Diskussion um Beschulung Geflüchteter - Deutschunterricht in Willkommensklassen oder Lernen nach ukrainischem Lehrplan?

Do 17.03.22 | 06:11 Uhr | Von Kirsten Buchmann
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Symbolbild: Zwei geflüchtete ukrainische Kinder in einer temporären Unterkunft (Bild: dpa/Beata Zawrzel)
Video: Abendschau | 17.03.2022 | Iris Völlnagel | Bild: dpa/Beata Zawrzel

Für Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine sollen am Montag die ersten Willkommensklassen an Berliner Schulen starten. Dort werden sie vor allem Deutsch lernen. Allerdings gibt es auch Kritik an diesem Weg. Von Kirsten Buchmann

Die ukrainische Generalkonsulin Iryna Tybinka fand in ihrer Rede vor der Kultusministerkonferenz vergangene Woche deutliche Worte. Sie forderte: "Die ukrainischen Kinder, die sich zwischenzeitlich hier aufhalten, sollen ihre Beschulung nach dem ukrainischen System und deren Lehrplänen weiter fortsetzen." Das allein werde ihnen eine "barrierefreie und schmerzfreie Rückkehr in die Ukraine ermöglichen".

Ihre Forderung verband sie mit Kritik an den deutschen Lehrplänen. Dort fehle die ukrainische Geschichte fast völlig, es dominiere nach wie vor Russland.

Alle hofften, dass der Schrecken des Krieges nicht zu lange dauere, betonte die Generalkonsulin. Für die nach Deutschland geflüchteten Kinder gehe es nicht darum, eine vollständige Integration in die deutsche Gesellschaft herzustellen. Die nationale Identität müsse aufrechterhalten werden. Es sei wichtig, dass die Kinder weiter ihre Sprache, Geschichte und Kultur lernen könnten.

Sie forderte daher, die Schüler nicht in "Integrationsklassen", sondern ein bis drei Jahre lang in "kleineren Bildungseinheiten" zu unterrichten. Dabei verweist sie auf erfolgreiche Erfahrungen in Deutschland mit internationalen sowie bilingualen Schulen. Darin sieht sie ein Argument, "dass eine temporäre Beschulung nach dem ukrainischen Bildungssystem für einen begrenzten Zeitraum funktionieren kann".

Erste neue Willkommensklassen ab Montag

In Berlin sind die ersten neuen Willkommensklassen allerdings inzwischen schon eingerichtet. Die ersten sollen ab Montag starten, heißt es aus der Bildungsverwaltung. Es werde sichergestellt, dass die aus der Ukraine nach Berlin geflüchteten Kinder und Jugendlichen möglichst bald einen Schulplatz erhalten.

An mehreren Schulen konnten sie laut der Bildungsverwaltung auch bereits in Regelklassen integriert werden. Ziel ist es laut einem Sprecher der Bildungsverwaltung, "dass die ukrainischen Schülerinnen und Schüler möglichst zügig Deutsch lernen, um sich hier im Alltag zurechtzufinden – und auch, um sich angesichts der unklaren Lage in der Ukraine perspektivisch integrieren zu können."

Gleichzeitig arbeite die Bildungsverwaltung daran, muttersprachlichen Herkunftsunterricht in die Angebote einzubeziehen und anstehende ukrainische Schulabschlüsse zu beachten. Es hätten sich auch bereits viele ukrainischstämmige Menschen gemeldet, um hier als Pädagoginnen und Pädagogen tätig zu sein.

Keine Extra-Insel

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Marcel Hopp, findet den Weg richtig, ukrainische Schülerinnen und Schüler in Willkommensklassen an den Berliner Schulen zu beschulen, "und nicht, wie der Vorschlag von Generalkonsulin Tybinka ist, nach ukrainischen pädagogischen und schulrechtlichen Vorgaben." Denn die Kinder und Jugendlichen, die herkommen, hätten das Recht, hier unterrichtet zu werden.

"Aber auch im Sinne der Schulpflicht wird hier keine Extra-Insel aufgebaut." Es gehe darum, die bestmögliche Bildung zu gewährleisten, auch vor dem Hintergrund, dass der Krieg vielleicht länger andauere.

