Wahl-O-Mat Brandenburg 2019 (Quelle: rbb)
Video: rbb24 | 02.08.2019 | Bild: rbb

Landtagswahl im September - Brandenburger können jetzt "Wahl-O-Mat" befragen

Unentschlossene Brandenburger bekommen einen Monat vor der Landtagswahl Hilfe bei der Wahlentscheidung. Der "Wahl-O-Mat" soll anhand von 38 Fragen zeigen, welche Partei zu den eigenen Ansichten passt. Brandenburger Politiker haben den Test bereits gemacht.

Die rund zwei Millionen Wahlberechtigten in Brandenburg können knapp einen Monat vor der Landtagswahl mithilfe des "Wahl-O-Mat" herausfinden, welche Partei am besten zu ihren Ansichten passt. In der aktuellen Version des Wahlentscheidungshelfers der Bundeszentrale für politische Bildung sind elf zugelassenen Parteien oder Vereinigungen aufgelistet.

Dem Wähler werden 38 Fragen zu Themen wie Senkung des Wahlalters bei Landtagswahlen, einem früheren Braunkohleausstieg als 2038, ständige Personenkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze oder Schulnoten ab der ersten Klasse gestellt. Anhand der gegebenen Antworten gibt der "Wahl-O-Mat" jene Partei aus, deren Programm am besten dazu passt.

"Wahl-O-Mat" als "Appetitanreger"

Ziel des "Wahl-O-Mat"-Portals sei neben der Anzeige der möglichen eigenen Übereinstimmung mit Parteien, auch die intensivere Beschäftigung mit Politik anzuregen, sagte die Leiterin der brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, Martina Weyrauch. Er sei als "Appetitanreger" gedacht, um eigene Positionen mit denen der Parteien zu vergleichen, ergänzte Kathrin Lipowsky von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Politiker haben sich den Fragen gestellt

Am Freitag stellten sich bereits Vertreter von SPD, CDU, Linken, Grünen, BVB/Freie Wähler, FDP und AfD in Brandenburg dem "Wahl-O-Mat"-Verfahren in einem Testlauf. Dabei erreichten der SPD-Politiker Erik Stohn und Péter Vida von den Freien Wählern jeweils 100 Prozent Übereinstimmung mit den Positionen der eigenen Parteien.

Steeven Bretz von der CDU kam auf 99 Prozent Übereinstimmung mit seiner Partei und führte dies auf seine abweichende Meinung beim umstrittenen Thema der Erdöl- und Erdgasgewinnung durch Fracking zurück. Isabelle Vandré von den Linken kam auf rund 97 Prozent, Benjamin Raschke von den Grünen auf rund 95 Prozent und Matti Karstedt von der FDP auf rund 93 Prozent Übereinstimmung mit der eigenen Partei. Der AfD-Vertreter Dennis Hohloch erreichte eine Übereinstimmung von 87 Prozent mit der eigenen Parteilinie.

Verwaltungsgericht stoppte "Wahl-O-Mat"

Das Online-Portal wird seit 2002 als Entscheidungshilfe zu Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen angeboten. Daneben gibt es unter anderem auch den "Wahl-Swiper", der ein Projekt von zwei Universitäten und einer Digitalagentur ist.

Vor der Europawahl am 26. Mai dieses Jahres musste der "Wahl-O-Mat" kurzzeitig offline gehen. Der Grund dafür war eine Entscheidung des Kölner Verwaltungsgerichtes, die einer Beschwerde der nicht aufgeführten Partei Volt Deutschland wegen Ungleichbehandlung Recht gegeben hatte. Anschließend passte die Bundeszentrale das Portal an.

Sendung: Inforadio, 02.08.2019, 14 Uhr

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52 Kommentare

  1. 50.

    Und so setzt jeder unterschiedliche Schwerpunkte, daher gibt es mehrere Parteien, die zur Wahl stehen. Heraus kommt dann ein Bild der Gesellschaft. Also von linksextrem bis rechtsextrem. Ich bin gespannt, wie die Parteien daraus eine Regierung bilden werden. Auf jeden Fall ist der Wahl-O-Mat eine Hilfe für jeden, der sich mit der Haltung der Parteien zu aktuellen Themen beschäftigen will.

  2. 49.

    Der Wahl-O-Mat kann nur eine Unterstützung, keine Entscheidungshilfe sein. Viele Menschen informieren sich gar nicht über die Parteien, oder schnappen vermeintliche Inhalte auf, nach denen Sie Ihr Kreuzchen ausrichten. Denn das, was manche als Möglichkeit zur Lösung unserer Probleme sehen, ist rechtsradikal und jenseits aller Vernunft. Und die Parteien, denen man bisher vertraute, ducken sich immer noch weitgehend weg. Mir zeigt der Wahl-O-Mat das für mich „geringste Übel“ an. Der Fokus liegt dabei aber immerhin auf Humanität und Umweltschutz. Und, soweit ich recherchieren konnte, haben die Kandidaten eine weisse Weste. Das ist doch schonmal ein Lichtblick. Viel mehr, als mir die hier so gehypte Partei bietet.^^ Letztendlich wünsche ich mir sogar, dass alle jetzt Farbe bekennen und wir endlich wissen, womit wir es zu tun haben. Besser als das im Verborgenen schwelende Ungemach.

  3. 48.

    Ich benutze den Wahlomat nicht. Ich mach es nach der Abstreichmethode, angefangen mit der Partei, die ich auf keinen Fall wählen würde. Und dann weiter so, in der Mathematik heißt das wohl "Sukzessive Approximation", und dann bleibt bei mir- Teufel auch- immer nur die eine Partei übrig.

  4. 47.

    Ui, jetzt kommt wieder der erhobene Zeigefinger.... Es geht hier nur um den Wahl-O-Mat. Auch Sie leben Ihre Leidenschaften hier aus oder?

  5. 46.

    Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett? Ich habe diese Partei mit keinem Wort erwähnt. Die hat auch weder den größten Sozialabbau der deutschen Nachkriegsgeschichte zu verantworten, noch die Bombardierung Belgrads, noch hat sie um die Bombardierung Libyens gebeten oder ukrainische Neofaschisten verharmlost. Das waren andere. Also wovon reden Sie? Und ja, ich bin natürlich auch froh, daß jemand wie Sie nicht in Brandenburg wählen darf. Nicht auszudenken.

  6. 44.

    Doch, Popelchen hat das Ergebnis erschreckt und geht in sich. Das ist eine Aussage. Egal. Wenn Sie meinen. Sie können AfD wählen, wenn das bei Ihnen passt.

  7. 43.

    Ui ui ui...hier wurde schon mehrmals mahnend der Schulmeister-Finger gehoben, dass es hier ausschließlich um den Wahl-O-Mat geht, nicht um die AfD^^. Sie machen hier ja förmlich Wahlkampf. Ganz tief durchatmen, wählen Sie, was Sie meinen, ich gebe Ihnen aber Ihre Äußerung zurück: Zum Glück wählen Sie in BB, nicht in Berlin ;-)

  8. 42.

    Nun, ich habe mit guter Überlegung und Sicht auf die Realität die Fragen beantwortet und am Schluss die relevanten Parteien (SPD, CDU, FDP, Grüne, AfD) ausgewählt. Auch noch die Chance genutzt, vor der finalen Auswertung, mir noch einmal einige wenige Fragen angeschaut. Ich war überrascht über das Ergebnis: AfD, CDU, FDP, SPD, Grüne.
    Prozentual waren keine größeren Unterschiede zu erkennen, aber jetzt frage ich mich: bin ich ein Nazi? Wie werden sich Menschen fühlen, 81% Übereinstimmung mit den Grünen haben oder erschrocken sind, dass ein 8%tiges Gleichnis mit der AfD haben. Reicht da nur ein "erschrocken sein"?
    Gott sei Dank, kann man solange diesen Wahl-O-Mat benutzen, bis das Ergebnis stimmt.
    Wurde uns das nicht auch gerade in Europa und Bremen vorgeführt, wo Wahlverlierer plötzlich die Gewinner sind?

  9. 41.

    Aha. Man sympathisiert also mit einer Partei, die sich willig am größten Sozialabbau der deutschen Nachkriegsgeschichte beteiligt hat, die nach 1945 das erste Mal wieder deutsche Soldaten in einen Angriffskrieg geschickt hat, die die Bombardierung Libyens forderte und sich jetzt über die dortigen Zustände beklagt, die die Rolle der ukrainischen Neofaschisten herunterspielte usw. Das läßt tief blicken. Na ein Glück, daß Sie nicht in Brandenburg wählen dürfen.

  10. 40.

    Vielleicht lesen Sie sich mal Ihren eigenen Text durch. Dann fällt Ihnen womöglich auf, was Sie dem User unterstellt haben. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Und ja, ich bin natürlich auch froh, daß Ihre antidemokratischen Parteigenossen nicht die Mehrheit haben. Das wäre ja furchtbar.

  11. 39.

    Schon lustig, wer hier so ein Mitteilungsbedürfnis ob seines Wahl-O-Mat-Ergebnisses hat. Man verspürt fast den Drang Fleißbienchen zu vergeben, so beifallsheischend kommt das rüber. "Gut gemacht und jaaaa, es haben alle registriert, dass Du AfD wählen wirst".^^

  12. 37.

    "Mir ist es z.B. nicht egal, wenn der Sozialstaat durch Konzerne mittels generalstabsmäßiger Herbeischaffung alimentierter Konsumenten geplündert wird und damit die Umverteilung von unten nach oben fortgesetzt wird. Das ist Wirtschaftsliberalismus pur. Und wenn alle Blockparteien - selbst einschließlich der Linken - das unterstützen, ist letztere für mich nicht mehr wählbar. Da gibt's dann eben nur noch eine Alternative, die ein Minimum an Verantwortungsbewußtsein zeigt."

    Mir ist die Plünderung der Sozialkassen ebenfalls nicht egal und in einer sozialen Marktwirtschaft ist eine Rechtsstaatspartei automatisch auch eine Sozialstaatspartei:
    AfD 79 %
    CDU 63 %
    SPD 59 %
    FDP 55 %
    F W 50 %
    Grüne 34 %
    Linke 34 %

  13. 36.

    Ja, und wen interessiert jetzt Ihr Ergebnis? Passt es denn zu dem, was Sie vorher erwartet haben? Das ist doch das Entscheidende. Ob es Ihnen geholfen hat oder nicht....

  14. 35.

    Naja, wenn Sie hier von Faseln schreiben sollten Sie sich evtl nochmal Ihren Text durchlesen. Die Unterstellungen kamen jedenfalls nicht von mir. Was Sie wählen ist mir im übrigen auch egal. Ich bin nur froh, dass Sie und Ihre Gesinnungsgenossen keine Mehrheit erhalten werden.

  15. 34.

    Guter Kommentar, sehe ich genauso! Es ist erschreckend, wie schnell man bei vielen Menschen merkt, dass sie sich nie mit Wahlprogrammen und Hintergrundinfos über Kandidaten beschäftigt haben. Der Wahl-O-Mat ist der erste Schritt zum Eruieren, dann einfach mal ein wenig Zeit investieren zur Recherche. Ist doch so einfach heutzutage. Das verstehe ich unter mündigen Wählern. Nur Headlines aus den Medien und Wahlplakate können und dürfen m. E. nicht ausreichen, um sich zu entscheiden.

  16. 33.

    Habe alle Parten aktiviert und voilà bei mir ist die SPD auf Platz 5 gelandet.
    AfD 71,1 %
    FDP 63,2 %
    CDU 63,2 %
    BVB / FREIE WÄHLER 52,6 %
    SPD 46,1 %

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