Fünf bis zehn Prozent der Termine platzen - Brandenburg will Impfbereitschaft mit Kampagne ankurbeln

Symbolbild: Menschen in Brandenburg warten auf ihre Impfung. (Quelle: dpa/S. Stache)
Video: Brandenburg aktuell | 09.07.2021 | Anja Meyer | Bild: dpa/S. Stache

Für die einen ist es der wichtigste Termin des Jahres - andere lassen ihn einfach verstreichen: Immer häufiger verfallen in Brandenburger Arztpraxen und Impfzentren die Termine für die zweite Impfung. Eine Kampagne soll für Aufschwung sorgen.

Fünf bis zehn Prozent der Brandenburger, die einen Termin für die Corona-Schutzimpfung haben, lassen ihn nach Angaben des Gesundheitsministeriums ohne Absage platzen. Dagegen will das Land nun mit einer eigenen Kampagne nach den Sommerferien vorgehen.

Seit etwa zwei bis drei Wochen beobachtet das Ministerium einen Rückgang beim Impfen. Ministeriumssprecher Dominik Lenz vermutet, dass es an den Sommerferien liegt. "Vielleicht haben sich einige noch vorher impfen lassen." Aber auch die Lockerungen und niedrige Inzidenzen könnten die Impfbereitschaft im Land dämpfen.

"Impfen auf Parkplätzen, am Strand, auf Festivals"

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) bemerkt den Rückgang, sowohl in den Zentren, als auch bei den niedergelassenen Ärzten. Demnach ließen sich in der zweiten Juniwoche etwa 154.300 Menschen in Praxen und Zentren impfen - vergangene Woche waren es nur rund 80.500.

Um für neuen Aufschwung zu sorgen, will das Land mit einer weiteren Impf-Kampagne nach dem Ende der Sommerferien starten - und erstmals gezielt auch jüngere Menschen ansprechen. "Wir wollen einen Paradigmenwechsel: Der Impfstoff soll zu den Menschen kommen, nicht wie bislang die Menschen zum Impfstoff", verspricht Lenz. Überlegt werde, wie den Brandenburgern und Brandenburgerinnen ein unkompliziertes Impfangebot gemacht werden könne. "Impfen auf Parkplätzen, am Strand und auf Festivals, ohne Termin", sagte Lenz mit Blick auf die derzeitigen Überlegungen. Dazu sei man mit den Kommunen im Gespräch.

Brandenburg auf dem letzten Platz bei der Impfquote

Bisher sind in Brandenburg rund 933.000 Menschen vollständig geimpft, das entspricht 37 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt das Land im Vergleich zu den anderen Bundesländern auf dem letzten Platz. Bei den über 60-Jährigen sind es 62 Prozent.

Rund 1,3 Millionen Menschen haben eine erste Impfung erhalten, das entspricht etwas mehr als 53 Prozent der Bevölkerung. Hier liegt Brandenburg im Ländervergleich auf dem drittletzten Platz.

Sendung: Inforadio, 09.07.2021, 08:00 Uhr

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54 Kommentare

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  1. 53.

    Ich glaube zwar nicht, dass dies veröffentlicht wird, versuche es jedoch trotzdem. Schauen Sie sich beim Bundesamt für Statistik die Tabellen 2016 bis aktuell 2021 an und bemühen Sie Ihren Taschenrechner.

  2. 51.

    Sie haben Recht, mit der Lügerei sollte Schluss sein. Wenn ich etwas nicht weiß, muss ich es auch sagen. Tue ich so als wüsste ich alles, muss ich hinterher dafür geradestehen, wenn es nicht zutraf, was ich gesagt habe. Nach 17 Monaten muss es einfach Erkenntnisse geben, die uns weiterbringen. Ist dies nicht so, stellt sich die Frage, warum ist es nicht so. Oder wird es nur nicht publik gemacht?

  3. 50.

    Lassen wir es doch besser, Kritiker immer in die rechte Ecke zu stellen. Herr Lauterbach ist einer der lautesten Verkünder von Schreckensscenarien und musste sich auch schon korrigieren. Er ist halt kein Epedemiologe.

  4. 49.

    Um welchen Herbst geht es? Dank der Reisewut sehe ich diesen Herbst noch nicht so entspannt.
    Es sind ja nur wenige Berufsgruppen, die dann wieder den Stress haben und die Eltern.
    Abr 2 Wochen Urlaub sind es wert, allen den Herbst zu erschweren.