Die Hoffnung der Generalkonsulin, dass es sich um einen vorübergehenden Aufenthalt der Kinder in Deutschland handelt, könne er nachvollziehen, sagt Hopp. Auch er hoffe, dass es schnell zu einem Frieden im Sinne der Ukraine komme. "Aber in unserem Krisenmanagement gehen wir davon aus, dass es eben kein vorübergehender Aufenthalt ist. Wir haben die Arbeitsthese, dass die, die hier sind, erst mal hierbleiben werden."

Wunsch nach Räumen und Personal

Die bildungspolitische Sprecherin der oppositionellen CDU-Fraktion Katharina Günther-Wünsch kann der Generalkonsulin insofern zustimmen, dass es nicht das Mittel der Wahl sei, die Kinder möglichst schnell in das Regelschulsystem zu bringen. "Sondern diese Kinder sind traumatisiert, entwurzelt und brauchen zunächst einen geschützten Raum." Am besten sei eine "Ankommenssituation" mit Muttersprachlern und vertrauten Menschen um sie herum.

Sie habe zugleich schon einige Male erlebt, dass Geflüchtete darum baten, ihnen digitale Geräte zur Verfügung zu stellen. Denn ihre Kinder würden aus der Ukraine heraus einen voll digitalisierten Unterricht erhalten, zumindest für die Klassen fünf bis elf. Man könne prüfen, wie man dem nachkommen und das mit Räumen und digitalen Geräten umsetzen könne. Das sieht Günther-Wünsch als eine Option für dieses Schuljahr.

Aber auch andere Wünsche kommen bei der CDU-Abgeordneten an: Gerade manche privat Untergekommene wollten ihre Kinder mit denen ihrer Gastfamilien zur Schule gehen lassen. Sie fordert daher Räume, Personal, Therapeuten und Schulpsychologen sowie Geld, um den Unterricht für sie zu finanzieren.

Sendung: Abendschau, 17.03.2022, 19:30 Uhr

Beitrag von Kirsten Buchmann

44 Kommentare

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  1. 44.

    Sicherlich gibt es Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten. Aber lassen Sie sich doch einfach mal ein paar einfache deutsche Sätze vom Google Translator jeweils auf Russisch und Ukrainisch übersetzen (eine Transkription in lateinische Schrift steht unten drunter) und Sie werden sehen, dass die Unterschiede zwischen den beiden Sprachen anscheinend doch gar nicht mal so gering sind.

  2. 43.

    Da ich kyrillische Wörter lesen kann, stellte ich fest, das sich auch die Wörter in ihrer Bedeutung annähernd gleichen. Das ist ja auch nicht unwahrscheinlich, da es sich ja eigentlich um ein gemeinsames Volk handelt.

  3. 42.

    Um die Kinder schnellstmöglich wieder in einen geregelten Unterricht zu bringen und ihnen nun wieder etwas Sicherheit in der neuen Umgebung zu vermitteln, wäre es bestimmt gut, sie erst einmal hauptsächlich in ihrer Muttersprache zu unterrichten und zu versuchen, das Erlebte wenigstens ein bisschen zu verarbeiten. Deutsch müssen sie erst noch lernen; bis dahin kann in dieser für sie komplett neuen Sprache, deren Schrift sie noch nicht mal beherrschen, kein Unterricht stattfinden. Ich denke, wichtig für die Kinder wäre erst mal ein geregelter schulischer Ablauf, bevor man sie direkt mit einer ihnen fremden Sprache konfrontiert. Außerdem hätte das den Vorteil, dass man vorerst vielleicht ganz einfach auf Lehrkräfte zurückgreifen könnte, die – genau wie die Kinder – gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Der Deutschunterricht ließe sich dann parallel dazu organisieren und einführen, wofür dann auch nicht auf einen Schlag ganz so viele deutschschprachige Lehrkräfte vonnöten wären.

  4. 41.

