Rathaus von Zossen (Quelle: imago images/Sascha Steinach)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.08.2019 | Michel Nowak | Bild: imago images/Sascha Steinach

Bürgermeisterwahl in Zossen - Wahlkampf mit harten Bandagen

Seit 16 Jahren ist Michaela Schreiber Bürgermeisterin in Zossen - und will es auch bleiben. Doch bei der Wahl am 1. September sieht sie sich einem breiten Parteienbündnis gegenüber. Das will Wiebke Schwarzweller in den Chef-Sessel hieven. Von Michel Nowak

Auf den ersten Blick ist Zossen eine etwas verschlafen-gemütliche Stadt. Wer sich hier aber mit Kommunalpolitik beschäftigt, bekommt schnell einen anderen Eindruck.

Rund 20.000 Menschen leben in Zossen und seinen Ortsteilen, zu denen unter anderem auch Wünsdorf, Kallinchen und Dabendorf zählen. Die Zahl der Einwohner nimmt stetig zu.

Michaela Schreiber (PLAN B), Bürgermeisterin in Zossen und Kandidatin für die Bürgermeisterwahl (Bild: rbb)
Michaela Schreiber ist amtierende Bürgermeisterin von Zossen | Bild: rbb

Der Haushalt ist nach Aussage der Bürgermeisterin ausgeglichen. Michaela Schreiber ("Wählergruppe Plan B") strebt ihre dritte Amtszeit an. Die amtierende Rathaus-Chefin hat auch nur eine Gegenkandidatin: Wiebke Schwarzweller (FDP) will die Amtsinhaberin unbedingt ablösen. Die gebürtige Würzburgerin wird dabei von einer breiten Parteien-Allianz von den Grünen bis zur CDU unterstützt.

Herausforderin setzt auf bürgerfreundliche Verwaltung

Der Wahlkampf in Zossen - übrigens der einzige Ort in Brandenburg, in dem sich zwei Frauen um das Bürgermeister-Amt bewerben - wird mit harten Bandagen geführt. Beide Lager fühlen sich teils persönlich durch die andere Seite diffamiert. Und beide geben sich selbstbewusst, dass die Mehrheit der Einwohner hinter ihnen steht.

Wiebke Schwarzweller (FDP), Bürgermeisterkandidatin in Zossen (Bild: rbb)
Die Herausforderin: Wiebke Schwarzweller will Bürgermeisterin von Zossen werden | Bild: rbb

Herausforderin Wiebke Schwarzweller will vor allem mehr Transparenz in allen Bereichen der Verwaltung durchsetzen. "Ich habe in den vergangenen Jahren in Zossen festgestellt, dass der demokratische Grundgedanke leidet", sagt die 40-Jährige, "und ich möchte eine stärkere Bürgerbeteiligung im Rathaus haben."

Ein Jugendparlament, Bürgerforen, einen Ältestenrat und einen Bürgerhaushalt will sie im Fall ihrer Wahl einführen. Alles Dinge, für die sich die amtierende Rathaus-Chefin wenig bis gar nicht interessiere. Wichtig sei ihr auch eine ausreichende Zahl von Kita-Plätzen: "Es gibt viele Familien, die aktuell noch keinen Kita-Platz haben." Deren Anträge seien nicht bearbeitet worden, aus dem Rathaus gebe es keine Antworten. "Für diese Familien ist das mittlerweile existenzbedrohend", sagt Schwarzweller.

Amtsinhaberin verweist auf die Erfolge

Die amtierende Rathaus-Chefin verweist hingegen auf viele Erfolge in den vergangenen 16 Jahren ihrer Amtszeit. Langfristige wie den steten Zuzug und aktuelle wie den gerade begonnenen Neubau der Gesamtschule Dabendorf. "Wir haben ein angenehmes Lebensgefühl in unserer Stadt", sagt Michaela Schreiber. "Wir entwickeln uns auf alle Fälle sehr gut. Ich versuche diese Entwicklung sozusagen immer schon vorherzunehmen." Das bedeute etwa, dass alle Zuzügler in diesem Jahr einen Kitaplatz bekommen hätten, so die Bürgermeisterin. "Anders als in anderen Kommunen haben wir alle bedienen können." Damit steht zwischen den Kandidatinnen in der Frage um die Kita-Kapazitäten Aussage gegen Aussage.

