Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, spricht am 08.07.2019 auf einer Veranstaltung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
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Video: Brandenburg Aktuell | 14.07.2019 | Stephanie Teistler | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Die Spitzenkandidaten | Dietmar Woidke (SPD) - Der Landeschef will es nochmal wissen

Am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt. Regierungschef Dietmar Woidke will im Amt bleiben und tritt wieder für die SPD an. Woidke zählt in Brandenburg zu den beliebtesten Landespolitikern, wovon auch die SPD profitieren will. Von Stephanie Teistler

"Ohne mich wäre der Landtag in Fragen der zukünftigen Energieversorgung und der Entwicklung von Regionen nicht mehr so kompetent", sagt Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg und Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl am 1. September.

Er ist der bekannteste aktive Landespolitiker Brandenburgs, was wohl seiner Position geschuldet ist. Der 57-Jährige ist laut einer Infratest-Umfrage vom Juni 2019 auch der beliebteste Landespolitiker. "Dass die Menschen dieses Vertrauen in mich zu großen Teilen setzen, ist für mich eine große Ehre", so Woidke. "Es ist aber auch eine große Verpflichtung und die Erwartungen sind nach wie vor groß."

Die Erwartungen an ihn sind vor allem bei den Parteigenossen groß. Von daher würde die Brandenburger SPD gern von den Woidke-Werten profitieren: Laut derselben Umfrage kommt die Partei nämlich nur noch auf 18 Prozent der Stimmen. Deshalb versucht Woidke jetzt, beide Umfrageergebnisse in Einklang zu bringen, indem er sich im Wahlkampf mit allen Kandidierenden zeigt.

"Immer wieder wird über den Parkplatz diskutiert"

Allerdings hat Woidke mit seiner Art, politische Entscheidungen zu kommunizieren, in dieser Legislatur mehr als einmal Kritik eingefahren. So überrumpelte er mit dem geplanten Umzug des Wissenschaftsministeriums nach Cottbus dessen Mitarbeiter. Die Kreisgebietsreform sagte Woidke auf einem Prignitzer Parkplatz ab.

"In dem Moment standen aber etwa 30 oder 40 Journalisten vor der Tür, die Antworten wollten", entgegnet Woidke. "Am Ende geht es darum, was ist transportiert worden. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es eine richtige Entscheidung war."

Kohleausstieg, Infrastruktur, ländlicher Raum: Die Liste der Baustellen ist in Woidkes Regierungszeit nicht kleiner geworden. Mit geschmolzener Mehrheit und der AfD in Umfragen gleichauf, appelliert er deshalb staatstragend an den Zusammenhalt in Brandenburg: "Dass dieses Land nicht dominiert wird von Spaltern und Hetzern, sondern dass die Menschen in diesem Land zusammenstehen und wo die Menschen auch wissen, dass die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, nur gemeinsam zu lösen sind."

Das Kandidaten-Quiz

Kategorie Partei - Schwierigkeitsstufe schwierig:

Wer trägt die größere Schuld am Absturz der SPD in Brandenburg? Die Bundes- oder die Landespartei?

"Ich bin jemand, der dafür ist, zunächst eigene Fehler zu analysieren. Wir haben auf Landesebene sicherlich auch nicht alles richtig gemacht in den letzten Jahren. Allerdings ist auch die Situation auf Bundesebene bekanntermaßen eine äußerst schwierige."

Kategorie Programm - Schwierigkeisstufe leicht:

Was ist Ihr Herzensprojekt für die kommenden fünf Jahre?

"Mein Herzensprojekt ist der Umbau der Brandenburger Wirtschaft, die zunehmend klimaneutraler ist. Wir haben dafür im Land beste Voraussetzungen."

Kategorie Person - Schwierigkeitsstufe mittel:

Die Brandenburger SPD hat den Kohleausstieg - wenn möglich - vor 2038 beschlossen. Wie schwer fällt es Ihnen, das gegen Ihre Überzeugung zu verkaufen?

"Es ist ein Parteitagsbeschluss, das ist mir wohl bewusst. Aber wenn ich danach gefragt werde, habe ich natürlich meine persönliche Meinung. Dazu werde ich auch weiter stehen, weil die Rahmenbedingungen passen müssen."

