Stiko-Empfehlung steht noch aus - Nonnemacher ruft Ärzte zu dritter Corona-Impfung bei Risikogruppen auf

In der Praxis von Hausärztin Antonia Stahl (M) erhält ein Patient eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazenca durch die Auszubildende Emily Schirdewahn. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher will Risikogruppen möglichst schnell erneut gegen Corona impfen lassen. Eine entsprechende Aufforderung hat sie an die Ärzte des Landes verschickt - obwohl es noch keine Impf-Empfehlung der Stiko gibt.

Die Brandenburger Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat gemeinsam mit Ärzteverbänden die Ärzte aufgerufen, bei Risikogruppen jetzt mit Corona-Auffrischungsimpfungen zu beginnen.

Dies sei rechtlich möglich und geboten, auch wenn die entsprechende Allgemeinempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) noch ausstehe, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag zu dem Schreiben an die Ärzteschaft mit. Zuerst hatte die "Märkische Allgemeine" (Dienstag) darüber berichtet.

Angebot insbesondere für Menschen in Pflegeheimen

Es sei wichtig, dass ältere Menschen und bestimmte Risikopatienten jetzt im Herbst eine Auffrischungsimpfung angeboten bekommen, so Nonnemacher. Die rechtliche Einordnung sei vom Bundesgesundheitsministerium geprüft worden. "Alle Ärztinnen und Ärzte können mit den Auffrischungsimpfungen starten." Den Menschen aus den vulnerablen Gruppen, die Anfang des Jahres geimpft worden seien, müsse zügig eine Auffrischungsimpfung angeboten werden.

In dem gemeinsamen Schreiben mit Landesärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung und Hausärzteverband wird darauf hingewiesen, dass in Studien eine abnehmende Immunität festgestellt wurde. Vom European Center of Disease Control (ECDC) werde eine Auffrischungsimpfung für vulnerable Gruppen in Deutschland dringend empfohlen. Daher könne insbesondere Menschen in Pflege- und anderen Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischem Personal eine sogenannte Booster-Impfung angeboten werden.

Die Gesundheitsministerkonferenz hatte bereits Anfang August beschlossen, von September an bestimmten Gruppen eine Auffrischungsimpfung anzubieten.

Brandenburg hinkt bei Impfungen hinterher

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben seit Anfang September knapp 6.200 Menschen in Brandenburg eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten. In Nordrhein-Westfalen wurden dagegen bereits mehr als 105.000 und in Berlin knapp 28.000 Menschen erneut gegen das Coronavirus geimpft.

Auch bei den Erst- und Zweitimpfungen hinkt Brandenburg hinterher. Bislang haben nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) knapp 53 Prozent der Menschen im Land eine vollen Impfschutz. In Berlin sind es 59 Prozent, deutschlandweit gut 58 Prozent. Am weitesten ist Bremen, dort haben bereits mehr als 66 Prozent der Menschen einen vollen Impfschutz. Bei den Erstimpfungen sieht es ähnlich aus: In Brandenburg sind gut 60 Prozent der Einwohner erstgeimpft, in Berlin sind es knapp 66 Prozent. An der Spitze liegt auch hier Bremen mit einer Impfquote von 76,5 Prozent.

Sendung: Brandenburg aktuell, 21.09.2021, 19:30 Uhr

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