Michaela Schreiber sieht in jedem Fall noch viele Aufgabenfelder für sich in Zossen. Langweilig werde ihr der Bürgermeisterberuf ganz sicher nicht. "Diese Stadt ist meine Heimat und mir ist es extrem wichtig, daran mitzuwirken, dass es meiner Stadt gut geht", so die 48-Jährige.

Amtsinhaberin polarisiert die Stadt

Trotz der sichtbaren Entwicklung in der Stadt und dem Umland: Das politische Klima in Zossen gilt als aufgeheizt. Daran soll die amtierende Rathaus-Chefin ihren Anteil haben. Ihre Kritiker beschreiben sie als eigenwillig und autoritär. Zu ihnen zählt Jörg Wanke vom Verein "Zossen zeigt Gesicht."

Beispielweise in der Stadtverordnetenversammlung gebe es eine mindestens schwierige Atmosphäre. "Sachliche Debatten sind in Zossen in den vergangenen 16 Jahren nicht geführt worden", so Jörg Wanke. "Wir hatten einen unmögliche Streitkultur und ich hoffe, dass sich das nach der nächsten Wahl mit einer neuen Bürgermeisterin ändert."

Ein Auto bedruckt mit dem Foto der Zossener Bürgermeister-Kandidation Wiebke Schwarzweller (Quelle: rbb/Nowak)
Überall präsent im Zossener Stadtbild: Das Gesicht der Herausforderin Wiebke Schwarzweller (FDP) | Bild: rbb/Michel Nowak

FDP-Kandidatin Wiebke Schwarzweller - übrigens auf signifikant vielen Plakaten im Stadtbild präsent - wirbt für sich als eine Art Gegenentwurf zur bisherigen Rathaus-Chefin. "Ich bin diejenige, die Brücken baut und keine Zäune errichtet oder mit einer Brechstange Politik betreibt", sagt sie. Stellenweise würden aktuell sogar Leute in Zossen eingeschüchtert.

Amtsinhaberin Michaela Schreiber verwahrt sich gegen solche Angriffe auf ihren Stil entschieden: "Was kritisiert wird, ist mein Politikstil. In meinem Politikstil bin ich auch hart und teile auch aus. Aber das gehört für mich beim Politikstil dazu", sagt sie. Etwas anderes sei ihr Führungsstil. "Mit Bürgern oder Mitarbeitern gehe ich völlig anders um."

Ausgang der Wahl gilt als völlig offen

Die bereits zwei Mal wiedergewählte Bürgermeisterin kann sich in der Stadt auch auf eine solide Unterstützerbasis verlassen. Einwohner Detlef Reitenbach etwa will mit seiner ganzen Familie Michaela Schreiber wählen: "Sie kümmert sich um alles - von der Schule über Kindergärten bis zu Dorffesten - und es klappt alles", sagt er. "Und sie ist immer vor Ort." Bei den Kommunalwahlen im Mai wurde Schreibers "Wählergruppe Plan B" mit mehr als 25 Prozent der Stimmen klar als stärkste Kraft ins Stadtparlament gewählt.

Ob es tatsächlich eine Wechselstimmung zugunsten der FDP-Herausforderin gibt, kann im Moment niemand vorhersagen. Zossen steht vor einer spannenden Wahl.

Beitrag von Michel Nowak

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12 Kommentare

  1. 12.

    Die Ex Chefin des Rathauses in Zossen trägt ja wohl derzeit nur noch bis zur Amtsübernahme der neuen Bürgermeisterin ihre Klamotten auf...versucht mit allen Mitteln die neue Bürgermeisterin zu Boykottieren.. Kindergarten ist ein Scheißdreck dagegen. Die sollte sich mal die Frage stellen warum sie abgewählt wurde.Denn die Bürger haben von Ihr einfach die Nase voll. Ihr Verhalten sämlichen Leuten gegenüber zeigte sie sich ständig Stur und versuchte immer ihren Willen mit allen Mitteln durchzusetzen. Gott sei Dank ist diese Frau abgewählt. Herzliche Willkommen Frau Schwarzweller.

