01.09.2019, Brandenburg, Potsdam: Der beleuchtete Landtag von Brandenburg am Abend nach der Landtagswahl (Quelle: dpa / Patrick Pleul).
Video: rbb24 | 03.09.2019 | 13 Uhr | Bild: dpa / Patrick Pleul

Mandate in Brandenburg - Diese 88 Abgeordneten haben es in den Landtag geschafft

44 Direktmandate und 44 weitere Abgeordnete, die über die Landeslisten ihrer Parteien gewählt wurden: Nun steht fest, wer die Brandenburgerinnen und Brandenburger in den kommenden fünf Jahren im Parlament vertreten soll.

SPD

Die SPD hat 25 Direktmandate geholt - genau soviele Sitze stehen den Sozialdemokraten nach dem Wahlergebnis vom Sonntag auch zu, niemand wird über die insgesamt 72 Kandidatinnen und Kandidaten fassende Liste ins Parlament kommen. Damit haben auch prominente Namen wie die Landtagspräsidentin Britta Stark, Klara Geywitz, die Bewerberin um den SPD-Bundesvorsitz, und die Kulturministerin Martina Münch den Einzug in den Landtag nicht geschafft.

Direktmandate:

Die Sitzverteilung im Brandenburger Landtag nach der Landtagswahl am 01.09.19 (Quelle: Tagesschau / infratest dimap).
| Bild: Tagesschau / infratest dimap

AfD

Der AfD stehen laut Wahlergebnis 23 Sitze im Landtag zu. 15 Abgeordnete kommen per Direktmandat ins Parlament, acht weitere über die Landesliste - darunter der Vorsitzende Andreas Kalbitz, der das Mandat in seinem Wahlkreis nicht für sich entscheiden konnte. Es wird ein Umbruch: Nur vier der 23 Parlamentarier haben der AfD-Fraktion bereits in der vergangenen Legislaturperiode angehört.
 
Direktmandate:
 

Liste:

  • Andreas Kalbitz
  • Daniel Freiherr von Lützow
  • Birgit Bessin
  • Steffen Kubitzki
  • Lars Hünich
  • Lena Duggen
  • Andreas Galau
  • Dennis Hohloch

CDU

Die CDU kommt nach ihren deutlichen Verlusten noch auf 15 Sitze im Parlament. Der Spitzenkandidat Ingo Senftleben konnte sein Direktmandat knapp verteidigen, Barbara Richstein holte das einzige andere für die CDU im gesamten Bundesland.

Direktmandate:

Liste:

  • Kristy Augustin
  • Steeven Bretz
  • Frank Bommert
  • Gordon Hoffmann
  • André Schaller
  • Julian Brüning
  • Saskia Ludwig
  • Jan Redmann
  • Rainer Genilke
  • Michael Schierack
  • Roswitha Schier
  • Danny Eichelbaum
  • Björn Lakenmacher

Grüne

Bündnis 90 / Die Grünen werden zehn Abgeordnete im Landtag stellen. Zum ersten Mal holte die Partei ein Direktmandat in Brandenburg. Marie Schäffer gewann im Wahlkreis Potsdam I überraschend gegen Klara Geywitz von der SPD. Die Spitzenkandidatin Ursula Nonnemacher und der Spitzenkandidat Benjamin Raschke rücken über die Landesliste in den Landtag.
 
Direktmandat:
  • Marie Schäffer (Direktmandat im Wahlkreis Potsdam I)

Liste:

  • Ursula Nonnemacher
  • Benjamin Raschke
  • Sahra Damus
  • Axel Vogel
  • Petra Budke
  • Clemens Rostock
  • Heiner Klemp
  • Isabell Hiekel
  • Thomas von Gizycki

Linke

Die Linke musste prozentual die höchsten Verluste akzeptieren - um 7,9 Prozentpunkte ging ihr Stimmenanteil zurück. Das reicht für zehn Sitze, ebensoviele wie die Grünen. Bei der Wahl 2014 hatten die Linken noch drei Direktmandate geholt, diesmal kein einziges. Deshalb werden alle zehn Abgeordneten über die Landesliste ins Parlament kommen. Der bisherige Justizminister Stefan Ludwig wird durch seinen Listenplatz 14 aller Voraussicht nach aus dem Landtag ausscheiden.

Liste:

  • Kathrin Dannenberg
  • Sebastian Walter
  • Bettina Fortunato
  • Christian Görke
  • Andrea Johlige
  • Thomas Domres
  • Isabelle Vandre
  • Ronny Kretschmer
  • Marlen Block
  • Andreas Büttner
Wahlergebnis der Landtagswahl in Brandenburg 2019Wahlergebnis der Landtagswahl in Brandenburg 2019

BVB / Freie Wähler

Die BVB / Freie Wähler hatten am Sonntag großen Grund zu jubeln: Ihr Spitzenkandidat Péter Vida holte im Wahlkreis Barnim II das Direktmandat, genau fünf Prozent der Wählerstimmen sicherten der Partei den Einzug in Fraktionsstärke in den Landtag. Das hatten die Freien Wähler vorher noch nie geschafft. Zwei Kandidatinnen und zwei Kandidaten rücken gemeinsam mit Vida über die Landesliste ins Parlament.
 
