Ein Kind kommt in eine Grundschule (Quelle: dpa/Bart Maat)
Audio: rbb | 10.02.2021 | Statement Müller zu Schulöffnungen | Bild: dpa/Bart Maat

Corona-Lockerungen - Grundschulen in Berlin und Brandenburg sollen ab 22. Februar öffnen

In Berlin und Brandenburg sollen zuerst die Grundschüler zurück in die Klassenzimmer. Wann der Präsenzunterricht in den anderen Schulen starten wird, ist bislang noch offen. Die Regeln dafür soll jedes Bundesland für sich selbst bestimmen dürfen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat am Mittwoch eine schrittweise Öffnung der Berliner Schulen ab dem 22. Februar angekündigt. Auch andere Bundesländer orientierten sich an diesem Termin, fügte der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hinzu.

Müller beschrieb die Öffnung von Schulen und Kitas, über die die Länder eigenständig entscheiden sollen, als schwierigen Abwägungsprozess zwischen Gesundheitsschutz einerseits sowie den sozialen Folgen weiter geschlossener Einrichtungen andererseits.

Es gehe nicht um eine Öffnung auf einen Schlag, sondern um "ein schrittweises Hochfahren des Präsenzbetriebes an den Grundschulen" mit Wechselunterricht, Hygieneregeln und auch neuen Testmöglichkeiten für Lehrer und Kinder. Letztere böten "mehr Sicherheit", so dass die Länder diesen Weg "guten Gewissens" gehen könnten.

Auch Brandenburg öffnet im Februar seine Grundschulen

Einen detaillierteren Plan, wann welche Berliner Schulen in den Regelbetrieb zurückkehren, gibt es derzeit noch nicht. Am Donnerstag will der Berliner Senat auf einer Sondersitzung über die konkrete Umsetzung der Beschlüsse von Bund und Ländern beraten. Dabei soll auch über Lockerungen im Kita-Betrieb gesprochen werden.

Auch in Brandenburg sollen die Grundschulen am 22. Februar wieder für den Wechselbetrieb öffnen. Der Kabinettsbeschluss dazu sei für Freitag vorgesehen, kündigte der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch nach Bund-Länder-Gesprächen an.

Die Kultusministerkonferenz der Länder hatte sich am Dienstag für eine noch frühere Öffnung der Schulen ausgesprochen. Zumindest die Grundschulen sollten bereits am 15. Februar zum Präsenzunterricht zurückkehren, hatten die führenden Bildungspolitiker der Länder gefordert.

Neue Regeln gelten bis 7. März

"Schule kann man nicht außen vor lassen beim Infektionsgeschehen", so Müller. Aber Wissenschaftler sagten auch: "Es gibt keine besonderen Auffälligkeiten bei den Kindern, schon gar nicht bei den ganz jungen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder vereinbarten eine Verlängerung des Lockdowns um drei Wochen bis zum 7. März. Eine Ausnahme bilden Friseure, die ab 1. März öffnen dürfen. Ab einem Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche sollen die Länder eine schrittweise Öffnung von geschlossenen Geschäften und Anbietern köpernaher Dienstleistungen, von Museen und Galerien ermöglichen können.

Müller appelliert: "Es wäre fatal zu sagen, jetzt sind wir durch"

Der SPD-Politiker sprach von einem besonnenen politischen Weg. "Und ein Weg, der von unglaublich vielen Menschen solidarisch mitgetragen wurde. Sonst hätten wir das nicht erreicht", so Müller. "Und dieser Weg wiederum, so mühsam und so ermüdend er auch ist, hat vielen Menschen das Leben gerettet. Wir haben Tausende, die wegen dieses Wegs und dieser Erfolge nicht in ein Krankenhaus mussten und nicht auf eine Intensivstation." Und auch dort sei eine langsame Entlastung zu beobachten.

Gerade vor diesem Hintergrund sei es sehr wichtig, diesen Weg jetzt nicht aufzugeben. "Es wäre fatal, jetzt ein, zwei Wochen zu früh zu sagen, jetzt sind wir durch."

Sendung: Inforadio, 10.02.2021, 20:30 Uhr

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28 Kommentare

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  1. 28.

    Seit Wochen lese ich hier im rbb Forum:
    "macht die Schulen auf"
    "wir verlieren eine ganze Generation"
    "Die Kinder werden psychisch krank"
    "Die Kinder lernen zuhause nichts" bis hin zu
    "Was soll in der Schule schon passieren"
    Jetzt ist es soweit.....
    Jetzt besitze noch irgendeiner die Frechheit, zu fragen warum die Regierung im Moment einen Fehler nach dem anderen macht.

  2. 27.

