Symbolbild: SchülerInnen betreten am Ende der Sommerferien ein Schulgebäude. (Quelle: dpa/K. Nietfeld)
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Fragen und Antworten - Wie das freiwillig wiederholte Schuljahr funktioniert

Die Pandemie hat bei den meisten Schülern große Lernlücken gerissen. Deswegen können Kinder und Jugendliche in Berlin freiwillig das Schuljahr wiederholen, ohne dass daraus Nachteile für sie entstehen. Aber wie funktioniert das freiwillig wiederholte Schuljahr?

Wieso dürfen Kinder in Berlin freiwillig die Klasse wiederholen?

Weil das Abgeordnetenhaus Ende Februar eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen hat. Das Angebot richtet sich an Kinder in der Grundschule, allerdings erst nach der Schulanfangsphase, sowie an Jugendliche in der Sekundarstufe 1, also in der 7. bis 10. Klasse. Ein freiwilliges Wiederholen wird nicht auf die Höchstverweildauer und die Schulbesuchspflicht angerechnet. Die Höchstverweildauer beträgt in der Grundschule sieben Jahre, in der Sekundarstufe 1 sechs Jahre. Die Schulbesuchspflicht umfasst zehn Jahre.

Wie funktioniert das freiwillige Wiederholen?

Erziehungsberechtigte müssen einen Antrag stellen, damit ihr Kind die Jahrgangsstufe einmal freiwillig wiederholen kann. Eine Frist legt das Gesetz nicht fest. Erst die Senatsverwaltung für Bildung hat in einer späteren Verwaltungsvorschrift eine Deadline festgeschrieben: Bis zum 13. April sollten sich Eltern demnach an die jeweilige Schulleitung wenden. Rechtlich bindend ist diese Frist aber laut einer Schulaufsicht nicht. Eltern können also wohl noch bis zu den Sommerferien Anträge stellen.

Wie viele Kinder wollen das Angebot nutzen?

Genaue Zahlen liegen voraussichtlich erst nach dem 30. April vor. Bis dahin sollen Schulleitungen die Zahl der Anträge an die Senatsverwaltung für Bildung melden. Um einen Zwischenstand hat der rbb die Bildungsverwaltung gebeten, die Anfrage wurde aber nicht beantwortet. Das Interesse an der freiwilligen Ehrenrunde schien zunächst gering zu sein. Das ergab eine erste, nicht repräsentative Abfrage des rbb Mitte April.

Wie beantrage ich das freiwillige Schuljahr?

Nach Angaben der Bildungspolitikerin Stefanie Remlinger (Grüne) müssen die Erziehungsberechtigten die freiwillige Wiederholung schriftlich beantragen - nach einem verpflichtenden Beratungsgespräch durch die Schule.

Die Erziehungsberechtigten beantragen demnach bis zum 13. April für ihr Kind bei der Schulleitung schriftlich die freiwillige Wiederholung der besuchten Jahrgangsstufe und begründen dies. Die Schule führt dann bis zum 26. April die Beratungsgespräche mit den Erziehungsberechtigten durch und informiert dabei über Vor- und Nachteile einer Wiederholung. Ziel des Beratungsgespräches ist es, die Erziehungsberechtigten über den aktuell individuellen Lernstand ihres Kindes zu informieren und Fördermöglichkeiten aufzuzeigen.

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