Direktmandat:

Liste:

  • Ilona Nicklisch
  • Matthias Stefke
  • Christine Wernicke
  • Philip Zeschmann

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10 Kommentare

  1. 10.

    Sehr gutes Ergebnis für AfD! Zu den weinenden Gesichtern kann ich nur sagen, lasst sie erstmal arbeiten, dann entscheidet, was gut oder schlecht ist.
    Alles andere wäre Kindergartenmist und ihr seit doch mit Sicherheit Erwachsene Menschen

  2. 9.

    Die Mehrheit der Brandenburger*innen hat Rot-Rot-Grün gewählt, insofern hat eine solidarische, ökologische und weltoffene Politik einen starken Rückhalt in Brandenburg.

    Was die Demokratie-Verachter von der AfD angeht: Ein Blick ins Grundgesetz (Schutz der Menschenwürde und Verfassungsrang der Menschenrechte), ins Parlament (Geschrei und Verhöhung durch die AfD) oder in eine Pressekonferenz (die AfD ist die einzige Partei, die regelmäßig Journalisten ausschließt, dabei gehört Pressefreiheit zu den Grundpfeilern einer Demokratie) öffnet einem die Augen. Was Dublin II angeht - jeder Dublinstaat hat jederzeit das Recht, ein Asylverfahren zu übernehmen - Solidarität ist Teil des gemeinsamen europäischen Asylsystems und ohne würde es auch nicht funktionieren.

  3. 8.

    Schickes Foto, aber wem gehört der Buddelkasten links oben?

  4. 7.

    Die meisten der Grünen Elite, die uns jetzt sagen wollen was wir zu tun und zu lassen haben kommen aus den alten Bundesländern. Weshalb sind sie nicht dort geblieben wenn
    Sie so gute Ideen haben??? Hatten wir alles schon mal. Ich brauche deren Kluges Gerede wie wir es machen sollen ganz sicher nicht. Wieder laufen wir irgendwelchen klugen Köpfen hinterher.

  5. 6.

    Peter, immer die gleichen hohlen Phrasen dreschen wird nicht helfen Volkes Wille zu verhindern. Immer mehr Menschen erkennnen die Schieflage in diesem Land. Und wenn man auf den Dreck hinweist, kommt die Phrasenkeule. Nee is nicht mehr. Da könnt ihr schreien wie ihr wollt. Jetzt kommt RRG an die Macht und wenn nicht geliefert wird, und davon kann man bei der Koalition ausgehen, dann wird es noch blauer. Erst seitdem es die AFD gibt, wird politisch wieder diskutiert und diesem offensichtlichen Klüngellobbyismus die Stirn geboten. Weiterschlafen in Berlin.

  6. 5.

    Ich weiß nicht, welche "Menschen- und Grundrechte" Sie meinen. Die AfD fordert die Beachtung des Grundgesetzes, etwa den Artikel 16 a. Und die Rückkehr zur Beachtung von geltendem EU Recht. (Dublin II)

  7. 4.

    Es ist nicht bemerkenswert sondern vielmehr traurig, wenn Rechtsextreme, die die Einschränkung von Menschen- und Grundrechten fordern, in Parlamente gewählt werden.

  8. 3.

    Bemerkenswert, Dr.. Hans-Christoph Berndt (Dahme-Spreewald III), Sprecher von "Zukunft Heimat", trotz medialem Sperrfeuer von interessierter Seite, Wahlsieger mit 28.9 %.

  9. 1.

    Funfact am Rande: Grundsätzlich ist es ja so, daß man Brandenburger nicht nur durch Geburt, sondern auch durch Bekenntnis werden kann. Daher dürfte nachfolgende Auflistung für den Großteil der Brandenburger wenig Bedeutung besitzen. Dennoch hier mal der Zuwandereranteil in den einzelnen Fraktionen, also der Anteil derer die nicht in Brandenburg geboren wurden:

    SPD - 36,00%
    AfD - 43,48% (Oha!)
    CDU - 20%
    Grüne - 60%
    Linke - 50%
    BVB/FW - 60%

    Insgesamt ergibt das für den Brandenburger Landtag eine Zuwandererquote von 40,91%.
    Brandenburger: 52 --> 59,09%
    Berliner: 10 --> 11,36%
    Sachsen: 5 --> 5,68%
    Hessen: 4 --> 4,55%
    Sachsen-Anhaltiner: 4 --> 4,55%
    Niedersachsen: 3 --> 3,41%
    Bayern: 3 --> 3,41%
    NRWler: 2 --> 2,27%
    McPommer: 1 --> 1,14%
    BaWü-ler: 1 --> 1,14%
    Rhl.-Pfälzer: 1 --> 1,14%
    Thüringer: 1 --> 1,14%
    Schlesw.-Holst.-er :1 --> 1,14%

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