    Wenn Sie sich die Bilder anschauen, sehen Sie, dass beide Schilder in kyrillischen Buchstaben geschrieben sind. Daraus kann man nicht auf die Sprache schließen.
    In ganz Westeuropa benutzen wir lateinische Buchstaben. Deswegen ist doch deutsch nicht das sächsische französisch.
    Tatsächlich sind ja sogar dänisch, schwedisch, holländisch und deutsch aus der gleichen Sprachfamilie. Und ich kann unter Umständen ein schwedisches Hinweischild lesen. Aber ich jedenfalls kann nichts verstehen, wenn Schweden, Holländer oder Dänen in ihrer Sprache sprechen.

  5. 40.

    Der Schutzstatus für ukrainische Flüchtlinge soll zunächst ein Jahr gelten, verlängerbar bis zu max. 3 Jahre. In dieser zeitlichen Perspektive muss man, finde ich, auch für die Kinder erstmal planen. Und da wären Deutschkenntnisse schon vom Vorteil. Wer bildungswilliger ist, lernt schneller und kann schneller in den Regelunterricht wechseln. Alles andere werden deutschen Schulen nicht leisten können.

  6. 39.

    Das die Ukrainischen Schulen technisch so gut ausgestattet sind, haben sie dem deutschen Steuerzahler zu verdanken. Deutschland ist der Sponsor Nummer 1 in den letzten Jahren gewesen. Aber die deutschen Schulen verkommen lassen,ganz großes Kino.

  7. 38.

    Fordern kann man ja immer viel.
    In der dritten Klasse unseres Kindes sitzt jedenfalls schon längst ein ukrainisches Kind (verwandt mit einem Klassenkameraden).
    Da hat wohl keiner rechtzeitig darauf geachtet, dass das nicht im Sinne der Frau Generalkonsulin sein könnte... :-)

    Und ach so - ist das jetzt irgendwie eine neue Mode, statt Lehrplan auf einmal "Curriculum" zu sagen? :-)

  8. 37.

    Wo haben Sie denn gelesen, dass die Frau Generalkonsulin um etwas gebeten hat ?? Sie hat Forderungen gestellt, die m.E teilweise recht übertrieben, wenn nicht sogar unverschämt waren.

  9. 36.

    Ganz einfach: Weil sie in der Regel bildungswillig sind. Und wieso sollten sie Deutsch lernen, wenn es das Ziel ihrer Eltern ist, so schnell wie möglich wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Das macht den entscheidenden Unterschied!

  10. 35.

    Allen, die sich hier gerade echauffieren, sei folgender Artikel auf der Zeit Online Seite empfohlen: "Ukraines fortschrittliche digitale Schulen".
    Problem: Die mediale Ausstattung der Berliner Schulen!

  11. 34.

    Erst beschimpft der ukrainische Botschafter frei und demokratisch gewählte deutsche Politiker, dann erfüllt die Bundesregierung beflissen alle Wünsche der Ukraine und jetzt kommen noch unverschämte Einmischungen durch eine Konsularin in den deutschen Verwaltungsapparat hinsichtlich der Beschulung geflüchteter Kinder.
    Wo soll das noch hinführen?

  12. 33.

    Wenn ich mir die Bilder mit angeblichen ukrainischen Text ansehe, fällt mir kein großer Unterschied zum russischen auf. Das wird so etwas wie das russische sächsisch sein. Vermute ich.

  13. 32.

    Tatsächlich hat die Konsularin gar nicht gefordert, sondern gebeten.
    Das sie versucht zu erklären, was aus ihrer Sicht für die Kinder am Besten ist, ist ja schließlich ihre Aufgabe. Natürlich kann es auch andere Meinungen dazu geben, was das Beste ist. Aber dafür braucht man die Frau ja nicht zu verteufeln.
    Und ausserdem gibt es viele Länder in Europa, die wesentlich mehr Wert auf die Bildung ihrer Kinder legen. Das Bildungssystem in Deutschland so marode ist, ist nicht die Schuld der Generalkonsularin.

  14. 31.