  2. 11.

    Es wurde echt Zeit das es endlich ein Ende hat.. Man muss die Stadt Zossen vor Gericht verklagen um zu seinem Recht zu kommen. Unglaublich... da wird von der Stadt Zossen einen Bürger ein enormer Schaden zugefügt. Man stellt einen Antrag auf Schadensersatz und es passiert nichts. Ausreden über Ausreden bis hin zur Klage.
    Es wurde Zeit für einen Wechsel .
    Herzlich Willkommen Frau Schwarzweller

  3. 10.

    Die Selbstdarstellung einer Frau Schreiber ist kaum noch zu überbieten. Sachlichkeit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Fairness, Emphatie... all das ist bei der amtierenden Bürgermeisterin, leider auch bei größter Anstrengung, nicht zu finden. Frau Schreiber spricht von Politik- und Führungsstil - meine persönliche Erfahrung ist, dass das Wort Stil im Zusammenhang mit einer Frau Michaela Schreiber nicht erwähnt werden sollte - Sie hat keinen Stil! Fremdschämen ist angesagt und das beginnt nicht erst beim Inhalt sondern bereits bei der Form des auftretens einer Frau Schreiber. Bürger werden belogen, angeschrien, stehengelassen und für dumm verkauft oder gar nicht erst angehört, Mitarbeiter werden massiv eingeschüchtert, umgehend sanktioniert, wenn sie nicht spuren, gesetzliche Regelungen in puncto Arbeits- und Bereitschaftszeiten gern mal großzügig übergangen, Amtsmißbrauch ist an der Tagesordnung. Es ist Zeit für was Neues! Gehen Sie nach Hause Frau Schreiber, wir brauchen Sie nicht!

  4. 9.

    Ausgrenzung von Kindern in der Stadt Zossen. Unglaublich! Jedes Kind hat laut dem Kita Gesetz des Landes Brandenburg einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung und Förderung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr bis zur Versetzung in die 5. Schulklasse. Nicht so in Zossen!!! Hier wird Kindern, welche in den Einrichtungen als unbequem empfunden werden, weil sie eben Kinder mit besonderen Bedürfnissen der Förderung sind, der Besuch einer Einrichtung der Stadt Zossen durch Kündigung dauerhaft verwehrt. Besser ist es, dem besonderen Förderbedarf dieser Kinder Rechnung zu tragen und sie in das soziale Leben der Einrichtung zu integrieren anstatt sie auszugrenzen. Dieses ist der ethische und pädagogische Auftrag der Sozialen Arbeit! Leider ist das in der einen oder anderen Kita / Hort der Stadt Zossen nicht der Fall. Im Interesse unserer Kinder muss das aufhören!

  5. 8.

    Frau Schreiber und der KMS, da bekomme ich Brechreiz. Die Bürger in Zossen, Dabendorf etc. werden mit Entscheidungen abgespeist. Mitspracherecht gleich null. Öffentlichkeit nicht erwünscht. Ich glaube das nennt man Diktatur. Der Osten lässt Grüßen. Bürger freundlich geht anders. Schreiber brauch ich nicht, bitte wegtreten, weil untragbar für die Stadt.
    Frau Schwarzweller kenne ich nicht persönlich aber alles was man liest und hört ist besser als was wir haben.
    Ältestenrat, Kinderparlament etc. --> klingt nach Demokratie

  6. 7.

    Es ist schon erstaunlich was in Zossen los ist? Einst gründete ich eine Firma in der Waldstadt. Die Förderung war erfolgversprechend. Arbeitsplätze entstanden. Heute ist der Standort für Arbeitsplätze seitens der Bürgermeisterin Schreiber, einen Dreck wert sind. Es sollte der Standort Waldstadt gut ausgebaut werden. Das wird nun leider nichts!
    Anschreiben der Bürgermeisterin scheinen im Papierkorb zu landen. Das Amt ist gesichert wie ein Knast.
    Das Bürgerbüro dient lediglich den Bürogratismus zu steigern. Auch dort scheint der Papierkorb immer voll zu sein.
    Was also soll am bisherigen Führungsstil denn nun gut sein? Nur weil die Konjunktur gut ist gibt es erfolgreichen Zuzug?
    Frau Schreiber hat damit nicht zu Tun. Im Gegenteil. Der größte regelrechte Betrug der Juristen und Amtsinhaber am Bürger, fällt in die Amtszeit von Frau Schreiber. Da muss man nur den KMS als ersten Verein hier benennen. Frau Schreiber schadet meiner Meinung nach den Standort.

