Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke stellt in Potsdam Maja Wallstein als Nachrückerin für Simon Vaut vor (Quelle: dpa/Settnik).
Video: Brandenburg Aktuell | 27.03.2019 | Hanno Christ | Bild: dpa/Bernd Settnik

Maja Wallstein als Nachrückerin vorgestellt - Woidke spricht nach Vaut-Eklat von "Riesenschaden" für SPD

Der Brandenburger SPD-Europakandidat Simon Vaut hat seine Partei offenbar über seine persönlichen Hintergründe getäuscht. Dadurch sei der SPD ein "Riesenschaden" entstanden, sagte der Ministerpräsident Woidke am Dienstag - und präsentierte eine Ersatzkandidatin.

Nach dem Eklat um den Brandenburger SPD-Europawahl-Kandidaten Simon Vaut hat Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch dessen mögliche Nachrückerin Maja Wallstein vorgestellt.

Woidke zeigte sich bei der Pressekonferenz in Potsdam erschüttert über die Tragweite des Falls. "Jetzt ist durch das Öffentlichwerden der Lügen, der Täuschung, die es gegeben hat, ein Riesenschaden für die Brandenburger SPD entstanden", sagte Woidke in Potsdam. Die Partei werde dieses Kapitel abschließen und nach vorne gucken, so der Ministerpräsident. Vaut werde schriftlich erklären, dass er sein Mandat nicht annehme.

SPD-Unterbezirk: "Wir sind völlig baff"

Die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Brandenburg/Havel, Britta Kornmesser, wusste nach eigenen Angaben nicht vorher von der Täuschung Vauts. "Wir sind völlig baff", sagte die Landtagskandidatin der Deutschen Presse-Agentur. "Da ist überhaupt niemand drüber gestolpert."

Vaut sei im vergangenen Jahr zunächst Mitglied im Vorstand des Unterbezirks geworden und habe sich dort bei Sitzungen eingebracht, sagte Kornmesser. Dann habe er dem Unterbezirk erzählt, dass seine Freundin ihn vor die Tür gesetzt habe. Kornmesser habe Vaut angeboten, bei ihr zeitweise unterzukommen. "Letztendlich ist es gar nicht dazu gekommen, dass er hier übernachtet hat." Wegen vieler Termine habe er sich bei Sitzungen des Unterbezirks entschuldigt. Nach ihren Angaben will der Vorstand Vaut nun nahelegen, vom Vorstand zurückzutreten.

Vaut täuschte Partei über Wohnsitz und Freundin

Vaut hatte am Dienstag eingeräumt, dass er die Partei über seinen Wohnsitz und seine Freundin getäuscht hatte. Anders als angegeben, lebe er nicht in Brandenburg/Havel, sondern in Berlin. Auch seine angebliche Partnerin sei nur eine Bekannte aus der Hauptstadt. Vaut ist auf Platz 22 der Bundeswahlliste gesetzt. Zurzeit hat die SPD 27 Sitze im Europaparlament.

Wallstein, die frühere Vorsitzende der Brandenburger Jungsozialisten (Jusos), könnte dann statt Vaut ins Europaparlament einziehen, wenn die SPD auf ein Wahlergebnis käme, mit dem der Einzug auf dem 22. Listenplatz möglich wäre. Die Europawahl in Deutschland findet am 26. Mai 2019 statt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.03.2019, 10 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 10.

    Vaut ging Arbeit seiner Lügerei um ein möglichst lukratives Bundestags-, oder EU-Parlamentsmandat. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er ein typischer Vertreter der aktuellen Politikergenerationen ist: große und betrügerische Klappe, aber nichts dahinter. Weit sind wir gekommen in diesem Land.

  2. 9.

    Warum nur? Was soll das? Meine Angst vor der BRB-Wahl wird immer größer. So ein Mist treibt den Schlümpfen weiter in die Arme. Himmel Herrgott Sakra :-(

  3. 8.

    Im Vergleich zu HartzIV ein Schädlein.

  4. 7.

    Die SPD verelendet Bundesweit, Schuld sind die meisterhaften Gönner wie Nahles, Woidke u.v.a. mehr. In verschiedenen. BUNDESLÄNDERN wie NRW, Schleswig Holstein sind diese Helden VERGANGENHEIT.

  5. 6.

    Warum werden immer nur Endlager-Kandidaten aufgestellt und nicht mal junge Leute?
    Dann könnten Leute auch mal aus dem EU-Parlament zurückkommen und so die rausalternde Partei verjüngen.

  6. 5.

    Nun sind mal nicht die Wähler, wie üblich betrogen worden, sondern mal eine Partei von einem ihrer Mitglieder! Welch ein Hype wird da gemacht, völlig unwichtig. Diese Partei hat doch eh ausgedient.

  7. 4.

    Hat er etwa Angst, daß er wegen diesen "Riesenschaden" der SPD bei den nächsten Landtagswahlen in Brandenburg deswegen nicht mehr gewählt wird? Immerhin sind auch Landtagswahlen im Land Brandenburg! Denn so ein Verhalten kommt bei den Wählern bekanntlich nicht gut an!

  8. 3.

    Auch in der SPD gibt es scheinbar schwarze Schafe.
    Der Anschiß lauert überall.

  9. 2.

    Na ja, Herr Woidke, solche Ausreißer gibt es auch in anderen Parteien. Das weiß der Bürger wohl einzuschätzen.
    Der Schaden den Sie in der Kohlekommission für eine Handvoll Brandenburger angerichtet haben dürfte weitaus größer sein. Und nicht zu vergessen die Skandale in der Regierung.

  10. 1.

    Das Felix-Krull-Syndrom bzw. der Hauptmann von Köpenick erweist sich in anderer Variation als durchaus lebendig. Völlig quer zur politischen Ausrichtung. Was dem einen sein Barschel ist dem anderen sein Harald Wolf (eh. Brandenburgischer Minister), ist wiederum einem anderen dessen Kassenwart.

    Was hilft ggf.?
    Kein klug daherkommendes, geschliffenes Reden, eher schon die Öffnung der eigenen Sinne. Geschärfte Sinne als Ausdruck und Folge einschlägiger Politik - weil dem ausgemachten Gegner ja nie zu trauen sei - die verhindern eher die Offenheit der Sinne.

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