    Ich arbeite an einer Kreuzberger Grundschule. Da die Vorgaben seitens des Senats nur allgemeiner Natur sind und die Schulleitungen einen großen Ermächtigungsspielraum haben, gibt es bei uns nur sehr wenige Sicherheitsmaßnahmen. Nich schlimmer ist, dass unsere Schulleitung ein wenig macht wonach ihr ist und oft nicht mal die laschen Vorgaben des Senats richtig einhält. Dies tut die Leitung bereits seit einem Jahr. Jetzt soll ich wieder regulär arbeiten gehen. Es gibt kaum Masken seitens des Arbeitgebers, Schnelltests gibt es auch nicht und sie wurden von der Schulleitung abgelehnt, in der Impfreihenfolge sind Pädagoginnen und Pädagogen in der dritten Kategorie, also irgendwann im Sommer an der Reihe. Und dann haben wir Gewerkschaftsvertreter, die appellieren statt handeln. Meine Freude über die Schulöffnung ist unbeschreiblich gross...

  3. 26.

    Hier zeigt sich mal wieder sehr deutlich,dass man es nicht allen Recht machen kann. Finde ich in der aktuellen Situation auch schwierig.
    Da wird seit Wochen verlangt,dass die Schulen öffnen ,weil die Kinder leiden und Homeoffice für viele Eltern zu anstrengend ist und nun.
    Nun lese ich hier ganz viele Kommentare,dass es keine Präsenzpflicht geben soll, Eltern möchten selbst entscheiden,ob ihre Kids zu Schule gehen und etliche Eltern behalten ihre Kinder lieber Zuhause. Und hier geht es erst mal hauptsächlich um die Grundschulen.
    Das zeigt doch auch die Zerrissenheit der Elternschaft und das Politiker es eigentlich nur falsch machen, je nach Einstellung der Eltern.


  4. 25.

    Wechselunterricht.... Was für ein Blödsinn. Gruppe A sitzt von 8:15-11:40 im Unterricht, Gruppe B wird im Hort betreut. Nach Schulschluss kommt Gruppe A ebenfalls in den Hort. Was bringt dann noch die Trennung am Vormittag wenn Nachmittags eh alle wieder zusammen spielen....
    Aber das kennen wir ja schon aus dem 1. Lockdown.
    Wer wird nun durch den Wechselunterricht geschütz? Die Lehrer!?
    Alles nur Theoretiker da oben....

  5. 24.

    Danke Toni, von Ihrer Sorte gibt es jedoch leider viel zu Wenige. Ich möchte bitte meine Kinder auch nicht mit 28 anderen Kindern in die Schule schicken.
    Auch die Kinder haben ein Recht auf Unversehrtheit und das die Mutanten auch für Jugendliche gefährlich werden können, wissen die Kinder auch. Ausserdem ist ihre größte Angst ihre Eltern anzustecken.
    Meine Idee wäre, alle Kinder welche zuhause nicht am Unterricht teilnehmen können, dürfen in die Schule und alle anderen Folgen dem Unterricht via Videokonferenz.
    Das Geld für Luftreiniger sollte lieber kurzfristig in Das entsprechende Equipment investiert werden.
    Für die Kita gilt das Gleiche. Kinder aus prekären Verhältnissen dürfen kommen und die Liste der systemrekevanten Berufe muss mal überdacht werden. Ein Elternteil arbeitet beim Jobcenter im Homeoffice, das andere Elternteil ist mit dem Geschwisterkind in Elternteil zu Hause, aber der Anspruch auf Betreuung besteht und oftmals wird darauf auch bestanden, ansonsten wird das Kind verhaltensauffällig. Ganz ehrlich, nach Corona sollten wir mal über einen Elternführerschein reden. Dieses Phänomen zieht sich leider durch sämtliche Bildungsschichten.
    Auch eine traurige Realität.

  6. 23.

    Zumal die Tests freiwillig sind. Kann man sich also Null darauf verlassen, dass es überhaupt einer macht, wenn die Tests dann mal da sind. Außerdem: der Test sagt nicht, wie lange die Infektion schon da ist, mithin wird es dann eh schon zu spät und das Virus bereits verteilt sein (Öffis, Klasse, Hort etc.).

  7. 22.

    Danke für den Beitrag!! Er spricht mir aus der Seele. Ich werde meine Kinder definitiv nicht in die Schule schicken, solange die Situation so ist und ich denke, verantwortungsvolle Eltern sehen das genauso!

  8. 20.

    Sie sind die Erste, die dann genau in die Gegenrichtung argumentiert, wenn Ihr Kind infiziert nach Hause kommt und Sie dann 2 Wochen in Quarantäne müssen...

  9. 19.