  5. 47.

    Kompletten Schutz kann es nicht geben, Schutz ohne Nebewirkungen ebenfalls nicht. Man muss mit dem zufrieden sein, was verfügbar ist, oder sich selbst zum Forscher ausbilden lassen, der dann als Ich-AG Produkte herstellt.

  6. 46.

    Ich denke nicht, dass es darum geht, die Impfbereitschaft überzeugter Impfgegner zu erkaufen; dieser Illusion wird sich wohl niemand ernsthaft hingeben. Vielmehr gibt es da draußen aber eine ganze Menge Leute, die sich generell nicht ganz so viele Gedanken (über alle Mögliche) machen und Corona aufgrund der aktuell noch niedrigen Inzidenzen im Moment auch nicht mehr als große Bedrohung wahrnehmen. Ich glaube, es geht eher darum, diesen Leuten Thema noch mal in Erinnerung zu rufen. Nun, da die Delta-Variante auch bei uns die vorherrschende geworden ist, und die Zahlen langsam aber sicher wieder steigen, wird auch das Interesse an einer Impfung bestimmt bald noch mal wieder zunehmen.

  7. 45.

    Nicht nur Menschens mit Vorerkrankungen können schwere Verläufe erleiden, wegen denen sie stationär oder sogar intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Außerdem gibt es auch Menschen, die noch gar nichts von ihrer bisher unerkannten Vorerkrankung wissen. Je mehr Menschen geimpft sind, desto besser. Wie die Delta-Variante sich hier bei uns dann tatsächlich auswirkt, wird sich leider erst noch zeigen.

  8. 44.

    In einer Krise der Angst braucht der Mensch Hoffnung. Das ist rein psychologisch begründet. Im Krieg hofft man auf den baldigen Frieden. Auch in der Coronakrise hofft man auf das baldige Ende der Entbehrungen. Die Impfungen sollen Hoffnung auf das alte Leben geben. Leider ist es eine trügerische Hoffnung. Wer dem allem vorsichtig gegenüber steht soll nun mit Prämien überredet werden sich impfen zu lassen. Eine sonderbare Idee sich die Impfbereitschaft so zu erkaufen. Ich verkaufe doch nicht meine eigene Moral. Voll daneben die Idee.

  9. 43.

    ich bin auch doppelt geimpft und für mich ist die Maske auch eine Tortour und ich versuche so schnell wie möglich einzukaufen oder schnell das Einkaufszentrum wieder zu verlassen.
    Nach kurzer Zeit mit dieser Plastikmaske steht mir der Schweiß auf der Stirn und ich könnte verrückt werden und wenn ich noch sehe, das ich überall so viel Platz um mich herum habe und trotzdem diese Maske tragen muss nervt mich leider extrem.
    Ich merke auch das ich auch gar nicht mehr versuche mit anderen Menschen Blickkontakte auszutauschen, da diese auch falsch gedeutet werden und man einen freundlichen Blick nicht erkennen kann.

  10. 42.

    2020 wurden die Corona-Maßnahmen vor allem damit begründet, dass man die vulnerablen Gruppen schützen und nicht zuletzt damit die Intensivstationen vor einer Überlastung schützen müsse. Aktuell (Juli 2021) hatten in den vulnerablen Gruppen alle ein Impfangebot bzw. die meisten aus diesen Gruppen sind wirklich geimpft.
    Und das mit den Intensivbetten war auch anders als anfangs dargestellt.
    Also was soll dieser Impfaktionismus denn jetzt noch?
    Oder geht es vielleicht doch ein wenig um die Gewinne der Pharmakonzerne?

  11. 41.

    leider sehe ich auch keinerlei Vorteile für Geimpfte/ Genesene.
    Das alles seine Zeit benötigt bis die Impfstoffe ausgereift sind ist mir klar, auch das es normalerweise 5-10 Jahre dauert bis Medikamente zugelassen werden, nicht umsonst, aber in dieser Situation ist es eben nicht anders möglich und wir können froh sein, das es findige Wissenschaftler gibt das es diese Impfstoffe überhaupt gibt.
    Das es genügend Tote gegeben hat kann wohl Niemand in Frage stellen, aber vielleicht gibt es ja schlaue Menschen die eine bessere Idee gehabt hätten, also alles in Frage stellen ist einfach wenn man selbst nicht zur Lösung beitragen kann.

