rbb-Wahlarena - Spitzenkandidaten liefern sich Schlagabtausch vor der Berlin-Wahl

Berliner Spitzenkandidaten: (v.l.n.r.) Giffey, Wegner, Lederer, Jarasch, Brinker, Czaja (Quelle: dpa/Collage: rbb24)
Audio: Inforadio | 21.09.2021 | Sylvia Tiegs | Bild: dpa/Collage: rbb24

Fünf Tage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus treffen in der rbb-Wahlarena die sechs Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten erneut aufeinander. Dabei können auch Zuschauer ihre Fragen zu den wichtigen politischen Themen stellen.

Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus diskutieren die sechs Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien im Berliner E-Werk am Dienstagabend (20.15 Uhr live im rbb-Fernsehen, im rbb-Inforadio und im Livestream auf rbb24.de) noch einmal über die Themen, die die Hauptstadt bewegen.

Franziska Giffey (SPD), Bettina Jarasch (Grüne), Kai Wegner (CDU), Klaus Lederer (Linke), Kristin Brinker (AfD) und Sebastian Czaja (FDP) stellen sich in der Live-Sendung den Fragen von Jessy Wellmer und Sascha Hingst. In der anderthalbstündigen Wahlrunde können auch Zuschauer live ihre Fragen stellen.

Wohnen als Kernthema des Wahlkampfes

Steigende Mieten und Wohnungsbau zählten in diesem Jahr zu den Kernthemen des Berliner Wahlkampfes. Den von der rot-rot-grünen Koalition eingeführten Mietendeckel hat das Bundesverfassungsgericht im Frühjahr gekippt. Jetzt im Wahlkampf vor der Abgeordnetenhauswahl preisen die Parteien also umso mehr ihre Ideen an, wie es in der Wohnungspolitik weitergehen soll: Linke und SPD wollen sich auf Bundesebene weiter für eine Begrenzung von Mieten einsetzen. Die Grünen sprechen von einem "Pakt" mit Wohnungsunternehmen, der zu bezahlbaren Mieten führen soll, die CDU von einem "Bündnis" mit der Wohnungswirtschaft, die AfD will mehr Mieter zu Eigentümern machen.

Einig sind sich die meisten Parteien darin, dass Berlin tausende neue Wohnungen braucht. Dazu kommen Pläne, private Immobilienkonzerne zu vergesellschaften, um faire Mieten zu garantieren. Diese Idee treibt vor allem die Initiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen" voran. Denn am selben Tag der Wahl gibt es dazu in Berlin einen Volksentscheid. "Wir haben einen Großteil der Bevölkerung hinter uns", sagte ein Mitglied der Initiative im Interview mit Team Upward des ARD-Mittagsmagazins.

SPD in ARD-Umfrage deutlich vorne - CDU abgerutscht

In der vergangenen Woche lag die Berliner SPD in der Gunst der Berliner Wählerinnen und Wähler laut einer ARD-Umfrage noch unangefochten an der Spitze. In der eigens für Berlin erhobenen Sonntagsfrage im ARD-Deutschlandtrend gewannen die Sozialdemokraten einen Punkt hinzu und lagen bei 24 Prozent. Auch die Grünen legten um einen Punkt auf 18 Prozent zu und schieben sich damit wieder auf den zweiten Platz.

Die stärksten Verluste muss die CDU hinnehmen, sie sackt um drei Punkte auf 16 Prozent ab. Die vom Berliner Kultursenator Klaus Lederer im Wahlkampf angeführte Linke kam auf 15 Prozent, die Berliner AfD schaffte es mit ihrer Spitzenkandidatin Kristin Brinker in der Umfrage auf 10 Prozent. Die Berliner FDP mit dem Spitzenkandidaten Sebastian Czaja kam auf 7 Prozent.

TeamUpward konfrontiert Kandidaten mit Themen der Stadt

Für ein Youtube-Format des rbb ist Reporterin Susann Reichenbach einige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in die Kieze der Hauptstadt gegangen und hat dort Berlinerinnen und Berliner getroffen, um über Fragen zu sprechen, die für Diskussionsstoff sorgen:

Wie können wir den Auto- und Radverkehr auf den Straßen besser organisieren?
Wie schafft Berlin mehr Gerechtigkeit in der Bildung?
Was kann die Hauptstadt für den Klimaschutz tun?
Und selbstverständlich: Wie bleibt Wohnen bezahlbar?

Das Team Upward hat in der Reportage-Serie "Was Berlin umtreibt" jeweils eine Spitzenkandidatin oder einen Spitzenkandidaten der Berliner Abgeordnetenhauswahl zu einem der Themen befragt. Zu sehen sind die Clips bereits vor der Diskussionsrunde.