    Eine Lehrkraft ist gewöhnlich in mehreren Klassen.
    Ich zum Beispiel in fünf. (Ohne Vertretung)
    Folglich fällt diese dort überall für 14 Tage aus.
    Lassen Sie zwei bis vier Leute in Quarantäne geschickt werden, geht ganz schnell.
    Ich selbst war mit Kollegen im Nov. und Anfang Dez. in Quarantäne.
    Ham wir uns nicht ausgesucht, die Schulleitung hat dann
    Weisungsbefugnis.
    Und wenn dann noch jemand positiv sein sollte, ist nix mit zwei Wochen.
    Eine war schon 3x wg. der Schule in Quarantäne. Die ist fast durchgedreht.

  10. 18.

    @Susi: darüber hab ich auch schon nachgedacht. Soviel Personal hat Berlin nicht, um Reihenweise das Jugendamt loszuschicken und Bußgeldbescheide zu schreiben. Eltern sollten sich jetzt zusammentun ...

  11. 17.

    PRÄSENZPFLICHT AUSSETZEN!!! Dass die Regierung Eltern vorschreibt, wann sie ihre Kinder, sich selbst und den Rest der Familie in Gefahr zu bringen haben, geht zu weit!!! Eltern sollten das in der Pandemie selber entscheiden dürfen!!! Nicht alle schreien nach Öffnung und nicht alle haben Probleme mit HomeSchooling. Die Regierung sollte es lieber wohlwollend annehmen, wenn welche freiwillig das HomeSchooling durchziehen, um die präsenten Schüler*innen und das präsente Personal zu schützen. Vor einigen Wochen hagelte es noch Dankes- und Lobreden und nun müssen Eltern das machtlos hinnehme ?!! Und wie soll man sich das derzeit vorstellen? Alle 20 Min. lüften bei Minusgraden? Der Klassenraum wird ja nie warm. Die spinnen doch!!!

  12. 16.

    Wenn es zum Ausbruch in der Klasse kommt, dann gibt es 14 Tage keine Schule für diese Klasse und dann geht es weiter. Oder sind die Lehrer Ihrer Kinder 90 Jahre alt?

  13. 15.

    Warum machen die Grundschulen im Wechselmodell auf, aber die sog. Abschlussklassen müssen ungeteilt zum Unterricht????

  14. 14.

    Danke für den Beitrag!! Er spricht mir aus der Seele. Ich werde meine Kinder definitiv nicht in die Schule schicken, solange die Situation so ist und ich denke, verantwortungsvolle Eltern sehen das genauso!

  15. 13.

    Gott sei Dank bleibt mein Kind bis zum Ende des Lockdowns zu Hause. Wenn es nach Ostern wird, dann ist es halt so. Wir kommen super zu Hause klar mit den Aufgaben. Wenn man jetzt unbedingt die Schulen auf machen will, dann bitte ohne Präsenzpflicht. Laßt verdammt noch mal die Eltern alleine Entscheiden.

  16. 12.

    Ich stehe total hinter Ihnen, auch für mich ist das alles nicht nachvollziehbar....

    Es ist ja toll das alle Schüler und Lehrer wöchentlich 2x getestet werden sollen, aber diese Test sind wohl erst ab März verfügbar, also warum also eine Schulöffnung schon ab 22.02.2021 ?

  17. 11.

    D AN K E - ein richtig toller Beitrag der mir aus der Seele spricht - hoffentlich findet er Gehör. Ich überlege schon zum Schulverweigerer zu werden und mal gucken wie es so ist wenn denn dann das Jugendamt vor der Tür steht - dabei will ich mein Grundschulkind zu Hause behalten eben um meine Fürsorgepflicht zu erfüllen!

  18. 10.

    Ihr Satz "Wir sind als Gesellschaft zur Coronasekte geworden" erscheint mir ein wenig überspitzt aber am Grunde richtig.
    Weder Kinder noch Eltern sind im Normalfall von schweren Coronaverläufen überhaupt nicht betroffen.
    Dennoch werden Eltern und Kinder am meisten niedergedrückt, zusammen mit allen, denen man Berufsberufsverbote verhängt hat.
    Daher macht es keinen Sinn Kitas und Schulen zu schließen. Dennoch wird das knallhart durchgezogen. Und man ist völlig machtlos.

  19. 9.

    Es darf nicht wahr sein, die Schulen machen auf aber Familien bleiben weiter getrennt. Ein Unding und nicht vereinbar mit den Kontaktbeschränkungen. Hoffentlich bleibt die Präsenzpflicht ausgesetzt, damit die Eltern selbst entscheiden können, wann sie ihr Kind dem Infektionsrisiko aussetzen.

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