Soldaten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung werten im Gesundheitsamt Mitte Daten zur Corona-Kontaktverfolgung aus (Quelle: DPA/Carsten Koall)
Audio: rbb 88,8 | 25.01.2021 | Jana Schmidt | Bild: DPA/Carsten Koall

Gesundheitsämter, Impfzentren - Mehr als 1.000 Bundeswehrsoldaten sind in Berlin im Corona-Einsatz

Rund 1.050 Bundeswehrsoldaten sind in Berlin im Einsatz, um Hilfe während der Corona-Pandemie zu leisten. Das teilte das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA mit. "Sie nehmen unter anderem Aufgaben bei der Kontaktpersonennachverfolgung, der Corona-Hotline, bei der Unterstützung der Pflegeeinrichtungen, beim Betrieb der Impfzentren und der mobilen Impfteams und bei der Impfhotline wahr", erläuterte ein Sprecher.

Allein in den Berliner Pflegeheimen seien etwa 350 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt, die dort unter anderem Corona-Schnelltests durchführten. Davon führten 200 auch Schnelltests durch, wie von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in der vergangenen Woche angekündigt. Verantwortlich für die Organisation ist in diesem Fall die Gesundheitsverwaltung. Die Kontaktnachverfolgung ist dagegen Sache der Bezirke. Dort gibt es beim Einsatz der Soldaten durchaus Unterschiede, wie eine Umfrage der DPA zeigt.

Damit sind momentan deutlich mehr Soldaten der Bundeswehr mit Aufgaben zur Bewältigung der Pandemie betreut, als es noch vor ein paar Monaten der Fall war. Mitte Oktober waren in Berlin und Brandenburg insgesamt etwa 460 Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

Hauptsächlich in der Kontaktnachverfolgung tätig

In Spandau etwa arbeiten 20 Soldatinnen und Soldaten im Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten mit, fünf weitere in der Abstrichstelle für Corona-Tests. Im Bezirk Reinickendorf sind es den Angaben zufolge 22, davon 15 in der Kontaktnachverfolgung.

Im Gesundheitsamt Mitte arbeiten 35 Soldaten der Bundeswehr, 30 davon in der Kontaktnachverfolgung. Eine Sanitätskraft und drei Hilfskräfte der Bundeswehr unterstützen die Durchführung von Corona-PCR-Tests auf dem Testplatz des Bezirks. In Tempelhof-Schöneberg sind dem Bezirksamt zufolge 53 Bundeswehrsoldaten im Corona-Krisenstab des Gesundheitsamtes im Einsatz, davon 46 in der Kontaktnachverfolgung; sieben Sanitätssoldaten unterstützen das Abstrichteam des Bezirks bei Corona-Tests.

In Friedrichshain-Kreuzberg ist lediglich ein Sanitätsteam aus fünf Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Es übernimmt unter Anleitung des Gesundheitsamtes Corona-Tests in Pflegeheimen. Für die Kontaktnachverfolgung werden nach Angaben des Bezirksamts dagegen keine Soldaten eingesetzt. Das grün-linksalternativ geprägte Friedrichshain-Kreuzberg hatte im vergangenen Herbst zunächst wochenlang als einziger der zwölf Berliner Bezirke keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zugelassen. Daran hatte es Kritik aus der Opposition wie vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gegeben.

Im Pandemiestab Neukölln helfen 28 Bundeswehrsoldaten mit, 20 davon in der Kontaktpersonennachverfolgung. In Lichtenberg sind es insgesamt 16, davon zehn in der Nachverfolgung von Kontakten. Außerdem sind zwei Soldaten mit medizinischer Qualifikation nach Angaben des Bezirksamts als Sanitäter bei den Corona-Tests am Standort Tuberkulosezentrum Lichtenberg im Einsatz sowie vier Bundeswehrsoldaten als Fahrdienst für die mobilen Abstrichteams, die für Corona-Tests zum Beispiel Pflegeheime ansteuern.

In Treptow-Köpenick sind wie in Friedrichshain-Kreuzberg keine Soldatinnen und Soldaten im Gesundheitsamt für die Kontaktnachverfolgung im Einsatz. Dagegen helfen 16 Soldaten bei zahlreichen anderen Aufgaben. Dazu gehören dem Bezirksamt zufolge zum Beispiel das Beantworten von Fragen an der Covid-19-Hotline des Gesundheitsamtes, die Mitarbeit in der stationären Abstrichstelle des Gesundheitsamtes und in der Quarantänebetreuung, der Postversand von Quarantäneschreiben oder das Übertragen von Daten aus Online-Kontaktpersonen-Erhebungsbögen in eine entsprechende Fachsoftware.

Sendung: Fritz, 25.01.2021, 8.30 Uhr

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Vielen Dank Kameraden das ihr dieses stressigen Job macht trotz ideologischer Vorbehalte aus einigen Bezirken.

  2. 4.

    Oh Gott. Die Bundeswehr hilft und wir sind trotzdem kein Polizei/Armeestaat geworden... Schönen Gruß an die verwirrten Grünen in F‘hain!

    Vielen Dank für die Hilfe an die Bundeswehr! Dickes Lob!

  3. 3.

    Hierran kann man doch sehen daß unsere Ämter unterbesetzt sind und in der Pflege dringend Personal benötigt wird. Hier hat die Politik eine Aufgabe die sehr schnell zu lösen ist. Den Soldaten/innen kann man nur Dank sagen für Ihren Einsatz.

  4. 2.

    Danke liebe Soldaten, dass ihr Deutschland dient. Hiermit sollte auch gleich wieder überlegt werden, ob der Grundwehrdienst wieder eingeführt wird. Man sieht das dies dringend nötig ist.

  5. 1.

    Ich verstehe weiterhin nicht, warum man dafür nicht einfach Menschen einstellt. Genug Arbeitslose sollte es geben und die Soldaten erfüllen nicht sehr schwierige Aufgaben, die eine lange Einarbeitung oder viele Spezialkenntnisse erfordern.

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