Drei Millionen Schnelltests verfügbar - An Berliner Schulen beginnt am Montag die Coronatest-Offensive

Einem Schulkind wird am 08.02.2021 die Handhabung eines Antigen-Schnelltests im Rahmen eines Fototermins zum Thema "Teststraße vor der Schule" gezeigt. (Quelle: dpa/Georg Hochmuth)
Audi: Inforadio | 19.02.2021 | Jan Menzel | Bild: dpa/Georg Hochmuth

Wenn am Montag die ersten Grundschüler in die Klassenräume zurückkehren, beginnt für ihre Lehrer die Testoffensive: Sie müssen sich von geschulten Kollegen einen Rachenabstrich verpassen lassen. Selbsttests für Schüler lassen derweil noch auf sich warten.

Die Senatsverwaltungen für Bildung und Gesundheit haben am Freitag Einzelheiten zu den bevorstehenden Corona-Schnelltests in Schulen und Kitas bekannt gegeben. Ab Montag kehren die ersten drei Klassen in Berliner Grundschulen stunden- und tageweise zum Präsenzunterricht zurück, dann sollen dort Beschäftigte zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden.

Zur Verfügung stehen ab Montag zunächst drei Millionen Schnelltests, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mitteilte. Dabei handelt es sich um Antigen-Tests, die dafür geschultes Schul- und Kita-Personal per Rachenabstrich an den übrigen Beschäftigten durchführen wird. Insgesamt wolle Berlin für diese Zwecke zehn Millionen solcher Schnelltests beschaffen, kündigte Kalayci an. Positiv getestete Personen müssen umgehend einen PCR-Nachtest in den dafür vorgesehenen Testzentren machen.

Pro Schule werden vier Lehrkräfte geschult

"Die Testungen werden in den Schulen in der Regel von zwei Personen des eigenen Dienstpersonals durchgeführt, die in dieser Zeit von ihren sonstigen Dienstverpflichtungen befreit sind", erläuterte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). "Die Schulen dienen auch als Verteilstelle für die Kitas", sagte Scheeres.

Das Testpersonal sowohl von Schulen als auch von Kitas werde unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) geschult, so Scheeres weiter. Mario Czaja, Präsident des Berliner DRK, sagte, für die Schulungen seien zum Beispiel Ausbilder in der Ersten Hilfe oder Rettungssanitäter zuständig. An den Schulen sollen ihm zufolge jeweils vier Lehrer geschult werden, vorrangig solche, die selbst schon eine Ersthelferausbildung haben. "Jedes Schulungsteam besucht zwei Schulen am Tag, die Schulung selbst dauert 90 Minuten", sagte Czaja. "Unser Ziel ist, mit 75 Teams 150 Schulen am Tag zu schaffen." Start sei Montag, 8.00 Uhr. Am ersten Tag sollen allerdings nur 30 Teams im Einsatz sein.

Selbsttests für Schüler frühestens Anfang März

In einem zweiten Schritt werden dann Selbsttests für Schülerinnen und Schüler ausgegeben, die jeder selbst im vorderen Nasenbereich durchführen kann. Pro Person sollen das pro Woche zwei Selbsttests sein, die zu Hause angewendet werden können. "Die Problematik ist, dass die Selbsttests noch nicht genehmigt sind", betonte Scheeres. Gesundheitssenatorin Kalayci rechnet frühestens für die erste Märzhälfte mit der Zulassung für die angedachten Selbsttests.

Kalayci bewertete die Schnelltests als "Gamechanger". Sie seien “ein entscheidender Schritt, um die Corona-Pandemie besser in den Griff zu bekommen." Schnelltests seien nichts Neues: "Wir haben inzwischen 7,8 Millionen Schnelltests in Berlin verteilt", sagte Kalayci - vor allem an Altenpflege-Einrichtungen und Krankenhäuser. Aber der Einsatz in Schulen und Kitas sei noch einmal ein Schritt nach vorn: "Es ist eine ganz andere Qualität, dass man auch in der Fläche testen kann."

Sendung: Kulturradio, 19.02.2021, 16:45 Uhr

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18 Kommentare

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  1. 18.

