BrandenburgTREND
Video: Brandenburg aktuell | 22.08.2019 | C. Hölscher / T. Bittner | Bild: rbb

BrandenburgTrend im Auftrag der ARD - SPD und AfD gleichauf, Grüne verlieren deutlich

Wäre bereits am kommenden Sonntag Landtagswahl in Brandenburg, würde sich das Ergebnis deutlich von der vorherigen Wahl unterscheiden. Im Endspurt kann die SPD in der Wählergunst stark zulegen. Den Grünen geht dagegen die Puste aus.

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Brandenburg liegen SPD und AfD gleichauf an der Spitze. Hätten die Brandenburger schon am kommenden Sonntag die Wahl, würden beide Parteien jeweils 22 Prozent der Stimmen erhalten. Das geht aus dem BrandenburgTrend im Auftrag der ARD hervor. Die CDU könnte demnach mit 18 Prozent rechnen, die Linke mit 15 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen mit zwölf Prozent. Die FDP käme auf fünf Prozent und müsste damit weiter um den Einzug in den Landtag zittern. BVB/Freie Wähler erhielten vier Prozent. Andere Parteien würden zusammengenommen zwei Prozent der Stimmen erhalten.

Gegenüber dem vorherigen BrandenburgTrend vom Juni hätten sich die Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Dietmar Woidke deutlich verbessert und erhielten nun vier Prozentpunkte mehr. AfD, CDU und Linke verbessern sich um jeweils einen Prozentpunkt. Große Verlierer wären die Grünen: Sie erhielten bei der Umfrage fünf Prozentpunkte weniger und büßen damit exakt den Zugewinn wieder ein, der sie im Juni auf den dritten Platz des BrandenburgTrends katapultiert hatte. FDP und BVB/Freie Wähler zeigen keine Veränderung im Vergleich zum Juni.

Deutliche Veränderungen gegenüber 2014

Im Vergleich mit dem Ergebnis der Landtagswahl von 2014 zeigt die Umfrage zum Teil enorme Unterschiede. Am deutlichsten legt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz zu (+11,8 Prozentpunkte). Auch die Grünen, angeführt von Ursula Nonnemacher, erfahren heute einen viel höheren Zuspruch (+5,8 Prozentpunkte). Auch die FDP mit Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz (+3,5 Prozentpunkte) und BVB/Freie Wähler mit Spitzenkandidat Péter Vida (+1,3 Prozentpunkte) können im Vergleich mit der vorigen Landtagswahl zulegen.

Verlieren würden vor allem die Regierungsparteien SPD (-9,9 Prozentpunkte) und die Linke von Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg (-3,6 Prozentpunkte). Laut dem BrandenburgTrend im Auftrag der ARD erhalten sie zusammen aktuell 37 Prozent und verfehlen klar die Mehrheit. Am zweitstärksten würde die von Ingo Senftleben angeführte CDU verlieren (-5 Prozentpunkte).

Dreierbündnis sehr wahrscheinlich

Damit wird die kommende Regierung sehr wahrscheinlich von einem Dreierbündnis gestellt werden. Der Einzug der FDP könnte dabei zum Zünglein an der Waage bei der Regierungsbildung werden. Nach der aktuellen Umfrage würde eine mögliche rot-rot-grüne Regierungskoalition zusammen 49 Prozent der Stimmen erhalten. Reicht es für die Liberalen nicht, wäre das die klare Mehrheit im Landtag. Überspringen sowohl die FDP als auch BVB/Freie Wähler die Fünf-Prozent-Hürde, würde Rot-Rot-Grün sehr wahrscheinlich keine Mehrheit finden.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 19. und 21. August insgesamt 1.002 wahlberechtigte Brandenburger befragt. Die Stichprobe wurde von Infratest Dimap nach dem Prinzip der repräsentiven Zufallsauswahl durchgeführt. Die Ergebnisse können Schwankungen im Bereich von 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten unterlegen sein. Der BrandenburgTrend im Auftrag der ARD ist die letzte offizielle Wahlumfrage vor der Landtagswahl am 1. September.

Sendung: Brandenburg aktuell, 22.08.2019, 19.30 Uhr

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57 Kommentare

  1. 57.

    Die Grünen in Brandenburg tun gut daran sich von dem in Berlin diskutierten Mietpreis Deckel zu distanzieren. Die Grünen stehen für eine ökologische, soziale und marktwirtschaftliche Politik. Dies ist nicht mit zu verwechseln mit einen Kapitalismus in dem das Recht des Stärkeren gilt. In der Marktwirtschaft setzt der Staat klare Regeln und die Preise bilden sich am Markt. So z.B. auch der Preis für Wohnraum. Aufgabe des Staates in der Marktwirtschaft ist es Monopole zu verhindern. In der sozialen Marktwirtschaft werden außerdem soziale Härten vermieden. In der ökologischen Marktwirtschaft werden zusätzlich auch ökologische Belange berücksichtigt wie z.B. eine CO2 Steuer.

  2. 56.

    Und sie meinen tatsächlich ihre rechtsextreme, völkisch-nationale AfD würde daran was ändern? Im Gegenteil, es würden noch mehr Betriebe abwandern.

    Womit kann Brandenburg punkten? Genau, mit Landschaft. Tourismus, überall in BB setzt man auf Tourismus. Eine rechtsextreme, völkisch-nationale "Partei" ist dafür der Todesstoß. Soviel Nazis und Rechtsextreme können Besucher aus aller Welt nicht aufwiegen.

