Vor der rumänischen botschaft in berlin stehen Hunderte Menschen in einer Schlange bei der Europawahl (Quelle: Carsten Behrendt)
Bild: Screenshot Twitter

Lange Warteschlangen und Tumulte - Wähleransturm auf Rumänische Botschaft in Berlin

In Berlin lebende Rumänen mussten bei ihrer Stimmabgabe zur Europawahl lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Selbst vor der planmäßigen Schließung der Wahllokale um 21 Uhr warteten noch hunderte Menschen vor der Botschaft in der Dorotheenstraße in Berlin Mitte. Nach Angaben des ZDF reichte die Schlange zeitweise bis zum Bahnhof Friedrichstraße.

Betroffene hatten gegenüber der "Welt" (Montag) angegeben, teilweise über vier Stunden auf ihre Stimmabgabe gewartet zu haben. Auf Druck der Wähler hätte die Botschaft die Stimmabgabe verlängert, hieß es. So seien noch um 22 Uhr Menschen aus dem Wahllokal gekommen, berichtet die Zeitung.  

Deutschlandweit lange Wartezeiten

Lange Schlangen gab es auch in anderen rumänischen Konsulaten in Deutschland. In Offenbach standen den rund 1.000 Wählern beispielsweise nur sechs Wahlurnen zur Verfügung.

Ähnlich war die Situation auch vor dem rumänischen Generalkonsulat in München. Dort standen am Nachmittag ebenfalls Tausende von Wählern an.

Abstimmung über Justizreform

Die Rumänen konnten nicht nur über das Europaparlament, sondern auch über eine umstrittene Justizreform Land abstimmen. Diese würde es ermöglichen, dass Täter bei Korruptionsdelikten unter bestimmten Umständen straffrei ausgehen könnten. Von dem Gesetz könnten einige prominente Politiker in Rumänien profitieren, gegen die Verfahren wegen Korruption laufen – unter ihnen auch Liviu Dragnea, Parteivorsitzende der regierenden PSD und mächtigster Politiker des Landes.

Für viele Rumänen stellte das Referendum daher an diesem Sonntag eine Abstimmung über die Zukunft der Rechtsstaatlichkeit in ihrem Heimatland dar. Für die Organisation der Wahlen der Rumänen im Ausland sind die rumänische Botschaft und die Konsulate verantwortlich, deutsche Behörden sind daran nicht beteiligt. Rumänien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union, zurzeit hat das Land die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren