Kunst gegen Putin - Wölfe fletschen vor der russischen Botschaft die Zähne

Di 26.04.22 | 14:57 Uhr
  12
Vor der Russischen Botschaft stehen am 26.04.2022 Bronzefiguren von Künstler Rainer Opolka. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Audio: rbb24 Inforadio | 26.04.2022 | Nico Hecht | Bild: dpa/Christophe Gateau

Mit einer Kunstinstallation vor der russischen Botschaft in Berlin demonstriert der Künstler Rainer Opolka gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Dazu stellte er am Dienstag vier überlebensgroße zähnefletschende Bronzewölfe unweit des Brandenburger Tores auf den Mittelstreifen Unter den Linden.

Er wolle damit Präsident Wladimir Putin einen Spiegel vorhalten, sagte Opolka zum Auftakt der eintägigen Aktion gegenüber der russischen Vertretung. "Der russische Bär kann tanzen, vergnügt sein und natürlich auch wehrhaft", schreibt Opolka in einem offenen Brief an Putin. "Aber was wir in der Ukraine sehen, sind zu Wölfen mutierte Bären - marodierende und aggressiv mordende Wesen - eingefallen in ein Land, in das sie niemand gerufen hat."

Opolka kündigte weiter an, noch am Dienstag mit einem 40-Tonner-Lkw mit Hilfsgütern nach Kiew zu starten.

Mit 80 bronzenen Wölfen für Menschenrechte

Der Bildhauer demonstrierte in den vergangenen Jahren wiederholt mit seinen bronzenen Wölfen gegen die Verletzung von Menschenrechten und die Gefährdung der Demokratie. Dafür goss er vor sieben Jahren 80 Wölfe in Bronze. Bislang war er damit an 17 Orten aktiv, unter anderem in Berlin, Potsdam, Dresden, München, Chemnitz und Halle.

In dem Schreiben an Putin heißt es weiter: "Glauben Sie dem russischen Volk durch Bombardements ukrainischer Städte zu dienen? Souveränität und wirkliche Größe schafft man nicht durch Bomben, sondern durch geistige, kulturelle und ökonomische Stärke gepaart mit dem Willen zu Verständigung und Frieden."

Sendung: rbb24 Inforadio, 26.04.2022, 13:45 Uhr

12 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 12.

    Das will keiner hören. War schon erstaunlich, daß Ihr Kommentar veröffentlicht wurde.

  2. 11.

    Mit der einschlägigen Darstellung des Wolfes gehe ich auch nicht mit. Opolka allerdings hat sich darauf spezialisiert.
    Wölfe haben unter sich ein ausgesprochenes Sozialverhalten, Menschen nicht immer.

    Das macht sie nicht zu Schmusetierchen. Wie groß sind die Chancen, aus der Zweiteilung herauszukommen, einerseits Raubtiere als Schmusetierchen á la Knut zu verharmlosen, andererseits ihnen bloß fratzenhaft zu begegnen, wie hier weiland dem Wolf?

    Ansonsten ziehe ich natürlich vor der Hilfsaktion gleichfalls meinen Hut!

  3. 10.

    Und wo ist da jetzt die "Kunstinstallation"? Es sind eben einfach vier Wolfsfiguren, dolles Ding. Kann man ein großes Trara drum machen, kann man aber auch lassen...
    Putin wird vor Angst erzittern, wenn er den offenen Brief des Künstlers liest, der ihm "einen Spiegel vorhalten" soll. Den wird er doch ganz sicher lesen, oder?
    Für den Hilfstransport natürlich trotzdem alle Achtung...

  4. 9.

    WP und seine mindestens 6 oder noch mehr Gesinnungsfreunde unter den führenden Politikern dieser einen Erde katzt das überhaupt nicht. Hauptsache für diese Clique: quälen und morden.

  5. 8.

    Ich bin da heute vorbei...Es ist schon sehr viel richtig. Entscheidend sind erst mal die Großplakate. Das, was wohl die meisten Ostdeutschen bewegen sollte, also die sich da mit dem Russischlernen abmühten, ist der Wortlaut: Sehr geehrter Herr Putin. Wir halten Ihnen einen Spiegel vor. Was sehen Sie? Stehen diese aggressiven Monster für die Nation der Puschkin's, Tolstoi's und Tschaikowski's? Stop the War! (in Groß-buchstaben) So, und nun stelle man sich das Gastgeberprogramm zu den Olympischen Winterspielen 2014in Sotschi vor.Wie sagt man so? Ohne Worte!Wenn er so weiter macht, wird Puschkins Poem vom Tränenbrunnen in Bachtshissarai (Krim), das durch das Ballett von Asafjev zur "Fontäne von Bachtshissarai" mutierte, und die tiefe Liebe des Khans zur geraubten (blonden)Fürstentochter Maria aus dem heutigen ukrainisch-polnischen Grenzgebiet zeigt, ein Meer von Tränen erzeugen. Wer weiß,welche Ufer es es hat, um mal im schwelgenden Ton des Poems zu bleiben. Warum überfiel RU die Grenze?

  6. 7.

    … Geschichtsvergessenheit? … Wirklichkeit und geschichtliche Zusammenhänge ausblenden?
    So, wie Sie allzugerne mit Ihren von Dogmaen zerfressenen Kommentaren?

  7. 6.

    Gibt es auch eine menschenachtende Kriegsführung?
    Seit dem zweiten Weltkrieg sind die Opfer in allen Kriegen meistens Zivilisten. Es erstaunt mich immer wieder das uns das erst jetzt aufstößt. Der Krieg in der Ukraine ist ein Verbrechen und auch jeder andere.
    Es ist trotzdem wichtig das man auch auf rechtsextreme Tendenzen hinweist. Und Faschisten als Verbündete, das muss nicht sein.

  8. 4.

    Nein, „den Asow-Mörderbanden“ meinte ich nicht, sonst hätte ich diese(n) erwähnt. Ich beziehe mich auf die aktuelle menschenverachtende Kriegsführung in der Ukraine, die allein Putin und seine Truppen zu verantworten haben. Und ich verstehe auch beim besten Willen nicht, was Geschehnisse zu Zeiten, als noch nicht mal die Eltern der heutigen Soldaten des Asow-Regiments geboren waren, damit zu tun haben sollen. Den Begriff „Whataboutism“ haben Sie ja sicherlich schon mal gehört, oder? Ihr erbärmlicher Versuch, vom Thema abzulenken, ist jedenfalls ein ganz klassischer Fall davon ..

  9. 3.

    Was für eine Wortschöpfung @Tim: „Bloodymir“!
    Und „ … dessen abartig unmenschlich mordenden Horden hadere“
    Meinen Sie da auch den Asow-Mörderbanden, die im 2.Weltkrieg mit der Wehrmacht und der Waffen-SS kollaborierte, und maßgeblich an der Judenvernichtung teilnahmen?
    Die sich 2014 mit Hakenkreuz beschmierten Panzern und in SS Uniformen auf dem Maidan präsentierten?
    Wenn schon die Wahrheit, dann die Ganze bitte.

  10. 2.

    Ich denke schon, dass man das differenzieren kann. Für mich sieht die Bronze auch nicht wie ein Wolf aus, der durch die Wälder streift sondern eher wie ein Werwolf ;) . Ansonsten hat mir der hier genannte Auszug aus dem Text auch gefallen.

  11. 1.

    Die Auszüge aus Opolkas Text finde ich an sich ziemlich gut. Mit seiner Darstellung des Wolfs als das personifizierte Böse und dessen Gleichsetzung mit Bloodymir Putin und dessen abartig unmenschlich mordenden Horden hadere ich jedoch ein wenig. Das wird dem Wolf nun wirklich nicht gerecht.

Nächster Artikel