    Schon heute muß ich Besuchern aus Übersee davon abraten bestimmte NoGo-Areas zu besuchen, Besucher mit der "falschen" Hautfarbe leben dort extrem gefährlich. Ich habe das am eigenen Leib erlebt.

  3. 55.

    Zum Glück ist Brandenburg nicht der (wirtschaftliche) Nabel der Welt. Insofern ist der Wahlausgang für Deutschland ja eher unwichtig. Aber die aufgeheizte Stimmung in Dunkeldeutschland erschreckt einen schon.

  4. 54.

    Das ist in der Tat traurig.
    Jedoch ist ein zweistelliger Wert für die Ex-SED auch bedenklich.

  5. 53.

    So viel Zuspruch für Rechtsradikale? Armes Brandenburg.

  6. 52.

    "Überspringen sowohl die FDP als auch BVB/Freie Wähler die Fünf-Prozent-Hürde, würde Rot-Rot-Grün sehr wahrscheinlich keine Mehrheit finden."
    Na dann drücken wir mal den beiden Parteien die Daumen das sie es schaffen die 5% Hürde zu überspringen.
    Vielleicht wäre dann ja auch CDU/SPD/FDP oder BVB eine Option.

  7. 51.

    Recht so.... Freue mich über jeden Kommentar dieser Art.
    Das Übel sind die Städte... heute schon zu Ghettos mutiert.
    Als Ex-Geburtswestberliner bin ich da kompetent in der Meinung.
    Wer nicht erkennt, dass Großstädte nicht unbedingt das Optimum
    des Lebensraumes sind, sollte den Hype auf Ressourcen - und Energie verschlingende
    Ansammlungen von inzwischen dekadenten und arroganten Stadtbewohnern neu überdenken. Manchmal denke ich, die Mauer muss wieder her bei solchem Unsinn der hier getextet wird. Ich bleib diesmal auf der anderen Seite... ist lebenswerter.

  8. 50.

    "entvölkerte Landstriche" in jedem letzten Winkel, in jedem Wald, an jedem Fluss, an jeder Strasse kommt alle paar Kilometer irgendein bewohntes Kaff. Die Leute ziehen wieder vermehrt nach Brandenburg. Das würde ich nicht als entvölkert bewerten. Gehen Sie mal in die Sibirische Weite da sehen Sie "entvölkerte Landstriche".

  9. 49.

    Man sieht, Sie haben begriffen. Rund 30 Jahre
    SPD und fast 10 Jahre mit der Rechtsnachfolge der Mauerschützenpartei SED, die Linke, haben Brandenburg abgewirtschaftet. Arbeitslose, entvölkerte Landstriche, im Bildungsmonitor der Vorletzte, Brandenburg, das Armenhaus Deutschlands, u.s.w.

  10. 48.

    Also nach Ihrer Auslese sollen es dann CDU, FDP und AfD gemeinsam richten. Diese drei Parteien bewahren uns vor dem Schreckgespenst RRG, ja? Vermutlich ganz ohne völkisch-nationalistische Anwandlungen wird dann die Demokratie bewahrt....Puh, noch mal Glück gehabt, gar nicht auszudenken, die Grünen würden Fleisch verbieten und bei der Energiewende Nägel mit Köpfen machen!

  11. 47.

    Letztlich müssen die demokratischen Parteien RR und R2G in Brandenburg verhindern. Das Nichtwähler-Potenzial muss aktiviert werden und für die eigenen Ideen interessiert werden. Eine Woche ist noch Zeit.
    Verhindert muss werden, dass sich die Wahlverlierer, wie in Bremen, etablieren und die Geschicke Brandenburgs führen.
    Berlin sollte da als warnendes Beispiel dienen.

  12. 46.

    Gibt es Erklärungen von Medienseite, wie es zu den jetzigen Verschiebungen kommt? War die Fernsehrunde doch nicht so ausgewogen oder trafen die Grünen Standpunkte nicht die Wählerinteressen?

  13. 45.

    Nun, dafür können Sie eine Zeitschrift nicht von einer Zeitung unterscheiden. Ist alles aber hier auch nicht wirklich wichtig für das Thema.

    Zum Thema. Ich bin gespannt, wie lange die Regierungsbildung dauern wird, es darf längstens drei Monate dauern. Sonst wird gleich wieder neu gewählt.

  14. 44.

    Die DDR ist zum Glück schon lange vorbei und Schnee von gestern!
    Aber wenn man den Bildungsmonitor 2019 sieht können einem die Kinder in RR-G geführten Ländern einfach nur Leid tun:
    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/08/bildungsmonitor-2019-schlusslichter-berlin-brandenburg-azubimangel-abbrecherquote.html

  15. 43.

    "da war die ddr der Bundesrepublik weit voraus,was Bildung betrifft"

    Ja, das sieht man ihrer Schreibweise und an den Wahlerfolgen der rechtsextremen AfD wie es um die Bildung der DDR bestellt war.

    YMMD

  16. 42.

    Aha. Der Focus, die BILD Zeitung für den gehobenen Mittelstand. Können noch nicht einmal Nutzhanf von "Gras" unterscheiden.

  17. 38.

    Es stellen sich in Brandenburg elf Parteien zur Wahl . Ich hoffe die Bürger machen von dem Angebot gebrauch und verhindern so RRG.

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