Schulen in Berlin - Millionenschweres Aufholprogramm soll Lernlücken schließen

Schüler sitzt mit Mundschutz im Klassenzimmer (Bild: imago images/Fleig/Ebner)
Bild: imago images/Fleig/Ebner

Ein Programm des Berliner Senats soll Kindern und Jugendlichen dabei helfen, Lernrückstände in der Schule wettzumachen und mit den Belastungen durch die Corona-Pandemie besser klarzukommen. Die Senatsverwaltung für Bildung informierte am Freitag über ein entsprechendes Aufholprogramm mit dem Titel "Stark trotz Corona". Dafür stehen 64 Millionen Euro aus Bundesmitteln bereit.

Der Großteil davon (44 Millionen) soll eingesetzt werden, um Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, Lernrückstände aufzuholen. Um bewerten zu können, wie groß diese Rückstände sind, soll es zu Beginn des Schuljahrs sogenannte Lernstandserhebungen geben, wie ein Sprecher der Bildungsverwaltung ankündigte. Jede Schule soll für das Programm ein eigenes Schulbudget erhalten. Den Angaben zufolge sind Förderangebote wie Lerncoaching oder auch Wochenendschulen möglich.

Schon während der Sommerferien soll es vor allem für Schulanfänger sowie Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 Lernangebote zum Abbau von Lernrückständen geben. Geplant sind nach Angaben der Bildungsverwaltung außerdem Intensivschwimmkurse sowie Ferienlernangebote zur Berufsorientierung ab Klasse 9.

Testpflicht bleibt auch im neuen Schuljahr bestehen

"Die Berliner Kinder und Jugendlichen haben ein hartes Jahr hinter sich", sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres. "Die Corona-Pandemie hat ihr Leben komplett durcheinandergewirbelt. Zum Glück aber neigt sich diese schwere und anstrengende Zeit ihrem Ende entgegen." Es gebe in allen Bereichen viel aufzuholen. Dafür sei das Aktionsprogramm ins Leben gerufen worden.

Die Ferien beginnen in Berlin am 24. Juni. Das neue Schuljahr soll dann für alle Jahrgangsstufen und alle Schularten mit komplettem Präsenzunterricht starten. Die Testpflicht für Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte bleibt nach Angaben der Bildungsverwaltung bestehen. Dies gilt übrigens im neuen Schuljahr auch für Brandenburg.

Für Schülerinnen und Schüler sind in der ersten Schulwoche sogar drei statt wie üblich zwei Schnelltests Pflicht. Lehrkräfte müssten sich schon während der Präsenztage vor Schuljahresbeginn testen lassen, sagte der Sprecher. In allen Schulräumen bestehe weiterhin die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Sendung: Abendschau, 4. Juni 2021, 19:30 Uhr

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8 Kommentare

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  1. 8.

    Was ist an der Maske so schwer zu verstehen? Es wird in den Sommerferien gereist, sich getroffen, alles gut, aber immer noch ein Risiko. Wie kam die britische Variante nach Berlin? In Großbritannien Studierende besucht ihre Familie hier...
    Da steigen grad wieder die Zahlen, vor allem der Deltavariante. Mallorca ist nicht nur Zielgebiet von Deutschen. Ob die Tests dann von allen zuhause tatsächlich gemacht werden, muss man bezweifeln. Wenn Kinder in der Klasse meiner Kinder am Donnerstag immer noch dieselbe Kleidung anhaben wie am Montag und andere ihnen schon sagen, dass sie riechen (Grundschule), wirklich nie Hausaufgaben haben und erst jetzt zum Ende der 3. Klasse nicht mehr „aufrücken“ können, dann glaube ich nicht an die Unterschrift der Eltern.
    Wir hatten übrigens zwei Positivfälle in einer unteren Klassenstufe mit Quarantäne.

  2. 7.

    So ein Quark!
    Inzwischen sollte doch JEDER den Sinn und Zweck der Tests und Masken verstanden haben.

  3. 6.

    Vor allen Dingen - wofür ??? Die übergroße Mehrheit wird am Morgen negativ getestet. Trotzdem müssen alle Kinder im Unterricht eine Maske tragen ... Warum - wenn alle frisch negativ getestet wurden ??? Wieder einmal zeigt sich, wie kinderunfreundlich dieses Land ist. Die Kinder müssten die Ersten sein, bei denen die Regeln gelockert werden. Aber für KINDER interessiert sich die Politik nicht ...

  4. 5.

    Die Weltfremdheit und Realitätsferne ist grenzenlos, wie man an diesen Maßnahmen und Angeboten deutlich erkennen kann.

  5. 4.

    Hoffentlich "erfindet" der Berliner Senat nicht wieder alles neu!
    Meiner Meinung nach, ist es wichtig, Jugendtreffs, Kinderläden, ARCHE, Stadtteilmütter usw. sehr gut finanziell auszustatten.
    In der Schule kann schon viel aufgefangen werden (Schulsozialarbeit, Ganztagsbetreuung), jedoch am Nachmittag und in den Ferien gibt es in Berlin noch viel Luft nach oben!
    Vorallem für Kinder aus der sozial-schwächeren Bevölkerungsschichten. Es braucht nicht "Millionen von Euro" Kindern die Nachmittage zu gestalten, sondern Menschen, die mit Kreativität und Freude ihrem Beruf nachgehen.
    Ein Wasserschlauch im Sommer, ein Bastelangebot zu Weihnachten, ein Pflanzprojekt im Kiez macht's auch!

  6. 3.

    Mir tun die Schüler leid. Aus Angst der Lehrer und einigen Eltern mußten die Kinder zu Hause bleiben. In anderen Ländern waren Schulen offen, Lehrer nicht geimpft und es waren keine Ansteckungen. Die Kinder stecken sich in der Schule kaum an wenn auf Hygiene und Maske tragen geachtet wird. Ich habe beobachtet das am Nachmittag die Kinder beim Spielen viel mehr übertragen wird, da keine Maske getragen wird und die Köpfe ständig zusammen stecken. Sportler machen es ja ständig vor.
    Habe Enkel in Spanien und die Schule war auf und keiner hat sich angesteckt. Dort ist es selbstverständlich für Kinder eine Maske zu tragen und alle Kinder sind ohne psychische Schäden wenn die Eltern richtig mitmachen und nicht alles eingeredet wird.

  7. 2.

    ...es wird einfach nicht besser...
    Masken in allen Räumen, mindestens zwei Tests pro Woche, was für ne Sch... Wie lange noch?

  8. 1.

    Geld, was man besser schon vor der Pandemie in den Schulen hätte unvestieren können. Die Kinder und Jugendlichen tragen nun die Folgen der falschen und verantwortungslosen Sparpolitik unserer Berliner Politik. Sich jetzt als Retter aufzuspielen, ist wirklich skandalös.

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