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Quelle: dpa

Neue Corona-Regeln in Berlin

Betreiber können ab jetzt zwischen 2G und 3G wählen

In etlichen Bereichen können Einrichtungen in Berlin seit Samstag entscheiden, ob sie die sogenannte 2G- oder 3G-Regel beim Enlass anwenden. Das Optionsmodell soll nach dem Willen des Senats die Bereitschaft erhöhen, sich impfen zu lassen.

Betreiber etwa in der Gastronomie, im Sport und der Kultur können seit Samstag entscheiden, ob sie neben Geimpften und Genenesen auch Getestete (3G) einlassen - oder ob letztere keinen Zutritt zu Innenräumen erhalten (2G).

Am Dienstag hatte der Berliner Senat ein sogenanntes 2G-Optionsmodell beschlossen. Dies sollte es Betreibern ermöglichen, mehr Menschen den Zutritt zu Innenräumen zu gewähren, wenn diese geimpft oder genesen sind. Auch die Maskenpflicht soll dort wegfallen können.

Beschränkungen wegen Corona

Was in Berlin jetzt erlaubt ist - und was verboten

Ab dem 27. November 2021 tritt in Berlin eine erweiterte 2G-Regel in Kraft. So wird etwa die 2G-Regelung auf den Einzelhandel ausgeweitet. Außerdem besteht künftig bei der 2G-Bedingung eine Maskenpflicht. Eine Übersicht über die Regeln.

Einzelhandel von 2G ausgeschlossen - kein 3G für Clubs

Die 2G-Regel mit mehr Freiheiten für geimpfte und genesene Menschen gilt dabei nicht für lebensnotwendige Dinge im Alltag. Grundsätzliche Versorgungsbereiche wie der Einzelhandel, das Versammlungsrecht, aber auch Wahlen und Gottesdienste sind von dem 2G-Modell ausgeschlossen, wie die Berliner Senatorin für Gesundheit, Dilek Kalayci (SPD) nach der Beschluss-Sitzung am Dienstag betonte.

Dagegen gibt es Bereiche, in denen nur 2G zugelassen ist, dazu zählen Tanzveranstaltungen, Saunen mit Aufgüssen und "Prostitutionsveranstaltungen", wie Kalayci mitteilte.

Auch eine räumliche Mischung zwischen 2G und 3G will die Senatsverwaltung verhindern. Räumlichkeiten könnten tage- oder stundenweise zwischen den zwei Modellen wechseln, jedoch dürften die Gäste nicht gleichzeitig in den selben Räumen sein. Der Zutritt sei Personen, die keinen Impf- oder Genesennachweis mit sich führen, zu verweigern.

Quelle: rbb24

Nach breiter Kritik

Berliner Senat beschließt Ausnahme für Kinder bei 2G-Optionsmodell

Der Aufschrei war groß, nachdem der Senat am Dienstag das sogenannte 2G-Optionsmodell beschlossen hatte, mit dem Kinder unter 12 Jahren ebenfalls der Zutritt verweigert werden konnte. Nun hat der Senat nachgebessert.

Hin und Her bei Kindern unter 12 Jahren

Zunächst hatte der Berliner Senat das 2G-Optionsmodell ohne Ausnahme für Kinder unter 12 Jahren beschlossen. Nach breiter Kritik, auch aus den eigenen Reihen, nahm er es einen Tag später aber wieder zurück. Demnach dürfen Kinder unter 12 Jahren nun auch an Veranstaltungen teilnehmen, die sonst nur für gegen Corona geimpfte und genesene Personen vorgesehen sind.

Kalayci: "Missverständnis, dass Testen reicht"

Kalayci hat den Senatsbeschluss zur Einführung des 2G-Optionsmodells mit dem Schutz von ungeimpften Menschen begründet. "Wir wissen einfach, dass bei einer Mischung aus Geimpften und nicht Geimpften (...) im Raum das Infektionsrisiko hoch ist", sagte Kalayci nach der Senatssitzung am Dienstag.

Die Senatorin äußerte die Erwartung, dass sich angesichts von 2G noch mehr Menschen gegen Corona impfen lassen. Aus ihrer Sicht besteht beim 3G-Modell das "Missverständnis in der Gesellschaft, dass Testen reicht". Das sei aber nicht der Fall.

Kommentar | Berliner Senat korrigiert 2G-Beschluss

Drei gegen sich selbst

Nach heftigem Protest aus den eigenen Reihen korrigiert der Senat seinen Beschluss zum 2G-Optionsmodell: Wenn künftig nur noch Genesene und Geimpfte eintreten dürfen, sind Kinder nun doch nicht außen vor. Ein Fall von absurder Selbstkritik. Von Thorsten Gabriel

AfD: "Anhaltende Beschneidung der Freiheit"

Die Opposition bewertet das 2G-Optionsmodell unterschiedlich. CDU-Spitzenkandidat und -Landeschef Kai Wegner hält das Modell für "grundsätzlich wünschenswert, um das Infektionsgeschehen weiter einzudämmen".

AfD-Fraktionschef Georg Pazdersk lehnt den 2G-Optionsbeschluss hingegen ab. "Den Preis zahlen die Bürger der Stadt mit weiteren wirtschaftlichen Einschränkungen, verwirrenden und komplizierten Regelungen sowie der damit verbundenen anhaltenden Beschneidung ihrer Freiheit", erklärte er.

Der FDP-Gesundheitsfachmann Florian Kluckert merkte an: "Wir können einen Barbesitzer oder Restaurantbetreiber nicht daran hindern, nur Geimpften und Genesenen den Zutritt zu gewähren." Es sehe aber so aus, als strebe der Senat eine "Impfpflicht durch die Hintertür" an.

Sendung: Abendschau, 18.09.2021, 19:30 Uhr

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