Coronabedingte Unterrichtsausfälle - Senat legt für die Ferien Nachholprogramm für Schüler auf

Lehrerin oder Erzieherin und Kind mit Maske wegen Covid-19 machen zusammen Hausaufgaben (Quelle: dpa/Robert Kneschke)
Audio: Fritz | 23.05.2021 | Timo Mascheski | Bild: Zoonar.com/Robert Kneschke

Aufgrund der seit mehr als einem Jahr geltenden Corona-Einschränkungen sind viele Unterrichtsstunden ausgefallen. Berlins Bildungsverwaltung hat darum ein Aktionsprogramm für die Sommerferien aufgelegt. Die Idee: Lernstoff aufholen in Ferienkursen.

Nach erheblichen coronabedingten Ausfällen und Notunterrichts-Einheiten in diesem Schuljahr sollen viele Berliner Schüler im Sommer die Möglichkeit bekommen, versäumten Stoff in Ferienschulen nachzuholen.

Im Rahmen eines Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona" seien zudem Reisen und andere Maßnahmen geplant, um Kinder und Jugendliche psychosozial zu stärken, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

800 Lerngruppen an allgemeinbildenen Schulen

Im Zuge der Ferienschulen sind demnach während der Berliner Sommerferien (24. Juni bis 6. August) allein an allgemeinbildenden Schulen rund 800 Lerngruppen mit Tausenden Schülern geplant. Die Angebote - in der Regel mehrwöchige Kurse - richten sich an die Jahrgangsstufen 1 bis 3, 7 und 8 sowie 9 bis 13.

Mitarbeiter von Bildungsträgern sollen bei jüngeren Kindern vor allem Lesen, Rechnen und Schreiben unterrichten. Bei älteren Schülern gehe es um Unterstützung in prüfungsrelevanten Fächern wie Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache. Die Teilnahme an der Ferienschule ist freiwillig.

Hilfen für Nachhilfen und Lerngruppen an allen Schulen

"Mir ist es wichtig, dass alle Schulformen und alle Schulen erreicht werden, damit die durch die Pandemie verursachten Lernrückstände aufgeholt werden können", sagte Scheeres. Hinzu kämen Ferienschulen für junge Leute an beruflichen Schulen. Berlin wolle hier in Vorleistung gehen und Mittel aus einem Bundesprogramm nutzen. Für die Angebote habe Berlin auch EU-Mittel einwerben können.

Das Aktionsprogramm sieht außerdem eine Stärkung der Kinder- und Jugendfreizeiten vor, wie Scheeres erläuterte. Dafür stünden voraussichtlich drei Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. So sollen unter anderem sprach-, sport- und bildungsorientierte Reisen angeboten werden - vor allem für sozial benachteiligte junge Menschen.

Coronabedingte Einschränkungen in diesem Jahr besonders stark

"Nach mehr als einem Jahr, in dem Kinder und Jugendliche durch die Corona-Pandemie stark in ihren sozialen Begegnungen eingeschränkt waren, sind Angebote der Kinder- und Jugenderholung auch zur Bewältigung der Folgen der Pandemie von besonderer Bedeutung", sagte Scheeres. "Diese Angebote bieten Erholung, Entspannung und Bewegung und den Kontakt zu Gleichaltrigen."

Das laufende Schuljahr 2020/21 ist geprägt von coronabedingten Einschränkungen. Zunächst waren die Schulen im Zuge des Lockdowns ab Mitte Dezember rund zwei Monate nahezu komplett dicht. Ab 22. Februar öffneten sie schrittweise wieder, wobei das Modell des Wechselunterrichts zum Tragen kommt. Die Schüler lernen in kleinen Gruppen abwechselnd im Klassenraum und mit Hilfe digitaler Lösungen zu Hause. Vielfach hat das Lerndefizite zur Folge.

Bereits im vergangenen Sommer hatte die Bildungsverwaltung im Zuge der Ferienschule mehr Angebote unterbreitet als in den Jahren zuvor - auch damals nach wochenlanger Schulschließung wegen Corona. Das Interesse war sehr groß: 11.500 Schüler machten mit, hinzu kamen etliche Berufsschüler. In den Herbst- und Winterferien beteiligten sich ebenfalls Tausende Schüler.

Sendung: Inforadio, 23.05.2021, 13.20 Uhr

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17 Kommentare

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  1. 17.

    Dieses Schuljahr geht dann halt im Kompromiss-Modus zuende. OK, finde ich als Vater nicht optimal bezüglich Infektionsschutz. Mich stört aber mindestens genauso, dass durch den Wechselunterricht ohne Präsenzpflicht die Lehrkräfte verschlissen werden. Und natürlich auch, dass die Kinder so wenig lernen dürfen, und dass es nur 5-Minuten-Pausen gibt - so als ob Schule keine soziale gemeinschafts- und persönlichkeitsförderne Verpflichtungen hätte. Aber insgesamt ist der Wechselunterricht bis zum Sommer OK, WENN die Schulbehörde allen Schulen erlaubt, den Lehrplan für alle Fächer im kommenden Schuljahr auf das nötigste zu reduzieren. Denn nur dann steht ausreichend Zeit zur Verfügung, um versäumten Unterrichtsstoff noch nachzuholen. Ach ja, Einen Rentenpunkt extra für alle, finde ich eine gute Idee.