Dieses Porträt über den SPD-Spitzenkandidaten und amtierenden Ministerpräsidenten Dietmar Woidke ist das siebte einer Reihe, in der wir Ihnen die Spitzenkandidaten jener Parteien vorstellen, die gute Chancen haben, nach der Wahl am 1. September 2019 im neuen Landtag vertreten zu sein. Bereits vorgestellt wurden: Péter Vida von der BVB/Freie Wähler, Ingo Senftleben von der CDU, Ursula Nonnemacher von den Grünen, Hans-Peter Goetz von der FDP, Sebastian Walter von der Linken, Andreas Kalbitz von der AfD.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 14.07.2019, 19:30 Uhr

Beitrag von Stephanie Teistler

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13 Kommentare

  1. 13.

    Ich verstehe nicht, wie die Umfrage darauf kommt, dass gerade Woidke der beliebteste Politiker Brandenburgs sein soll. Alle Freunde und Nachbarn, mit denen ich spreche, sind ganz anderer Meinung! Er ist vielleicht der einzige, den überhaupt jemand kennt, denn all die anderen sind Meister in Unsichtbarkeit... Er hat jedenfalls eine miese Bilanz und strahlt weder Tatkraft noch Vertrauen aus - die Brandenburger zu begeistern ist zugegeben sehr schwer, doch sicherlich möglich, wenn man eine vernünftige Vision hätte. Davon ist dieser Mann weit entfernt! Und noch eine Frage: Wieso gibt die CEP ausgerechnet in seinem Wohnort/Wahlkreis die Aufsuchungserlaubnis für Erdöl und Erdgas zurück? Hat das politische Gründe?

  2. 11.

    Ich glaube das Machtbesessenheit das Hirn vernebelt. Herr Woidke hat all die Pannen der vergangenen Jahre ausgeblendet und meint nun, anlässlich der bevorstehenden Wahlen eine tolle Politik für Brandenburg gemacht zu haben. Er will da offensichtlich auch nicht viel ändern, denn Frau Schneider und Frau Münch wollen wohl auch wieder mitmischen. Zwei Personen die neben einigen anderen, absolut unfähig sind.

  3. 10.

    Die Nummer ist ja kabarettreif. Wenn ich weiß, daß ich gegen eine Wand laufe, mache ich mich doch nicht zum Obst, sondern verlangsame die Schritte.

  4. 7.

    Nicht nur die Kohlekumpel aus der Lausitz ist Woidke los. Auch viele SPD Wähler. Denn Woidke hat alle Irrungen und Wirrungen der Bundespartei mitgemacht. Insbesondere bei der Migrationspolitik von Merkel.

  5. 6.

    ...verstehe ich das richtig? Er sagt von sich, er sei kompetent? Warum, um alles in der Welt, zeigt er 's dann nicht?

  6. 5.

    Der Herr Woidke ist zur Zeit leider das Beste, was auf dem Markt ist. Man sollte nicht den grottenschlechten Ruf der Bundes-SPD, der auch brechtigt ist, auf die Landespolitik setzen. Die AFD ist gar keine Alternative, nur weil sie gegen alles etwas zu meckern hat (teilweise auch berechtigt).

  7. 4.

    Eine Katastophe wäre eine ekelhAfDe Partei die ständig braune Linien überschreitet.
    Wenn Woidke Eier in der Hose hat tut er es seinem Kollegen in Bremen gleich.

  8. 3.

    Die Kohlekumpel ist er los.

  9. 2.

    Leider hat Herr Woidke nicht begriffen, dass seine Zeit vorbei ist. Die Brandenburger wollen keine Rot-Rote Experimente mehr.
    Da kann man nur hoffen, dass Herr Woidke mehr Charakter hat, als sein Bremer Parteigenosse, der trotz Wahlniederlage, sich zum Zwecke des Machterhalt den Grünen und SED-Linken anbiederte.

  10. 1.

    Das wäre eine Katastrophe für das Land Brandenburg.

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