    Und damit ein bedauerlicher Einzelfall, ich kann ihn ja mal von meiner Krebserkrankung erzählen, auch als junger ohne Vorerkrankungen, obwohl man das so und so nie genau weiß wenn sie sich nicht jeden Tag komplett durchchecken lässt.
    Gute Besserung aber bitte nicht verallgemeinern, auch CD liegt völlig falsch, die Erkrankungs bzw schwere Verläufe oder sogar Todesfälle sind bei Lehrern und Erziehern im 0,00% Bereich.

  2. 17.

    Benötigt ihr wirklich Mutti und Vati - Gewerkschaft um eure Meinung zu sagen? Die Straßen sind groß !

    Ansonsten kann ich mich nur der Meinung von #13 Philippe anschliessen.

    Macht euch stark Lehrer und Erzieher!

  3. 16.

    Ich, Lehrerin, Sportlerin, jung ohne Vorerkrankungen, bin im Dienst zunächst mäßig erkrankt und seit Monaten geht es immer weiter mit mir bergab: Herzprobleme, Schwindel und Muskelschwäche.Nicht nur ich, sondern mein Mann, meine Kinder, Schüler und mein Arbeitgeber hätten gerne ihre gesunde Ehefrau, Mama und Lehrerin zurück. Wir haben unsere Kinder auch nach dem Lockdown nicht in die Kita gegeben, den Urlaub abgesagt, an alle Regeln gehalten - und dann hat das Virus gleich nach den Sommerferien zugeschlagen. Aber Lehrer werden ja nicht schwer krank....

  4. 15.

    ...in allen Altersgruppen.....
    Aber das Risiko ist in einigen Altersgruppen doch ein wenig höher.
    https://de.statista.com/infografik/23756/gesamtzahl-der-todesfaelle-im-zusammenhang-mit-dem-coronavirus-in-deutschland-nach-alter/

  5. 14.

    Das ist absoluter Quatsch. Selbst wenn "die Schüler" (die ja durchaus alters-heterongen sind!) nicht schwer erkranken sollten - was bei den neuen Virusvarianten nämlich gar nicht mehr stimmt! - können doc Lehrer schwer erkranken. Viele Lehrer sind älter und zum Teil sogar Risikogruppe. Erst kürzlich gab die AOK bekannt, dass Lehrer und Erzieher zu den am häufigsten erkrankten Personengruppen gehören! Das Märchen, dass nur Betagte gefährtet sind, ist übrigens schon längst ausgeträumt. In allen Altersschichten finden sich Risikogruppen und selbst vorher gesunde, fitte Leute können schwer erkranken.

  6. 13.

    Mit Ihrem Einsatz steht und fällt das ganze System. Bitte zieht endlich Erzieher und Lehrer beim Impfen vor und bitte nehmt diese Impfung mit Astra Zenenca auch alle wahr. Nur so schaffen wir es zügiger raus aus dieser Sch****.

  7. 12.

    Welche deutsche Schule hat derzeit diese personellen Ressourcen??? Wie sollen die Schulen die Tests an die Kitas verteilen??? Wie werden die "90-minütig-ausgebildeten" testenden Lehrkräfte geschützt??? Fragen über Fragen ...

  8. 11.

    Bei uns sind eher die Kleinfamilien üblich. Aber es reichen ja schon 1-2 Geschwistern um das Infektionsgeschehen über verschieden Klassenstufen einer Schule oder verschiedener Schulen bzw. auch zwischen Kindergarten und Schule über die gemeinsame Familie zu verbinden. Sollte es eienen Ausbruch geben, sind das dann schnell mal 2 parallele Ausbrüche. Das ganze Konzept der Schulöffnungen ist wohl eher nur für Einzelkinder gedacht. Und selbst da verbindet man die Schulen mit den Arbeitsstätten der Eltern, die auch durchaus mal Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser sein können.

  9. 10.

    Was kam denn bei den Tests im Humboldt-Gymnasium in Berlin-Tegel seit Schuljahresanfang heraus? Wie waren dort die Erfahrungen bei der Durchführung und Auswertung? Hat da irgendjemand schon Ergebnisse gefunden?

  10. 9.

