Wahl zum Abgeordnetenhaus - Der Wahl-O-Mat Berlin ist online

Symbolbild: Die App Wahl-O-Mat (Quelle: dpa/Jens Krick)
Video: Abendschau | 26.08.2021 | Boris Hermel | Bild: dpa/Jens Krick

Der Wahl-O-Mat hat sich längst als wichtige Entscheidungshilfe vor Wahlen bewährt. Das politische Spitzenpersonal in Berlin machte bei der Vorstellung den Selbsttest. Ein Spitzenkandidat zeigte sich dabei zu vorsichtig bei seinen Antworten.

Der Wahl-O-Mat für die Abgeordnentenhauswahl in Berlin am 26. September ist online. Mit Hilfe des Tools soll es möglich sein, herauszufinden, welche politische Partei zu jeder Wählerin und jedem Wähler am besten passt.

Das Tool ist in Kooperation zwischen der Berliner Landeszentrale für politische Bildung und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entstanden. 33 der 34 Parteien, die mit einer Bezirks- oder Landesliste zur Abgeordnetenhauswahl antreten, haben sich im Vorfeld zu 38 Thesen einer Wahl-O-Mat-Jugendredaktion geäußert. Einzig die Deutsche Konservative ist nicht dabei.

Über diesen Link gelangen sie zum Wahl-O-Mat Berlin [wahl-o-mat.de].

Spitzenpolitiker probieren Wahl-O-Mat aus

Zur Vorstellung waren am Donnerstag auch Spitzenpolitiker der sechs Parteien geladen, die im Abgeordnetenhaus vertreten sind. Zur Seite standen ihnen 15 junge Leute, die die Fragen für das Online-Tool ausgearbeitet haben.

Die Fragen lauten beispielsweise: "Soll das Land Berlin weitere Wohnungen von privaten Unternehmen zurückkaufen?" oder "Sollen alle Geschäfte sonntags öffnen dürfen?"

FDP-Landeschef Christoph Meyer, AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker und Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch kamen bei ihren Antworten auf 100 Prozent Übereinstimmung mit dem jeweiligen Parteiprogramm.

Linksfraktionschefin Anne Helm (98 Prozent) und SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey (95,8) kamen auch nahe an die vollkommene Position der eigenen Partei heran, während CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner nur auf 78 Prozent Übereinstimmung kam. Seine Erklärung: Er habe bei einigen Themen wie beim Rückkauf von Wohnungen auf "neutral" geklickt, während seine Partei dort eine klare Meinung habe.

Abgeordnetenhaus startet Wahlkampagne

Das Berliner Abgeordnetenbaus will derweil mit einer eigenen Kampagne die Bürgerinnen und Bürger motivieren, wählen zu gehen.

Die Kampagne mit dem Motto "Du bestimmst, was in deiner Stadt passiert" ist am Donnerstag gestartet. Das Landesparlament will damit deutlich machen, dass am Tag der Bundestagswahl auch das Abgeordnetenhaus gewählt wird und viele für Berlin wichtige Fragen dort und nicht im Bundestag entschieden werden.

Das Herzstück der Mobilisierungskampagne bildet die Webseite du-bestimmst.berlin, die ebenfalls seit Donnerstag freigeschaltet ist.

Sendung: Inforadio, 26.08.2021, 13:00 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Ob die Fragen einen lenkenden Charakter haben? Mehr Ideologie und Moral, weniger Ökonomie? Die Fragen könnten auch das eigene Portemonnaie etwas mehr betreffen, wenigstens zu 50%.

  2. 11.

    Piratenpartei oder FDP, was anderes sollte man niemals mehr nicht wählen"
    Ich werde also niemals mehr nicht eine andere Partei als die beiden o.g. wählen?
    Abgemacht.
    Konnte mit den Piraten eh nix anfangen und die gelbe Neidpartei, die brauchts nun wirklich nicht.

  3. 10.

    Piratenpartei oder FDP, was anderes sollte man niemals mehr nicht wählen um wieder halbwegs Freiheit und digitale Rechte zu bekommen !

  4. 9.

