme von russischem Öl? Nein, das geht natürlich nicht, nur Europa darf die Preisspirale mitmachen!

  25. 7.

    "Klare Kante zeigen" ist sicherlich der völlig falsche Weg. Das klingt irgendwie nach kopflos rein ins Vergnügen...Das ist eine mega brenzlige Situation die gut durchdacht sein will und ich hoffe, dass das gelingt.

  26. 6.

    Was erwarten Sie von einem Außenministerium, dessen Führung während des kalten Krieges noch mit der Rassel um den Baum genannt ist? Hier ist richtigerweise jemand mit Erfahrung aus dieser Zeit gefragt, der die Spielregeln kennt, und keine, sich selbst in ihrer Aussenwirkung überschätzende Person, die nicht merkt, daß sie auf der internationalen Bühne der Großmächte nicht ernst genommen wird. "Wenn die Elefanten anfangen zu tanzen, treten die Mäuse besser leise beiseite"

  27. 4.

    Wer wartet auf harte Sanktionen?

    Die Rede von Herrn Putin, und was daraus folgen wird, ist nach meiner Ansicht die Quittung für das diplomatische Versagen der EU und Freunde.
    Statt zu verhandeln, konnte ich nur Ansagen an Russland hören, die diese gefälligst zu befolgen hätten, sonst gibt's Sanktionen. Das wurde dann auch noch als "Einheitlichkeit" verkauft.

    Ich hatte von Diplomatie im Sinne von Interessenausgleich immer eine naivere Vorstellung.

  28. 3.

    Und "klare Kante zeigen" heißt was jetzt genau? Was schlagen Sie vor?

  29. 2.

    Völlig falsch, Russland ist die zweitstärkste Atommacht. Da zeigt man nicht einfach naiv „klare Kante“.
    Sowas wussten Diplomaten des kalten Krieges sehr genau und hielten im Hintergrund immer Kommunikationskanäle offen, über die man unabhängig von der offiziellen Sprache immer nach dem Machbaren suchte.
    „Klare Kante“ bringt definitiv Krieg und Energiepreise in Verbindung der CO2-Abgabe die uns Normalverdiener sowas von um die Ohren fliegen, wie noch nie in der Geschichte.
    Bei „klarer Kante“ verlieren alle, auch wenn wir die „Guten“ und Russland der „Böse“ ist.

  30. 1.

    Es ist erstaunlich wie viele kleine, mit Minderwertigkeitskomplexen ausgesattete Männer ( Napoleon, Hitler, Stalin,Putin etc.) immer wieder in Machtposition gelangen können. Solche Leute, einmal an der Macht, legen Diplomatie nur als Schwäche aus. Hier ist der einzige Weg "klare Kante" zeigen und keine faulen Kompromisse zu Lasten Dritter (Ukraine) eingehen.

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