    Ich als Kitaerzieherin habe mich gegen das Testen zweimal die Woche entschieden, da nur Erwachsene sich testen lassen sollen. Daher ist diese Maßnahme absolut kein Gesundheitsschutz für Beschäftigte sowie auch nicht für die Kinder und deren Familien. Ich denke dass soll nur als Grundlage dienen, in zwei Wochen sehr schnell zu Normalbetrieb an Kitas und Schulen zurückzukehren. Für den Gesundheitsschutz bekommen wir vom Senat eine (!)FFP2 Maske je Woche! Es darf gelacht oder geweint werden! Richtig traurig ist es dass wirkungsvolle Luftfilter nicht in jedem Gruppenraum stehen, aber Millionen an Tests gekauft werden. Und Astrazenica liegt rum und nicht ein Pädagoge konnte diese Woche geimpft werden, aber ab Montag 10-15 Kinder je Raum. Wo sind die Gewerkschaften? Warum gibt es keinen wirksamen Protest!

  11. 8.

    In den Heimen sterben die Alten und hier wird sinnlos Geld für Tests an gesunden Menschen ausgegeben. Lehrer und Schüler erkranken nicht schwer und sterben auch nicht. Was man mit dem Geld alles machen könnte. Wir haben ein Problem in der Pflege, wann reden wir endlich darüber.

  12. 7.

    Die Lehrer:innen werden getestet! Müssen nicht die Lehrer (vor allem) geschützt werden? Das ist alles nur noch lächerlich. Die Lehrkräfte begegnen Kindern, die mitunter aus großen Familien kommen. Bei "uns" hat eine Durchschnittsfamilie fünf bis 8 Mitglieder, kann man sich ja dann ausrechnen, wie hoch das Risiko für den/die Lehrer:in ist.

  13. 6.

    Die wievielte“Offensive“ ist das?!

    Man sollte einfach mal endlich aufhören mit haltlosen Versprechungen und diese ewigen Übertreibungen.

  14. 5.

    "... verpassen lassen ..." bei der Wortwahl profezeie ich den Politikerwünschen Höchste Akzeptanz !

  15. 4.

    Wichtig wäre gerade die Gruppe vorrangig zu testen, die öfter als andere Gruppen asymptomatisch ist. Das sind die Kinder. Bei den Hygienekonzepten die bisher jedenfalls keine waren, stecken diese unbemerkt andere Kinder an. Ein Kind x bringt es in die Klasse und dort verbreitet es sich unbemerkt. Ein Lehrer der zwar mehrere Klassen unterrichtet, aber durch gewissenhaftes Maskentragen als Überträger zumindest teilentschärft ist, spielt weniger eine Rolle als Kinder in einer 10er oder 15er Gruppe ohne Maske. Der Lehrer wird also selten übertragen, Kinder oft, daher wären Tests der Kinder wichtiger.
    Wird denn wenigstens ab jetzt die Maskenpflicht auch für Kinder eingeführt? Keine Maske für Kinder führt zur Ausbreitung, bei der gegenwärtigen mangelhaften Testsituation. Präsenzunterricht verbreitet den Erreger. Wer trägt dafür die Verantwortung?

  16. 3.

    In unserer Schule warten die 4 Freiwilligen noch auf den angeblich am Donnerstag stattfindenden Termin.

  17. 2.

    Die ausgelieferten Test sind NICHT für den einfachen Abstrich im vorderen Nasenbereich vorgesehen. Sie bedürfen eines tiefen Nasen- oder Rachenabstrichs. Dieser muss von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden. In einer Hau-Ruck-Aktion nun einzelne Lehrer zu schulen, halte ich für unsinnig.

  18. 1.

    "Binnen zehn Tagen soll die Schulungs-Aktion abgeschlossen sein, kündigte Czaja an."
    Passt ja.
    Da hat das Virus ja vorher ausreichend Zeit sich zu verbreiten.
    Ist ja auch total überraschend, dass die Schulen wieder mal aufmachen, konnte ja nicht mit gerechnet werden. Ausreichend Zeit zur Vorbereitung in den letzten Wochen war ja leider wirklich nicht da.
    Da haben ich vollstes Verständnis für.


    -Ironie aus-
    Für alle die es nicht verstanden hatten

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