David Eckert, Vorsitzender der Jungen Alternative Berlin (Quelle: dpa/Thissen)
Audio: rbb 88.8 | 28.05.2019 | Thorsten Gabriel | Bild: dpa/Bernd Thissen

Berliner Junge Alternative - AfD-Jugend fordert eigene Partei zum Klima-Kurswechsel auf

Trotz des guten Abschneidens der AfD bei der Europawahl fordert die Berliner Junge Alternative ihren Landesvorstand zu einem Kurswechsel auf - vor allem in Sachen Klimapolitik. Aber auch sympathischer und jünger soll die AfD werden.

Der Vorsitzende der AfD-Nachwuchsorganisation in Berlin, David Eckert, hat die Partei nach der Europawahl zum "Kurswechsel" aufgefordert. In einer Botschaft an den Landesvorstand der AfD schrieb der Chef der Jungen Alternative, das Thema Klimawandel und Umweltschutz müsse von der AfD "stärker besetzt werden".

Weiter heißt es: "Wir fordern die Mandats- und Funktionsträger unserer Partei dazu auf, von der schwer nachvollziehbaren Aussage Abstand zu nehmen, der Mensch würde das Klima nicht beeinflussen", heißt es in dem Schreiben der Jungen Alternative. Natürlich könne man darüber streiten, wie stark dieser Einfluss ist. Unstrittig sei jedoch die Tatsache, "dass sich das Klima wandelt und dass Schadstoffe, wie jene in Autoabgasen, nicht gut für den Menschen und genauso wenig für die Umwelt sind". Die AfD zieht bislang entgegen dem wissenschaftlichen Konsens den vom Menschen verursachten Klimawandel in Zweifel.

AfD soll sympathischer und jünger werden

Ein weiteres wichtiges Thema ist nach Ansicht der AfD-Jugend die Außendarstellung der Partei. "Die AfD muss in der Außendarstellung personell freundlicher werden", heißt es in dem Schreiben. Anders als bei den Grünen seien die Sympathiewerte für AfD-Politiker "durchgehend mangelhaft". Das soll sich mithilfe neuer "besonders wählertauglicher" Politiker ändern.

Außerdem müsse die AfD "jünger werden". Während bei den Wählern unter 30 Jahren die Grünen 33 Prozent erzielen, erreiche die AfD lediglich sechs Prozent, konstatieren die Jungpolitiker. "Steuern wir dem nicht entgegen, läuft die AfD Gefahr, demographisch den Anschluss zu verlieren. Die Wählergruppe unter 30 Jahren ist nicht zuletzt wegen ihrer Synergieeffekte von großer Bedeutung. In dieser Gruppe befinden sich die YouTuber und sogenannte 'Influencer', die zunehmend das politische Betätigungsfeld für sich entdecken und deren Einfluss auf junge Menschen nicht unerheblich ist", heißt es.

Pazderski will "alle Sichtweisen" diskutieren

Der Berliner Fraktionschef und stellvertretende Bundesvorsitzende, Georg Pazderski, erklärte auf Anfrage: "Die AfD wird sich in ihren Gremien ausführlich mit dem Ausgang der EU-Wahl befassen." Dabei werde man "alle Aspekte und Sichtweisen" diskutieren. Die AfD hatte bei der Wahl zum Europäischen Parlament am vergangenen Sonntag bundesweit elf Prozent der Stimmen erhalten. Das lag unter dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl von 12,6 Prozent, aber über dem Ergebnis der Europawahl von 2014 (sieben Prozent). In Berlin kam sie auf 9,9 Prozent.

Die Junge Alternative wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als "Verdachtsfall" im Bereich des Rechtsextremismus eingestuft. In einem Gutachten, in dem der Inlandsgeheimnis diese Einschätzung begründet hat, findet sich auch ein Zitat von Eckert bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 2016. Damals sagte er laut Gutachten: "Deutschlands Straßen verkommen zum Freiluft-Bordell für eingewanderte Vergewaltiger, und die Politik schaut tatenlos weg."

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41 Kommentare

  1. 41.

    Christian Bartsch fällt wiederholt durch unsachliche Beiträge auf und gehört zu den Klimawandelleugnern. Da von einer "Stimme der Vernunft" zu sprechen ist gewagt.

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/542/wollt-ihr-den-totalen-widerspruch/

  2. 40.