    Sprache ist etwas verbindendes, sie kann aber auch trennen. Wenn ich mich in einem fremden Land befinde, sollte ich auch deren Sprache zumindest ansatzweise sprechen. Die Ukrainer werden noch eine ganze Weile hier bleiben, denn in ihren Land ist Krieg und selbst bei schneller Beendigung des Krieges muss das Land erst wieder aufgebaut werden. Wie viele werden dann zurückgehen?
    Die Generalkonsulin kann ja fordern (auch wenn das etwas sehr unhöflich und undankbar ist) aber Laptops wachsen nicht auf Bäumen und sind seit 2 Jahren im Forderungskatalog der Pandemie-gebeutelten Schulen.
    Es sollte keine Zweiklassengesellschaft von Geflüchteten geben.

  15. 30.

    Wieviele Lehrerinnen? Welche Fächer und Klassenstufen? Klassenräume? Werden, wie an deutschen Schulen mittlerweile üblich, nur Arbeitsblätter an die Kinder verteilt? Und warum ist es deutschen Politikern auf einmal so wichtig das ukrainische Kinder sofort mit ihrem Schulunterricht weitermachen können. In den letzten beiden Coronajahren haben deutsche Schüler keine Aufmerksamkeit aber dafür sehr viele Freistunden und kluge Sprüche, wie im Winter bei geöffneten Fenstern im Klassenraum, wegen der Kälte Kniebeugen zu machen und in die Hände zu klatschen, bekommen.

  16. 29.

    Ob Frau Tybinka besorgt ist, wegen unserem PISA-Stand und der dann auf die ukrainischen Schüler abfärbt?

    P.S. Der Ansatz kleinere Lerngruppen ist so gut, dass er in unserer Region zu teuer erscheint...da ist das Klassenstärkeziel 30+ "angesagt". Dann aber mit super Bezahlung der ukrainischen Lehrerinnen...oder etwa nicht? Dazu kann rbb24 sicher noch extra berichten, wenn es wieder um Gender Gap geht... kann man gespannt sein, auf die Moral?

  17. 28.

    Das Leben ist kein Wunschkonzert. Warum sollten ukrainische Kinder nicht in normale Klassen kommen? So lernen sie schnell deutsch.

    Wenn Menschen bei uns Schutz suchen und wir sie freiwillig aufnehmen, müssen sich die Flüchtlinge auch anpassen und haben nicht das Recht, immer und überall Forderungen zu stellen.

  18. 27.

    Das verstehe ich nicht. Warum können ukrainische Kinder nicht zusammen mit arabischen Kinder (und Kinder anderer Herkunft) Deutsch lernen?

  19. 26.

    Die Forderung der ukrainische Generalkonsulin Iryna Tybinka wirkt unverschämt. Oder hat sie etwa die schlechten PISA-Ergebnisse von Bln. und Brb. im Kopf gehabt und will in Dtl. ein annähernd gleiches Bildungsniveau erreichen? Auf jeden Fall hat sie die richtige Lösung im Kern erkannt: kleinere Lerngruppen statt 30+ im virusfreundlichen Klassenzimmer. Und mit digitalen Lehrinhalten wird sie auch noch berechtigte Forderungen an die "Steinzeitbildungsverwaltungen" haben. Und das ist nicht alles: Die Bezahlung ukrainischer Lehrerinnen... da darf man gespannt sein...ob sie mehr als deutsche Lehrer bekommen, da besser!

  20. 25.

    Sehr schwieriges Thema. Aber in der jetzigen Situation Forderungen zu stellen ist nicht gerade angemessen sehr geehrte Frau Generalkonsulin. Hier in Berlin wird eine unbeschreibliche Willkommenskultur gezeigt. Wer will sich anmaßen, bei dieser Massenflucht in so kurzer Zeit bei der Betreuung, Unterbringung etc. alles gleich perfekt haben zu wollen? Es ist doch toll, dass wenigstens die Kinder schon bald so etwas wie Alltag erleben können, in welcher Form das hier geschieht, sollte zunächst zweitrangig sein. Gönnen Sie den Kindern eine Verschnaufpause! Mit Gleichaltrigen den Tag ohne Angst zu verbringen, zu spielen, lernen und lachen ist doch jetzt viel wichtiger, als sich darüber zu streiten, welcher Lehrplan gelten sollte. Später kann man sich Gedanken machen, wie die ukrainischen Kinder stundenweise auch in Ihrer Muttersprache beschult werden können. Dazu benötigt man einen Überblick, ob unter den Geflüchteten auch Lehrer/Erzieher sind, die sicher gerne bereit sind, sich einzubringen

  21. 24.