  7. 6.

    Immer wenn ich den tollen Mobilfunk-Sendemast auf dem Friedhof in Zossen sehe, stellt sich mir die Frage wie pietätlos ein Mensch sein kann. Aus meiner Sicht ist in Zossen mehr als dringend ein Wechsel im Bürgermeisteramt erforderlich. Frau Schreiber sollte sich Bewusst sein, dass die Gegenkandidatin einen breiten Zuspruch mit Ihrer charmanten, innovativen, erfrischenden und konstruktiven Art beim Bürger hat. Ich wohne jetzt 15 Jahre in Zossen und will bestimmt niemanden der von sich behauptet er will die Werte der Heimat bewahren. Kann ich nur sagen,,Oh mein Gott" ! Da stellen sich mir die Haare zu berge. Die Stadt wird Bunter und das ist gut so. Keiner will stehenbleiben in der Entwicklung und keiner braucht Rassismus und Brandschatzungen bei anders Denkenden. Und keiner braucht Frau Schneider.
    I Love Wiepke!! Bitte wählen!! Es wird Zeit #mitbestimmen. Schluss mit Diktatur!!

  8. 5.

    Ich hab keine Ahnung was Frau Diktat0rin Schreiber noch im Amt will. Bei jeder Wahl an der ich teil nahm, seit ich hier 2003 her zog, lagen anstelle Kugelschreiber Bleistifte aus. Als ich 2018 im Zug zur Arbeit ein Gespräch lauschte in dem jemand von der Briefwahl-zettel Auszählung berichtete, das sich einige derer die auszählten sehr gut verstanden und auch gerne den ein oder anderen Wahlzettel gemeinsam für ungültig erklärten, weil ihnen die angekreuzte Partei nicht zusagte.
    Da kann ich nur sagen "danke Frau Schreiber, 16 Jahre sind vorüber, sie dürfen gehen".
    Die Legislaturperiode von 4 auf 8 Jahre, bei Antritt des Amtes, zu heben, zeugt davon nicht abgewählt werden zu wollen.
    Kurze Recherche ergab, 250€Miete für Büro und Briefkasten in Zossen.
    Auch das angebliche Vorgehen gegen die Briefkastenfirmen, geringste Gewerbe-Steuersatz, von deren Einnahmen die Arbeitslosenquote auf 3% drückt, durch davon finanzierte Maßnahmen für H4rtz-Empfänger, weil denen sonst Sanktionen drohen.

  9. 4.

    Frau Schreiber muss endlich gehen. Sie hat Spaltung und Missgunst in die Stadt gebracht. Seit Ewigkeiten versuche ich eine Antwort aus dem Rathaus zu bekommen. Aber keine Chance. Geht alles nur über den Anwalt. So geht man nicht mit den Einwohnern um!

  10. 3.

    Im Rathaus gilt nur die Meinung von Frau Schreiber. Schreiben von Bürgern werden nicht beantwortet und gelten auf Nachfrage als nicht auffindbar. Es ist ratsam, einer Stadtverordnetenversammlung beizuwohnen. Dort stampft Frau Schreiber auch schon mit den Füßen, um ihren Willen durchzusetzen

  11. 2.

    Frau Schreiber lügt wie gedruckt. Ich kenne mindestens 4 Kinder, die keine Kita- oder Hortplatz haben. Wir selbst warten seit Jahren auf die Verrechnung. Die Feuerwehrleute bekommen ihre Aufwandsentschädigung nicht, die Stadtverordneten auch nicht.
    Es ist Zeit für den Wechsel!

  12. 1.

    Lasst doch bloß mal junge Leute ran! Wieso kleben die Alten so an ihrem Posten? Nach 16 Jahren Amtszeit ist man normalerweise ausgepowert, wo sollen da noch frische, gute Ideen herkommen? Man oh man?!

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