Hans-Peter Goetz (Quelle: dpa)
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Video: Brandenburg Aktuell | 13.07.19 | Markus Woller | Bild: dpa

Die Spitzenkandidaten | Hans-Peter Goetz (FDP) - Mit Macher-Mentalität zurück in den Landtag

Nur 1,5 Prozent der Wählerstimmen - das bedeutete 2014 für die FDP das Ausscheiden aus dem Brandenburger Landtag. Nun wollen die Liberalen den Wiedereinzug schaffen, mit einem alten Bekannten an der Spitze: Hans-Peter Goetz. Von Markus Woller

"Ohne mich wäre der Landtag ohne die FDP. Und dass das nicht gut ist, haben wir in den letzten fünf Jahren gesehen", sagt Hans-Peter Goetz, Spitzenkandidat der Brandenburger FDP für die Landtagswahl am 1. September. Dass der 58-jährige Teltower als Spitzenkandidat selbst Wahlplakate aufhängen muss, sieht er gelassen: "Die FDP ist immer noch eine relativ kleine Partei, da muss wirklich jeder ran. Und es gibt auch ganz direkt Kontakt zu den Leuten."

Goetz ist in seiner Heimatstadt als Rechtsanwalt tätig. Nebenbei ist er Stadtverordneter und Kreistagsmitglied. In seiner Freizeit findet man in oft am Sportplatz des Ruhlsdorfer Fußballvereins, mindestens jedes zweite Wochenende schaut Goetz dort vorbei, seit mehr als 15 Jahren.

Ohne Goetz gings für die FDP bergab

Dass er als Spitzenkandidat von der Laterne herunterschaut ist für Goetz nicht das erste Mal. Schon 2009 führte er die FDP nach 15 Jahren wieder in den Brandenburger Landtag. Als Fraktionschef agierte er anschließend aber glücklos - und wurde von den eigenen Leuten geschasst.

Nach seinem Rücktritt im Juli 2010 ging es allerdings auch für die Partei bergab. Tiefpunkt: Die unglückliche "Keine-Sau-braucht-die-FDP-Kampagne" zur Landtagswahl 2014 und katastrophale 1,5 Prozent.

Mehr Digitalisierung und Entlastungen für Unternehmen

Nun ist Goetz wieder da, mit einem klaren Profil für seine Partei: der Forderung nach Digitalisierung zum Beispiel in der Verwaltung, Entlastungen für Unternehmen sowie nach mehr Lehrern. "Wir machen das - Chancenland Brandenburg" lautet der Slogan der FDP für die Landtagswahl, der die neue Macher-Mentalität der Liberalen unterstreicht.

Parteiintern soll es zudem jetzt ruhiger zugehen. "Die Partei ist geschlossen, das sieht man auch im Wahlkampf. Wir treten landesweit einheitlich auf, optisch wie inhaltlich. Das sind beste Voraussetzungen, um den Wiedereinzug zu schaffen", ist Goetz überzeugt.

Das Kandidaten-Quiz

Kategorie Partei – Schwierigkeitsstufe hoch:

Was wird aus der FDP, wenn sie wieder nicht in den Landtag einzieht?

Goetz: "Die Frage stellt sich überhaupt nicht, weil das Szenario nicht eintreten wird. Wir haben jüngste Umfragewerte, wo wir von fünf auf sechs Prozent angestiegen sind, das heißt, die Tendenz geht nach oben, den richtigen Weg. Und damit ist das Ziel auch klar, dass wir am 1. September mit acht Prozent einziehen wollen."

Kategorie Programm – Schwierigkeitsstufen mittel:

Sie haben mit viel Engagement gegen die Kreisgebietsreform gekämpft. Eine Reform ist dennoch dringend nötig, wie soll das ohne einen gewissen Zwang funktionieren?

Goetz: "Vor der Reform von irgendwelchen Strukturen, vor irgendwelchen Verschiebungen von Kreisgrenzen und Zusammenschlüssen muss eine Verwaltungsreform kommen. Dann kann man darüber nachdenken, was sich möglicherweise an Notwendigkeiten ergibt, auch Kreisgrenzen neu zu schneiden. Aber das dann bitte freiwillig, da kann man Anreize geben, es gibt ein breites System von Möglichkeiten, die bereits heute bestehen. Wenn man das aufoktruiert, ist das der falsche Weg, man bringt die Leute nur gegen sich auf und gegen die Leute ist keine Reform zu machen."

Kategorie Person – Schwierigkeitsstufe leicht:

Was wird aus ihrer Kanzlei, wenn Sie in den Landtag einziehen?

Goetz: "Das werden wir sehen. Man kann Kollegen einstellen, auch das geht ja. Also, die Kanzlei, um die Mandate muss sich keiner Sorgen machen, dass das etwas nicht bearbeitet wird. Trotzdem hat der Landtag dann natürlich Priorität."

Dieses Porträt über den FDP-Spitzenkandidaten Hans-Peter Goetz ist das vierte einer Reihe, in der wir Ihnen die Spitzenkandidaten jener Parteien vorstellen, die gute Chancen haben, nach der Wahl am 1. September 2019 im neuen Landtag vertreten zu sein. Bereits vorgestellt wurden: Péter Vida von der BVB/Freie Wähler, Ingo Senftleben von der CDU, Ursula Nonnemacher von Bündnis 90/Die Grünen.

Als nächstes folgt: Sebastian Walter, Die Linke

Sendung: Brandenburg Aktuell, 13.07.2019, 19:30 Uhr

Beitrag von Markus Woller

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4 Kommentare

  1. 2.

    Liebes rbb24 Team ich glaube ihnen ist im Text ein Fehler unterlaufen:
    "Hans-Peter Goetz, Spitzenkandidat der Brandenburger SPD"
    Zum Thema: ich glaube nicht dass die FDP im Landtag benötigt wird. Ich denke mal sie scheitert an der 5% Hürde!

  2. 1.

    Was für ein "klares Profil" sieht der RBB Journalist? Mit einem Kandidaten, der die FDP unter zwei Prozent brachte? "Digitalisierung" und "Entlastung von Unternehmen" hört sich so an, als wenn sonst nichts mehr einfällt.

    Dazu kommt der bundesweit als Einmannppartei wahrgenommene Lindner-Club als Ankündigungsweltmeister. Einen Merkel-Untersuchungsausschuss wollte er organisieren, mal sehen, ob es wenigstens mit dem angekündigten Untersuchungsausschuss zur Berateraffäre gegen v.d.Leyen es was wird, den die FDP auch nach ihrer Zeit im Verteidigungsministerium anstrengen will.

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