    Die Frau hat ausnahmslos Recht! Mit dem bisherigen System der Willkommensklassen und dem Berliner Lehrplan geht die ganze Sache für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler nach hinten los. Der größte Fehler, der gemacht werden kann, ist die Schülerinnen und Schüler in Klassen mit Schülerinnen und Schülern aus arabischen Ländern zusammenzubringen.

  22. 23.

    Sie sollten im Blick halten, dass dies nicht der Wunsch der Flüchtlinge ist.
    Ich bezahle gegenwärtig auf eigene Kosten einen sprachlehrer für eine kleine Gruppe geflüchteter.
    Sie wollen lernen, denn sie wollen bleiben und arbeiten.
    Das betrifft auch die Kinder. Anstatt die Stimmung kippen zu lassen, könnten sie ja etwas tun um selbige oben zu halten. Einfach mal privat in einer Gruppe zusammen schließen und schulsachen, Sprachunterricht.... finanzieren.

  23. 22.

    Das sind echt dreiste Forderungen... Wichtig ist wohl erst einmal, die Grundlagen der deutschen Sprache zu erlernen; nur so klappt der Anfang zur Integration. Wenn die ukrainische Botschaft und das Konsulat nicht nur Forderungen stellen würden, sondern selbst mit helfen würden, den Flüchtlingsstrom zu bewältigen? Das wäre doch eine Option... In unseren Schulen fehlt es auch an technischen Hilfsmitteln, aber für ukrainische Kinder Laptops?

  24. 21.

    Gewiß hätte man als Generalkonsulin die Forderung in einer diplomatischeren Bitte formulieren können, der Ton macht schließlich die Musik. Im Grunde ist aber verständlich, was sie will. Mit dem gleichen unerschütterlichen Optimismus, mit dem ihr Volk gegen die russischen Verbrecher kämpft, glaubt sie offenbar an eine baldige Rückkehr der Schulkinder in ihre heimatlichen Schulen. - Man muss ja in diesen Zeiten nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage legen.

  25. 20.

    Frommer Wunsch, Frau Generalkonsulin... JEDER hat sein Leben lang den Wunsch, in das, was er als Heimat empfindet, zurückzukehren. In der starken griechischen Gemeinde meiner Heimatstadt war das auch so - ganz ohne Krieg und Zerstörung, einfach "Sehnsucht". Es gab deswegen a) eine griechische Schule und b) nachmittags Beschulung für die Kinder, die auf die "Regelschule" gingen, um Geschichte und Sprache und "Heimat Griechenland" nicht zu verlieren. Die Kinder waren integriert, aber dennoch verbunden mit der Heimat (der Eltern?).

    Gestern hatten wir ein Benefizkonzert, da sprach ein Junge die Rektorin an, er möchte auch noch bei uns in die 10. Klasse kommen - er sprach als Ukrainer deutsch, unsere Partnerschule unterrichtet Deutsch als 1. Fremdsprache. Alle bedankten sich für die wunderbare Aufnahme, keiner kam auf die Idee mit dem Ukrainischen Kurrikulum. Vermutlich werden wir AGs bilden (Sprache, Kultur), gemeinsam Feste feiern. Mathe ist eh überall gleich ;-)

  26. 19.

    Wo soll das hinführen wenn jede Gruppe von Flüchtlingen (Syrer,Afghanen, Iraker usw) sei eigenes Bildungssystem fordert. Viele, oder fast alle Flüchtlinge werden früher oder später hier bleiben denn keine/keiner wird in ein zerstörtes Land zurück kehren. Was jetzt wieder von ukrainischer Seite gefordert wird ist schon etwas dreist. Bis jetzt wird immer nur gefordert gefordert ob vom Präsidenten vom Botschafter oder jetzt von der Generalkonsulin,ich habe noch kein Wort der Dankbarkeit gehört das Deutschland diese Menschen so unbürokratisch aufnimmt. Jetzt werden wir von der Dame noch kritisiert das wir zu wenig über die Ukraine im Lehrplan hatten, welches Land ist dann das nächste das sich beschwert ,weil wir in der Schule nicht ausreichend darüber unterrichtet haben . Unser Bildungssystem ist seid Jahren in einem schlechten Zustand und es ist jetzt schon für alle eine Herausforderung unsere Kinder vernünftig zu unterrichten weil es an vielen fehlt.