  2. 16.

    Ein Vorschlag zum Sport habe ich auch(schon einmal in einem früheren Kommentar erwähnt) ; Sport, der nicht zensur-und leistungsbetont ist, sondern einfach nur Spaß an der Bewegung macht . Zum Beispiel, klassischer Federball( heißt ja heutzutage Squash), Tischtennis, Aerobic u.a. ... also durchaus Sportarten, die mit dem z. Z. gebotenen Abstand ohne großen Aufwand im Freien ausgeführt werden könnten. Wenn man denn vom Berliner Senat denn wollte. Dafür müsste noch nicht einmal ein(e)ausgebildete(r) Sportlehrer/in eingesetzt werden, für diese Aufgaben könnten sportlich Interessierte, die auch gut mit Schülern arbeiten können engagiert werden. Die Kinder haben durchaus Spaß daran, wir haben heute mit Kindern aus der Nachbarschaft verschiedener Altersklassen zwischen 7 und 15 Jahren ganz klassisch Federball gespielt. Einfach nur sooo... Und KEINE(R) hat gemault oder gemeckert , ALLE - WIRKLICH A L L E hatten ihren Spaß !
    Ach ja, war nur so' ne Idee...

  3. 15.

    Gut, daß die bisherigen Ferienschulen nun auch mit sportorientierten Projekten verstärkt werden. Das ist nötig. Eigentlich muss Sport ein Hauptfach werden. Die Pandemie liefert jeden Tag unübersehbare Begründungen.

  4. 14.

    Wie wäre es, wenn das derzeitige Schuljahr von allen Schülern noch einmal gemacht werden müsste? Die Schüler und deren Eltern hätten dann die Sommerferien zur freien Verfügung für Urlaub und Erholung.
    Im neuem Schuljahr wäre dann genug Zeit zum Aufholen und Festigen des Unterrichtsstoffes.

  5. 13.

    Ja, so ist es nunmal. Und genau diese Eltern werden sich auch nicht um die Ferienschule kümmern. Das weiß Jeder und auch die Senatorin. Insofern ist das Angebot Lametta.

    11.000 Schüler nahmen letztes Jahr das Angebot wahr, und das wird mit "große Nachfrage" tituliert? Das sind 3% der Berliner Schüler. Defizite haben aber schätzungsweise 70%.
    Tja, es hat schon einen Grund, warum für die BRD in den OECD-Studien eine so große Spreizung nach sozialem Stand verzeichnet wird...
    Das mit den Rentenpunkten finde ich gar nicht so abwegig.

  6. 12.

    Antrag:
    KEINE Zeugnisse für 2020/21 - Schuljahr ungültig!

    In der 2. Fremdsprache wurde in der Klasse meines Sohnes der erste Abschnitt von fünf (!)
    im Lehrbuch "geschafft". In anderen Fächern mag es gelungen sein, ein Drittel bis die Hälfte zu
    erreichen - dafür fielen nicht fachspezifische Lernziele (soziale, methodische) und der Wahlpflicht-
    bereich weitgehend flach.
    Die Sonder-Covid-VO für Sek.I erlaubt es, eine Fachnote auch mit nur 2 von 3 Klassenarbeiten zu
    geben - teils wird es aber nur eine sein. Ein Zeugnis wäre nicht rechtskonform.

    Frankreich, die Schweiz, etc. hatten nach der anfänglichen Verunsicherung März/Apr. 2020 keine
    Schulausfälle mehr. Das Lehrpersonal lebt noch, scheint es . . .

  7. 11.

    Als erstes sollten dich wohl ALLE Kinder gefördert werden, denn nur weil mein Kind aus gutem Elternhaus kommt heisst es nicht, da er nach bisher nur 10 Schultagen keine Defizite hat.

    Als Zweites sollte dies nicht in den Ferien passieren, meint ihr die Kinder wollen nicht auch mal mit ihren Eltern Spaß haben, wenn sie schon dauerhaft allein daheim hocken.

    Mein 7 Klässler und viele andere hatten schon seit 1,5 Jahren die Arschkarte.
    Optimierung des Stundenplans wären fürs nächste Schuljahr angebracht.

  8. 10.

