Notbetreuung in Berlin - Bildungsverwaltung ist zufrieden mit aktueller Kita-Auslastung

Eine Mutter bringt ihre Tochter zu einer Tür in einer Kindertagesstätte (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa/Jens Büttner

Gut eine Woche nach Inkrafttreten neuer Regeln zur Begrenzung des Kita-Notbetriebs im Corona-Lockdown zieht die Berliner Bildungsverwaltung eine positive Zwischenbilanz. Zuletzt habe die Betreuungsquote in Einrichtungen bei etwa 35 Prozent der normalen Kapazitäten gelegen, sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

"Im Moment erfüllt das System die Erwartungen. Wir bleiben unter einer Quote von 50 Prozent." Man beobachte die Entwicklung aber weiter genau. Der Abwägungsprozess zwischen Gesundheitsschutz und Kontaktvermeidung einerseits sowie Betreuungsangeboten für Eltern in wichtigen Berufen andererseits bleibe schwierig.

Neue Bedingungen seit einer Woche

Obwohl Kitas im Corona-Lockdown ab Mitte Dezember eigentlich nur Notbetreuung im Einzelfall anbieten sollten, waren sie im Januar voller als erwartet. Die Bildungsverwaltung berichtete in der dritten Januar-Woche von einer Auslastung von 38 Prozent mit steigender Tendenz, die Gewerkschaft GEW von bis zu 80 Prozent. Daraufhin beschloss der Senat ab 25. Januar neue Bedingungen für Eltern, die ihre Kinder nicht zu Hause betreuen können, um die "Notversorgung" auf maximal 50 Prozent der Kapazitäten zu begrenzen.

In eine Kita dürfen Kinder demnach nur, wenn mindestens ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Hinzu kommt der Nachwuchs von Alleinerziehenden oder aus Familien in einer sozial schwierigen Situation.

Brandenburger Kita-Personal fordert Verbesserungen

In Brandenburg bleiben derweil Kitas grundsätzlich geöffnet, nur in Landkreisen mit 7-Tage-Inzidenzen von mehr als 300 müssen sie schließen. Zuletzt hatten aber auch Landkreise die Einrichtungen geschlossen, deren 7-Tage-Inzidenzen darunter lagen.

Die Kita-Beschäftigten in Brandenburg haben am Dienstag per Petition die Landesregierung aufgefordert, dem Berliner Weg zu folgen und auch hier die Betreuung auf Kinder zu konzentrieren, deren Eltern systemrelevanten Berufen angehören. Die Auslastungsquote in Brandenburger Kitas liegt nach Angaben der Gewerkschaft Verdi derzeit bei 70 bis 90 Prozent - und damit genauso hoch wie im Januar vergangenen Jahres vor Corona.

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2 Kommentare

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  1. 2.

    Ich glaube da hat die Senatsverwaltung den Durchschnitt und dann noch ein bisschen „schön“ gerechnet. Oder sollten wir tatsächlich die einzige Einrichtung in Berlin sein, die schon fast bei 75 % (Tendenz steigend)liegt? Es sollte mich wundern, wenn nur unsere Eltern alle 28 Seiten der Systemrelevanz gelesen und sich dort wiedergefunden hätten.

  2. 1.

    Beobachten und Abwägen sind zwei Begriffe die nicht ausreichen eine Pandemie einzudämmen. Dazu bedarf es eines Planes mit echten anstrengenden Leistungen und der Mobilisierung von Ressourcen. Damit ist nicht die li/gr Kernkompetenz Umverteilen/Weiterreichen gemeint. Dazu gehört und fängt ganz klein an, man kann es kaum glauben, auch das Abwischen von Türklinken usw... Eine leistungsfähige Verwaltung hat hierfür was bereitgestellt?

    P.S. einen seitenlangen "Hygiene/Lüftungsplan" ist nicht gemeint. Liest doch keiner, warum auch?

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