  27. 18.

    Liebe Ukrainer, schlimm was bei euch passiert. Aber, nur Forderungen stellen ist unverschämt und respektlos! Erst wird nur vom Präsidenten und dem Botschafter politisch gefordert und jetzt will man uns vorschreiben wie wir zu unterrichten haben? Es reicht, die Stimmung kippt in diesem Land. Langsam aber sicher!

  28. 17.

    Fordern ist schon recht unverschämt. Da helfen Tausende Menschen ehrenamtlich den Geflüchteten und der Staat tut auch eine Menge. Wenn das Generalkonsulat den Unterricht anbieten kann spricht nichts dagegen …

  29. 16.

    Die Muttersprache der Geflüchteten ist ukrainisch.
    Die älteren Geflüchteten können auch zusätzlich russisch, weil sie das in der Sowjetzeit zwangsweise lernen mussten.
    Die Kinder haben diese Zeit nicht erlebt. Von diesen können nur wenige russisch.

  30. 15.

    Hallo Grazia,
    die sogenannten Auslandsschulen müßen sich ihre Lehrpläne von den deutschen Behörden genehmigen lassen, damit man in den Schulen der allgemeinen Schulpflicht nachkommen kann und im Ergebnis ein in Deutschland anerkannten Abschluß steht, z.B. die Allgemeine Hoschschulreife. Zu solchen Schulen gehören neben den Auslandsschulen z.B. die Waldorfschulen, Evangelische oder Katholische Schulen, und an dere Privatschulen. Sie sind alle den "deutschen" Schuien gleichgestellt und führen zum gleichen Ergebnis.

  31. 14.

    Hallo? Das Problem ukrainisch sprechende Lehrerinnen steht wohl so nicht ganz. Schließlich gibt es unter den Geflüchteten wohl auch Pädagoginnen, die hier ganz schnell aktiv werden können und sicher auch wollen.

  32. 13.

    Ich denke, dass die ukrainischen Kinder ihren ukrainischen Bildungsweg weiter machen sollten, aber mit der Nebensprache Deutsch. Sie dürfen nicht entwurzelt werden. Wir hoffen ja alle, dass bald Frieden herrscht und dann muss das Land wieder aufgebaut werden mit, durch und für diese Kinder und Jugendlichen.
    Und wenn sie hier bleiben wollen, dann ist bei den Kleineren immer noch ein Umstieg möglich und den Großen sollte der ukrainische Abschluss anerkannt werden.
    Meine Meinung!

  33. 12.

    Ich hoffe dass die Kriegsflüchtlinge anders als Asylbewerber bald nach Hause zurück kehren können. Dann macht es durchaus Sinn die Kinder weiter auf Ukrainisch zu unterrichten. Das sollte dann auch von der ukrainischen Botschaft organisiert und bezahlt werden.

  34. 11.

    Ich kann die Aussage komplett nachvollziehen. Aber man sollte die Realität nicht aus den Augen verlieren. Der Krieg kann noch dauern und viele Geflüchtete wollen nicht zurück.
    Daher ist es in meinen Augen für die Integration das Wichtigste Deutsch zu lernen. Die leute möchten arbeiten, sie möchten bleiben. Es ist nicht sinnvoll, aus falsch verstanden Schutz, eine Parallelhesellschaft aufzubauen. Insbesondere Kinder müssen für ihren zukünftigen Lebensweg die bestmögliche Unterstützung bekommen und Deutsch zu sprechen, gehört in Deutschland dazu.

  35. 10.

    Ich kann mich den ersten beiden Kommentaren nur anschließen......

  36. 9.