    Klassenstufen 4 bis 6 ? Da hat die Fr. Senatoren keine wählenden Eltern ? Pädagogisches Personal kommt von den bekannten Nachhilfe-Fabriken ? Geld für Mittagessen schon bestellt ? Reinigungspersonal kommt oder nach den Ferien seltener ? - Wenn Corona aber die 5.Welle schickt ? Gleiche Bildungschancen für Alle ?- Und wieder darf eine weibliche? Senatorin Schindluder mit Unseren Kindern treiben ?

  9. 9.

    Mein Sohn lebt auf die Sommerferien am Meer hin.
    Nein - vergesst es!

    Die Krise ist nicht der Virus - die Krise sind die Gläubigen.
    Andere Länder haben seit langem normalen Unterricht.

    Die massive Krise des Bildungsauftrags, des RECHTS
    auf Bildung ist ein Werk der Gesellschaft.

  10. 8.

    Ach, Herr Kämmerer, wie erbärmlich. Natürlich sind es die Lehrer, die - wenn überhaupt - blabla ...
    Ich bin Grundschullehrer und werde gern für 2 Wochen mit Ihnen tauschen. Dieses einseitige Gesabbel geht mir wirklich auf den Kranz. Wollen Sie wissen, wie viele Elternhäuser sich nicht um ihre Kinder kümmern können oder wollen - wie viele Kinder zu Hause schlicht und vergammeln, weil ihnen keine Struktur gegeben wird ?
    Sie wollen es nicht wissen.

    Ich kann nicht mehr als Aufgaben zur Verfügung stellen und den Kindern jederzeit zur Verfügung zu stehen. Per Telefon, Mail, WA etc.

    Unter jede Elternmitteilung schreibe ich, dass ich für Fragen jederzeit erreichbar bin.

    Es kommt NICHTS.

    Mein Angebot steht. 2 Wochen Tausch ...

  11. 7.

    Für unsere Schule gibt es bereits ein Angebot eines Bildungsträgers für die Ferien und das neue Schuljahr. Die Kinder mit Berlinpass können daran umsonst teilnehmen, aber wie ist es mit den anderen, deren Eltern knapp über der Einkommensgrenze, aber dennoch im einkommensschwachen Bereich liegen? Gibt es für diese Gruppe die wichtigen Zuschüsse, damit die Kinder eine Chance bekommen? Worin besteht denn eigentlich die Besonderheit des Nachholprogramms im Gegensatz zur bisherigen Praxis des privaten Engagements der Eltern für ihr Kind?

  12. 6.

    Wow, nach DEM Stress der vergangenen 1,5 Jahre nun auch noch FERIENSCHULE? Anstelle den Lehrplan auf die Kernfächer zusammenzustreichen, diese dann auch zu unterrichten, wird weitergemacht wie bisher, alle Klausuren einhalten, noch vor den Ferien Karliceks Durchtesten nach Lücken - und dann FERIENSCHULE? Nur Kinderlose können sowas entscheiden! Die Lehrer, die sich bemüht haben, laufen auf den Zahnfleisch! Die, die sich nicht bemüht haben, braucht keiner in der Ferienschule... die SChüler laufen ALLE auf dem Zahfleisch, die Mütter auch!

    Offenbar haben die Regierenden komplett NICHT mitgekriegt, was in den letzten 1,5 Jahren für die Familien abging, und für die besonders bemühten Lehrer!

    Was machen die alle hauptberuflich? Einmal mit Profis arbeiten!!

  13. 5.

    Ach so: Haben die Schüler*innen auch mal die Möglichkeit, sich von der ganzen Coronakrise mit den verbundenen Anstrengungen in der Schule zu erholen?

  14. 4.

    Unser Zukunftskinder haben Unterrichtsausfälle zu beklagen? NEIN!!!! Die Kinder sind die größten Verlierer in der Pandemie. Müssen sich alles alleine beibringen, haben keinen strukturierten Alltag, Lehrer bringen nur Aufgaben wenn überhaupt in die Cloud, ohne Rückmeldung, keine sozialen Kontakte. Also ich frag mich warum die Lehrer nicht in Kurzarbeit gebraucht hat, weil viel kam da nicht.
    Für alle Kinder sollte es einen Rentenpunkt geben, für die verlorene Zeit. Das Bildungsministerium ist die größte Katastrophe.

  15. 3.

    Mich interessiert eher: Wer unterrichtet diese Lerngruppen? Woher kommt das dafür notwendige Personal? Wer soll das finanzieren und vor allem wie? Das wären auch mal wichtige Fragen.

  16. 2.

    Und da iss'e wieder, die rheinische Frohnatur mit ihren lustigen Ideen. Wie der vorige Kommentar: WARUM NICHT FÜR. A L L E ? ! Und ich wiederhole meine Frage vom letzten Mal: Was macht Frau Scheeres eigentlich beruflich ?!

  17. 1.

    Warum gilt das Angebot nicht einfach für alle Klassen? Alle Schüler in allen Jahrgängen haben Lerndefizite.
    Die Entscheidungen von Frau Scheeres sind immer schwerer zu verstehen.

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