Archivbild - Ingo Senftleben, CDU-Fraktionsvorsitzender, bei einer Pressekonferenz. (Quelle: imago/Martin Müller)
Video: Brandenburg aktuell | 04.06.2019 | Michael Schon | Bild: imago/Martin Müller

CDU-Wahlkampftour mit Song - "Wer haut Verbrechern auf den Po? Ingo, Ingo"

Für Selbstironie ist Brandenburgs CDU nicht unbedingt bekannt. Das soll sich jetzt ändern. Spitzenkandidat Ingo Senftleben tourt mit seiner "Bock auf Brandenburg"-Kampagne durch die Mark. Ein gereimter Country-Pop-Song soll ihn mit nach vorne bringen.

"Wer macht auch die Bauern froh? Ingo, Ingo. Wer rüttelt am Status Quo? Ingo, Ingo", das sind die ersten beiden Zeilen eines Songs, der zurzeit in den sozialen Medien von sich reden macht. Bei dem Besungenen, der im weiteren Verlauf noch Verbrechern auf den Po (Ingo, Ingo) haut und die Wölfe in den Zoo (Ingo, Ingo) bringt, handelt es sich um: Ingo, Ingo ("Mit wem kann man mal einen heben?") Senftleben, den 44-jährigen Spitzenkandidaten und Parteichef der brandenburgischen CDU, der seit einigen Tagen auf Wahlkampftour in der Mark ist.

Twitter-Nutzer reagieren amüsiert ("Das Abendland ist gerettet. Gott sei dank") bis irritiert ("Sorry, wenn ich naiv nachfrage, aber das ist Satire, oder?") und schreiben den Song mitunter selbst kreativ weiter ("Wessen Mutterpartei killt das Klima sowieso? Ingo, Ingo"). Die FDP Brandenburg meldete sich mit einem "Oh, who cares"-Gif zurück, die SPD Brandenburg liess "Früher war mehr Wahlkampf" verlauten. Die Linke Brandenburg konterte mit "Kann man machen. Muss man nicht". Die Partei Potsdam distanzierte sich ausdrücklich von den Werken.

Wer auf Tour ist, braucht einen Song

Seine "Bock auf Brandenburg"-Tour führte ihn bisher also nicht nur auf den höchsten Berg der Mark - der Kutschenberg im Kreis Oberspreewald-Lausitz mit 201 Metern -, sondern auch zu neuen country-pop-kulturellen Höhen.

Es handele sich dabei nicht um einen offiziellen Wahlkampfsong, sagte Pressesprecher Martin Burmeister rbb|24 auf Nachfrage am Donnerstag. Es sei eher ein Lied, das der Landesgeschäftsführer, der "ein Faible für Musik" habe, für den internen Gebrauch angedacht habe.

"Stimmt", sagt Gordon Hoffmann, seines Zeichens besagter Landesgeschäftsführer. Er habe mit der für den Wahlkampf zuständigen Agentur Römer Wildberger aus Berlin "herumgeflachst", wie man etwas "nicht so dröges, selbstironisches" machen könne - und dabei sei man auf das Lied gekommen. Denn wer auf Tour gehe, brauche schließlich auch einen Song. "Irgendein Finne, ein Kumpel aus dem Umfeld von Agenturchef Alex Römer hat den dann eingesungen", berichtet Hoffmann. Der Chor, der "Ingo, Ingo" singe, bestehe aus Agenturmitarbeitern: "Da singen Texter und Bildbearbeiter."

Nicht zur Veröffentlichung gedacht

Zur Veröffentlichung sei der "Ingo-Song" eigentlich nicht gedacht gewesen, so der Landesgeschäftsführer. Zunächst hatte "Der Tagesspiegel" darüber berichtet. Wenn es nun dennoch passiere und er im Netz viral geht, sei es aber "det, wovon wir jeträumt haben", sagt Hoffmann.

Denn schließlich gehe es ja genau darum: den Spitzenkandidaten auf der Tour bekannt zu machen. Die sollte ursprünglich noch bis zum 10. August gehen. Vielleicht müssen Senftleben und sein Wahlkampfteam sie aber nun noch verlängern.

Damit die Wahlkampfberichterstattung ausgewogen bleibt, haben unsere Kollegen von Radioeins inzwischen auf die Schnelle einen Song für den SPD-Spitzenkandidaten Dietmar Woidke aufgelegt.

Sendung:  Radioeins, 04.07.2019, 10:10 Uhr

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Herr Senftleben, Bock auf Brandenburg wäre von Vorteil, wenn sie sich einsetzen würden für bessere Infrastruktur und Ausbau des Mobilfunk. Gerne aber auch eine Modernisierung von Schulen und Unterstützung von altersarmut betroffenen Rentnern. Gehen sie da mal hin und erklären denen den christlichen Grundgedanken. Besser als zu wandern.

    Corinna Mara Conrad
    DEUTSCHE KONSERVATIVE

  2. 7.

    ... oh, no, no, no.

  3. 6.

    Sorry meinerseits. Es fehlte ein LOL:-)
    Ich kann solch einen Mist von der CDU überhaupt nichts abgewinnen.

  4. 5.

    Lothar
    So wars auch nicht gemeint.
    Absolut Geil die Puppenkiste.
    Nur die Puppenspieler wollen keine Landtagswahl gewinnen.

  5. 3.

    Was für eine primitive Art, auf Stimmenfang zu gehen. Hält die CDU die Wählerschaft für so dümmlich oder will man generell nur Sechsjährige ansprechen?
    Erinnert mich irgendwie an die dämliche Haribo-Werbung mit Kinderstimmen.

    Für mich eher abstoßend und ein Grund, sich mit dieser Partei nicht zu befassen.

    Aus Deutschland, ein Land der Dichter und Denker wurde Deutschland, ein Land der dümmlichen Dödel.

  6. 2.

    Der Wettbewerb "Dumm, dümmer, am dümmsten" ist eröffnet!
    Und dieses Machwerk mit den Rolling Stones zu vergleichen, zeugt für absoluten Realitätsverlust und Größenwahn.
    Die CDU tritt damit in die fußstapfen der F(ast)D(rei)P(rozent)-Partei als Spaßpartei, die kein auch Interesse mehr an Politik hat.

  7. 1.

    Erinnert mich eher an die Augsburger Puppenkiste.
    Ne Danke.

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