    Die Lehrer der Willkommenklassen sollten natürlich alle sehr gut Russisch sprechen können. Das sehe ich als Problem. Dass dann genügend Lehrer zur Verfügung stehen, die in der Muttersprache der Geflüchteten unterrichten können.

  37. 8.

    Bei aller Empörung/Verwunderung zu dieser Forderung.: Wollen wir das die Menschen zurück in ihre Heimat können? Es meckern doch jetzt schon so viele über die Geflüchteten, dass die uns die, ohnehin maroden Schulen füllen. Ist doch bestens, wenn sie dann in provisorischen Räumlichkeiten von geflüchteten ukrainischen Lehrern beschult werden. Ich bin mir sicher, dass die das können. Sie möchten autark sein und nur solange bleiben wie nötig. Das zollt Respekt.

  38. 7.

    Das ist an Arroganz und Unverschämtheit gegenüber der helfenden deutschen Bevölkerung kaum zu überbieten. Unterricht wie in der Ukraine gibt es halt nur in der Ukraine! Wer möchte, darf gern zurückgehen, ist momentan nur bedingt zu empfehlen, aus Gründen der physischen und psychischen Gesundheit! Die Geschichte vieler Länder wird kaum behandelt und doch sind andere Geflüchtete dankbar, dass die Bildung für die Kinder weitergeht! Soll sie doch Privatunterricht organisieren und dafür gegen Entgelt Räume anmieten, wenn ihr das kostenlose Hilfsangebot nicht passt.

  39. 6.

    Ich teile Ihre Meinung aus folgenden Gründen nicht so ganz: es gibt auch hier in Berlin Auslandsschulen, die nicht nach Deutschen Lehrplänen unterrichten und das Lehrpersonal sehr wohl keine Deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Wäre ja eine Möglichkeit, sich mal bei diesen Schulen umzuschauen, deren Erfahrungen zu berücksichtigen und sich evtl. an dieser Art der Beschulung zu orientieren !

  40. 5.

    Warum Willkommen Klassen? wollen die etwa für immer hier bleiben?

  41. 4.

    Hat der Frau niemand erklärt, dass an Bildung in Deutschland gespart wird? Die Umsetzung sehe ich schwierig. Kommen das ukrainische Lehrer samt Lehrmittel oder wie soll das umgesetzt werden?
    Ich finde auch, dass Deutschunterricht im Vordergrund stehen sollte. Alles andere ist frühestens zum neuen Schuljahr umsetzbar.

  42. 3.

    Und diesmal fordert die ukrainische Generalkonsulin. Es ist egal ob EU, Migranten oder Flüchtlinge, sobald es um Deutschland geht werden von vielen Forderungen nach Geld oder Erfüllung der eigenen Wünsche gestellt und unsere Politiker verteilen großzügig unser Geld während man den schon länger hier Lebenden empfiehlt man solle auf Wohlstand und warme Wohnungen verzichten. Wir haben seit mind. 10 Jahren unglaublich viele Stundenausfälle an den oft sanierungsbedürftigen Schulen, veraltetes Material, die Overheadprojektor von 1980 sind noch heute in Betrieb. Wo sollen denn jetzt noch ukrainisch sprechende ausgebildete Lehrer/Pädagogen und Räume herkommen? Letztes Jahr war es kaum möglich bezahlbare oder überhaupt Laptops zu bekommen. Wir helfen gerne und im Rahmen unserer Möglichkeiten, aber statt zu fordern, fände ich ein es wäre schön wenn... für angebrachter.

  43. 2.

    Die Forderung der Generalkonsulin ist bei aller Wertschätzung der Geflüchteten doch etwas unverschämt.

  44. 1.

    Das übersteigt jede Schamlosigkeit, die ich kenne, das eigene Schulsystem liegt am Boden und in arroganter und heuchlerischen Form diskutiert man weitere Schritte zur Verschlechterung der Ausbildung deutscher Kinder. Haben Sie denn zusätzliche Klassenräume, haben Sie zusätzliche Lehrer. Der Einsatz ausländischer Lehrkräfte verstößt gegen die Verfassung. Lehrkräfte sind an deutsches Recht gebunden.

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