  12. 40.

    also da fällt mir echt nichts mehr zu ein, anstatt froh zu sein, das wir überhaupt schon nach so kurzer Zeit Impfstoffe zur Verfügung haben.

  13. 39.

    Die Menschen mit Prämien und Geld zum Impfen zu locken, ist der letzte verzweifelte Versuch der Regierung. Politiker haben sich auch extra demonstrativ mit Astrazenika impfen lassen. Es hat die Impfbereitschaft auch nicht sonderlich gefördert. Man glaubt den Politiker ja schon seit Jahrzehnten nichts mehr. Warum soll sich das bei den Impfungen nun ändern? Sie sind doch selbst an ihrer Unglaubwürdigkeit schuld. Wäre nicht mal wieder nach der Wahl eine kräftige Diätenerhöhung fällig?

  14. 38.

    ja das ist wohl war, aber es trifft ja dann die Ungeimpften wenn es wieder zum größeren Ausbruch kommt und spätestens dann kommt die Einsicht der Notwendigkeit, wenn auch verspätet.

  15. 37.

    Nö, ich bleibe weiterhin ungeimpft solange man mich nötigt, eine "Maske" zu tragen trotz doppeltem, ab September dann dreifachem Impfschutz! Das wurde so nicht kommuniziert, dass man trotz Impfung weiterhin diverse Verbote, "Regeln" etc. aufgebrummt bekommt. Daher ohne mich. Die Einzelhändler, Clubs, Frisöre usw. dürfen sich gern schwarz ärgern, wenn ihnen die ungeimpften Kunden nach einem Jahr staatlicher Berufsverbote mit Betriebsschließungen noch entgehen. Ich kann mich wunderbar selbst versorgen. Da wo ich hingehe, in meinen eigenen Garten, brauche ich weder Test noch maske. Auch nicht beim Bäckerwagen der jede Woche kommt. Mir reicht das, mehr brauche ich nicht. Über ein Jahr lang gab es ja auch gar nichts anderes.

  16. 36.

    Ja, die Menschen merken nun wie sie belogen wurden.

    Insbesondere weil die Eu von Anfang an gesagt hat: "In den MEISTEN FÄLLEN entfällt dadurch die Quarantäne...."

    man hat sich also eine Hintertür in der Größenordnung eines Scheunentores offen gehalten!

    Dieser EU, die eine VD.LEyen als Präsidentin beschließt, die auf keinem Wahlzettel stand, kann man kein Wort glauben.
    Quarantäne trotz 2fach Impfschutz!?
    Das ist so unsagbar frech und verfassungswidrig!

    Wozu dann die Impfung?? Dafür haben die Menschen monatelang schlagegestanden, hingen Tag für Tag in der Tel. Warteschleife.

    Entweder die Impfung schützt - dann weg mit Masken, Quarantäne usw.
    Oder sie schützt nur unzureichend - warum dürfen dann doppelt Geimpfte im Restaurant einen Ungeimpften mit Negativtest am Nachbartisch anstecken ohne dass sie selbst einen Test machen müssen?

  17. 35.

    Tja, zu Beginn hat man den Menschen falsche Versprechungen und Hoffnungen gemacht, sie würden durch die Impfung ihr altes Leben zurückbekommen und "die Freiheit". Mittlerweile sind viele aber aufgewacht und sehen zwischen den rosaroten Wolken die harte Realität und die sieht so aus: Trotz zweifacher Impfung soll man weiterhin "Abstand" halten, weiterhin "Maske" tragen, muss teilweise "5 bis 10 Tage" (wonach richtet sich die Zahl?) in Quarantäne, trotzdem teilweise Testen usw.

    Nun merken immer mehr Menschen, die bisher mit einer Impfung gehadert haben, weil sie und ihre Angehörigen kaum Gefahr eines schweren Verlaufs ausgesetzt sind, dass sie nur belogen werden.

    Man sollte echte Anreize schaffen. Konkret: Maskenpflicht für Geimpfte abschaffen!
    Abstandsgebot für Geimpfte abschaffen! Testpflicht für Geimpfte abschaffen!
    Quarrantäne für Geimpfte abschafffen! Und zwar konsequent und ohne "diese und jene Ausnahme"

    Laut Spahn soll die Impfung einen "unterschied" machen.

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