    Hab' mir die Thesen im "Wahl-o-mat" mehrmals durchgelesen. Die Angebote sind imho teils sehr oberflächlich und "bauchgerichtet". Es fehlen z.B. "Entbürokratisierung" der Staates, Digitalisierung und Modernisierung der Schulen und Verwaltungen, Liberalisierung des Staatsbürgerrechts, Positionen zum Schwangerschaftsabbruch, Legalisierung von weichen Drogen, zeitliche Straffung des Strafrechtes, Ansichten zum Indidualverkehr, Ausbau des ÖPNV, Anpassung der "Verkehrsregeln" gerade im Hinblick auf Mietfahrzeuge aller Art, Datenschutz nur am Rande, Netzneutralität überhaupt nicht - u.v.m.
    Alles Themen, die im vergangenen Jahr presseseitig angesprochen, in div. Foren mitunter heiss diskutiert wurden und Politiker schon mal "dicke Backen" gemacht haben.
    Bisschen dünne die "Wahl-o-mat"-Nummer.

  5. 8.

    LKR = Liberal-Konservative Reformer (ehemals ALFA), gegründet von Bernd Lucke, einem Mitbegründer der damals rechtsliberalen AfD. 2015 hat Lucke die Partei verlassen, als die ihm zu rechts wurde,

  6. 7.

    Interessant. Bei mir liegen einige Parteien an der Spitze, von denen ich noch nie gehört habe. Letzte wird allerdings eine, die ich niemals wählen würde. Klappt also irgendwie.

  7. 6.

    Cl:
    "Wenn nach dem Wahlomat geht, würde ich DKP wählen."

    Na hoffentlich tun Sie das nicht.

  8. 5.

    Alexander:
    "Na endlich. Bei mir zeigt er LKR und FDP als mögliche Parteien an. Genau das was meine Einstellung ist."

    Was ist LKR?

    Alexander:
    "Denn eins ist nur wichtig RRG muss weg."

    Das ist nur Ihre ganz persönliche Meinung, aber keine objektive Tatsache, denn viele andere Menschen sehen das ganz anders: Bloß nicht diese Splitterpartei der Besserverdienenden mit diesem angeblichen "Mittelständler", tatsächlich aber Börsenspekulanten Merz und dieser bloßen unsozialen Klientelpolitik (Stichwort: Umsatzsteuer für Hotel-Übernachtungen)!

    Es fehlt in Ihrem Kommentar also der einleitende Satz: "Meine Meinung ist: ..."

  9. 4.

    Ron:
    "Mich würde mal interessieren welche Auswertungen aus den Antworten der User gemacht werden. Ich vermute, dass daraus Stimmungsbilder und Wahlvoraussagen entstehen. Den Datenschatz - auch wenn er anonymisiert ist - so einfach nicht zu nutzen, könnte ich mir schwer vorstellen."

    Dann fragen Sie doch dort mal nach statt wild zu spekulieren!

    Ron:
    "Und wissen die Leute was aus ihren Antworten gemacht wird? Lassen sich eventuell dadurch die Prognosen beeinflussen?"

    Wie soll das funktionieren?!?

    Ren:
    "Wär mal ein schönes Thema für eine RBB-Reportage.. Zwinker.."

    Aufgrund bloßer wilder Spekulation? NEE!

  10. 3.

    Wenn nach dem Wahlomat geht, würde ich DKP wählen.

  11. 2.

    Na endlich. Bei mir zeigt er LKR und FDP als mögliche Parteien an. Genau das was meine Einstellung ist.
    Denn eins ist nur wichtig RRG muss weg.

  12. 1.

    Mich würde mal interessieren welche Auswertungen aus den Antworten der User gemacht werden. Ich vermute, dass daraus Stimmungsbilder und Wahlvoraussagen entstehen. Den Datenschatz - auch wenn er anonymisiert ist - so einfach nicht zu nutzen, könnte ich mir schwer vorstellen. Und wissen die Leute was aus ihren Antworten gemacht wird? Lassen sich eventuell dadurch die Prognosen beeinflussen? Wär mal ein schönes Thema für eine RBB-Reportage.. Zwinker..

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