    Eine Stimme der Vernunft: https://www.faz.net/aktuell/wissen/klima/wider-die-klimahysterie-mehr-licht-im-dunkel-des-klimawandels-1407477.html

  3. 37.

    Lächerlich und allzu durchschaubar. Erstmal an der Spitze aufräumen, als jetzt noch bei umweltbewußten Bürgern auf Heuchelkurs zu gehen.

  4. 36.

    Der Berliner Landesverband der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative steht ohne Vorstand da.

    Grund: Der Vorstoß des Chefs der JA war nicht hinreichend abgestimmt, er versuchte wohl, auf der Greta Welle zu punkten. Es handelt sich um keine Positionierung der Berliner JA Das kann man bei den Grünen machen, aber nicht bei der AfD.
    Durch Rücktritt einiger JA Vorstandsmitglieder muss nun ein neuer JA Chef gewählt werden.

  5. 35.

    Warum sollte ich im Netz nach etwas suchen, was Sie hier als sinnfreies Schlagwort einbringen? Googlen kann ich wohl, ich sehe mich aber nicht dazu veranlasst. In diesem Sinne einen schönen Abend!

  6. 33.

    Was ist die FAP? Und nein, ich befürworte ausdrücklich die Verbote aller Parteien, die gegen unsere FDGO arbeiten. Insofern habe ich auch das Nichtverbot der NPD bedauert.

  7. 31.

    Das tut Ihnen heute noch weh, nicht wahr?!
    Nur zur Erinnerung, das Bundesverfassungsgericht hat damals ganze fünf Jahre gebraucht, ehe es diese Entscheidung getroffen hat. Die Urteilsbegründung ist dann auch mehr als eindeutig. Der nahezu gleichzeitig gestellte Verbotsantrag gegen die nationalsozialistische "Sozialistische Nationalpartei" wurde zum Glück bereits nach einem Jahr verboten. Ja, die Hürden sind hoch.

  8. 30.

    Das ergibt dann Cyan ;-) Nun ja, Klima ist keiner Partei alleine vorbehalten. Wenn die AfD hierzu ihre bisherige Haltung etwas ändern würde, wäre das nur zu begrüßen. Wenn Eckert dann noch seine persönlichen Einstellungen zugunsten der FDGO ändern könnte, wäre er schon mal einen Schritt in Richtung Verfassungstreue weiter. Der VS hat schon genug mit der AfD zu tun.

  9. 29.

    Selbst bei der AfD machen sich also die Jungen Sorgen um ihre Zukunft. Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung.

  10. 28.

    Ich dachte erst die Schlagzeile ist ein Aprilscherz. Wenn alle Parteien die gleichen Aussagen machen, gibt es ja keine Auswahl mehr.

  11. 26.

    Dann kann ja Grün mit Blau fusionieren, hatten wir ja schon mal, dann ist Rot Geschichte

  12. 24.

    Selbst in der AfD scheint es immer mehr Leute zu geben, denen die Partei-Linie (Leugnung des Klimawandels) langsam peinlich wird. Aber warum will Herr Eckert eine Umkehr? Weil die AfD bei den Jungen (bis 24 J.) extrem schlecht abgeschnitten hat. Nur 5 %! Selbst die links-grüne Satirepartei Die PARTEI hat in dieser Altersklasse mehr geschafft (9 %). Von den Grünen mit 36 % (!) ganz zu schweigen.

    Alleine mit der Anerkennung von einzelnen, ausgesuchten Fakten seitens der AfD wird man aber überhaupt nichts erreichen. Die Jugend will nicht hören "Ja, es gibt den Klimawandel, aber wir machen nix dagegen". Die Jugend will endlich Taten sehen. Und die AfD ist davon so weit entfernt, wie keine andere Partei. Das wird sich offenbar auch nicht ändern, wenn man die Grünen offiziell zum Hauptgegner erklärt (wie Herr Gauland es getan hat).

  13. 23.

    Es gibt in der tat gewichtige Stimmen aus der Wissenschaft, die in den RotGrünen Sonderzug der Klima-Hysterie nicht mit einsteigen.
    Hier ist eine nüchterne und sachliche Bestandsaufnahme das geeignete Mittel. Auf keinen Fall sollte die Alternative modischem Schnickschnack mitmachen, denn was sie dort an Stimmen gewinnt, verliert sie in mehrfacher Höhe bei ihrer Stamm-Anhängerschaft.

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