Was läuft schief in der Berliner Bildungspolitik?
Franziska Giffey, SPD

Müssen Wohnungen großer Immobilienkonzerne vergesellschaftet werden?
Sebastian Czaja, FDP

Was kann Berlin für den Klimaschutz tun?
Kristin Brinker, AfD

Raus aus dem Verkehrschaos – aber wie?
Kai Wegner, CDU

Wer darf vermieten und wer nicht?
Klaus Lederer, Linke

Wo nachbessern in der Integrationspolitik?
Bettina Jarasch, Bündnis 90/Die Grünen

In einer vorherigen Version des Artikels waren die Umfragewerte von FDP und AfD vertauscht. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Sendung: rbb Fernsehen, 21.09.2021, 20:15 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    "Sowas ist heute wahlentscheidend, nicht das Programm oder die Inhalte!"

    Woher wissen Sie, dass es wahlentscheidend ist? Das es eine Personenwahl - und auch einen Personenwahlkampf - gibt, ist doch nichts neues. Ich meine nur Merkels "Ihr kennt mich"-Wahlkampf. Oder die SPD z.B. setzt wie auf Bundesebene mit Scholz auf Landesebene mit Giffey auf die Person.
    Genauso wenig wie das Programm oder Inhalte nur eine untergeordnete Rolle spielt. Da iwrd aus Protest gewählt, weil man Angst vor Roten Socken hat, weil man schon immer so gewählt halt....Das ist nun mal so in einer Demokratie; da steht es jedem frei, zu wählen wie er lustig ist.

  2. 9.

    hilfreiche und praktikable Antworten auf drängende Fragen werden die Fragesteller natürlich nicht erhalten ( können ) , außer, wie üblich : wir wollen ,müssen oder müssten, wir versprechen etc pp

  3. 8.

    Der rbb hat sich für die Livesendung für die Parteien entschieden, die in Fraktionsstärke im Abgeordnetenhaus sitzen und die auf der Grundlage des BerlinTrend von infratest dimap mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Abgeordnetenhaus einziehen werden.

    Über die kleine Parteien hat der rbb in seinen Programmen in verschieden Formaten berichtet, unter anderem hier: https://www.rbb24.de/politik/wahl/abgeordnetenhaus/agh-2021/beitraege/parteien-agh-berlin-wahl-26-september-steckbriefe-zugelassen.html
    https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/der-traum-von-fuenf-prozent-100.html

  4. 7.

    Freunde von uns in Berlin haben Grün gewählt, nur weil sie den Namen des Kandidaten kannten bzw. diese Person persönlich kennen! Sowas ist heute wahlentscheidend, nicht das Programm oder die Inhalte!

  5. 6.

    Es ist zu wünschen das energisch nachgefragt wird. Gibt es einen Mindestlohn ohne Ausnahmen, z. B. für osteuropäische Leiharbeiter in Schlachthöfen? Wann wird die "kalte Progression" abgeschaft? Wann spätestens verbindlich?

  6. 5.

    Bitte Bitte nie wieder RRG

  7. 4.

    Wenn das unser Spitzenpersonal ist, Leute wie Giffey, Müller, Dobrint, Spahn, Söder, Laschet, Bärbock oder Scheuer ...ohje.
    Man sollte Politiker wie in der freien Wirtschaft üblich, einer Bestenauslese unterziehen!

  8. 3.

    Erstmal sind nur "...die sechs Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien" in dieser Diskussion. Ich denke mal, das reicht für eine Diskussions-Sendung. Mehr Köche machen die Babbelei nur noch unübersichtlicher und langwieriger.
    Vielleicht holt der rbb ja noch die "sonstigen" Parteien zu einer Runde. Das wäre dann sicherlich mehr unterhaltender als real politisch informativer. Speziell bei Die Partei verspreche ich mir dann eine eher satirische Sicht auf aktuell anstehende Probleme. Hat ja auch was, mal von einer andere Seite zu schauen...

  9. 2.

    Wir werden besonders darauf achten wer auf Fragen explizit antwortet, wer nicht direkt die Frage beantwortet und wer Phrasen von sich gibt.
    Wir wählen am 26. SEPTEMBER nach der Realität, dem Ist-Zustand.
    Bekommen wir bezahlbaren Wohnraum?
    Wie hoch bzw. schlimm ist die Alters- und Kinderarmut?
    Wie marode sind Schulen, Straßen, Brücken?
    Wie steht es um Vermögens- und Einkommensverteilung.
    Wer war in Berlin und im Bund in den letzten Legislaturperioden in der Verantwortung und wer hat die politischen Rahmenbedingungen für diese Zustände mit zu verantworten.

  10. 1.

    Was ist mit Kandidaten größerer Parteien? So z.B. DiePartei die ähnlich viele Mitglieder wie Linke, FDP und gar viermal mehr, als die AfD hat?
    ...oder andere mit Chancen die 5% Hürde zu nehmen, wie die Tierschutzpartei?

    Kommt da noch was?

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